Die Gesundheitshandwerker

Die Gesundheitshandwerker

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Die Gesundheitshandwerker episodes

  • S2 | EP04: Wer sorgt für die, die sorgen?

    Bis vor ein paar Monaten wäre ich ein ziemlich guter Klient von mir selbst gewesen. Ich hatte Signale, die ich bei jedem anderen sofort angesprochen hätte.

    Ich habe Treffen mit Freunden abgesagt, auf die ich mich hätte freuen können. Ich habe mich weniger bewegt. An manchen Tagen war schon das Kühlregal zu viel: fünf Sorten Joghurt, und ich habe gar keinen genommen. Für meine Klienten war ich da. Bei mir selbst kam ich irgendwann nicht mehr vor. Gemerkt haben es andere früher als ich.

    Tim geht mit, dass unser Zustand ein Arbeitsmittel ist. Aber er besteht darauf, dass wir ihn nicht nur für andere pflegen, sondern auch für uns selbst. Und er lässt mir nicht durchgehen, dass ich lieber auf Durchzug schalte, als einen Konflikt zu riskieren. Wem das etwas bringt, fragt er. Meine ehrliche Antwort: dem harmoniebedürftigen Teil in mir. Und der kostet eine Menge Energie.

    Zum Mitnehmen: Nimm einmal kurz Tempo raus und schau, welche deiner Signale gerade aktiv sind. Verschiebst du Termine? Fallen dir kleine Entscheidungen schwer? Läufst du der Harmonie hinterher? Nicht um sofort etwas zu ändern. Erst einmal nur, um es zu sehen.

    Ken

    Nächste Folge am 4. November: „Grenzen setzen, wenn es etwas kostet“

    Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.

    Mehr zu uns:

    Ken Niestolik, Experte für Stresskompetenz in Leipzig
    Tim Bertko, Gesundheitshandwerker in Berlin

    45 min
  • S2 | EP03: Was nicht in deiner Hand liegt
    Kontrolle ist nicht Einfluss.
    Der Satz „Das liegt doch in deiner Hand“ ist für viele Menschen zynisch. Zwei Folgen lang haben wir darüber gesprochen, was in der eigenen Hand liegt. Heute geht es um das, was nicht darin liegt.
    Ich begleite einen Klienten, der eine klar beschriebene Stelle angetreten hat. Nach wenigen Wochen waren es drei Aufgabenbereiche, von denen vorher keiner gesprochen hatte. Er ist dauernd erreichbar, abends warten die Kinder, und das Wochenende reicht nicht mehr zum Erholen. Mehr Sport, mehr Schlaf, einfach Nein sagen: Das weiß er alles. Es hilft ihm gerade nicht.
    Ken setzt einen anderen Schwerpunkt: Wer im Daueralarm steckt, hat gar nicht die Kraft zu widersprechen. Regulation ist für ihn kein Pflaster, sondern die Voraussetzung, um überhaupt Nein sagen zu können. Da gebe ich ihm recht. Mein Einwand bleibt: Wer sich nur reguliert, um die Verhältnisse auszuhalten, macht sie durch die Hintertür zu seinem eigenen Problem.
    Zum Mitnehmen: Sortier eine Sache, die dich gerade belastet, in drei Fächer. Was liegt in meiner Hand? Was nicht? Und was kann ich zumindest indirekt beeinflussen? Für die Tage, an denen alles zu viel ist, reicht ein kleiner Anker am Morgen und einer am Abend.
    — Tim
    Nächste Folge am 21. Oktober: „Wer macht die Verhältnisse?“ Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.
    Mehr zu uns: Ken Niestolik (kenniestolik.de), Experte für Stresskompetenz in Leipzig Tim Bertko (timbertko.com), Gesundheitshandwerker in Berlin
    42 min
  • S2 | EP02: Ich weiß, was ich tun müsste
    Angemessen ist nie das Maximale

    Es liegt fast nie daran, dass jemand zu wenig weiß. Und meistens auch nicht an der Motivation. Es liegt an der Beziehung zum Problem.

    Ich begleite eine Frau, die etwas mit einem Menschen klären will, der ihr seit Jahrzehnten nah ist. Sie kann genau sagen, was sie stört, und genau sagen, was sich ändern müsste. Sie sagt es trotzdem nicht, weil sie Angst hat, die Beziehung zu verlieren. Alle zwei Wochen ist es wieder da.

    Ken hält dagegen: Manchmal ist das Nicht-Handeln kein Hinweis, sondern ein Zustand. Wer dauernd unter Strom steht, entscheidet nicht frei, und dann hilft erst etwas Greifbares. Eine Regel, eine Struktur, ein Termin. Einig werden wir uns nicht. Ihn trägt die Verbindlichkeit, mich stresst sie.

    Zum Mitnehmen: Frag dich bei dem einen Thema, das du vor dir herschiebst, zuerst, was wirklich notwendig ist. Dann, was angemessen ist, in dem Leben, das du gerade führst.* Angemessen ist nie das Maximale*. Und dann mach den nächsten Schritt so klein, dass du ihn heute noch tun kannst.

    — Tim

    Nächste Folge am 7. Oktober: „Wenn die Verhältnisse das Problem sind"
    Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.

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    Ken Niestolik (kenniestolik.de), Experte für Stresskompetenz in Leipzig

    Tim Bertko (timbertko.com), Gesundheitshandwerker in Berlin

    40 min
  • S2 | EP01: Der eine Satz, den ich nicht gesagt habe
    Was liegt eigentlich in deiner Hand?

    Ich habe eine Regel, hinter der ich bis heute stehe: Ich bin für den Prozess verantwortlich, nicht für das Ergebnis. Eingehalten habe ich sie trotzdem nicht.

    In einem Projekt, das mich dieses Jahr mehr gekostet hat als geplant, habe ich immer dann, wenn nichts passierte, nichts gesagt. Ich habe mehr gegeben. Noch einen Impuls, noch eine Idee, noch einen Anlauf. Das kam gut an und änderte nichts. Gemerkt habe ich es nicht am Kalender, sondern am Schlaf, an meiner Ernährung oder an meinem Bewegungsdrang.

    Zum Start unserer zweiten Staffel machen wir es anders: Ich erzähle eine persönliche Geschichte und Tim fragt. Er will wissen, ob es wirklich das Projekt war oder etwas in mir — und wo der Unterschied liegt zwischen „ich kann gerade nicht" und „ich will es nicht sehen".

    Am Ende steht eine Übung, die klein aussieht: Kontrolle und Einfluss trennen. Nimm die Situation, die dich gerade am meisten beschäftigt, und teile sie in zwei Spalten. Die meisten arbeiten an beidem gleichzeitig, und darum funktioniert keines von beidem.

    Ken

    Nächste Folge am 23. September: „Ich weiß, was ich tun müsste."

    Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.

    Mehr zu uns:

    Ken Niestolik, Experte für Stresskompetenz in Leipzig

    Tim Bertko, Gesundheitshandwerker in Berlin

    41 min
  • S1 | EP24: Was bleibt. 24 Folgen später

    24 Folgen, eine Sommerpause, und die ehrliche Frage: Was davon bleibt?

    In dieser letzten Folge der ersten Staffel ziehen wir Bilanz: Was hat getragen, was war nur Beschäftigung, und warum läuft dieser Podcast eigentlich noch, obwohl das Projekt, für das er mal gedacht war, gerade schläft?

    Wir sprechen über die Folgen, die uns selbst geblieben sind — das Jahr des Samurai, die Vaterschaft, die Anekdoten aus dem Berufsalltag. Über den roten Faden, der sich durch alle 24 Folgen zieht, ohne dass wir ihn geplant hätten: Balance als Bewegung statt Zustand, das Nervensystem als Ausgangspunkt, der Körper als kürzester Weg zum Kopf, und die Erschöpfung, die nicht aus den großen Krisen kommt, sondern aus dem Alltag. Und wir sind ehrlich mit dem, was nicht rund lief — beim Rhythmus, beim Aufwand, bei uns.

    Zum Schluss ein Blick nach vorn: Was Staffel 2 anders macht, wann es weitergeht, und eine Frage, die du mit in den Sommer nehmen kannst.

    Ein Impuls für die Pause: Frag dich in den nächsten Wochen ab und zu, mitten im Tag — wie geht es mir gerade? Nicht um sofort etwas zu ändern. Nur, um es überhaupt zu bemerken.

    Staffel 2 startet am Mittwoch, den 9. September 2026. Danach immer mittwochs.

    Die Gesundheitshandwerker sind Ken Niestolik und Tim Bertko.

    43 min
  • S1 | EP23: Dein Körper weiß es zuerst

    Warum diese Episode?

    Wir reden viel darüber, was wir wollen. Was wir uns vornehmen. Was wir ändern möchten. Und trotzdem passiert es immer wieder: Wir zögern. Wir verschieben. Wir gehen in den entscheidenden Momenten nicht voll ran – obwohl wir es könnten. In dieser Episode schauen Tim und Ken genau dahin: Was macht unser Körper eigentlich in diesen Momenten? Und was können wir daraus lernen?

    Stimmen aus der Episode:

    „Wenn der Körper auf die Bremse tritt, ist das kein Versagen. Das ist ein jahrtausendaltes Schutzsystem – das nur nicht weiß, ob du gerade von einem Säbelzahntiger verfolgt wirst oder eine wichtige E-Mail abschicken sollst.“ – Ken

    „Zögern aus Angst ist Vermeidung. Zögern als Weisheit ist Rückmeldung. Den Unterschied herauszufinden – das ist oft einer der wertvollsten Coaching-Momente.“ – Tim

    Was ihr in dieser Folge lernt:

    ✔ Die Amygdala, Adrenalin, Cortisol: Was euer Körper in Sekunden tut, wenn es wichtig wird
    ✔ Warum Aufregung nicht gleich Angst ist – und warum die Bewertung alles verändert
    ✔ Die drei Muster hinter Prokrastination: Versagensangst, Perfektionismus, Entscheidungslähmung
    ✔ Warum automatisierte Fähigkeiten versagen, wenn man unter maximalem Druck darüber nachdenkt
    ✔ Konkrete Techniken für Drucksituationen: Box Breathing, physiologischer Seufzer, Affect Labeling, Body Check

    Der Fakt, der uns am meisten beschäftigt hat in der Vorbereitung auf diese Episode:

    Laut einer Studie der Universität Cambridge erlebten ca. 60 % der professionellen Musiker mindestens einmal einen Leistungseinbruch unter Druck – und etwa 25 % leiden regelmäßig darunter. Und das, obwohl sie das Stück tausendmal geübt haben. Es ist kein Könnenproblem. Es ist ein Regulationsproblem.

    Eure 5 Take-Aways:

    1️⃣ Körperreaktionen vor wichtigen Momenten sind normal. Sie sind keine Schwäche – sie sind Evolution.
    2️⃣ Stress ist nicht gleich Stress: Was den Unterschied macht: eure Bewertung.
    3️⃣ Das Optimum liegt in der Mitte: Weder Unterforderung noch Überforderung.
    4️⃣ Zögern ist kein Charakterfehler. Es ist ein Schutzmechanismus. Erkennt ihn – dann könnt ihr damit umgehen.
    5️⃣ Der kürzeste Weg zum Kopf führt über den Körper. Atmung, Bewegung, Körperwahrnehmung – das sind eure Werkzeuge.

    Die Frage, die wir euch mitgeben:

    Was zögert du gerade? Und ist dieses Zögern Angst – oder vielleicht doch Weisheit?

    44 min
  • S1 | EP22: Schlaf ist kein Luxus. Er ist deine Grundlage.

    Wann hast du zuletzt wirklich ausgeruht aufgewacht – ohne Wecker, ohne Alarm, einfach weil dein Körper fertig war?

    In dieser Episode sprechen Tim und Ken über das Thema, das alle kennen – und das die wenigsten wirklich ernst nehmen: Schlaf.

    Was euch erwartet:

    • Was in eurem Körper wirklich passiert, während ihr schlaft (Spoiler: sehr viel)
    • Die vier Schlafphasen – einfach erklärt und warum jede einzelne zählt
    • Wie Schlaf euer Immunsystem, Herz, Gewicht und Gehirn beeinflusst
    • Was ihr heute noch ändern könnt, um besser zu schlafen

    Persönlich, ehrlich und aus über 40 Jahren Erfahrung in Coaching, Training und therapeutischer Begleitung.

    Schnelle Tipps aus der Folge:

    → Kein Koffein nach 14 Uhr. Licht dimmen ab 20 Uhr. Schlafzimmer auf 16–19°C. Feste Schlafenszeiten – auch am Wochenende.

    47 min
  • S1 | EP21: Halten statt Aushalten – ein neuer Umgang mit Überforderung

    Wenn die Verantwortung wächst, aber der Mensch derselbe bleibt: In dieser Folge sprechen wir über den Rollenwechsel im beruflichen Kontext – am Beispiel des Wechsels von der Erzieherin in eine leitende Position in der Kita, und parallel aus dem Klinikkontext, wo plötzlich ein Team von Therapeut:innen geführt werden will.

    Die alten Themen verschwinden nicht – Personalmangel, knappe Ressourcen, schwierige Elterngespräche –, aber sie treffen einen jetzt mit einer anderen Intensität und Verantwortung. Dazu die klassische Sandwich-Position zwischen Team, Eltern und Träger.

    Das Ergebnis ist häufig: Überforderung.

    Wir gehen einen halben Schritt zurück und schauen, was bei Dauerdruck eigentlich im Nervensystem passiert (Stichwort: inneres Gaspedal, kaum noch Regeneration, emotionale Erschöpfung). Wir reden darüber, warum nicht die Situation selbst, sondern oft unsere Gedanken über Zukunft und Worst-Case den Stress immer wieder neu hochfahren – und warum „mehr Hektik" der falsche Weg ist.

    Unsere Einladung für diese Folge: weg vom reflexhaften Lösen, hin zum Halten. Nicht verdrängen, nicht künstlich groß machen – sondern kurz innehalten, den eigenen Zustand wahrnehmen und über kleine Routinen und körperliche Anker wieder in die Mitte kommen. Denn in Sicherheit denken können wir uns nicht – wir müssen sie erleben.

    48 min
  • S1 | EP20: Schmunzeln erlaubt. Anekdoten aus unserem Berufsalltag.

    Nach ein paar unruhigen Wochen sind Tim und Ken zurück – und ab jetzt wieder jeden Montag mit einer neuen Episode.

    Zum Neustart gibt es heute keine schweren Themen. Stattdessen öffnen die beiden ihre Schatzkiste aus jahrelanger Arbeit als Personal Trainer und Coach. Denn wer lange genug in diesem Beruf unterwegs ist, sammelt Geschichten – die einen sprachlos machen, die anderen zum Kopfschütteln bringen. Und manche, bei denen man erst Jahre später merkt, wie absurd sie eigentlich waren.

    Was Fanta, ein Versteckspiel und ein eifersüchtiger Ehemann gemeinsam haben? Hört selbst.

    Viel Spaß mit einer Folge, die zeigt: Dieser Job ist manchmal unvorhersehbar – und genau das macht ihn unvergesslich.

    Jeden Montag neu – wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid.

    Schmunzelnerlaubt #Trainingsalltag #PersonalTraining #Coaching #Anekdoten #Berufsleben #Fitnesstrainer #Gesundheit #Bewegung #MitAbstandBetrachtet
    42 min
  • S1 | EP19: Alarm im Kopf: Wie Krisen uns innerlich erschöpfen.
    Wenn die Welt brennt und du trotzdem funktionieren musst.

    Wenn die Welt brennt und du trotzdem funktionieren musst.

    Dauerkrisen, schlechte Schlagzeilen und ein ständiger Alarmmodus prägen aktuell unseren Alltag. In dieser Folge sprechen Tim und Ken darüber, warum negative Informationen so stark wirken, was der Negativitätsbias mit unserer Psyche macht und wie wir zwischen kritischem Ignorieren und bewusstem Informationsbewusstsein unterscheiden können. Außerdem geht es um Alarmfatigue, Ohnmachtsgefühle und praktische Wege zurück in Handlungsspielraum, Selbstwirksamkeit und innere Stabilität.

    Ganz konkret:

    • Warum schlechte Nachrichten stärker hängen bleiben als gute.
    • Was der Negativitäts-Effekt und der Negativitätsbias psychologisch bedeuten.
    • Wie dauernde Krisenberichte zu Stress, Grübeln und Resignation führen können.
    • Was Alarmfatigue im Nachrichtenkontext bedeutet.
    • Wo der Unterschied zwischen kritischem Ignorieren und bewusster Informationshygiene liegt.
    • Wie man im Alltag wieder mehr Ruhe, Körperwahrnehmung und Wirksamkeit findet.
    • Kernaussagen:

      1. Das Gehirn ist auf Gefahrenreize besonders empfindlich, weil das evolutionsbiologisch sinnvoll ist.
      2. Medien verstärken diesen Effekt, wenn sie permanent Zuspitzung, Tempo und Alarm erzeugen.
      3. Zu viel negative Exposition kann zu innerer Erschöpfung, Stress und Ohnmacht führen.
      4. Nicht Nachrichtenverzicht ist das Ziel, sondern ein bewusster, begrenzter und relevanter Umgang mit Information. Kleine Handlungen, Körperpausen und klare Gesprächsregeln können den Alltag spürbar entlasten.

        Hör jetzt rein und nimm dir ein bis drei konkrete Ideen mit, die dein Leben ein bisschen leichter machen.

        46 min

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      Wir kennen beide diesen Moment: Du weißt genau, was zu tun wäre. Und tust es trotzdem nicht.