Digitalgelddickicht

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Digitalgelddickicht episodes

  • Update Digitaler Euro

    In der Vegetation des Darmstädter Waldfriedhofs stehen wir für diese Folge gemeinsam mit dem Rechtswissenschaftler Cederic Meier. Denn hier liegt das Grab von Georg Friedrich Knapp. Knapp hat mit seinem Buch „Staatliche Theorie des Geldes“ den zu seiner Zeit revolutionären Vorschlag unterbreitet, den Wert des Geldes in der Geltung der staatlichen Gesetzgebung zu suchen. Eine seiner Kernthesen lautete: „Das Geld ist ein Geschöpf der Rechtsordnung.“ Für uns ist es ein Anlass, um auf die neuen Entwicklungen des digitalen Euros sprechen zu kommen.

    Gerade, am 9. Juli, haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments nach langer Verzögerung mit einer deutlichen Zweidrittel-Mehrheit für einen Rechtsrahmen votiert, der es der EZB ermöglicht, digitales Zentralbankgeld für Bürger in der Eurozone in Umlauf zu bringen. Wir diskutieren, welchen Weg der Digitale Euro von nun an gehen könnte, bis er 2029 voraussichtlich von der EZB emittiert wird, fragen, wie die Widerstände von Geschäftsbanken und privaten Akteuren gegen den Digitalen Euro zu interpretieren sind und vertiefen Streitthemen wie etwa das Haltelimit.

    Am Grab von Knapp stehend, tasten wir uns in Richtung der Frage: Nimmt der Staat oder die Europäische Union eine Position der Stärke ein, wenn es um Fragen der Geldpolitik geht, und wie zeigt sich das im langwierigen Prozess der Einführung des Digitalen Euros?

    Weiterführendes

    Ulrike Barth: „Diese Hürden muss der digitale Euro noch nehmen“. In: Golem, 13. Juli 2026.

    Cederic Meier: „Zukunftsvision Digitaler Euro“. In: Verfassungsblog, 8. Juni 2026.
    Digitalgelddickicht – Staffel 1: Digitaler Euro.
    European Parliament: MEPs debate the European Central Bank’s annual report with ECB President Christine Lagarde, 09.02.2026.
    Digitales Geld, starkes Europa – Neue Wege zu geopolitischer Unabhängigkeit. Veranstaltung des ZEVEDI-Diskursprojektes Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und in Medienpartnerschaft mit hr info, 26.02.2026.

    29 min
  • 3.3. Sicheres Geld im digitalen Raum – Die Offline-Funktion (am Beispiel des digitalen Euro)

    Immer online – das ist für viele zunehmend der Normalfall. Wenn wir offline sind, dann läuft was schief, dann stehen wir in einem Empfangsloch. Das schränkt unsere Möglichkeiten ein, auch die Möglichkeit, zu bezahlen. In den Lücken der Netzabdeckung müssen wir mit Bargeld bezahlen – wenn wir es haben. Nun wollen Offline-Funktionen digitales Bezahlen ohne Netzzugang ermöglichen. Wie soll das funktionieren? Warum ist das sinnvoll? Wer setzt sich dafür ein und wer hält das für unmöglich? Darum dreht sich Folge 3 der dritten Staffel des Digitalgelddickichts zum Thema „Sicheres Geld“.

    Um es konkret zu machen und nicht im Theoretischen zu verbleiben, diskutiert die Folge die Offline-Funktion am Beispiel des Digitalen Euro. Die Offline-Zahlungsfunktion gehört für manche zu seinen Kernversprechen. Wie soll diese Funktion aussehen? Um welche technische und politische Fragen geht es dabei? Inwiefern stärkt eine solche Funktion etwa die Resilienz der europäischen Zahlungslandschaft? Wie stärkt diese Funktion die Digitale Souveränität der EU? Und wie will man verhindern, dass Banken und Staaten die Zahlungsvorgänge nachvollziehen können.

    Weiterführendes

    Christian Grothoff: „Security through obscurity?” Die EZB und mögliche Design-Probleme des Digitalen Euro. In: eFin-Blog, 23.09.2024.

    Lars Hupel: Der digitale Euro: Elektronisch, aber offline-fähig. In: eFin-Blog, 03.03.2025.

    Digitalgelddickicht – Staffel 1: Digitaler Euro.

    Wero und digitaler Euro – Endlich europäische Alternativen zu PayPal und Co? Veranstaltung des ZEVEDI-Diskursprojektes Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und in Medienpartnerschaft mit hr info, 22.01.2026.

    European Parliament: MEPs debate the European Central Bank’s annual report with ECB President Christine Lagarde, 09.02.2026.

    Digitales Geld, starkes Europa – Neue Wege zu geopolitischer Unabhängigkeit. Veranstaltung des ZEVEDI-Diskursprojektes Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und in Medienpartnerschaft mit hr info, 26.02.2026.

    31 min
  • 3.2. Sicheres Geld im Netz - Was kann die Blockchain?

    Blockchain gilt als Hoffnungsträger für sicheres, transparentes und datenschutzfreundliches digitales Bezahlen. Doch wie begründet sind diese Hoffnungen?

    In dieser Folge des Digitalgelddickichts nehmen wir Bitcoin, Ethereum und DeFi genauer unter die Lupe. Wir schauen, wie Blockchains als „verteilte Kassenbücher“ (Distributed-Ledger-Technologie) funktionieren, wie Konsens ohne Banken oder andere zentrale Instanzen entsteht und warum Transparenz kein freiwilliges Extra, sondern ein technisches Grundprinzip der Blockchain ist. Thema sind außerdem der hohe Energieverbrauch, der Unterschied zwischen Proof of Work und Proof of Stake sowie das Innovationspotenzial – und die Risiken – sogenannter Smart Contracts.

    Im Mittelpunkt steht die Frage nach Privatsphäre und Zahlungssicherheit: Entgegen weitverbreiteter Annahme ermöglichen öffentliche Blockchains keine Anonymität, sondern meist nur Pseudonymität – die sich häufig nachträglich auflösen lässt. Die Folge zeigt, was Privacy Coins sind und wie kryptografische Zusatzlösungen funktionieren, wie Ermittlungsbehörden Erfolge verbuchen und welche unvermeidlichen Trade-offs zwischen Autonomie, Komfort, Regulierung und Sicherheit bestehen. Maximale Privatsphäre entsteht beim Zahlen auf der Blockchain nicht automatisch, sondern erfordert Wissen, Aufwand und Disziplin. Statt Hype oder Verteufelung plädiert die Episode dafür, den Blick für das große Innovationspoztenzial der Blockchain als einer jungen, faszinierenden Basistechnologie zu schärfen, aber auch keinen falschen Versprechen aufzusitzen und Optimierungsmöglichkeiten, strukturelle Grenzen und Risiken der Technologie zu beforschen und zu diskutieren.

    Das Diskursprojekt Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors (eFin & Demokratie)

    Weitere Informationen und Links finden Sie auf der Episodenseite bei ZEVEDI

    Gäste

    Dr. Clara Schneidewind ist theoretische Informatikerin und leitet am Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre die Heinz Nixdorf Research Group for Cryptocurrencies and Smart Contracts und ist Principal Investigator im Exzellenzcluster CASA (Cyber Security in the Age of Large-Scale Adversaries) an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Forschung erarbeitet sie Lösungen für die sinnvolle, sichere, ressourcenschonende und Privatsphäre wahrende Nutzung von Blockchaintechnologien. Es geht um die Schaffung starker theoretischer Grundlagen, um ein hohes Maß an Zuverlässigkeit in Finanzprozessen zu gewährleisten.

    Jana Ringwald ist Oberstaatsanwältin bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. In dieser Funktion war sie an international beachteten Ermittlungen wie der Sicherstellung illegal erlangter Kryptowährungen in dreistelliger Millionenhöhe beteiligt. Zudem hat sie bis 2024 das Bundesministerium der Justiz im European Judicial Cybercrime Network bei Eurojust in Den Haag vertreten. Ihre Erfahrungen, auch beim hier besprochenen Fall des Darknetmarktplatzes WallStreetMarket, schildert sie im Buch „Digital. Kriminell. Menschlich – Eine Cyberstaatsanwältin ermittelt“.

    Thomas Moserist promovierter Ökonom und Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank. Vorher war er Exekutivdirektor beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Er ist zudem Gastprofessor an der Universität Luzern und arbeitet und forscht insbesondere zu CBDCs, Kryptowerten und anderen digitalen Geldformen .

    Marek Jessen war Mitarbeiter im ZEVEDI-Projekt Geld als Datenträger und arbeitet inzwischen als Referent für Strategie und Business des Digitalen Euro beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Zudem war er beim Bundesverband deutscher Banken (BdB) und dem Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) beschäftigt.

    Quellen

    Chainalysis: How Chainalysis Helped Uncover an NCA Officer’s Theft of Seized Bitcoin, www.chainalysis.com, 16. Juli 2025.

    Leslie Lamport, Robert Shostak, Marshall Pease: The Byzantine Generals Problem, ACM Transactions on Programming Languages and Systems (TOPLAS), Vol. 4 (1982), 3, Seiten 382–401.

    44 min
  • 3.1. Sicheres Geld im Netz - Wer unsere Zahlungen sieht und sie wie nutzt

    Digitale Zahlungen sind längst Alltag - ob mit Karte, Handy oder PayPal. Doch jedes Mal hinterlassen wir Datenspuren. In dieser Auftaktfolge der Staffel „Sicheres Geld im Netz“ fragen wir: Wer sieht diese Daten eigentlich? Warum sind Zahlungsdaten so viel sensibler als andere digitale Spuren? Und wie werden sie insbesondere von den derzeitigen Akteuren am Zahlungsmarkt genutzt? Ist diffuses Unbehagen oder Gleichmut berechtigt – denn konkretes Wissen darüber, was im Hintergrund passiert, ist nicht gang und gäbe.

    Die Folge diskutiert den Unterschied zwischen Security und Privacy, und wer Zahlungsdaten für personalisierte Angebote, Services oder anderweitig verwertet. Sie beleuchtet die Datennutzung und die Geschäftsmodelle von PayPal, Klarna, Mastercard, Visa, Google und Apple Pay, von klassischen Geschäftsbanken und der Wero-Initiative, fragt, welche Bezahloption eher „datenarm“, welche eher „datenintensiv“ sind.  Schließlich fragen wir, welche Risiken aus der Konzentration von Zahlungs- und Nutzerdaten bei Big Tech entstehen könnte - und warum der Umgang mit Zahlungsdaten nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich relevant ist.

    Das Diskursprojekt Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors (eFin & Demokratie)

    Weitere Informationen und Links finden Sie auf der Episodenseite bei ZEVEDI

    Gäste:

    Marek Jessen war Mitarbeiter im ZEVEDI-Projekt Geld als Datenträger und arbeitet inzwischen als Referent für Strategie und Business des Digitalen Euro beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Zudem war er beim Bundesverband deutscher Banken (BdB) und dem Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) beschäftigt.

    Carolina Melches ist Ökonomin und Referentin für Digitalisierung und Finanzinnovation beim Investigativ­team Finanzwende Recherche der Bürgerbewegung Finanzwende. Unter anderem hat sie sich in der Studie Mehr Geld, mehr Macht: Big-Techs im Finanzwesen (2024) mit dessen Risiken und Regulierungslücken befasst. Ihr Fokus liegt sonst auch auf den Themen Digital Payments und Banking und digitalem Zentralbankgeld. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag und für den Finanzausschuss zuständig.

    Markus Montz ist Redakteur bei c’t (Heise) und berichtet dort schwerpunktmäßig zu Finanz-IT, elektronischem Bezahlen, Online-Banking und Betrugsmaschen im Zahlungsverkehr.

    Antonia Steigerwald ist Forschungsmitarbeiterin am Soziologischen Seminar der Universität Luzern und Doktorandin im SNF-Projekt Digital payments: Making payments personal and social. In dem Projekt untersucht sie, wie aus Einzelhandels- und Zahlungsdaten Wert geschaffen wird und welche sozialen Folgen das für Nutzerinnen und Nutzer hat.

    Dr. Markus Unternährer ist Post Doc am Soziologischen Seminar der Universität Luzern und Mitarbeitender im SNF-Projekt Digital payments: Making payments personal and social. Bereits in seiner Promotion mit der digitalen Ökonomie befasst, forscht er jetzt zur Konvergenz von Geld- und Datentransfers, zur Rolle von FinTechs und Zahlungsinfrastrukturen sowie zu den Aushandlungsprozessen zwischen Banken, Payment-Anbietern und Nutzenden.

    33 min
  • 2.4. Kleines Geld, große Wirkung? – Im Wirrwarr digitaler Bezahldienstleister

    In den zurückliegenden Folgen haben wir beispielhafte Bereiche beleuchtet, in denen kleine digitale Zahlungen auf ganz unterschiedliche Weise eine zentrale Rolle spielen. Dabei haben wir gesehen, dass Mikrotransaktionen in manchen Bereichen kaum ausreichen, um mit den Geschäftsmodellen der vordigitalen Zeit mitzuhalten – etwa im Journalismus. Gleichzeitig eröffnen sie andernorts ganz neue, lukrative Geschäftsfelder – so im Gaming. Und wir? Wir genießen oft den Komfort und die Einfachheit digitaler Zahlungen, verlieren dabei jedoch leicht den Überblick und die Kontrolle – gerade beim schnellen Bezahlen im Netz.

    In dieser vierten und letzten Folge unserer Staffel zum kleinen Geld wollen wir deshalb etwas grundsätzlicher fragen: Wer verdient an den kleinen Digitalzahlungen? Warum kann ich mittlerweile auch Kleinstbeträge beim Bäcker gebührenfrei mit Karte zahlen? Was kann das Digitalgeld im Kleinen womöglich doch nicht so gut wie das Bargeld? Inwiefern fördert digitales Bezahlen soziale  Ungleichheitsdynamiken? Und was bedeutet das für unsere Gesellschaft? 

    Gäste

    Sebastian Omlor ist Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Bankrecht sowie Rechtsvergleichung an der Philipps-Universität Marburg und Gründungsdirektor des Marburger Instituts für das Recht der Digitalisierung.

    Christian Engel arbeitet als Senior Berater für Zahlungsverkehr bei msg for banking, einem großen deutschen IT-Beratungsunternehmen.

    Barbara Brandl ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Organisation und Wirtschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. Sie ist außerdem Mitglied der ZEVEDI-Projektgruppe Tokenisierung und Finanzmarkt.

    Weiterführendes

    Hintergründe zum PIX-Bezahlsystem lassen sich etwa hier nachlesen.

    Mehr zum Dienstleister für Mikrotransaktionen – Satoshipay – findet sich hier.

    Mehr zur sozialen Ungleichheit als Folge der "cashless revolution" findet sich in diesem Paper von Barbara Brandl und den Ko-Autoren David Hengsbach und Guadalupe Moreno.

    Alle Folgen des Digitalgelddickichts

    Zum Diskursprojekt Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors

    Zum Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

    28 min
  • 2.3. Kleines Geld, große Wirkung? – Mikrotransaktionen im Gaming
    Schon in den 1970er-Jahren begann der Erfolg mit Mikrotransaktionen im Gaming mit den sogenannten Arcade-Videospielen: In öffentlichen Spielhallen ließen sich Spiele wie Donkey Kong oder Pacman an Automaten per Münzeinwurf starten. Heute werden mit sogenannten Free to Play-Games – die den Markt dominieren – zunächst kostenlos angebotene Spiele mit Mikrotransaktionen finanziert, mit denen man im Spiel Fortschritte, Gegenstände oder Figuren kaufen kann.
    Worin Teile der Spielebranche besonders raffinierte Strategien entwickelt haben: Mittels kleinster Zahlungen, für sich genommen marginal, die Hemmschwelle für eine Transaktion auf ein Mindestmaß zu verringern. Und wer einmal gekauft hat, wird es wieder tun – so intelligent bzw. manipulativ sind die datengetriebenen Algorithmen, auf der Suche nach dem kleinen Pool zahlungskräftiger Spieler, noch dazu häufig Minderjährige, die dann immer tiefer in ihre Abhängigkeit zum Spiel hineingeraten und die in der Fachsprache als "Wale" bezeichnet werden, die die Spielemacher "fangen" wollen. Darüber hinaus hat die Mikrotransaktion auch das Spieldesign verändert: Wer nicht mehr mit dem Spiel für dessen Kauf werben will, sondern innerhalb eines Spiels ständig monetarisiert, wird das Spiel so gestalten, dass möglichst häufig eine Transaktion sinnvoll erscheint. Ein Manipulationsmechanismus?
    27 min
  • 2.2. Kleines Geld, große Wirkung? - Digitales Trinkgeld
    Trinkgeld wird häufig so beiläufig behandelt wie es bezahlt wird. Was genau Trinkgeld ist, lässt sich nicht mal mit einem präzisen Rechtsbegriff fixieren, sondern gleicht eher einer „sittlichen Vereinbarung“, wie es der Historiker Winfried Speitkamp bezeichnet, der mit seinem kleinen Bändchen Der Rest ist für Sie! eine der sehr wenigen deutschen wissenschaftlichen Publikationen zur Geschichte des Trinkgelds vorgelegt hat. Dabei ist das Zahlen von Trinkgeld alles andere als eine Kleinigkeit: 10 Prozent auf jede trinkgeldfähige Transaktion, im Restaurant oder beim Taxifahren, zumindest in Deutschland; in den USA ist bekanntlich gar das Doppelte üblich, etwa 20 Prozent. Volkswirtschaftlich betrachtet kommen dort also erstaunliche Summen zusammen – in deutschen Restaurants allein mehr als 2 Milliarden Euro pro Jahr –, die aber in Deutschland kaum reguliert, und vor allem nicht versteuert werden müssen.
    Im Kontext des Digitalen hat sich die Eigenart der beiläufigen, fast versteckten Mikrozahlung verschoben. Werden digitale Technologien dem Trinkgeld oder seinem Rückgang Momentum geben? Dieser Frage gehen wir in der zweiten Episode unserer Staffel zu Mikrozahlungen nach.
    29 min
  • 2.1. Kleines Geld, große Wirkung? - Mikrozahlungen im Journalismus
    Der Journalismus hat sich mit der Digitalisierung grundlegend verändert. Zum Teil in seinen Inhalten, in seinen Formaten, und auch und vielleicht besonders in seinen Infrastrukturen und der Art und Weise, wie er sich finanziert. Klassische Abomodelle von Tages- oder Wochenzeitungen zum Beispiel sind ins Hintertreffen geraten, auch die sichere Einkommenssäule durch Anzeigen ist bröcklig geworden. Digitale Äquivalente dazu haben sich zwar gebildet, aber alte längst nicht vollwertig ersetzen können. Es braucht ganz anders gedachte Geschäftsmodelle – und die haben sich entwickelt und entwickeln sich weiter.
    In dieser Folge fragen wir uns im Digitalgelddickicht: Welche Rolle spielen kleine digitale Beteiligungsmodelle im Journalismus? Tragen kleine Zahlungen, trägt die Idee eines „Mini-Payment“ dazu bei, ihn in eine neue Phase seriöser journalistischer Arbeit hineinzufinanzieren? Oder führen die Effekte der Digitalisierung die traditionellen und auch weniger traditionellen Medien vor allem in die Prekarität, verändern die auf das Kleine setzenden Bezahlmodelle sie nachhaltig zum Schlechten, hin zur reinen Unterhaltung? Und was heißt „Mikrozahlung“ eigentlich konkret im Journalismus – Einmalzahlung, Abo oder der einzelne Beitragskauf?
    32 min

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Das Digitalgelddickicht ist ein Podcast von ZEVEDI, dem Zentrum verantwortungsbewusste DIgitalisierung. Es widmet sich den gesellschaftlichen Aspekten, die mit der digitalen Transformation des Finanzsektors einhergehen. Der Podcast erschließt im Rahmen des Diskursprojektes  eFin & Demokratie» Themen aus dem Bereich digitalen Geldes und Bezahlens. Was sonst nur unter Expert:innen diskutiert wird, soll  zugänglicher werden. Der Podcast hat nicht alle Antworten – und Finanztipps schon gar keine. Vielmehr will er Fragen stellen und zum öffentlichen Gespräch darüber auffordern, wie der digitale Wandel des Finanzsektors auch das politische und gesellschaftliche Miteinander betrifft. Dazu sammelt er unterschiedliche Stimmen, auch, aber nicht nur von Expert:innen.