
Sign up to save your podcasts
Or


Bis vor ein paar Monaten wäre ich ein ziemlich guter Klient von mir selbst gewesen. Ich hatte Signale, die ich bei jedem anderen sofort angesprochen hätte.
Ich habe Treffen mit Freunden abgesagt, auf die ich mich hätte freuen können. Ich habe mich weniger bewegt. An manchen Tagen war schon das Kühlregal zu viel: fünf Sorten Joghurt, und ich habe gar keinen genommen. Für meine Klienten war ich da. Bei mir selbst kam ich irgendwann nicht mehr vor. Gemerkt haben es andere früher als ich.
Tim geht mit, dass unser Zustand ein Arbeitsmittel ist. Aber er besteht darauf, dass wir ihn nicht nur für andere pflegen, sondern auch für uns selbst. Und er lässt mir nicht durchgehen, dass ich lieber auf Durchzug schalte, als einen Konflikt zu riskieren. Wem das etwas bringt, fragt er. Meine ehrliche Antwort: dem harmoniebedürftigen Teil in mir. Und der kostet eine Menge Energie.
Zum Mitnehmen: Nimm einmal kurz Tempo raus und schau, welche deiner Signale gerade aktiv sind. Verschiebst du Termine? Fallen dir kleine Entscheidungen schwer? Läufst du der Harmonie hinterher? Nicht um sofort etwas zu ändern. Erst einmal nur, um es zu sehen.
Ken
Nächste Folge am 4. November: „Grenzen setzen, wenn es etwas kostet“
Mehr zu uns:
Es liegt fast nie daran, dass jemand zu wenig weiß. Und meistens auch nicht an der Motivation. Es liegt an der Beziehung zum Problem.
Ich begleite eine Frau, die etwas mit einem Menschen klären will, der ihr seit Jahrzehnten nah ist. Sie kann genau sagen, was sie stört, und genau sagen, was sich ändern müsste. Sie sagt es trotzdem nicht, weil sie Angst hat, die Beziehung zu verlieren. Alle zwei Wochen ist es wieder da.
Ken hält dagegen: Manchmal ist das Nicht-Handeln kein Hinweis, sondern ein Zustand. Wer dauernd unter Strom steht, entscheidet nicht frei, und dann hilft erst etwas Greifbares. Eine Regel, eine Struktur, ein Termin. Einig werden wir uns nicht. Ihn trägt die Verbindlichkeit, mich stresst sie.
Zum Mitnehmen: Frag dich bei dem einen Thema, das du vor dir herschiebst, zuerst, was wirklich notwendig ist. Dann, was angemessen ist, in dem Leben, das du gerade führst.* Angemessen ist nie das Maximale*. Und dann mach den nächsten Schritt so klein, dass du ihn heute noch tun kannst.
— Tim
Mehr zu uns:
Ken Niestolik (kenniestolik.de), Experte für Stresskompetenz in Leipzig
Ich habe eine Regel, hinter der ich bis heute stehe: Ich bin für den Prozess verantwortlich, nicht für das Ergebnis. Eingehalten habe ich sie trotzdem nicht.
In einem Projekt, das mich dieses Jahr mehr gekostet hat als geplant, habe ich immer dann, wenn nichts passierte, nichts gesagt. Ich habe mehr gegeben. Noch einen Impuls, noch eine Idee, noch einen Anlauf. Das kam gut an und änderte nichts. Gemerkt habe ich es nicht am Kalender, sondern am Schlaf, an meiner Ernährung oder an meinem Bewegungsdrang.
Zum Start unserer zweiten Staffel machen wir es anders: Ich erzähle eine persönliche Geschichte und Tim fragt. Er will wissen, ob es wirklich das Projekt war oder etwas in mir — und wo der Unterschied liegt zwischen „ich kann gerade nicht" und „ich will es nicht sehen".
Am Ende steht eine Übung, die klein aussieht: Kontrolle und Einfluss trennen. Nimm die Situation, die dich gerade am meisten beschäftigt, und teile sie in zwei Spalten. Die meisten arbeiten an beidem gleichzeitig, und darum funktioniert keines von beidem.
Ken
Nächste Folge am 23. September: „Ich weiß, was ich tun müsste."
Mehr zu uns:
Ken Niestolik, Experte für Stresskompetenz in Leipzig
Tim Bertko, Gesundheitshandwerker in Berlin
24 Folgen, eine Sommerpause, und die ehrliche Frage: Was davon bleibt?
In dieser letzten Folge der ersten Staffel ziehen wir Bilanz: Was hat getragen, was war nur Beschäftigung, und warum läuft dieser Podcast eigentlich noch, obwohl das Projekt, für das er mal gedacht war, gerade schläft?
Wir sprechen über die Folgen, die uns selbst geblieben sind — das Jahr des Samurai, die Vaterschaft, die Anekdoten aus dem Berufsalltag. Über den roten Faden, der sich durch alle 24 Folgen zieht, ohne dass wir ihn geplant hätten: Balance als Bewegung statt Zustand, das Nervensystem als Ausgangspunkt, der Körper als kürzester Weg zum Kopf, und die Erschöpfung, die nicht aus den großen Krisen kommt, sondern aus dem Alltag. Und wir sind ehrlich mit dem, was nicht rund lief — beim Rhythmus, beim Aufwand, bei uns.
Zum Schluss ein Blick nach vorn: Was Staffel 2 anders macht, wann es weitergeht, und eine Frage, die du mit in den Sommer nehmen kannst.
Ein Impuls für die Pause: Frag dich in den nächsten Wochen ab und zu, mitten im Tag — wie geht es mir gerade? Nicht um sofort etwas zu ändern. Nur, um es überhaupt zu bemerken.
Staffel 2 startet am Mittwoch, den 9. September 2026. Danach immer mittwochs.
Die Gesundheitshandwerker sind Ken Niestolik und Tim Bertko.
Warum diese Episode?
Wir reden viel darüber, was wir wollen. Was wir uns vornehmen. Was wir ändern möchten. Und trotzdem passiert es immer wieder: Wir zögern. Wir verschieben. Wir gehen in den entscheidenden Momenten nicht voll ran – obwohl wir es könnten. In dieser Episode schauen Tim und Ken genau dahin: Was macht unser Körper eigentlich in diesen Momenten? Und was können wir daraus lernen?
Stimmen aus der Episode:
„Zögern aus Angst ist Vermeidung. Zögern als Weisheit ist Rückmeldung. Den Unterschied herauszufinden – das ist oft einer der wertvollsten Coaching-Momente.“ – Tim
Was ihr in dieser Folge lernt:
Der Fakt, der uns am meisten beschäftigt hat in der Vorbereitung auf diese Episode:
Eure 5 Take-Aways:
Die Frage, die wir euch mitgeben:
Was zögert du gerade? Und ist dieses Zögern Angst – oder vielleicht doch Weisheit?
Wann hast du zuletzt wirklich ausgeruht aufgewacht – ohne Wecker, ohne Alarm, einfach weil dein Körper fertig war?
In dieser Episode sprechen Tim und Ken über das Thema, das alle kennen – und das die wenigsten wirklich ernst nehmen: Schlaf.
Was euch erwartet:
Persönlich, ehrlich und aus über 40 Jahren Erfahrung in Coaching, Training und therapeutischer Begleitung.
Schnelle Tipps aus der Folge:
Wenn die Verantwortung wächst, aber der Mensch derselbe bleibt: In dieser Folge sprechen wir über den Rollenwechsel im beruflichen Kontext – am Beispiel des Wechsels von der Erzieherin in eine leitende Position in der Kita, und parallel aus dem Klinikkontext, wo plötzlich ein Team von Therapeut:innen geführt werden will.
Die alten Themen verschwinden nicht – Personalmangel, knappe Ressourcen, schwierige Elterngespräche –, aber sie treffen einen jetzt mit einer anderen Intensität und Verantwortung. Dazu die klassische Sandwich-Position zwischen Team, Eltern und Träger.
Das Ergebnis ist häufig: Überforderung.
Unsere Einladung für diese Folge: weg vom reflexhaften Lösen, hin zum Halten. Nicht verdrängen, nicht künstlich groß machen – sondern kurz innehalten, den eigenen Zustand wahrnehmen und über kleine Routinen und körperliche Anker wieder in die Mitte kommen. Denn in Sicherheit denken können wir uns nicht – wir müssen sie erleben.
Nach ein paar unruhigen Wochen sind Tim und Ken zurück – und ab jetzt wieder jeden Montag mit einer neuen Episode.
Zum Neustart gibt es heute keine schweren Themen. Stattdessen öffnen die beiden ihre Schatzkiste aus jahrelanger Arbeit als Personal Trainer und Coach. Denn wer lange genug in diesem Beruf unterwegs ist, sammelt Geschichten – die einen sprachlos machen, die anderen zum Kopfschütteln bringen. Und manche, bei denen man erst Jahre später merkt, wie absurd sie eigentlich waren.
Was Fanta, ein Versteckspiel und ein eifersüchtiger Ehemann gemeinsam haben? Hört selbst.
Viel Spaß mit einer Folge, die zeigt: Dieser Job ist manchmal unvorhersehbar – und genau das macht ihn unvergesslich.
Jeden Montag neu – wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid.
Wenn die Welt brennt und du trotzdem funktionieren musst.
Dauerkrisen, schlechte Schlagzeilen und ein ständiger Alarmmodus prägen aktuell unseren Alltag. In dieser Folge sprechen Tim und Ken darüber, warum negative Informationen so stark wirken, was der Negativitätsbias mit unserer Psyche macht und wie wir zwischen kritischem Ignorieren und bewusstem Informationsbewusstsein unterscheiden können. Außerdem geht es um Alarmfatigue, Ohnmachtsgefühle und praktische Wege zurück in Handlungsspielraum, Selbstwirksamkeit und innere Stabilität.
Ganz konkret:
Kernaussagen:
Nicht Nachrichtenverzicht ist das Ziel, sondern ein bewusster, begrenzter und relevanter Umgang mit Information. Kleine Handlungen, Körperpausen und klare Gesprächsregeln können den Alltag spürbar entlasten.
Hör jetzt rein und nimm dir ein bis drei konkrete Ideen mit, die dein Leben ein bisschen leichter machen.
From the publisher's feed