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Lange wurden sie kaum beachtet, ja sogar als wertloser Zellmüll abgetan. Mittlerweile aber haben so genannte extrazelluläre Vesikel, kurz EVs, in der Biomedizin enorm an Status gewonnen, erfüllen sie doch für Zellen sehr wichtige Funktionen. Diese membran-umschlossenen Bläschen in Nanometergröße werden von Zellen aller Art abgesondert und sind in allen Körperflüssigkeiten zu finden. Beteiligt sind sie z.B. am Informationsaustausch zwischen den Zellen und an der Regulation des Immunsystems. Von Bedeutung ist das für viele physiologische Prozesse ebenso wie für die Entstehung und das Fortschreiten von Krankheiten. Deshalb könnten EVs für die Diagnostik ebenso hilfreich sein wie für die Verabreichung von Arzneistoffen. Die "Zellbläschen" kommen auch als Biomarker in Frage. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 05. 2025.
Softwareentwickler bauen darauf, die Computerbranche, die Geheimdienste und die AI: Aber wofür steht das "Open" eigentlich noch - in "Open Source", "Open Innovation", "Open Intelligence", "Open Data" oder "Open-AI"? Open" bedeute, dass Ideen frei von Patenten sind, meinen Kritiker, um kostenfrei zu nutzen, was andere erarbeitet haben. Man teile die Erkenntnis, aber nicht das Geld. Bei Computerprogrammen kann letzteres ein Sicherheitsrisiko werden und das Ende des Versprechens, Technik nütze allen. Aber wie könnte eine Alternative zur Begriffsschablone "Open" formuliert werden? Darüber hat sich eine Gruppe von Juristen und Computerwissenschaftlerinnen den Kopf zerbrochen. Vorschläge und Argumente liegen am Tisch. Haben sie heute, da Europa versucht, seine Abhängigkeit von der amerikanischen Computerindustrie zu reduzieren, bessere Chancen, verwirklicht zu werden? Gestaltung: Mariann Unterluggauer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 19. 05. 2025.
Gestresste Schweine oder Rinder können eine Gefahr für sich selbst und die Tierhalter sein. Eine sanfte Methode der Tierhaltung und des Herdenmanagements, die das natürliche Verhalten stärker berücksichtigt, nennt sich Low Stress Stockmanship (LSS). Mit ruhigen, kontrollierten Bewegungen und der Vermeidung von lauten Geräuschen oder hektischen Aktionen wird versucht, die Tiere stressfrei zu führen und zu managen. In Summe bringt die ursprünglich aus den USA importierte Methode viele Vorteile, sagen jene, die LSS in Österreich bereits praktizieren: die Tiere seien gesünder und produktiver, die Arbeit in der Tierhaltung gestalte sich sicherer und effizienter, da entspannte Nutztiere leichter zu handhaben sind. Gestaltung: Kathrin Horvath. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 05. 2025.
Der Wiener Prater, einer der wichtigsten Erholungsräume und die grüne Lunge Wiens, hat auch eine musikgeschichtliche Bedeutung. Am Rande befindet sich der "Wurschtelprater"- ein Vergnügungspark mit Hochschaubahn und Geisterbahn, mit Dosenschießen und dem "Eisernen Mann", dem Spiegelkabinett und einst der Rotunde, einem riesigen kreisrunden Veranstaltungssaal, sowie zahlreichen Gaststätten und Kaffeehäusern. Wo heute noch ein paar Gebäude der Wiener Weltausstellung von 1873 stehen und der Aushub der Rotunde längst ein grüner Hügel ist, gibt es noch ein paar der alten Traditionslokale. Allerdings schallt dort heute Mainstream-Musik aus den Lautsprechern. Einst erklangen Lieder und Instrumentalstücke von Bänkelsängern und Wienerliedensembles, die von Heimatverbundenheit und Tradition erzählten. Eine Tradition im Wiener Prater, die von zeitgenössischen Wienerliedmusiker:innen fortgesetzt wird. Gestaltung: Sabine Nikolay. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 05. 2025.
Schwarze Löcher sind mittlerweile im Kanon des Bildungsguts angekommen, in Astronomie-Lehrbüchern haben sie ihren Fixplatz, in manchem Hollywood-Sci-Fi-Streifen tauchen sie als bizarre kosmische Schauplätze auf. Weniger prominent sind derzeit noch ihre Antipoden, die Weißen Löcher. Physikalisch sind sie das genaue Gegenteil von Schwarzen Löchern: Taschen der Raumzeit, in die nichts hineinkann, dafür alles hinausrinnt. Soweit die Theorie. Aber existieren sie tatsächlich? Kürzlich hat der prominente Physiker Carlo Rovelli einige Forschungsarbeiten vorgelegt, in denen er zeigen konnte, wie sich Schwarze in Weiße Löcher verwandeln. Und nebenbei eine Lösung für das Rätsel der Dunklen Materie gefunden. Auf dem Papier vielleicht, sagen Kolleg:innen, aber vielleicht erweisen sich die Weißen Löcher auch nur als Kopfgeburten einer formelbasierter Phantastik. (Wh. v. 2024) Gestaltung: Armin Stadler. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 05. 2025.
Wellensittiche ahmen Geräusche und Laute aus unserer Umgebung nach und ähneln uns Menschen in ihrem Kommunikationsverhalten sowie in ihrem Takt- und Rhythmusgefühl. Wie stark, das haben Verhaltensforscher untersucht.
Till Köppel
Greift man Brennnesseln an, juckt und brennt die Haut. Dass der Pollen der Brennnesseln auch Allergien auslösen kann, die das Atemsystem betreffen, ist weniger bekannt. Am Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien beschäftigt man sich mit der seltenen und wenig erforschten Allergieform.
Lukas Tremetsberger
Die Physik des Kaffeebrühens kann sehr anspruchsvoll sein. Eine Gruppe von Physikerinnen und Physikern hat sie geneuer untersucht. Robert Czepel hat nach dem wissenschaftlich untermauerten Rezept zur Zubereitung des idealen Kaffees gefragt.
Robert Czepel
Dem "schönsten Fisch der Welt" widmet Florian Aigner seine Kolumne "Aigners Universum".
Auf bestimmten Frequenzen kann Schall als Waffe gegen Menschen eingesetzt werden - und Schmerzen, Panik, Schwindel oder Übelkeit erzeugen. In der Vergangenheit wurden sogenannte Schallkanonen vor allem zur Grenzsicherung oder Piratenabwehr genutzt, zum Beispiel an der somalischen Küste oder an der US-Mexikanischen Grenze. Bei Großdemonstrationen in den USA im Rahmen der Black-Lives-Matter Demos oder dem G20-Gipfel in Pittsburgh kamen sogenannte LRADs (Long Range Acoustic Device) zum Einsatz. Auch in Serbien soll im März bei einer Massendemonstration gegen die Regierung eine Schallwaffe eingesetzt worden sein. Könnten akustische Waffen in Zukunft vermehrt zur Aufstandsbekämpfung eingesetzt werden? Wie funktionieren sie und welche Schäden hinterlassen sie?
Gestaltung: Lucia Steinwender und Bartholomäus Laffert. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 2025.
Mit der Pendlerförderung, dem Dieselprotektionismus und dem Dienstwagenprivileg entfallen mehr als 60 Prozent der klimaschädlichen Subventionen auf den Verkehrssektor. Der Nationale Energie- und Klimaplan (NEKP) sieht zwar deren Abbau vor, allerdings gibt es bis dato keine konkreten Schritte, die in diese Richtung weisen. Zur Diskussion steht die Ökologisierung der Pendlerförderung. Hier könnte der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel - je nach Verfügbarkeit am Arbeitsweg - durch die Vergabe regionaler Jahrestickets angeregt werden. Mit einer schrittweisen Angleichung der Mineralölsteuer für Diesel auf das Niveau von Benzin wäre der sogenannte "Tanktourismus" sowie der Umwegtransit nicht mehr rentabel und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene würde attraktiver. Gestaltung: Alexander Behr. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 06. 05. 2025.
Tiere zurückholen, die ausgestorben sind oder wir ausgerottet haben - die Idee ist nicht neu. Denkbar wurde sie mit dem Klonen von Säugetieren wie bei dem Schaf Dolly. Das war 1997. De-Extinktion lautet seither der Fachbegriff: Wiederbelebung einer ausgestorbenen Art. Beim Mammut funktioniert das Klonen nicht. Aber vielleicht geht es auch anders. Das Wollhaarmammut starb vor rund 4.000 Jahren aus - aber das Erbgut existiert noch heute. Im Labor wollen Biologen die Eiszeit-Kolosse nun wieder auferstehen lassen. Es könnte klappen - aber mit welchen Folgen? (Übernahme Deutschlandfunk 2024) Gestaltung: Michael Lange. - Diese sendung wurde am 05. 05. 2025 in Ö1 ausgestrahlt.
Im Jaidhaus, einem abgelegenen Tal nahe Molln in Oberösterreich, deutet nur mehr wenig auf den einst gefeierten "historischen Gasfund" hin. 2024 analysierte das Unternehmen ADX Energy mit einer Probebohrung die "potenziell außergewöhnliche Gasressource". Erdgas aus Molln würde die Eigenproduktion ausbauen und die Abkehr von russischen Importen beschleunigen, argumentierten die Betreiberfirma und Befürworter der Probebohrung. Die Probebohrung nach Gas brachte für das Unternehmen nicht die erhofften Ergebnisse, stattdessen stieß man auf Öl. Das Unternehmen hat die Testarbeiten unterbrochen. Die Gegner warnten vor Naturzerstörung, da der Bohrplatz am Rande des Nationalparks Kalkalpen und nur wenige Meter neben einem Naturschutzgebiet liegt. Das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich prüft nun, ob den Beschwerden gegen die Bohr-Bewilligungen nachträglich aufschiebende Wirkung zugesprochen wird. Gestaltung: Lukas Tremetsberger. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 04. 2025.
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