Digital Oblivion. Substanz und Ethik in der Konservierung digitaler Medienkunst

Digital Oblivion. Substanz und Ethik in der Konservierung digitaler Medienkunst

By ZKM | KalrsruheTechnologyArts
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Digital Oblivion. Substanz und Ethik in der Konservierung digitaler Medienkunst episodes

  • Ingrid Scheurmann »Denkmal-Werte-Diskurse. Aktuelle Theoriediskussionen über die Erhaltung des kulturellen Erbes«
    Ingrid Scheurmann »Heritage value discourses.
    Current theoretical discussions on the preservation of cultural heritage« /// »Denkmal-Werte-Diskurse. Aktuelle Theoriediskussionen über die Erhaltung des kulturellen Erbes«
    ReleasedMar 01, 2011
    Der Vortrag resümiert die aktuelle Theoriediskussion in der Denkmalpflege (Bild versus Substanz, Schauwert versus historischer Wert, Identität und Alterität) und reflektiert insbesondere die Denkmalbewertungen immanenten Geschichtsbilder. Mit Bezug auf die Diskrepanz zwischen einem tendenziell unbegrenzten Denkmalbegriff und einer auf klassische Monumente fokussierenden Denkmalpflegepraxis werden sodann die gegenwärtigen Optionen einer Bewahrung auch des immateriellen und geistigen Erbes diskutiert. Ingrid Scheurmann ist seit 2008 Vertretungsprofessorin für Denkmalkunde und angewandte Bauforschung an der Technischen Universität Dresden, Koordinatorin des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung und Leiterin der Denkmalvermittlung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. ///
    This paper will summarise the current theoretical discussions in heritage science (image vs. substance, aesthetic value vs. historical value; identity and alterity) and will reflect in particular on the discipline's evaluation (Denkmalbewertung) of immanent conceptions of history. With reference to the discrepancy between an increasingly boundless definition of the historical monument and a practice which focusses on classical monuments the current options for the preservation of immaterial and intellectual heritage will be discussed. Ingrid Scheurmann has been stand-in professor for Heritage Science and Applied Historical Building research at Dresden University of Technologyand coordinator of the master degree programme Preservation of Historical Monuments and Urban Development, director of Heritage Education at the Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
    42 min
  • Klaus Weschenfelder »Museum und Amnesie. Versuch einer Bestandsaufnahme«
    Klaus Weschenfelder »Museum und Amnesie. Versuch einer Bestandsaufnahme«
    ReleasedMar 01, 2011
    Während Archivgut in erster Linie bewahrt wird, um Rechtstitel zu belegen oder Vorgänge mit verbindlichen gesellschaftlichen Konsequenzen zu dokumentieren, folgen Museen Sammlungsprinzipien, deren kulturelle Begründungen individuell geprägt und zugleich einem ständigen Wandel unterworfen sind, wie an Beispielen aus Geschichte und Gegenwart in Erinnerung gerufen werden soll. So haben beispielsweise Paradigmenwechsel im Bereich der Archäologie oder der Naturkunde in den letzten Jahrzehnten zu einer Neubewertung von Ausgrabungen oder Feldforschungen geführt. Auch für die museale Gegenwartsdokumentation wurden Strategien entwickelt, deren Konzepte im Sinne vorauseilender Archivierung in ihren Möglichkeiten und Grenzen auszuloten sind. Während Dürer für seine Malerei noch eine Haltbarkeit von einem halben Jahrtausend postulierte, nehmen viele Gegenwartskünstler bei ihrer Materialwahl wenig Rücksicht auf Dauerhaftigkeit, kalkulieren mitunter den Verfallsprozess ihrer Werke ein. Divergenzen und Diskrepanzen zwischen der gegenwärtigen Welt der Gegenstände, seien sie der Kunst, der Technik, dem Alltagsleben oder der Natur zugehörig, und ihrer Überlieferung sind als prinzipielles Phänomen des Museumswesens zu betrachten. Prophylaxe gegen das »digitale Vergessen« sollte insofern Teil eines Gesamtkonzeptes gegen kulturelle Amnesie sein. Risiken und Nebenwirkungen in Form von musealer Bulimie sind zu beachten. Was können Museen als öffentliche Kultureinrichtungen leisten, wie müssen sie sich aufstellen, welche strategischen Partnerschaften können sie eingehen oder müssen sie akzeptieren? ///
    While archival content is conserved in order to prove ownership or to document procedures with binding social consequences, museums follow collection principles that are individual and subject to constant change, as will be illustrated with the help of examples past and present. In the past decades paradigm changes in the fields of archaeology and biology have led to the re-evaluation of excavations and field research. Strategies have been developed for the documentation of contemporary culture on the part of museums. The concept of anticipatory archiving which underlies these strategies is yet to be fully understood. While Dürer postulated a durability of fivehundred years for his paintings, many contemporary artists have little consideration for the permanence of their works and take into account the works' process of disintegration. Divergencies and discrepancies in the contemporary world of objects, whether they belong to art, technology, everyday life or nature, and in the way they are handed down have to be regarded as a basic phenomenon of museum work. In this respect prophylaxes against the »digital oblivion« should be considered as part of an overall concept against cultural amnesia. Risks and side effects in the form of museum bulimia should be taken heed of. What can museums contribute as public cultural institutions, how should they present themselves, which strategic partnerships can they contract or must they accept?
    28 min
  • Alain Depocas »Documentation and preservation of media art: evolution of approaches and methods«
    Alain Depocas »Documentation and preservation of media art: evolution of approaches and methods«
    ReleasedMar 01, 2011
    The documentation and preservation of media art has seen significant progress over the course of the past ten years. The specificity of artistic practices which employ or rely on digital technologies are increasingly well understood and accepted. The fact that these works are ephemeral or variable seems inevitable and is increasingly taken into account. Since 2000 the Daniel Langlois Foundation has contributed to this development, first as a partner of the Variable Media Network, then as founder of the DOCAM (documentation and preservation of media art) research alliance, which has recently published its results. Alain Depocas has been head of the Centre for Research and Documentation (CR+D) of the Daniel Langlois Foundation since 1999. After studying art history at the Université de Montréal he worked as documentalist at the Musée d’art contemporain de Montréal from 1991 to 1999. He was also responsible for the MACM Media Centre website. From 2002 to 2004 he was codirector of the Variable Media Network in partnership with the Guggenheim. From 2005 to 2010 he was director of research at DOCAM, a research alliance studying the documentation and preservation of media art. ///
    Die Praxis der Dokumentation und Konservierung von Medienkunst hat in den letzten zehn Jahren erheblichen Forschritt erfahren. Die Besonderheiten der künstlerischen Praxen, die auf digitalen Technologien beruhen, werden immer besser verstanden und akzeptiert. Die Tatsache, dass diese Werke ephemer und veränderlich sind, gilt heute als unumgänglich und kommt immer mehr zum Tragen. Seit 2000 hat die Fondation Daniel Langlois zu dieser Entwicklung beigetragen, zunächst als Partner des Variable Media Network, dann durch die Gründung der Forschungsallianz DOCAM (Dokumentation und Konservierung von Medienkunst), die kürzlich ihre Forschungsergebnisse herausgegeben hat. Alain Depocas leitet seit 1999 das Centre de recherche et de documentation (CR+D) der Fondation Daniel Langlois in Montréal. Nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Universität Montréal arbeitete er von 1991 bis 1999 als Dokumentar am Museum für Zeitgenössische Kunst Montréal, wo er ebenfalls für die Website des Museums verantwortlich war. 2002 bis 2004 war er Ko-Direktor des Variable Media Network in Kooperation mit dem Guggenheim Museum. 2005 bis 2010 war er Leiter des Forschungsbereichs von DOCAM.
    34 min
  • Dr. Bernhard Serexhe »Zum Systemwechsel des kulturellen Gedächtnisses und der Konservierung digitaler Medienkunst«
    Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts »digital art conservation« stellt diese Fachkonferenz die Frage nach der Zukunft des digitalen kulturellen Erbes, dies insbesondere im Hinblick auf die Konservierung digitaler Medienkunst.
    Seit wenigen Jahrzehnten erlaubt die Digitalisierung eine leichtere Bearbeitung und Weitergabe der Inhalte des kulturellen Gedächtnisses. Grundsätzlich aber ist die Bewahrung von digitalisierten Inhalten einer immer kurzfristigeren Anpassung an neue technische Systeme unterworfen. In dieser funktionalen Obsoleszenz liegt
    eine systemimmanente Bedrohung des digitalen kulturellen Gedächtnisses, welche die bisher gültigen Kriterien der Langlebigkeit und Authentizität in jedem Moment ad absurdum führt.
    Parallel zum notwendigen Pragmatismus des Sammlungs- und Ausstellungsalltags stellt sich in der Konservierungstheorie – ähnlich wie in den Human- und Naturwissenschaften, in der Bioethik und der Umweltethik – eine Wertediskussion einer Ethik der Erhaltung ein, deren Ziel es ist, die aktuell empfundene Unsicherheit
    bei der Konservierung von digitaler Medienkunst als einen wesentlichen Teil unseres kulturellen Erbes zu überwinden.
    Aus diesem Themenkomplex ergeben sich die Fragen der ersten internationalen Fachtagung des Forschungsprojekts digital art conservation: Welche Konsequenzen wird der aktuelle Systemwechsel des kulturellen Gedächtnisses für das Zeit- und Geschichtsbewusstsein, das Selbst- und Weltbild der Menschheit haben? Sind die bisher gültigen Kriterien der Originalität, der Langlebigkeit und Werthaltigkeit von Kunstwerken und deren Sammlung auf digitale Medienkunst anwendbar? Können
    und sollten Standards für das konservatorische Vorgehen bei der Sammlung digitaler Medienkunst entwickelt werden?
    Bernhard Serexhe, geboren 1950, studierte Soziologie,
    Psychologie, Pädagogik und Kunstgeschichte. Seit 1995 ist er medienpolitischer Berater des Europarats Straßburg. Er übt ferner eine beratende Tätigkeit für internationale Kulturinstitutionen und NGOs aus. Von 1994 bis 1997 war er Kurator des Medienmuseums im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und von 1998 bis 2005 Leiter ZKM | Museumskommunikation. Seit 2006 ist er Hauptkurator des ZKM | Medienmuseum.
    36 min
  • Hans Belting »Schmetterlings-Netze«
    Hans Belting »Schmetterlings-Netze«
    ReleasedMar 01, 2011
    Hans Belting behandelt in seinem Vortrag drei Themen: Das kulturelle Gedächtnis, die digitalen Medien und die Konservierung der Medienkunst. Dabei stellt er sich die Frage, ob ein Digitales Archiv nicht ein Widerspruch in sich ist. Sein Problem mit dem Begriff ergibt sich aus der Tatsache, dass ein Archiv eigentlich von seinem Wesen her konstant ist, während sich digitale Medien stets im Flux des technischen Fortschritts befinden. Daraus ergibt sich, dass digitale Archive neu gedacht werden müssen, damit sie überhaupt existieren können. Brauchen wir nun Archive für digitale Kunst oder digitale Archive für alles, was anders gespeichert wird? Das digitale Zeitalter fordert uns zu einer Neuordnung der Erinnerung auf. In der Medienkunst wird es dabei nicht nur um die Anfänge gehen, sondern auch um das Verhältnis von Technologie und Konzept, da Medienkunst eine Art »Zwitter« aus Technologie und Konzept darstellt. Alte Techniken kommen aus der Mode und werden als Erinnerung archiviert, auch um die Überlegenheit neuer Technologien zu demonstrieren. Kunst wird hingegen anders erinnert, denn sie veraltet nicht in gleichem Maße und auf die gleiche Weise, weil sie ohnehin nicht zum Gebrauch und Nutzen bestimmt ist. Ihr Wert bemisst sich eher daran, wie »unwiederholbar« sie ist. Medienkunst veraltet zwar so rasch wie ihre Technik, jedoch nicht in ihren Ideen und Konzepten. Ihre Erhaltung macht insofern Sinn, als dass sie zeigen kann, wie wichtig Konzept und Idee im Gegensatz zu technischen Neuerungen in der Kunst sind. Zugleich stellen frühe Werke der Medienkunst aber auch eine Art Auflehnung gegen jede Form von Konservierung dar. Wenn sie dann trotzdem für die Nachwelt erhalten werden, geraten sie, zu »Schmetterlingen, die gefangen und aufgespießt sind, [und daher nicht mehr] fliegen.« Der Kunsthistoriker Hans Belting hat, nach Stationen an den Universitäten in Hamburg, Heidelberg und München, 1992 die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe mitbegründet und die Fächer Kunstwissenschaft und Medientheorie gelehrt. Gegenwärtig betreut er u. a. das Projekt GAM (Global Art and the Museum) sowie die Ausstellung »The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989« am ZKM | Karlsruhe. ///
    Hans Belting argued that the concept of the digital archive was contradictory. Digital media, he suggested, are subject to rapid change and thus inherently unstable, with a large gap likely to open up between, on the one hand, vast quantities of data and, on the other, limited possibilities for their preservation. In this context, he also noted that non-Western cultures have different ideas of contemporaneity, with less contradictory relations to concepts of tradition. In conclusion, Belting presented an analysis of media art as a »hybrid of technology and concept«. When placed in a museum, old technologies merely gathered dust. Artworks, by contrast, aged in a different way, since they had never been useful in the same manner. Thus, the conservation of artworks must concentrate on their contents. With reference to early media art, it was not clear why it should be reproduced – unlike established art, it wanted to be fleeting and evanescent. »To capture and mount a butterfly is to take away its ability to fly.« Hans Belting was co-founder of the Karlsruhe University of Arts and Design (1992) and professor of art history and media theory (until 2002). At present, he is amongst others advisor of the project GAM (Global Art and the Museum) and of the exhibition »The Global Contemporary. Art Worlds After 1989« at the Center for Art and Media Karlsruhe (ZKM).
    42 min
  • Edmond Couchot »Historische Zeit und „uchronische“ Zeit. Gedächtnis und Vergessen anders denken«
    Edmond Couchot »Historische Zeit und »uchronische« Zeit. Gedächtnis und Vergessen anders denken«
    ReleasedMar 01, 2011
    Edmond Couchot counterposed the concept of »chronic time« with that of »uchronic time«. The latter was shaped by simulations, eventualities and possibilities – it refers to a condition of permanent present-ness, free from delay, duration and action. Via the Internet, everyone can construct their own history, but these stories are not reproducible. Perhaps an archive functioning like an organic, living memory might serve as a medium to transmit these stories. The digital technologies (computers, global communication networks, multimedia, electronic games or art installations) have not merely changed our relationship with the world and the other, they have shaken our relationship with time and rocked the very foundations of our culture. We are torn between two temporalities. The first temporality belongs to chronic time, the longitudinal time of history, of the events absorbed and retained by writing, writing being what organises memory and oblivion. The second temporality belongs to machines and plunges us in a time outside of time, that virtual or »uchronic« time where events give way to eventualities. What happens to our world when writing, which has guaranteed the permanence of history until now, conforms to the model of hypertext and splits? When the thread which history spans from past and present to the future threatens to tear under the pressure of »uchronic« time? Are we to reinvent our relationship to time? What are the consequences of this change of temporality for the conservation of digital art works and for the sphere of art more generally? Edmond Couchot is »Docteur d’État« and »Professeur émérite des universités«. He has directed the master studies in art and technology of the image at the Université Paris 8 for twenty years and continues to participate in research activities at the Centre for Digital Imagery and Virtual Reality. ///
    Edmond Couchot, Historical time and unchronic time – Vortrag im Rahmen des Symposiums The Digital Oblivion, ZKM_Medientheater [04.-05.11.2010] Laut Edmond Couchot verändern die digitalen Technologien (Computer, globale Kommunikationsnetzwerke, Multimedia, elektronische Spiele oder künstlerische Installationen) nicht nur unsere Beziehung zur Welt und zum Anderen, sie bringen ebenfalls unsere Beziehung zur Zeit durcheinander und erschüttern die Grundlagen unserer Kultur. Wir finden uns zwischen zwei Zeitlichkeiten zerrissen. Die eine Zeitlichkeit ist der chronischen Zeit eigen, der langen Zeit der Geschichte, der Ereignisse, die von der Schrift, die das Gedächtnis und das Vergessen organisiert, aufgenommen und fixiert werden. Die andere Zeitlichkeit gehört den Maschinen und versetzt uns in eine Zeit, die außerhalb der Zeit liegt, in eine virtuelle oder »uchronische« Zeit, in der das Ereignis der Eventualität weicht. Was wird aus unserer Welt, wenn die Schrift, die bis jetzt die Permanenz der Geschichte garantiert hat, sich dem Modell des Hypertexts anpasst und sich spaltet? Wann wird der rote Faden, den die Geschichte zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannt, unter dem Druck der »uchronischen« Zeit abreißen? Müssen wir unsere Beziehung zur Zeit neu erfinden? Was sind die Folgen dieser Veränderung der Zeitlichkeit für die Konservierung digitaler Kunst und für die Kunst allgemein? Ursprünglich bildender Künstler, schafft Edmond Couchot seit den sechziger Jahren interaktive kybernetische Installationen, die auf Klang reagieren und die Teilnahme des Betrachters erregen.
    21 min
  • Siegfried Zielinski »An-Archive, Genealogien, Variantologien«
    Siegfried Zielinski »An-Archive, Genealogien, Variantologien«
    ReleasedMar 01, 2011
    »Die Geschichte wird das tun, was wir ihr ermöglichen und was wir ihr abringen. Ich glaube nicht, dass wir in Zukunft ein weniger an kulturellem Langzeit-Gedächtnis haben werden. Wir sind vor die große Aufgabe gestellt, aus einer Unzahl von Daten klug und eingreifend auszuwählen. Wir sind angehalten, mit flüchtigen Phänomenen memorierend umzugehen. Dafür brauchen wir gute, d.h. eingreifende Konstrukte. Diese Konstrukte sind weniger eine Frage der technologischen Hardware oder Software, sondern unserer Theorien und Methoden. Die Zeit rennt. Wir müssen endlich anfangen ihre sperrigen Objektivationen der Vergangenheit so ernst zu nehmen, dass sie für die Zukunft nutzbar gemacht werden können. Im ›archos‹ ist nicht nur der Ursprung enthalten, sondern schwingt immer auch die Führerschaft mit. Die Idee des An-Archivs beinhaltet, leidenschaftlich mit dem Sammeln und Finden fortzufahren ohne zu wissen, wo das alles hinführt.« ///
    »History will do that which we will enable it to do and that which we will wrench from it. I do not believe that in the future we will have a smaller amount of long-term cultural memory. We are faced with the great task of choosing astutely and incisively from a myriad of data. We are compelled to have a »memorising« approach to fleeting phenomena. For this we need good, i.e. incisive contructs. These constructs are less a matter of technological hardware, but rather of theories and methods. Time is running. We must at last start to take the cumbersome objectification of the past seriously, so that it can be made useful for the future. The „archos“ does not merely contain the origin, but always also connotes leadership. The idea of the an-archive implies carrying on collecting and finding passionately, without knowing where all this will lead us.«
    42 min

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