Lobe den HERRN, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!
Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Gebrechen; der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit; der dein Alter mit Gutem sättigt, dass du wieder jung wirst wie ein Adler.
Kommentar von MacDonald (CLV)
103,1 Einer der Gründe, weshalb wir die Psalmen so sehr lieben, ist der, dass sie so schön ausdrücken, was wir zwar oft empfinden, aber nicht in Worte fassen können. Nirgends wird das deutlicher als im 103. Psalm. In majestätischen Kadenzen des Dankes werden uns Empfindungen gezeigt, die unsere tiefsten Gefühle der Dankbarkeit widerspiegeln. Hier rufen wir unsere Seele auf, den HERRN zu loben – und mit unserer Seele ist nicht nur der immaterielle Teil unseres Seins, sondern unsere gesamte Person gemeint. Geist, Seele und Leib vereinen sich, um den heiligen Namen des HERRN zu preisen.
103,2 Und zum zweiten Mal erschallt der Aufruf zur Anbetung, indem die bedeutsame Ermahnung angefügt ist, nicht Gottes Wohltaten zu vergessen. Das ist eine nötige Erinnerung, weil wir nur allzu schnell vergesslich sind. Wir vergessen, ihm für einen gesunden Körper zu danken, für Gesundheit des Verstands und dafür, dass wir sehen, hören, sprechen, essen und eine Vielzahl anderer Gnadengaben genießen können. Alles nehmen wir so selbstverständlich hin.
103,3 Aber mehr als all das sollten wir ihm für die Vergebung unserer Sünden danken. Es ist ein unaussprechliches Wunder der Gnade Gottes, dass karmesinrote Sünden weißer als Schnee gewaschen werden können. Ich kann es dem Mann nachfühlen, der nur ein Wort auf seinem Grabstein stehen hatte: »VERGEBEN« – und auch dem Iren, der sagte: »Der Herr Jesus hat mir alle meine Sünden vergeben, und er wird niemals damit aufhören.« Das Bewusstsein, dass alle unsere Sünden durch das kostbare Blut Christi weggetan sind – ja, das ist einfach zu groß, als dass wir es begreifen könnten. Die zweite zu bedenkende Wohltat ist die Heilung aller unserer Krankheiten. Bevor wir die Probleme angehen, die damit verbunden sind, lassen Sie uns bedenken, dass Heilung nach der Vergebung kommt. Das Leibliche ist eng mit dem Geistlichen verbunden. Während nicht alle Krankheiten direkte Folgen von Sünde sind, so gilt dies doch für manche. Wo diese Verbindung besteht, muss die Vergebung der Heilung vorausgehen.
Aber das offensichtliche Problem ist damit nicht erledigt. Der Vers sagt: »… der da heilt alle deine Krankheiten.« Doch aus praktischer Erfahrung wissen wir, dass nicht alle Krankheiten geheilt werden, dass wir alle früher oder später sterben werden, wenn der Herr nicht in der Zwischenzeit gekommen ist. Was also bedeutet dieser Vers? Wenn wir eine Antwort suchen, machen wir gewöhnlich folgende Erfahrungen:
Erstens kommt alle echte Heilung von Gott. Wenn Sie krank gewesen und dann genesen sind, können Sie Gott für die Heilung danken, weil er die Quelle alles Heils ist. Einer der Namen Gottes im Alten Testament ist Jahwe-Rapha – der HERR, dein Arzt. Jede wahre Heilung kommt von ihm.
Zweitens kann der Herr alle Arten von Krankheiten heilen. Es gibt für ihn keine unheilbare Krankheit.Drittens kann der Herr durch Benutzung natürlicher Mittel im Laufe einer gewissen Zeit heilen, aber auch durch ein augenblickliches Zeichen. Seiner heilenden Kraft sind keine Grenzen gesetzt.Viertens heilte der Herr, als er hier auf Erden war, alle Kranken, die zu ihm gebracht wurden (Mt 8,16).Fünftens wird er während des Tausendjährigen Reiches tatsächlich alle Krankheiten heilen (Jes 33,24; Jer 30,17) – außer bei denen, die sich gegen ihn auflehnen (Jes 65,20b).Aber was der Vers auch sonst noch bedeuten mag, er kann nicht bedeuten, dass der Gläubige Anspruch darauf hat, alle Krankheiten geheilt zu bekommen, weil wir an anderen Stellen des Psalms an die Kürze unseres Lebens und die Gewissheit des kommenden Endes erinnert werden (V. 15-16). Was mir der Vers sagt, ist dies: Wo immer ein Gläubiger geheilt wurde, ist es Gottes Gnade gewesen, und darum sollte er als der Heilende anerkannt und gepriesen werden.
103,4 Er heilt aber nicht nur unsere Krankheiten, sondern erlöst unser Leben auch von der Grube, dem Verderben. Natürlich kann man das auf die Errettung vor der Hölle beziehen. Aber ich meine, hier geht es um die beständige Bewahrung vor Gefahren, Unfällen, Tragödien und dadurch vor dem Sinken ins Grab. Erst wenn wir im Himmel sind, werden wir begreifen, wie oft wir durch das persönliche Eingreifen unseres Gottes vor einem frühzeitigen Tod bewahrt wurden.
Die vierte Wohltat besteht darin, uns mit Gnade und Erbarmen zu krönen. Das ist ein wunderbares Diadem für solche, die früher lieblos und schuldig waren. Wir sind mit ewiger Liebe geliebt und werden Tag für Tag mit seiner Gnade überschüttet.
103,5 Dann wieder sättigt er uns mit Gutem, solange wir leben. Das hebräische Wort hier ist ein wenig unklar. Buchstäblich übersetzt heißt es »sättigt deine Zierde mit Gutem«. Von daher hat man abgeleitet »dein Alter«, »deine Jahre« oder »solange du lebst«. Aber auch wenn wir den genauen Wortsinn nicht erkennen, besteht doch die Wahrheit, dass der Herr das Sehnen des Herzens sättigt und den aufrichtig Wandelnden nichts Gutes vorenthält.
Das Ergebnis dieser fünf Wohltaten – Vergebung, Heilung, Bewahrung, Krönung und Sättigung – ist die Erneuerung unserer Jugend gleich der des Adlers. Krankheit und Gewalt mögen den Körper schädigen, doch können sie den Geist nicht berühren. »Wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert« (2Kor 4,16). Auf der Erde gibt es keinen Brunnen ewiger Jugend; aber der Geist kann von einer Stufe der Kraft zur nächsten gehen.
»Aber die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft: sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht« (Jes 40,31).
Von dem Adler sagt man, er habe ein langes Leben und überragende Kräfte. Aber auch sein Leben besteht nicht aus beständiger Vitalität und erneuerter Jugend; auch er wird alt und stirbt. Aber was der Psalmist damit sagen will, ist dies: Ein Mensch, der in Gott zu Hause ist, erfreut sich dauernder Erneuerung und geht von einer Kraft zur anderen, wie der Adler, der sich von einer Höhe zur anderen aufschwingt.
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