Dimensionen
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Dimensionen episodes

  • Shoah: Ein filmisches Mahnmal gegen das Vergessen

    Der französische Journalist und Regisseur Claude Lanzmann arbeitete rund zwölf Jahre an seinem epochalen Dokumentarfilm. 1985 wurde er in Paris uraufgeführt. 1986, vor 40 Jahren, kam er in deutsche und österreichische Kinos, anschließend ins Fernsehen. Der Film hat eine Dauer von neuneinhalb Stunden. Er führt an die Orte des systematischen Massenmordes und lässt Überlebende das Unfassbare berichten. Er zeigt Täter und scheinbar unbeteiligte Zeugen, verzichtet auf historisches Archivmaterial. Als beharrlicher Fragesteller nähert sich Lanzmann nach und nach der Vielschichtigkeit des Grauens. Sein Dokumentarfilm "Shoah" fiel in die Zeit eines neuen Umgangs mit der Geschichte des Holocaust in Österreich und Europa. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30.09.2026.

    Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

    25 min
  • Falscher Herbst: Wie der Klimawandel die Jahreszeiten verändert

    Die Phänologie untersucht die periodisch wiederkehrenden Entwicklungsstadien in der Natur - von der Blüte über den Laubaustrieb bis zum Vogelzug. Langjährige Beobachtungsreihen zeigen: Der Klimawandel verschiebt jahrzeitliche Erscheinungen. Trotz längerer Vegetationsperioden verlieren die Bäume früher ihre Blätter. Ursache sind Hitze, Dürre oder Wassermangel im Sommer. Dann verfärben sich die Blätter braun, obwohl der Herbst noch gar nicht begonnen hat. Welche Folgen haben verschobenen Jahreszeiten für Pflanzen, Tiere, die Landwirtschaft und unseren Alltag? Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29.09.2026.

    Gestaltung: Florian Jauk

    25 min
  • Vom Karottenkopf zum Popphänomen

    Kurze Kulturgeschichte eines Rothaarigen

    Die Mutation eines einzigen Gens trennt ein Prozent der Menschheit vom Rest - und bescherte rothaarigen Menschen Spott und Verfolgung, bedingt durch Aberglauben. Von Shakespeare bis Dickens, von South Park bis Harry Potter zieht sich diese Muster durch die Kulturgeschichte. Laut einer britischen Umfrage wurden mehr als 80 Prozent aller rothaarigen Jugendlichen wegen ihrer Haarfarbe gemobbt. Wissenschaftlich ist belegt, dass Rothaarige ein anderes Schmerzempfinden und eine sensiblere Haut haben. Und ein Max-Planck-Team fand heraus, dass es wahrscheinlich schon rothaarige Neandertaler gab. In den letzten Jahren wandelt sich das Bild: Hochglanzmagazine, internationale "Ginger Pride"-Festivals und Hollywoodstars machen Rothaarigkeit zum Popphänomen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28.09.2026.

    Gestaltung: Bartholomäus Laffert

    25 min
  • Hanna Meuter: Die übersehene Pionierin

    Frühe Soziologin, engagierte Friedensaktivistin, Bildungsreformerin - und doch beinahe vergessen: Hanna Meuter zählte zu den ersten Frauen mit Doktorat in Soziologie. 1926 stellte sie in Wien ihre Habilitationsforschung vor, doch die Universität Köln verweigerte ihr die akademische Laufbahn, weil man ihr als Frau die akademische Kompetenz absprach. 1933 wurde sie im Zuge der NS-Machtübernahme als politisch unzuverlässig aus dem Dienst als Bibliothekarin entlassen. Im Verborgenen analysierte sie daraufhin, wie das NS-Regime Angst, Denunziation und Gewalt in das Alltagsleben trägt. Rosemarie Burgstaller spricht mit dem Historiker Clemens Pfeffer über eine kritische Intellektuelle, deren Werk gerade wiederentdeckt wird. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24.09.2026.

    Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

    25 min
  • Zwischen Diagnose und Deutung

    Philosophie im Dialog mit Psychiatrie und Psychotherapie

    Was bedeutet es, psychisch gesund oder krank zu sein? Wer entscheidet darüber und nach welchen Kriterien? - Krankheitskonzepte kritisch zu reflektieren und ethische Fragen nach Zwang, Autonomie, Würde und Verantwortung in der Behandlung zu thematisieren, betrachtet die Philosophie der Psychiatrie als ihre Aufgabe. Dabei zeigt sich: Philosophische Denkwerkzeuge helfen der Psychiatrie, ihre eigenen Grundannahmen zu hinterfragen und damit Behandlungen zu verbessern. Umgekehrt profitiert auch die Philosophie von diesem interdisziplinären Dialog, da sie existenzielle Fragen des Menschseins wie Identität, Bewusstsein oder das Leib-Seele-Problem an menschlichen Grenzerfahrungen überprüfen kann. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23.09.2026.

    Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

    25 min
  • Vertriebene Veterinäre: Die Vetmeduni Wien stellt sich ihrer Geschichte

    Als 1938 nach dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich viele Rektoren an den Unis ausgetauscht wurden, war das an der Tierärztlichen Hochschule nicht notwendig. Rektor Franz Benesch war schon vor dem "Anschluss" dafür bekannt, dem Nationalsozialismus sehr nahe zu stehen. Und auch die antisemitische Gewalt begann nicht 1938: Nationalsozialistische Studenten organisierten im Mai 1933 eine Gewaltaktion, bei der sie jüdische Studierende verprügelten. Im Zuge der Aufarbeitung der NS-Geschichte der Vetmeduni hat die Historikerin Lisa Rettl die Biografien vertriebener Studenten recherchiert und Nachfahren aus Israel nach Wien eingeladen, die mehr über die Geschichte ihrer Väter und Großväter erfahren wollen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22.09.2026.

    Gestaltung: Katharina Gruber

    25 min
  • Super-GAU im Nationalpark

    Wie in der Schweiz ein verseuchter Fluss saniert wird

    Vor 10 Jahren nahm ein beispielloses Unglück seinen Anfang, das seither den Schweizer Nationalpark im Kanton Graubünden beschäftigt. Am Rand des Schutzgebietes steht eine Staumauer aus den 1960er Jahren, sie bildet den Lago di Livigno in Italien. Bei einem Zwischenfall bei Sanierungsarbeiten gelangte PCB-haltiger Staub in den Fluss Spöl, der durch den Nationalpark fließt. Polychlorierte Biphenyle (PCBs) sind langlebige und hochgiftige Stoffe, die sich in der Nahrungskette anreichern: in Wasser und Kies, Kleinstlebewesen, Fischen und Vögeln. Nach jahrelangen Verhandlungen wird der Spöl saniert. Während die Schuldfrage vor Gericht noch nicht geklärt ist, werden Bachforellen umgesiedelt, das Flussbett ausgebaggert, belastetes Sediment vor Ort gereinigt oder entsorgt. Eine Reportage aus den Schweizer Bergen am 10. Jahrestag der Katastrophe. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21.09.2026.
    Gestaltung: Lukas Tremetsberger

    25 min
  • Pelicot ist überall

    Die Netzwerke der Täter:

    Betäubt, missbraucht, gefilmt - vom eigenen Partner, oft unter Beteiligung Dritter. Der Fall Gisèle Pelicot löste weltweit Entsetzen aus. Doch mittlerweile zeigt sich: Pelicot ist kein Einzelfall, sondern die Spitze des Eisbergs. Auch der Femizid in Marchtrenk, der letzte Woche Österreich schockierte, scheint diesem Muster zu entsprechen. Ein aktueller Bericht über ein Gewaltphänomen, das laut Europol massiv zunimmt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17.09.2026.

    Gestaltung: Daniela Derntl

    25 min
  • Neandertaler: Der unterschätzte Urmensch

    Lange wurde er als grobschlächtiger Eiszeitmensch dargestellt, schlicht und ohne kulturelle Begabung. Doch das Bild des Neandertalers hat sich in den letzten 20 Jahren deutlich gewandelt: Er konnte kochen, entfernte Karies mit Steinbohrern und verwendete Klebstoff, um Werkzeugteile miteinander zu verbinden. Die Palette der Kulturtechniken ist durchaus mit jener des modernen Menschen zu vergleichen. Wie man durch die moderne Archäogenetik weiß, haben Neandertaler und Homo sapiens auch Nachkommen gezeugt. Von Abgrenzung unterschiedlicher Arten kann also keine Rede sein. Dennoch ist der Neandertaler vor 40.000 Jahren ausgestorben, während sein Verwandter den gesamten Erdball erobert hat. Warum? Manche argumentieren, der Neandertaler lebt immer noch - in uns. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 09. 2026.

    Gestaltung: Robert Czepel

    25 min
  • Eine Sache des Vertrauens?

    Warum Einzelpersonen mehr bekommen als Institutionen

    Zeitungen, Rundfunk, Parteien, Kirchen, Universitäten oder staatliche Stellen verlieren für viele Menschen an Autorität. Gleichzeitig gewinnen einzelne Stimmen an Einfluss, beispielsweise Podcaster und Influencerinnen, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen für ihr Publikum einordnen. Diese identifizierbaren Personen versprechen Nähe, Haltung und Wiedererkennbarkeit. Was bedeutet diese Entwicklung für das Verständnis von Öffentlichkeit und die demokratische Orientierung? Und wozu könnte der Vertrauensverlust der Institutionen führen, wenn Expertise immer stärker über Charisma und persönliche Ansprache vermittelt wird? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 15. 09. 2026.

    Gestaltung: Kaspar Arens

    25 min

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