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Wald ist nicht Wald und Klimawandel nicht Klimawandel. Aber: Klimawandel ist überall, nur die Auswirkungen sind durchaus unterschiedlich.
Mag man die Konstanzer beneiden um den Bodensee, Kultur und Geschichte und die traumhafte Natur, das milde Klima und Manches mehr, so lassen sich leider auch hier die klimatischen Veränderungen nicht negieren. Als ich kürzlich dort war, um über Konstanz und seine wundervolle Umgebung zu recherchieren, spielte auch das städtische Naherholungsgebiet schlechthin eine wichtige Rolle: Der Lorettowald.
Der Wald am „Hörnle“ hat eine lange Geschichte. Zum ersten Mal wurde er im Jahr 749 erwähnt. Der Wald schaut, im Jahr 2024, also auf eine Historie von 1.275 Jahren zurück. Das schafft nicht jeder Forst. Gleichzeitig ist dies auch der Beleg dafür, dass die Konstanzer eine ganze besondere Beziehung zu ihrem Lorettowald haben. Revierförsterin Irmgard Weishaupt betont diese Eigenheit und weist in allen Verlautbarungen immer darauf hin, dass die Existenz von Wäldern auf einem Generationenvertag ruhen. Genau der aber funktioniere absehbar durch unsere Klimakrise nicht mehr.
Konstanz kümmert sich um den Klimawandel. Dazu gehören auch Angebote des Tourismusmarketing zum Klimawandel mit dem Bestreben um Information und Aufklärung. Wer als Besucher mehr wissen möchte, kann mit der Försterin in den Wald gehen. Die Touren sind mehrmals pro Jahr im Angebot.
Das wollte ich genauer wissen und ich bekam die Chance.
Das Wetter am Tag der Recherche war nicht unbedingt geeignet, über zu große Trockenheit und dauerhafte Temperaturveränderung zu reden. Es regnete aus Kübeln und vielleicht war der Wald am Hörnle, oberhalb der Bodensee-Therme, sogar ein fast schon trockenes Plätzchen, im Vergleich zur Stadt. Treffpunkt, am Parkplatz Jakobstraße. Gut erreichbar mit der Buslinie 5 zur Bodenseetherme und ein paar hundert Meter zu Fuß. Dort wartet Revierförsterin Irmgard Weishaupt auf mich zur Tour in den Wald.
Angesichts des Dauerregens mag man sich nicht vorstellen, dass der Lorettowald bereits seit über 5 Jahren unterversorgt ist in Sachen Feuchtigkeit. 300 Jahre alte Buchen kämpfen ums Überleben. Wie eine Försterin mit den Problemen ihres Walds umgeht, umgehen muss, ist Thema in diesem Podcast. Die mangelnde Feuchtigkeit brachte viele zusätzliche Probleme mit sich. All das könnt Ihr in unserem „Waldpodcast“ mitverfolgen.
Die Auswirkungen werden wir, hier und auch sonst, erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sehen, spüren und registrieren.
Irmgard Weishaupts Lektionen sind eindrücklich. Trotzdem. Ihr Schlenker zur Holzwirtschaft (höre Podcast) zeigt es. Die anstehenden Maßnahmen dürfen nie komplett Schwarz-Weiß gezeichnet werden. Und so kommen auch Fakten zutage, die ich zumindest nicht in dieser Deutlichkeit auf dem Schirm hatte.
Nichtsdestotrotz ist diese Führung, kein Abgesang auf den deutschen Wald. Es gibt auch Aspekte und Entdeckungen, die einen zum Schmunzeln bringen und eventuell andere Perspektiven zeigen.
Nach einer solchen Tour, kleiner Tipp am Rande, lässt sich bei Bedarf auch wundervoll in er Bodensee-Therme entspannen.
Mein Rückweg mit dem Bus in die Altstadt war gut zum Nachdenken und sie war auch leise. Konstanz setzt nämlich verstärkt Elektrobusse im öffentlichen Nahverkehr ein. 29 Busse fahren bzw. werden elektrisch fahren. Die Kleinmetropole am Bodensee weiß, was sie ihrer Umwelt schuldig ist. Von 1.500 Tonnen CO₂-Einsparung ist die Rede. Die Natur am Bodensee wird es danken.
Dieser Podcast bietet Nachdenkliches aus einem Urlaubsparadies. Viele Dinge betreffen aber auch unsere Umwelt daheim. Wie sagt Irmgard Weishaupt so richtig:
Wir sind eine verdammt träge Masse!
Das muss sich ändern, denn wir haben schon zu viel Zeit vertrödelt.
Die nächste Podcast-Tour führt uns in ein Paradies, ebenfalls am Bodensee. Es hat ebenfalls unendlich viel mit Natur zu tun. Die Einladung auf die Insel Mainau steht. Ganz bald, hier im Reiseradio.
Konstanz – Tourismusinfos
Klimawandel-Wanderungen im Lorettowald
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Marketing & Tourismus Konstanz GmbH. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. Für die Nutzung eingefügter Links auf dieser Seite erhalte ich keine finanzielle Beteiligung und habe keine Vorteile. Sie sind Teil der journalistischen Informationspflicht.
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Was ist Luxus? – Ist die Definition etwa unterschiedlich und wie bringt man Luxus für Eltern in Einklang mit Kinderfreundlichkeit?
Luxusurlaub scheint im Moment das Zauberwort der deutschen Reiseindustrie zu sein. Wenn weniger gut betuchte Menschen mit Kindern bereits seit 2 Jahren ihren Urlaub, wenn überhaupt, eher kürzen, gelten Diejenigen, die unter Luxusaspekten verreisen als Garant für stimmige Umsatzzahlen.
Nicht umsonst waren viele Veranstalter nach der Covid-Pandemie dazu übergegangen, nur noch Umsätze statt Buchungszahlen zu veröffentlichen.
Umso erstaunlicher war mein Erlebnis Mitte des Monats bei einer Reise an die Algarve. Im äußersten Westen der Küste, bei Sagres gibt es seit Jahren die Kombination von Luxushotellerie und Familienfreundlichkeit. Grund genug, etwas tiefer ins Thema einzusteigen.
Luxusurlaub mit Kindern und der ganzen Familie? Geht das überhaupt? Was bedeutet das? Wie funktioniert es und vor Allem: Kann ich mir das überhaupt leisten?
Wir reden vom „Martinhal Sagres Beach Family Resort“, direkt am Atlantikstrand in einem „Dorf“ mit der Fläche von 40 Hektar und einer 5 Sterne-Kategorisierung.
Das Konzept, dass ich dort kennenlernte zeigt, dass Luxus so unterschiedlich sein kann und damit auch ganz anders als Luxus-Hotelresorts, so ganz ohne Kinder.
Daniela Berendonk ist Marketing-Chefin bei Martinhal und mit ihr saß ich schon nach dem ersten Rundgang und einem köstlichen Abendessen im Freien, mit Blick auf die Bucht, das Meer und das am späteren Abend bei über 20 Grad im Oktober. Brandung und Meeresrauschen sind inklusive. Aus unserem Talk wurde dieser Podcast.
Es gäbe sicher noch mehr Beispiele. Allerdings ist es so einleuchtend.
Luxus ist, dass Eltern ihren Cappuccino mit dem kompletten Schaum trinken können!
Es könnten auch ein Apéritif und die Eiswürfel sein. Gerade Mütter (okay, auch ein paar Väter) werden dies nachvollziehen können. Martinhal steht für ganz viel Gemeinsamkeit, sorgt aber auch dafür, dass eben jener Cappuccino nicht kalt und mit zusammengesacktem Schaum getrunken werden kann, weil Kinder im Urlaub dabei sind. Na, hört selber, was sich die Hotelleute alles einfallen lassen, um Erholung und Spaß für Alle zu gewährleisten.
…dass es sich trotzdem um Luxus und 5-Sterne handelt. Natürlich muss man sich diesen Luxus leisten können und natürlich ist das teurer als ein Standard-Familienhotel.
Das Angebot gehört damit schon in eine Preiskategorie, die ein Held meiner frühen Fernsehjahre mal mit dem Satz kommentierte:
Das Leben ist schön und teuer. Es geht auch billiger, aber dann isses nicht mehr so schön.
…ist aber nicht so abgehoben, dass es nicht auch in Pauschalreisekatalogen portugiesischer Spezialanbieter, wie “Olimar-Reisen“, zu finden ist. Das Angebot ist vielfältig und reicht vom Hotelzimmer in Strandnähe über die Terrassenhäuser (Appartments mit 2-3 Schlafzimmern), bis zu ganzen Villen (4-6 Schlafzimmer, mit und ohne Privatpool). So unterschiedlich das Angebot, so verschieden sind natürlich auch die Preise.
Auch dann kann man in der Anlage Urlaub machen. Okay, Kinderhasser braucht kein Mensch und schon gar nicht dort. Aber ist es nicht auch herzerfüllend, wenn man beim immer inkludierten Luxus-Frühstücksbüffet ganze Familien am Tisch vereint sieht?
…haben Daniela und ich auch darüber gesprochen, wie man zum Schluss kommen kann, nach Portugal auszuwandern, welche Attraktionen in der Bucht von Sagres auf Besucher warten und was man zwingend aus dem riesigen kulinarischen Angebot testen sollte.
Dieses Gespräch und dieser Podcast gehören nicht zur Gattung „Paid Content“ oder auch Werbung!!! – Das Konzept hat mich wirklich überzeugt.
Martinhal Sagres Beach Family Resort
Martinhal Resort Hotels
Olimar Reisen
Algarve – Tourismus
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Visit Algarve. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. Für die Nutzung eingefügter Links auf dieser Seite erhalte ich keine finanzielle Beteiligung und habe keine Vorteile. Sie sind Teil der journalistischen Informationspflicht.
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Jeder, fast jeder Schweden-Reiseführer beschäftigt sich auch mit Elchen. Im Wald einen Elch zu treffen ist zunehmend unwahrscheinlich. Es bleibt also einer der 25 „Älg Parks“ die es im Land gibt.
Gesagt, getan! – Es ist Ende August als ich in den Wäldern von Småland, ungefähr 20 Minuten nördlich des Städtchens Eksjö unterwegs bin.
Hej aus Schweden. Dort wo der Herbst inzwischen längst eingezogen ist, steht der Skullaryd Älg Park. Im Oktober hat er, auch wegen der nachlassenden Zahl an Touristen, nur noch mittwochs und samstags geöffnet. Aber die Saison geht ja im Frühjahr 2025 weiter.
Dies ist ein Tipp für die Sommersaison in Småland. Im Winter schließt Skullaryd für einige Monate. Das heißt nicht, dass die Eigentümerfamilie Öster die Hände in den Schoß legen kann. Die Tiere müssen versorgt werden und im Haus gibt es auch immer etwas zu tun.
Erik betreibt den Elchpark zusammen mit seinen Eltern und Papa Öster werdet ihr im Podcast auch noch kennenlernen.
Skullaryd legt Wert darauf, etwas anders zu sein. Der Älg Park ist kein Zoo, sondern eine riesige Landschaftsfläche (rund 1.000 Hektar Wiese und Wald), die man als Besucher, quasi eingesperrt auf dem Anhänger eines Traktors, abfährt. Im Gegensatz zu den Besuchern können sich die Tiere frei bewegen.
Erik, ganz nebenbei jüngster Elchpark-Manager Schwedens, sagt, es sei ihm wichtig, nicht nur die Ökologie zu achten, sondern vor allem das Gefühl und den Respekt gegenüber den Tieren zu erhalten.
Es gehe dabei auch um die Beobachtung der Interaktion zwischen Rehen, Hirschen, Damwild und Elchen und die Akzeptanz, dass es sich bei den tierischen Bewohnern in Skullaryd nach wie vor um wilde Tierarten handelt. Dies sei oberstes Gebot, bei allem Entgegenkommen an die Besucher, die sicher sein können Elchen zu begegnen. Denn, so Erik, nur im Park gäbe es eine „Elchgarantie“.
Der Park ist ein Mikrokosmos. Die Zahl der Elche in Schweden wächst zwar von Jahr zu Jahr, allerdings trifft man sie außerhalb der Parks nicht so ohne weiteres.
Eriks Großvater hatte hier ursprünglich mal eine Farm für Rotwild. Daraus ist der „Skullaryd Älg Park“ geworden. Erik sagt, er habe schon in der Schule gewusst, dass er genau so etwas machen wolle. Zusammen mit der Familie hat er es hingekriegt.
Wie so eine Tour in Skullaryd abläuft, hört Ihr im Podcast. Es lohnt sich die Elche kennenzulernen von Hedwig über Mäta, Ruth, Ermin, Hans bis zum „knienden Knut“. Er kniet, wie alle anderen, sehr gerne um besser an Gras und Futter ranzukommen.
Schweden begeistert uns offensichtlich immer mehr. Nachdem wir Deutschen seit 2023 die Statistik der Auslandstouristen in Schweden anführen, ist es kein Wunder, dass es auch im letzten Sommer überwiegend deutsche Besucher waren, die in Skullaryd vorbeischauten.
Dem trägt man Rechnung. Die „Safaris“ finden in schwedischer, englischer und deutscher Sprache statt.
Am Tag meines Besuchs fällt der „schwedische Traktor“ übrigens aus. Die Sommerferien waren am davorliegenden Wochenende zu Ende gegangen. Das ist der Moment, wo der Inlandstourismus schlagartig nachlässt und (TIPP!) auch die Übernachtungspreise sinken.
Skullaryd Älg Park
Småland – Tourismus
Visit Schweden
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Die Welt ist voller Geschichte und Geschichten. Das habe ich „einmal mehr“ erkannt, während meiner Recherchetage in Konstanz am Bodensee. Und deshalb gehörte auch der Besuch im Museum dazu, denn Konstanz feiert 2024 das Jahr der Geschichte und ein Jubiläum: 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau.
Dieser Podcast kommt deshalb quasi „LIVE on TAPE“ aus dem Badischen Archäologischen Landesmuseum in Konstanz. Man darf Einiges erwarten, denn die Ausstellung ist gleichzeitig die Landesausstellung 2024.
ABER: mann und frau muss sich dranhalten, denn sie ist nur noch bis zum 20. Oktober zu sehen. Die Klosterinsel Reichenau und die vorhandenen historischen Realitäten bleiben. Die Dokumente und wertvollen Handschriften konnten aber nur zum Jubiläum aus allen möglichen Ecken der Welt geholt werden. Vieles, was heute ganz selbstverständlich zu Kultur der Region gehört, hat in dieser Geschichte seinen Ursprung. Wer mehr wissen will, sollte nicht nur den Podcast hören, sondern unbedingt die Chance der letzten Ausstellungstage nutzen. Ich war drin und begeistert auch angesichts unseres Podcast–Gasts Julia Siess. Sie kennt sich perfekt aus so in den Inhalten und liefert Eindrücke, die auch diese Geschichte in ein neues Umfeld stellt.
Die Ausstellung ist sehenswert und darum gibt es hier akustische Eindrücke. Das ersetzt natürlich nicht Alles, denn bis auf einige Fotos hier auf der Reiseradio-Website ist die Lieferung optischer Eindrücke natürlich stark begrenzt.
Die Insel hab ich leider verpasst (es bleibt immer zu wenig Zeit). Umso glücklicher war ich über meine persönliche Führung, denn mit diesem Erfahrungsschatz, weiß ich jetzt mehr über das Konstanzer Jahr der Geschichte. Wer es zeitlich packt, sollte nach dem Museumsbesuch unbedingt die Insel Reichenau besuchen und das in Augenschein nehmen, was heute noch greifbar und anzusehen ist. Denn, wie Julia im Reiseradio-Podcast sagt. Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt und damit abgehakt. Sie lebt weiter im Umfeld der Reichenau, die so oder so einen Besuch wert ist.
Ausstellung und das Jubiläumsjahr 724 zahlen ohnehin auf die Insel ein. Denn auch dort hat man diese 1.300 Jahre gewürdigt und gefeiert. Klar, der schöne Name „Welterbe-Insel“ schmückt ja auch. Trotz aller Legenden und damit verbundener Unzuverlässigkeit, trotz einer offensichtlich im Kloster gefälschten Urkunde zum Gründungsjahr: Die Insel eröffnet die Chance zu einer Zeitreise. Es ist eine Reise in die Vergangenheit der Insel an nachweisbaren Originalschauplätzen. Diese Möglichkeit bleibt auch erhalten, wenn die Ausstellung 20. Oktober zu Ende geht.
Es war nicht Zufall, sondern Absicht, dass die Ausstellung als „Gesamterlebnis“ angelegt ist. Das vorgestellte Konzept spricht nicht von ungefähr von einem „Gesamterlebnis“. Wer beide Stationen schafft, dem sei zudem ein Mediaguide empfohlen, der noch im Apple App Store und bei Google Play kostenfrei downloadbar ist. Damit lässt sich in unterschiedlichen Kapiteln, nicht nur Ausstellung, sondern auch die Insel erleben. Empfehlenswert!
Darüber hinaus gibt es einen Ausstellungspodcast mit dem schönen Namen „Mönchsgeflüster“ und selbstverständlich wartet ein Ausstellungskatalog, der vermutlich auch nach dem Ende, geraume Zeit erhältlich sein wird.
Es ist schon toll, was man da in knapp zwei Stunden alles erleben und erfahren kann.
Also auf nach Konstanz, bevor es zu spät ist. Schlusstag 20. Oktober. Der Ausflug lässt sich bestimmt auch noch mit etwas Herbstsonne in einem Konstanzer Café verlängern und bis in den November gibt es ja am Wochenende Ausflugsfahrten der Bodenseeschifffahrt. Letztlich noch empfehlenswert, ein Ausflug auf die Mainau. Natur und Blütenpracht (immer noch) beruhigen und sorgen für gute Stimmung.
Landesausstellung: Welterbe des Mittelalters
Konstanz-Infos
Insel Reichenau
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Mystisch, Mythisch und ziemlich sagenhaft. Heute gibt es Tipps für eine Veranstaltung und ein ziemlich cooles Reiseziel, direkt am Rhein. Dort, wo Schiffe untergingen, eine junge Frau bestaunt wurde und sich heutzutage auch Pop- und Rockstars ein Stelldichein geben. Der Grund für diesen Reiseradio-Talk aber ist ein besonderes Jubiläum und ein besonderer deutscher Dichter. Wer jetzt völlig poetisch sagt: „Ich weiß nicht, was soll das bedeuten“, ist schon ganz dicht an der Lösung.
Und wir reden darüber mit Ulrike Dallmann, Geschäftsführerin der Loreley-Touristik. Selbstverständlich sprechen wir auch über die blonde, gutaussehende Dame, die einst dafür sorgte, dass die Rhein-Schiffer ihren Kopf verdrehten und im Angesicht von so viel Schönheit, blondem Haar und Kamm in ihren Untergang fuhren. Die Untiefen von Rheinkilometer 555 sind auch heute nicht ganz ungefährlich, erfordern zumindest Aufmerksamkeit der Kapitäne. So gesehen war Loreley angucken, laut Sage, nie wirklich angesagt, gefährlich und trotzdem unumgänglich. Das hat sich geändert.
Geht offensichtlich weit ins Mittelalter zurück. Als Sage schriftlich vorgelegt wurde die „Loreley“ 1801 von Clemens von Brentano. Sie beeindruckte seinen Dichterkollegen Heinrich Heine 1824 der Loreley ein Gedicht zu widmen. Es wurde etliche Male vertont. Die bekannteste Version stammt vom Komponisten Friedrich Silcher. Mit dem Datum 1824 sind wir dann auch schon beim Event dieses Jahres, denn:
Das Gedicht-Event wird ein Fest am 7. Und 8. September 2024, genau dort, wo Loreley, Gedicht und Lied hingehören. Auf dem markanten Felsen am Kilometer 555. Gedicht und Lied werden im Mittelpunkt stehen und Comedy-Künstler, wie Musiker bereichern das Programm um die Vielfalt des Loreley-Lieds. Bei freiem Eintritt kann man in die musikalische Vielfalt am Samstag ab 17 Uhr und am Sonntag ab 11 Uhr eintauchen. Präsentiert und moderiert wird die Veranstaltung von Katharina Blanckart, also der Loreley höchstpersönlich.
Die Loreley, als Anziehungspunkt ist immer noch groß, aber sie hat es schwer. Man muss sich schon etwas einfallen lassen, um sie im Gedächtnis der jüngeren Generation zu halten. Sinnigerweise, sagt Ulrike Dallmann im Podcast, sind es meist die Besucher aus dem Ausland, die sich text- und gesangssicher erweisen. „Lore Live“ beschäftigt sich deshalb auch intensiv mit dem alten Gesangsgut.
Dennoch hat der Loreleyfelsen mit seiner großen Freilichtbühne im Lauf der Jahre auch bei Jüngeren einen Ruf erlangt. Gesorgt dafür haben schon Pop-Stars wie Carlos Santana, Eric Burdon, Gary Moore oder auch der WDR-Rockpalast. Die Tradition der populären Musik hat sich gehalten Bis heute. Traten doch 2024 u.a. Marius Müller-Westernhagen oder auch PUR dort auf.
Ganz unabhängig von Sagengestalt, Gesicht und Lied wurde die Region, die wichtiger Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Oberes Mittelrheintal“ ist, im Lauf der Jahre zu einem touristischen Player am Rhein zwischen Rüdesheim und Lahnstein. Neben der Freilichtbühne warten weitere Aktivitäten auf dem Felsen. Die Umgebung ist ein Highlight für Wanderer (Rheinsteig!), radelnde Aktivurlauber, Fans von Burgen und Schlössern und natürlich „Schau“lustige, die den Blick auf die Loreley vom Rheintal aus, und umgekehrt genießen.
Kulinarische Weinverlockungen sind ohnehin in greifbarer Nähe.
Die nächste Attraktion steht ebenfalls schon bald bevor und hat eine jahrzehntelange Tradition entlang des Rheins. Das Giganto-Feuerwerk findet in jedem Jahr am dritten Samstag im September statt.
Hier konzentriert sich das Interesse stärker auf den Fluss und sein Tal. Viele Fans wollen jedes Jahr vom Schiff aus das einmalige Spektakel vor der Kulisse des legendären Loreleyfelsens und den Burgen Rheinfels und Burg Katz bewundern.
Die Veranstaltung wird immer beliebter. Deshalb hat „Loreley – Touristik“ das diesjährige Schiffs-Kontingent noch einmal aufgestockt und noch gibt es einige Plätze an Bord. Die Teilnahme lässt sich einfach auf der Website buchen.
Loreley – Touristik
Rheinsteig
Das Abonnement von Website und Podcast ist kostenfrei. Zu finden auf den bekannten Portalen wie Spotify, Amazon, Google, Apple und einigen mehr. (Link steht weiter oben!)
Liebe Touristik- und TouristikPR-Vertreter:innen:
Ich freue mich über jede Anzeige oder Kurz-Spots für die Podcasts. Das kleine Geld dafür dient der finanziellen Unterstützung des Reiseradios. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Die Facts stehen aber auch im Mediakit auf der Homepage.
The post D-RR256 – Talk: Loreley & LoreLIVE erleben first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Diesmal geht es um einen Mikrokosmos. Mikro = KLEIN. Kosmos = WELT und ein klein wenig auch Weltordnung. Das Ganze aber schön im Kleinen.
Die Welt im Kleinen, über die wir reden, ist eine Insel in der Nordsee. Sie ist die einzige westfriesische Insel auf dem Gebiet der niederländischen Provinz Noord-Holland. Das Thema ist Texel und ein Reisebuch, das sich dem Reiseziel auf etwas andere Art nähert.
Meine Talkgäste sind Felicitas van Daalen und Tanja Neumann. Die Beiden haben einen Texel-Reisegenussführer geschrieben.
Dies mit starker Betonung auf Genuss.
Und wir reden – jetzt wird’s einfacher – über Texel und damit Holland im Kleinen. Thema ist selbstverständlich auch Ökologie und die kulinarischen und seelische Freude, die daraus entsteht.
Zu den Essentials gehören aber auch die richtige Aussprache und die Annäherung an eine Insel, die heraussticht: Texel heißt auf Niederländisch „Tessel“. Die Bewohner nennen sich „Tesselaar“ und diesen Namen teilen sie sich zu 100 Prozent mit der Schafsrasse, die auf Texel zuhause ist.
Texel hat knapp 14 Tausend menschliche Einwohner und genauso viele Schafe. In der Lämmerzeit im Frühling bilden die Schafe in der Regel die Mehrheit.
Unterm Strich bedeutet das rund 30 Einwohner pro Quadratkilometer (ohne Schafe). Das ist überschaubar und deshalb, so Fee und Tanja, ist es auch in der Hauptsaison nie voll. Selbst am Strand kann mann und frau alleine sein, falls die Bereitschaft besteht, ab Strandabgang mal 500 bis 1.000 Meter zu laufen.
Natürlich haben wir über kulinarische Verlockungen auf der Insel geredet und natürlich heißt auf Texel immer öfter Ökologie und Bio.
Texel besitzt seit 15 Jahren eine Sternerestaurant. Texel hat mehrere Brauereien, eine Whisky Brennerei. Gin wird auch produziert. Die Lamm-Metzgerei hat eine Computerprogramm entwickelt, das für jedes Stück Fleisch die genaue Herkunft, das Alter und das Schlachtdatum nachweisen kann. Einer der Strandpavillons ist auf Aberdeen Angus Rinder spezialisiert. Diese trifft man freilebend in den Dünen in der Nähe. Natürlich gibt es auch einen „Paal“ (Strandpavillon) mit vegetarischen Angeboten.
Bauernhöfe wie der „Novalishoefe“ steht für den fairen Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt. Ein Kaffeerösterei existiert genauso selbstverständlich wie eine Senfmanufaktur hausgemachte Eiscreme vom Bauernhof oder Wein vom Inselwinzer. Selbstredend gibt es noch Fischer und Krabbenfischen geht auch. Dies ist nur eine Auswahl, der vielen Beispiele, die im Buch ausführlich vorgestellt werden. Wichtig, betont Tanja, sind aber immer die Menschen, die hinter den Projekten stecken und das Herzblut, das sie investieren.
Etwas vergessen: „Lekker Patat“ (Fritten) mitten im Wald, Selfplucktuin (Erdbeeren zum Beispiel), Kaas (darf ja nicht fehlen) und der weltbeste Apfelkuchen der Welt (Meerblick inklusive).
Es ist nicht selbstverständlich, dass es auf einer Insel mit 14 Tausend Einwohnern ein Theater gibt, wie es sich gehört mit Kneipenanschluss (oder umgekehrt?). Es warten, mindestens, mal 5 Museen
Die Insel besitzt ganz eigene Landschaftsschätze. Herausragend sind natürlich die Dünen, das Waldgebiet „De Dennen“, das Naturgebiet „De Slufter“ (dort wo Meer und Land aufeinandertreffen).
Texel war mal viel kleiner. Aber die landschaftstechnische „Eingemeindung“ der Nachbarinsel Eierland und deren Verwandlung in einen Polder und damit „Insel-Festland“ war eine der vielen niederländischen Glanzleistungen in Sachen Eindeichung und Landgewinnung. Immerhin „Eierland“ macht heute ein knappes Drittel von Texel aus.
Zum Nachlesen und betellen:
Felicitas van Daalen / Tanja Neumann
TEXEL, Kulinarik, Menschen, Geschichten
360 Grad medien – Reise-Genuss-Führer
ISBN: 978-3-96855-503-4
Webshop-360 Grad-Medien
im Buch- und auch im Versandhandel, € 24,95.
Bei der Frage „Für wen ist ein Texel-Urlaub nichts?“ schütteln Fee und Tanja beide mit dem Kopf. Gibt’s nicht. Das muss aber jeder Gast für sich selber entscheiden, wobei das Buch dabei sehr hilfreich sein kann.
Wer nach Texel will, muss Fähre fahren. Das ist easy, sagen die Autorinnen. Fährtickets am besten vorher online buchen und das Auto mitsamt Kennzeichen anmelden. Dann entfallen nämlich die Kontrollen und man kann durchfahren dank automatischer Kennzeichenerkennung. Die Fähren verkehren stündlich in beide Richtungen. In der Hochsaison geht alle 30 Minuten ein Schiff.
Sinnvoll könnte die Vorabbuchung eines Dauerparkscheins sein. Die Vignette gibt es ebenfalls online und spart Zeit und die Suche nach Kleingeld.
Easy ist auch die Bahnanreise über Amsterdam nach Den Helder. Vom Bahnhof aus gibt es einen Shuttlebus zur Fähre. Auf der Insel wartet dann ein Linienbus, der die einzelnen Ortschaften abfährt.
An Unterkünften ist die Vielfalt groß. Es geht alles von Luxushotel bis Zelten. Beliebt sind auch B&B’s und natürlich Ferienhäuser. Der Tourismusverband (VVV) weiß Rat.
Fahrräder (Fietsen) kann man an vielen Stellen ausleihen
Der Blick auf die Preise: Die Niederlande sind in der Regel etwas teurer als Deutschland. Die Verpflegung fürs Ferienhaus aus dem Supermarkt, gibt sich allerdings mit deutschen Preisen wenig.
Texel ist gut für alle Jahreszeiten. Die Insel ist gewissermaßen 365 Tage im Jahr, auch touristisch, geöffnet.
VVV – Texel Tourismus
Die Texel-APP
https://www.frametraxx.de/
Mehr Noord-Holland zum Hören gefällig? – Dann nutzt den Link zu einer Story der besonderen Art!!!
The post D-RR255 – TALK: Texel – viele Eindrücke und ein Buch first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Es ist Sommer. Und der Sommer spielt vielleicht die wichtigste Rolle im schwedischen Lebensgefühl. Alle sind draußen: Am Meer, am See, im Wald, in der Natur.
Der Sommer ist auch die Jahreszeit, in der sich in Schweden die meisten Touristen tummeln. Dass das so ist, liegt sicher auch an Vorurteilen, wie zum Beispiel der Mär von der großen Finsternis von Oktober bis April. Oder dem Vorurteil vom qualitativ mangelnden Angebot. Auf meine Frage nach den kulinarischen Innovationen antwortete mir mal ein ARD-Korrespondent aus seinem Büro in Stockholm: „Eingelegter Hering und die Erfindung der rostfreien Edelstahlspüle.“ Das ist genauso zutreffend, wie die Auskunft eines Reiseleiters, dass alle Schweden ständig warme Bockwurst mit Kartoffelbrei essen. Merke: Vorurteile stimmen nicht, auch wenn mitunter ein klitzekleines Fünkchen Wahrheit drinsteckt.
Heute weiß ich: Es gibt mehr als Hering (den ich tatsächlich nicht mag) und Zimtschnecken (die ich heiß und innig liebe). Ich weiß auch, dass es in Schweden Restaurants mit Michelin-Sternen gibt und dass man in der Regel besser isst, als einem die Vorurteile weiß machen wollen.
Trotzdem: War das der Grund, warum die schwedischen Touristiker vor gut 5 Jahren eine Aktion ins Leben riefen, die zum wahren Hit wurde?
Das essbare Land war geboren. Zusammen mit Sterne-Köchen hatte man die Aktion entwickelt, die „Ein Land wird Restaurant“ heißt und die zum echten Dauerhit auf der schwedischen Reise-Landkarte wurde.
Setzt Euch an einen Tisch im Wald, am Meer oder einem See und genießt, was Schwedens Natur in der unmittelbaren Umgebung dieses Tischs kulinarisch zu bieten hat! Fahrt mit einheimischen Gastgebern in die Natur, sammelt gemeinsam mit ihnen in der Umgebung Eures Tischs die Lebensmittel, die ihr anschließend zusammen kocht und genießt.
Müsste gehen, dachten die schwedischen Touristiker 2018/19 und sind vermutlich heute noch überrascht, dass sich daraus ein solcher Renner entwickelte, der sich auch heute noch wachsender Beliebtheit erfreut. Der Start begann an 13 Tischen überall im Land sagte meine Gastgeberin Emma Ekaremål im ersten Erfolgsjahr 2019. Da lernte ich einen dieser Tische kennen, mitten in Småland, etwa eine Stunde Fahrzeit nördlich des Städtchens Växjö. Es war übrigens der Tisch, der als optische Vorlage für die ganze Kampagne genutzt wird.
Unterwegs war ich mit einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Und im Podcast gibt es quasi die Zusammenfassung unseres Erlebnisses, an einem Samstagmittag im Frühherbst. Die Details gibt es im Podcast zum Hören. Das ist eindrücklicher, denn man kann hören, welchen Spaß wir dabei hatten.
Gastgeberin Emma erklärt auch genau den Ablauf und die so einfache, wie geniale Idee vom „essbaren Land“.
Die Grundidee dabei ist, dass Du Vieles selber machen sollst. Du buchst den Tisch, bei uns immer dienstags und donnerstags von Mai bis September. Du kannst alles selber machen, dabei die Kochutensilien bei uns mieten und die dazugehörigen Grundzutaten. Pontus, unser Koch liefert zum Beispiel Kartoffeln, das Fleisch und das Rezept. Und Du kochst, mitten im Wald auf offenem Feuer. Oder Du mietest den Koch gleich mit und er kocht mit Euch zusammen. Das ist die Luxusversion.
Mitten in den Wäldern von Småland mit benachbartem See liegt das alte Sommer- und Herrenhaus Asa Herrgård, das als Basis und zur anschließenden Übernachtung diente. Heute ist das frühere Sommerhaus des deutschen Großindustriellen Hugo Stinnes ein kleines wundervolles Hotel. Schon das Ankunftsgefühl vermittelt „schwedisches Paradies“. Ein Haupthaus, mehrere Nebengebäude, wo heute die Hotelzimmer sind, ein wundervoller Garten, die Wiese, die bis zum Asa-See reicht, natürlich mit Bootsanleger.
So lässt sichs leben, insbesondere im warmen Sommer. Wir sind Ende September dort und schauen eher etwas bang in den dunkelgrauen Himmel. Regen oder nicht Regen ist die Frage. Sie wird spätestens im Wald beantwortet. Dorthin geht es nämlich jetzt. Emma hat schon mal den kleinen, kräftigen Quad-Traktor vorgefahren. Mit Anhänger zum Draufsteigen und beladen mit allen Dingen, die wir noch brauchen sollten. Dazu kommt Pontus, der Koch des Hauses.
Den „Rest“ gibt’s zu hören. Wir haben Kräuter gesammelt, Haselnüsse gepflückt, Pilze gesucht (und gefunden). Wir haben mit Pontus und Emma ein Dreigang-Menü gebastelt, das ich Euch natürlich auch vorstellen möchten. Ganz ehrlich: Hat nix mit rostfreien Edelstahlspülen zu tun. Nur der vorurteilsbelastete Kartoffelbrei hats auf den Teller geschafft.
Selbstgeräucherter Barsch (aus dem Asa-See) mit Blattsalat, Kräutern (selbstgesammelt) und selbstgemachten Croutons
Gebratenes Filet vom Hirsch (aus unserem Wald) mit superfrischen Pfifferlingen (selbstgesammelt), Kartoffelpüree (da isses wieder das Vorurteil) und Bratkartoffeln
Obstsalat aus Äpfeln, Haselnüssen und Klee (selbstgepflückt vom Wegesrand)
Fand natürlich im Freien statt, auf offenem Feuer. Das Handwerkszeug hatten Emma und Pontus mitgebracht. Emma hatte auch gleich noch die Philosophie im Gepäck:
Wir lieben die Arbeit mit lokalen Produkten. Wir sammeln Dinge aus dem Wald und servieren sie im Restaurant. Vom Wald auf den Tisch. Und heute bringen wir den Tisch in den Wald. Wir zeigen Euch den Wald und seine Früchte, die wir natürlich verarbeiten.
Er steht mitten im Wald zwischen den Bäumen, auf einem Bett von Moos und ist wunderschön. Bänke zum Sitzen links und rechts. In den Bäumen hängen Glasflaschen für Teelichter. 4 Kerzen stehen auf dem Tisch. Auf den Bänken liegen Decken als Polster. Leider inzwischen etwas feucht, denn es „nieselregnet“. Aber wie wir alle wissen: Es gibt kein schlechtes Wetter…
Dann also nach gut zwei Stunden Platz nehmen, am großen Holztisch mitten im Forst von Småland. Essbares Land! Es ist ein rundum grandioses Erlebnis, gerade für uns zivilisationsgeschädigten Städter. Da haben uns die Schweden, dank ihrer großartigen und unendlichen Natur, Vieles voraus.
Am Nachmittag waren wir alle dann wieder eingespannt. Krebse fangen, bzw. die Fallen aus dem Asa-See holen für die Krebsparty, die Kräftskiva am Abend.
Aber das ist eine schon erzählte Geschichte rund um Süßwasserkrebse, Schnaps und Trinklieder. Zu hören im Reiseradio-Podcast 178.
Ein Land wird Restaurant
Asa Herrgård
Småland
Visit Sweden
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Eintauchen und festbeißen – Ein Talk über Erich Kästner und „sein“ Museum.
Den vorigen Podcast über Erich Kästner und seine Heimat Dresden gehört? Dabei gewesen im Museum? Festgestellt, dass das sehr spannend ist? Den Wunsch gehabt tiefer einzutauchen? Machen wir, gemeinsam im Talk mit Museums-Geschäftsführerin Andrea O’Brien.
Andrea O’Brien hat sich Zeit genommen. Wir reden fast eine Stunde miteinander: Über das Museum, über die Idee, den Anfang, das Glück die Villa Augustin zu bekommen und natürlich über die Konzeption.
Das Dresdner Erich-Kästner-Museum ist das Einzige weltweit. Es entstand als privates Küchentischprojekt bei Andrea und ihrem Mann, dem Architekten Ruairí O’Brien. Ohne die Beiden, gäbe es vermutlich kein so aufwendiges und gleichzeitig so einfaches Projekt. Ruairí O’Brien sieht das Konzept auch als bauliches Statement. Wieso und warum ist natürlich Thema im Reiseradio-Talk.
Es ist ein etwas anderes Museum, entstanden in den Jahren, als das Internet endgültig in Deutschland einzog. Das hatte Auswirkungen auf das Konzept. Andrea spricht vom „Museum ohne Wände“. Neben den Dresdner Räumlichkeiten gibt es viele weitere Präsentationsformen. Wir reden drüber.
Die Lage hat ebenfalls ihre besondere Geschichte und dann wären da noch ein paar weitere Fragen, die sich mit Erich Kästner, seiner Rezeption und seiner Einordnung durch die Literaturwissenschaft beschäftigen.
Es ist eine gern genommene Schublade, in die man ihn steckt. Kinderbuchautor, ja. Aber nicht nur. Lebensweisheit Kästners zu diesem Thema:
Nur wer erwachsen wird UND Kind bleibt, ist ein Mensch.
Ihn alleine darauf zu reduzieren, wäre ungerecht.
Wir reden über Dresden und Kästner. Der Talk dreht sich um das Multitalent Kästner, der – wie kaum ein Anderer – sowohl für Erwachsene wie Kinder schreiben konnte.
Wir reden über Kästner und die DDR. 1967 war er zu einer einzigen Lesung in Dresden zu Gast. Er war sehr verärgert, als er wieder abreiste. Die Gründe waren so einfach wie einleuchtend.
Wir reden über Kästner und seinen fast schon futuristischen Blick auf technische Entwicklungen, von einer vollelektronischen Stadt bis zum Ordern künstlicher Menschen bei Professor Bumke in seiner Lyrik.
Professor Bumke hat neulich Menschen erfunden,
die kosten zwar, laut Katalog, ziemlich viel Geld,
doch ihre Herstellung dauert nur sieben Stunden,
und außerdem kommen sie fix und fertig zur Welt!
Man darf dergleichen Vorteile nicht unterschätzen.
Professor Bumke hat mir das alles erklärt.
Und ich merkte schon nach den ersten Worten und Sätzen:
Die Bumkeschen Menschen sind das, was sie kosten, auch wert.
Sie werden mit Barten oder mit Busen geboren,
mit allen Zubehörteilen, je nach Geschlecht.
Durch Kindheit und Jugend würde nur Zeit verloren,
meinte Professor Bumke. Und da hat er ja recht.
Er sagte, wer einen Sohn, der Rechtsanwalt sei,
etwa benötige, brauche ihn nur zu bestellen.
Man liefre ihn, frei ab Fabrik, in des Vaters Kanzlei,
promoviert und vertraut mit den schwersten juristischen Fällen.
Man brauche nun nicht mehr zwanzig Jahre zu warten,
daß das Produkt einer unausgeschlafenen Nacht
auf dem Umweg über Wiege und Kindergarten
das Abitur und die übrigen Prüfungen macht.
(…)
Daraus ergibt sich zwangsläufig auch die Frage der Einordnung. Hält Kästners Sprache und Inhalt einer „woken Gesellschaft“ von heute Stand? Ja und nein. Seiner Qualität, ist Andrea O’Briens Schluss, tut das aber keinen Abbruch.
Seine Leser sind überall auf der Welt verstreut. Seine Werke wurden in über 70 Sprachen übersetzt. Auch deshalb müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit der weltweiten Kästner-Leser, der deutschen Sprache nicht mächtig ist und zu einem großen Teil auch aus anderen Kulturkreisen stammt.
Die Villa Augustin, Antonstraße 1, direkt am Albertplatz, ist die Heimat des Erich Kästner Museums.
Erich Kästner – Museum, Antonstraße 1, Dresden-Neustadt
Öffnungszeiten: (Stand Juni 2024): Sonntag, Montag, Donnerstag, Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Mittwoch von 12.30 bis 17 Uhr. Samstag und Dienstag ist geschlossen.
Eintrittspreise: 6,00 € Regulär. 4,00 € Ermäßigt (für Schüler:innen, Studierende, Freiwilligendienstleistende, Schwerbeschädigte und Inhaber:innen des Dresdenpasses. 13,00 € Familienkarte. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Telefon: 0351 8045087
E-Mail: [email protected]
Website: Erich Kästner Museum
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von der Dresden Marketing GmbH. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. Für die Nutzung eingefügter Links auf dieser Seite erhalte ich keine finanzielle Beteiligung und habe keine Vorteile. Sie sind Teil der journalistischen Informationspflicht.
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Es müsste nicht der Podcast über einen der prominenten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts sein, wenn er sich nicht auch mit den rechten Fakten zur richtigen Zeit auseinandersetzen würde.
Ich war in Dresden nur wenige Tage vor Europawahl und Kommunalwahl. Überall Plakate. Das Ergebnis ist bekannt. Kästner wäre erschrocken. Es ist einer der ersten Sommertage bei meinem Besuch und Dresden zeigt sich einmal mehr prachtvoll, anziehend und faszinierend. An der Frauenkirche ist ein großes Plakat angebracht. Es hängt nicht von ungefähr dort. Genutzt hat es wenig.
Es ist auch ein Podcast über diese Stadt, die gerade im Sommer nicht faszinierender sein könnte. Dresden hat was und Erich Kästner liebte deshalb die Stadt seiner Kindheit und Jugend. Trotzdem merkt man die Verunsicherung bei ganz vielen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern. Sie alle setzen sich mit Erich Kästner und seinem Leben auseinander. Eben, deshalb!
Dies ist die Begegnung mit Erich Kästner, der in diesem Jahr nicht nur seinen 125. Geburtstag im Februar hatte. Er starb auch vor 50 Jahren am 29. Juli 1974. Das ist auch schon lange her, trotzdem gehört er immer noch zu den meistgelesenen deutschen Autoren.
Geboren wurde er am 23. Februar 1899, quasi im Sprung zum 20. Jahrhundert in Dresden-Neustadt. Hier begegnen wir all den Orten, die er so trefflich in seinem Kinderbuch „Als ich ein kleiner Junge war“ schilderte. Ich sage mal, es ist auch ein Buch für Erwachsene.
Es dient als Grundlage für die Dresden Entdeckungen, denn es gibt auch heute noch so viel zu sehen und zu erleben. Folgt mir also zu unterschiedlichsten Stellen und Plätzen in Dresden. Gemeinsam kommen wir Erich Kästner garantiert näher.
Über die Inhaltsdetails des Podcasts erfahrt Ihr diesmal sehr wenig. Hören ist Trumpf! – Ich habe aber alle besuchten Orte, Tipps, Ratschläge etc. hier zusammengefasst. Adressen, Websites, Zusatzinfos sind inklusive.
Wer Nachholbedarf in Sachen Biografie des Autoren hat, beginnt am besten im Erich-Kästner-Museum am Albertplatz 1 in Dresden-Neustadt.
Hier gibt es viel zu entdecken. Das Museum ist etwas ausgefallen, aber kommt Jedem entgegen, der bereit ist alleine auf seine individuelle “Forschungsreise“ zu gehen. Lasst es Euch erklären und entscheidet danach, ob Ihr eine Stunde oder auch einen ganzen Tag bleiben möchtet.
Die Villa am Rande des wohl schönsten Platzes der Neustadt hat eine ganz eigene Kästner-Geschichte. Sie gehörte nämlich Erich Kästners Onkel, dem Pferdehändler Franz Augustin. Hört dazu im Podcast und forscht im Museum.
Erich Kästner – Museum, Antonstraße 1, Dresden-Neustadt
Öffnungszeiten: (Stand Juni 2024): Sonntag, Montag, Donnerstag, Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Mittwoch von 12.30 bis 17 Uhr. Samstag und Dienstag ist geschlossen.
Eintrittspreise: 6,00 € Regulär. 4,00 € Ermäßigt (für Schüler:innen, Studierende, Freiwilligendienstleistende, Schwerbeschädigte und Inhaber:innen des Dresdenpasses. 13,00 € Familienkarte. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.
Telefon: 0351 8045087
E-Mail: [email protected]
Website: Erich Kästner Museum
Der Audioguide des Museums für Touren auf eigene Faust in der Neustadt ist eindrücklich. Infos zum kostenfreien Download gibt es HIER!
Hintergründiges und mehr über Erich Kästner als Autor gibt es im Reiseradio-Talk-Podcast übers Museum im längeren und ausführlichen Gespräch mit Andrea O’Brien
Ein Spaziergang durch das Kindheitsviertel des Autoren mit Anett Orzyszek über Elblandtours.
Ich war mit Anett unterwegs, per Fahrrad und zu Fuß. Eindrücklicher kann man sich der Kindheit von Erich Kästner nicht nähern.
Anett bietet darüber hinaus auch weitere Touren in und über Dresden, sowie in der näheren Umgebung an.
Elblandtours – Telefon: 035205 – 72 890 Website: elblandtours
In diesem Jahr gibt es 5 musikalische Einakter nach Erich Kästner unter dem Titel: „Kennst Du das Land, wo die Optionen blühn?“
Mehr über den Inhalt und die Serkowitzer Volksoper gibt es im Podcast zu hören.
Aufführungen gibt es am 11., 12., 18. Und 19. August in der Sommerwirtschaft Saloppe, Brockhausstraße 1, 10099 Dresden. Tickets sollten im Vorverkauf geordert werden, da oft heiß begehrt.
Ticketinfo und mehr gibt es auf der Website der Volksoper
Das Kinder- und Jugendtheater ist zuhause im Kulturzentrum „Kraftwerk-Mitte“ gelegen zwischen Altstadt und Friedrichstadt und hatte in der letzten Spielzeit einen großen Erfolg mit der Bühnenfassung des Erich Kästner-Romans „Fabian oder der Gang vor die Hunde“. Das Stück ist auch im Spielplan der Saison 2024 / 25.
Alles zum „Fabian“ und zum „tjg“ gibt es im Podcast zu hören.
Kraftwerk Mitte 1, 01067 Dresden – Telefon: 0351 – 320 42 777
Mail: [email protected]
Website: Theater der jungen Generation
Das „Lottchen“ ist ein gutes und traditionelles Beispiel aus dem Bereich der Dauerangebote. „Lottchen“ ist eine alte Tatra-Straßenbahn. Bunt beklebt, macht sie Schienenausflüge auf den Spuren Dresdner Höhepunkte (auch Kästner).
Dieses Angebot ist hauptsächlich für Kinder aus den Dresdner Grundschulen und Kindergärten. Allerdings, wenn sich Familien mit Kindern! beim Besuch in Dresden zu mindestens 20 Personen zusammenschließen, lässt sich auch eine eigene Tour organisieren. (Es gibt mehrere unterschiedliche Angebote!) – Das Spektakel kostet dann 214 Euro und es muss rechtzeitig vorher reserviert werden. Dafür ist das Städtische Jugendamt zuständig.
Lottchen: Jugendamt Landeshauptstadt Dresden, Matthias Stresow – Telefon: 0351-4884658 – Infos zu „Lottchen“ gibt es auf einer Website und diese sollte man vor einer Bestellung gelesen haben.
Kultur, Film, Theater, Text, Musik. Es wird Einiges aufgeboten zum 125. Geburtstag und dem 50. Todestag von Erich Kästner.
Den Überblick auf die jeweils aktuellen Aktivitäten und die Dauerangebote findet man im Web unter dresden-kulturstadt.de und auf der Kästner-Seite von Dresden Marketing.
Antworten auf alle touristischen Fragen rund um Dresden und seine schöne Umgebung findet Ihr HIER!
Wer lange unterwegs war, braucht ein nettes Abendessen.
Wer’s gern zünftig hat, dem sei der „Pulverturm“ im Keller des „Coselpalais“ empfohlen. Das Lokal ist leicht zu finden, gleich neben der Frauenkirche am Neumarkt.
Hier gibt es Deftiges in historischem Ambiente. Mein Tipp: Die Spanferkelsülze. Sie ist zum Niederknien! – Der Besuch lohnt sich besonders auch mit einer größeren Gruppe. Eine Reservierung ist immer empfehlenswert.
Pulverturm, An der Frauenkirche 12, 01067 Dresden – Telefon: 0351 – 26 26 00
Mail: [email protected] – Die Website gibt einen guten Einblick in Atmosphäre und Speisekarte.
Danach hat man den Neumarkt, die Altstadt und auch die Brühlsche Terrasse und die Gärten in unmittelbarer Laufweite. Nach einem deftigen Abend (Sauerbraten steht auch auf der Karte, vielleicht gefolgt von Quarkkäulchen) muss der Verdauungsspaziergang ohnehin sein.
Wer es gerne leichter und etwas feiner hat, dem empfehle ich mit astreinem Gewissen das „Bistro Opera“ auf dem Theaterplatz, also gleich verbunden mit etwas Sightseeing. Der unbezahlbare Blick aus dem kleinen Bistrogarten geht direkt über den Platz auf die Semper Oper.
Auf der Karte (drinnen wie draußen) warten tolle Salate, wundervoll zubereiteter Fisch oder auch ein „sattes“ Steak. Die Weinauswahl ist großartig. Der Service berät kompetent. Das Wohlfühlgefühl stellt sich kostenfrei ein. Man merkt, dass hier die Ansprüche eines Sternekochs im Spiel sind.
Wer draußen sitzt kann zu fortgeschrittener Stunde auch noch einen Cocktail zu genießen. Diese gibt es selbstverständlich auch zum Aperitif.
Bistro Opera, Theaterplatz 01067 Dresden, Telefon: 0351 – 42 41 7878 – Mail: [email protected] – Die saisonabhängige Speisekarte lässt sich vorweg schon auf der Website studieren.
Wer Kästner auch im Schlaf noch nahe sein will, muss zurück in die Neustadt über die Augustusbrücke. Am Palaisplatz steht ein Motel One. Das klingt zunächst unspektakulär, bis man ins Innere tritt.
Design, Budget und reich an Ideen. Tatsächlicher Eindruck: Alles Kästner, ohne dass das überladen wäre. Eine großartig gestaltete Rezeption, Bilder und Bücher im ganzen Haus (Zimmer inklusive).
Schon beim Frühstück schaut man auf Illustrationen aus den Kinderbüchern. Kaffee mit Emil und den Detektiven, Pünktchen und Anton oder der Konferenz der Tiere.
In den Bücherregalen in der Lobby stehen Kästner-Werke. Also gerne hinsetzen und ein wenig lesen.
Der Knaller aber ist die Hotelbar. Auf dem großen Spiegel, hinter dem Tresen stehen, wundervoll beleuchtet, bekannte Kästner-Zitate.
Dazu ein speziell entwickelter Kästner-Drink, wie den Klassenzimmer-Treibstoff oder eine Detektivlimonade. Im Sommer kann man abends auch noch nett im Freien sitzen.
Das Schöne dabei: Diese Extras schlagen sich nicht auf den Preis nieder. Es bleibt bei den normalen Preisen der Hotelkette, beginnend mit 79 Euro fürs Doppelzimmer. Dies hat auch dieselbe Größe wie überall.
Motel One Palaisplatz: Palaisplatz 1, 01097 Dresden – Telefon: 0351 – 655738-0 – E-Mail: [email protected] – Weitere Infos und Preise gibt es auf der Website des Hotels.
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von der Dresden Marketing GmbH. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst. Für die Nutzung eingefügter Links auf dieser Seite erhalte ich keine finanzielle Beteiligung und habe keine Vorteile. Sie sind Teil der journalistischen Informationspflicht.
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Die Originaltöne von Dieter Hildebrandt und der Bücherverbrennung stammen aus frei zugänglichen YouTube-Videos.
Erich Kästners Lesungsausschnitte sind von der CD „Als ich ein kleiner Junge war“, einer Produktion des NDR, erschienen bei “Deutsche Grammophon – Literatur” (ISBN 3-8291-0785-4). Die CD ist nur noch antiquarisch erhältlich.
The post D-RR252 – Kästner: Spurensuche zur rechten Zeit first appeared on Deutsches Reiseradio (German Travelradio).
Genuss entsteht, wenn sich Konzept, Qualität und Gastfreundschaft treffen.
Nicht viel, wenn man es nicht will und stattdessen spart. Erst kommt das Fressen, dann die Moral, sagte Bertolt Brecht. Aber ist es nicht auch eine moralische Pflicht bei langen Reisen ein genießbares Essen anzubieten?
Umso löblicher, wenn es noch Fluglinien gibt, die in Sachen Verpflegung auf Qualität setzen und dann nach dem passenden Caterer suchen, der mit Freude und auch mit etwas mehr Aufwand dieses Konzept umsetzt. Das sind in der Regel nicht die Großen, weder beim Fliegen, noch beim Kochen.
Nehmen wir eine mittelgroße Airline, wie Air Astana. In Kasachstan, so die Verantwortlichen, lege man Wert auf Gastfreundschaft an Bord.
Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte man einen neuen Caterer vorgestellt. Dieser Betrieb wurde zu groß, heißt es und damit fehlte der persönliche Kontakt. Dieser aber sei unerlässlich für das Servicekonzept und die Qualität. Die Suche begann erneut.
Den passenden Caterer hat man seit letztem Jahr, mit GIC international Catering gefunden und ist sehr zufrieden. So zufrieden, dass man das Konzept und die dazugehörende praktische Umsetzung jetzt den Medien vorgestellt hat. GIC steht auf Boutique Catering und Air Astana, die Fluglinie aus Kasachstan, steht jetzt auf GIC.
Die Recherche bestand übrigens aus einer Betriebsbesichtigung bei GIC und dem Test des aktuellen Tagesmenüs von Air Astana. Man sollte ja vorher schmecken, worüber man danach reden will.
Die Führung bei GIC war eindrücklich, das Menü überzeugend und das anschließende Gespräch bringt Licht ins Dunkel des Cateringdschungels. Es geht viel, wenn man will und vor allem, wenn man‘s richtig umsetzt.
Bye-Bye, Tiefkühlkost und Convenience-Food. Sowohl in Business-, als auch in der Economy-Class werden die Mahlzeiten frisch zubereitet und an Bord gebracht. Bei der Zubereitung wird auf den Einsatz von Fertig- oder Tiefkühlprodukten komplett verzichtet. Ist das teurer?
Nur wenn es falsch gemacht wird, meint GCI Managing Direktor Göksel Yildirim. Er sagt, Gastfreundschaft wäre sowohl Teil der kasachischen als auch der türkischen DNA. Da haben sich die Richtigen gefunden.
Der Podcast ist ein Reiseradio-Talk mit Göksel Yildirim und dem Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Sven Gossow.
Beide erklären, warum man macht, was an Bordverpflegung wie aufs Tablett kommt.
Sie erklären, warum es Sinn macht Gerichte (auch in der Economy!) frisch zuzubereiten.
Eindrücklich wird gezeigt, wie wichtig es ist, für schmackhafte Abwechslung zu sorgen und das deshalb ein monatlicher Menüwechsel stattfindet.
Klar wird auch, dass dieser Standard nur haltbar ist, wenn sich bei der Airline jemand darum intensiv kümmert. Bei Air Astana gibt es eine ganze Catering-Abteilung, die Vorgaben macht und diese auch flächendeckend kontrolliert.
Entscheidend sei auch die richtige Endzubereitung und Präsentation. Ein zu heißer Ofen an Bord oder eine zu lange oder zu kurze Garzeit kann auch die beste frisch zubereitete Mahlzeit verderben. Das wiederum heißt, dass auch das fliegende Personal geschult sein muss.
Außerdem geht es um die Unterschiede zur Tiefkühlmahlzeit, die teilweise über zwei Kontinente transportiert werden muss und danach bis zu sechs Monate auf ihren Einsatz wartet. Dass dies nicht frisch schmecken kann, dürfte klar sein.
Dieser Podcast ist auch ein Blick in die Cateringprinzipien, in die Lust oder Unlust sich um Verpflegung zu kümmern und in die Kochtöpfe der gepflegten Airline-Küche. Ja, sagen beiden Gesprächspartner, Verpflegung in der Luft müsse nicht so lausig sein, wie sie oft ist. Gewusst wie!
Die Fluggesellschaft ist, gemessen an Umsatz und Flottengröße, die größte Airline-Gruppe in Zentralasien und dem Kaukasus. Die Gruppe unterhält eine Flotte von 51 Flugzeugen, die von der Full-Service-Airline „Air Astana“ sowie von „Fly Arystan“ genutzt werden, dem 2019 gegründeten Low-Cost-Carrier. Damit betreibt die Gruppe Linienflüge, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, Transitflüge auf Kurz- sowie Langstrecken. Sie bedient innerkasachische, regionale und internationale Strecken in Zentralasien, dem Kaukasus, Fern- und Nahost, Indien und Europa.
Ab Frankfurt gibt es eine tägliche Nonstop – Verbindung nach Astana, sowie jeden Mittwoch einen zusätzlichen Flug nach Uralsk.
Über das Drehkreuz Astana gibt es, neben Inlandsflügen, zahlreiche Anschlussverbindungen u.a. nach Hongkong, Singapur, Bangkok, Phuket, Seoul, Kuala Lumpur, Beijing und auf die Malediven.
Air Astana – Website
Die Firma hat ihren Sitz in Kelsterbach in unmittelbarer Nachbarschaft zum Frankfurter Flughafen. Das Familienunternehmen betreut heute 16 Fluggesellschaften aus aller Welt.
Daneben beliefert GIC unter anderem Schulen und arbeitet auch mit Anbietern für Businessjets und private Flugcharter zusammen.
GIC International Catering hat dementsprechend auch reichlich prominente Fluggäste bewirtet, darunter Naomi Campbell, Beyoncé, die Red Hot Chili Peppers oder die saudische Königsfamilie. Insgesamt bereitet das Unternehmen pro Tag bis zu 8.000 Mahlzeiten zu.
GIC International Catering – Website
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