In dieser Folge soll es um das neue Buch der Fantasy und Science-Fiction-Autorin N.K. Jemisin gehen – ein herrlicher Brainfuck, der eine behämmert klingende Idee zu einer bunten und mitreißenden Erzählungen macht.
„Die Wächterinnen von New York“ kam vor ein paar Wochen im Tropen Verlag raus und wurde übersetzt von Benjamin Mildner. N.K. Jemisin lässt darin die Avatare der „five boroughs“ von New York als Avatare auferstehen und verkauft uns damit eine Idee, die erst einmal ein wenig behämmert klingt: In ihrer Welt gibt es Städte, die im wahrsten Wortsinn zum Leben erwachen. Die einen gewissen Prozess an kulturellem Wachstum brauchen, um diesen Status zu erreichen. Sobald dieser erreicht ist, wählt die Stadt einen Avatar aus – bei einer riesigen Weltstadt wie New York gibt es außerdem Verkörperungen der einzelnen Stadtteile. Sie müssen die Stadt gegen den giftigen Einfluss einer dunklen Entität verteidigen, die wie eine Hommage an H.P. Lovecraft erscheint – es ist ein seit Jahrtausenden tobender Kampf. Gewinnt die dunkle Seite, sterben die Städte auf spektakuläre und dramatische Weise: historisch Beispiele in Jemisins Welt sind zum Beispiel Pompeei und Atlantis.
„Die Wächterinnen von New York“ ist nicht nur sehr gutes, fantasievolles Entertainment, sondern ebenso eine leidenschaftliche Hymne auf das kulturelle Herz einer Stadt. Das nämlich nicht im Stadtmarketing und den fancy Museen schlägt, sondern in den bunten, diversen, wild wuchernden, kreativen, stets ums Überleben kämpfenden Teilen der Stadt. Man spürt in diesem Buch in jeder Zeile, dass NK Jemisin einen Heidenspaß hatte, auf diese Weise über New York zu schreiben – eine Stadt, in der sie einen Großteil ihres Lebens verbringt und verbrachte. Und sie nutzt diese Bühne, um viele kluge Ideen über Gemeinschaft und Stadtleben auf blumige Weise auszuschmücken.
Solltet ihr jetzt Lust bekommen auf N.K. Jemisins „Die Wächterinnen von New York“ haben wir dank des Tropen Verlags wieder zwei Verlosungsexemplare für euch. Schickt uns einfach eine Mail mit dem Stichwort „Die Wächterinnen von New York“ an [email protected] und vergesst bitte eure Postadresse nicht.