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  • #105 Ein Schweizer Arzt im Ausland - was Yannick Noser über ausländische Kollegen in der Schweiz gelernt hat
    Was ein Schweizer Arzt in Australien über Arbeitszeiten, Weiterbildung - und über seine ausländischen Kollegen zu Hause gelernt hat

    DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

    1. Auch Auswandern in ein westliches Land ist ein Riesenschritt
    2. Yannicks ehrliches Fazit nach 1,5 Jahren: Angekommen ist er immer noch nicht.

      Beruflich ging es schnell. Privat dauert es Jahre.

      Sein Satz: “Ich respektiere es jetzt noch mehr, dass Leute diesen Schritt wagen – und dann auch bleiben.”

      1. 38 Stunden sind möglich, wenn die Strukturen stimmen
      2. In Südaustralien haben alle staatlichen Spitäler dasselbe Klinikinformationssystem. 95 Prozent der Australier haben ein elektronisches Patientendossier.

        Keine Telefonate. Kein händisches Übertragen von Diagnosen.

        Yannicks Schätzung: ein bis zwei Stunden weniger Arbeit pro Tag. Zeit, die er am Patientenbett verbracht hat.

        1. Weiterbildung ist in Australien ein Heiligtum
        2. Jeden Donnerstag vier Stunden geschützte Weiterbildung. Obligatorisch. Stufengerecht. Ohne Diensttelefon.

          In der Schweiz ist die Weiterbildung zwar vorgeschrieben – findet aber oft im klinischen Alltag statt. Oder gar nicht.

          Sein Punkt: Wer zu Hause Kinder hat oder Eltern pflegt, kann Weiterbildung nicht einfach in die Freizeit verlagern. Geschützte Zeit ist auch eine Frage der Chancengleichheit.

          1. Was er NICHT importieren würde
          2. Wartezeiten für Operationen, MRI und Ultraschall sind in Australien um ein Vielfaches länger.

            Die Zweiklassenmedizin ist deutlich ausgeprägter.

            Und “Ramping”: Rettungsdienste stranden regelmässig vor den Notaufnahmen, weil Patienten nicht übergeben werden können.

            1. Sein Rat an Schweizer Ärztinnen und Ärzte
            2. Mach dir bewusst: Die neuen Kollegen kommen aus einem anderen Land. Auch wenn sie Deutsch sprechen.

              Sie haben oft kein soziales Netz. Und in der Schweiz werden Arbeit und Privatleben streng getrennt.

              Sein Vorsatz für die Rückkehr: öfter Ja sagen. Mal ein Bier trinken gehen. Leute ermutigen, in einen Verein zu gehen.

              WICHTIGSTES ZITAT

              “Du kannst die besten Kollegen haben und superfreundlich – und sitzt beim Feierabendbier trotzdem alleine da.”

              DEIN NÄCHSTER SCHRITT

              Du überlegst, als Arzt oder Ärztin in die Schweiz zu gehen?

              👉 Swiss Readiness Check: www.docsgoswiss.ch - 5Minuten, kostenfrei, persönliche Einschätzung von mir.

              Über Dr. Yannick Noser: LinkedIn-Profil

              47 min
            3. #104 Was lässt dich gerade nicht schlafen?
              Warum die Schweiz nicht immer die Antwort ist - und was ich im Oktober ausprobiere

              WORUM ES IN DIESER FOLGE GEHT

              Niemand will einfach auswandern

              Gesucht wird etwas dahinter.
              Bessere Arbeitsbedingungen. Mehr Zeit für die Familie. Sicherheit. Ein besseres Leben.
              Die Schweiz kann dafür eine gute Lösung sein. Aber eben nicht immer.

              Was mich ratlos zurücklässt

              Wenn ich in der Beratung merke: Die Schweiz ist nicht die Antwort.
              Was mache ich dann mit den Menschen, deren eigentliches Problem ich inzwischen ziemlich gut verstanden habe?

              Zwei Beispiele aus der Praxis

              Eine Ärztin stand kurz vor einer Praxisübernahme. Die Entscheidung war weit fortgeschritten. Aber sie hatte ein ungutes Gefühl.

              Ihre Frage: Übersehe ich etwas?
              Wir haben nicht gefragt, ob die Praxis wirtschaftlich interessant ist. Sondern ob sie zu ihrem Leben passt.

              Ein Arzt kam wegen der Auswanderung. In der Beratung ging es dann um Gesundheit, Altersvorsorge und Glaubenssätze aus Beruf und Privatleben.

              Eine Stellensuche hätte da viel zu kurz gegriffen.

              Warum Insellösungen oft nicht helfen

              Unter Druck suchen wir schnell nach Lösungen. Bevor wir das Problem verstanden haben.
              Eine neue Praxissoftware. Eine KI-Telefonanlage. Endlich das richtige Personal.
              Aber vielleicht liegt die eigentliche Frage darunter: Will ich diese Praxis in dieser Form überhaupt noch führen?
              Solange die nicht geklärt ist, können zehn gute Insellösungen trotzdem die falschen sein.

              DAS EXPERIMENT: ZEHN GESPRÄCHE IM OKTOBER

              • 60 Minuten, 1:1, online
              • Vertraulich
              • Kostenlos
              • Für berufliche, private oder ehrenamtliche Herausforderungen – nicht nur rund um die Schweiz
              • Am Ende muss das Problem nicht gelöst sein.

                Mein Anspruch: Du siehst klarer, was das eigentliche Problem ist, was wirklich Priorität hat und was dein nächster sinnvoller Schritt sein kann.
                Die Grenzen: Ich bin weder Arzt noch Psychotherapeut, weder Anwalt noch Pensionsexperte. Wenn wir merken, dass Fachwissen gebraucht wird, sage ich dir das klar.

                WICHTIGSTES ZITAT

                "Wir Menschen suchen Lösungen oft, bevor wir das Problem verstanden haben. Weil dieser Aktionismus uns das Gefühl gibt, wir tun etwas – und wir tun das Richtige."

                DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                Schreib mir einen Satz über www.docsgoswiss.ch – per E-Mail oder Kontaktformular:

                "Das lässt mich gerade nicht schlafen: …"

                Jede Nachricht bekommt eine Antwort. Auch wenn die zehn Plätze schon vergeben sind.

                Du hast gerade kein eigenes Thema, aber beim Zuhören an jemanden gedacht? Dann schick ihm oder ihr diese Folge.

                WICHTIG

                Diese Gespräche sind keine medizinische, psychologische oder psychotherapeutische Beratung und ersetzen keine Behandlung.

                Wenn es dir gerade sehr schlecht geht, warte bitte nicht auf ein Gespräch mit mir. Wende dich an deine Hausärztin, deinen Hausarzt oder an eine Krisenhotline:

                • Schweiz: Die Dargebotene Hand, 143
                • Deutschland: Telefonseelsorge, 0800 111 0 111
                • Österreich: Telefonseelsorge, 142
                • 15 min
                • #103 Von Sri Lanka über Zürich nach Harvard - Dr. Tharshika Thavayogarajah über Karriere ohne Netzwerk
                  Über Forschung in der Schweiz, Strukturen in der akademischen Medizin - und was sich ändern müsste.

                  DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                  1. Warum die Schweiz – und nicht Deutschland?
                  2. Tharshika wusste mit 16, dass sie Hämatologin werden will.

                    Der Unterschied, der für sie entschied: In der Schweiz nehmen Pflegende Blut ab, legen Zugänge, hängen Chemotherapien an.

                    Als Ärztin bleibt Zeit für das Intellektuelle. In Deutschland nicht.

                    1. Was deutsche Ärzte an der Schweiz unterschätzen
                    2. Die Forschung.

                      An deutschen Unikliniken sind fast alle Oberärzte habilitiert. In der Schweiz nicht – und deshalb wird angenommen, das Forschungswissen sei schwächer.

                      Tharshikas Erfahrung: Das Gegenteil. Besonders in der klinischen Forschung ist die Schweiz stark.

                      1. Deutsche Direktheit kann teuer werden
                      2. Sie ist Deutsche durch und durch. Und sehr direkt.

                        Das war in der Schweiz kein Vorteil.

                        Kritik kommt nicht ins Gesicht, sondern später per E-Mail. Man merkt nicht sofort, dass eine Frage nicht gut angekommen ist.

                        Ihr Rat: Sich mit der Kultur vertraut machen, bevor man geht. Hospitieren. Beobachten.

                        1. Flache Hierarchien - aber nicht überall
                        2. Am USZ arbeiten viele Deutsche. Damit kommt oft auch deutsche Kultur.

                          In kleineren Spitälern ist es familiärer. Man duzt sich - auch die CEO.

                          Ihr Punkt: Es hängt von Abteilung und Führung ab. Wer in die Schweiz will, muss vorher genau hinschauen.

                          1. Ohne Netzwerk musst du überdurchschnittlich sein
                          2. Tharshika hat kein Mentorat, das sie nach der Rückkehr auf eine Leitungsposition setzt.

                            Ihre Worte: "Ich darf nicht durchschnittlich sein. Ich muss überdurchschnittlich sein."

                            90 bis 100 Stunden Arbeit pro Woche. Ein Drittel des Schweizer Gehalts. Freiwillig.

                            1. Das Thema, das viral ging: Menschlichkeit in der Medizin
                            2. Ihr LinkedIn-Artikel über Menschlichkeit in der Exzellenz hat einen Nerv getroffen.

                              Ihre Erfahrung: Wer empathisch ist, wird als ineffizient abgestempelt. Wer sich Zeit nimmt, wird gerügt.

                              Und die, die Menschlichkeit leben, verlassen am Ende die Medizin.

                              WICHTIGSTES ZITAT

                              "Meine Erfahrung ist: Du wirst bestraft, wenn du empathisch bist. Und das sollte in einem System wie einem Krankenhaus nicht möglich sein."

                              DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                              Wenn du über die Schweiz nachdenkst – schau dir nicht nur das Land an. Schau dir die Abteilung an, die Führung, die Kultur.

                              Und wenn du unsicher bist, wo du gerade stehst:

                              👉 Swiss Readiness Check: www.docsgoswiss.ch

                              47 min
                            3. #102 Der Swiss Readiness Check - Wo stehst du wirklich auf dem Weg in die Schweiz?
                              Kostenlos, persönlich, ehrlich - eine Standortbestimmung für alle, die ernsthaft über die Schweiz nachdenken

                              WAS DU IN DIESER FOLGE ERFÄHRST

                              Warum der Swiss Readiness Check entstanden ist?

                              Viele Anfragen. Gute Profile. Klare Motivation.

                              Und trotzdem: grundlegende Dinge noch nicht auf dem Schirm.

                              MEBEKO-Timing. Karrierechancen. Ist es wirklich der richtige Schritt?

                              Nicht weil die Leute nicht nachdenken – sondern weil sie die richtigen Fragen noch nicht gestellt haben.

                              Wie es funktioniert

                              5 bis 10 Minuten. Formular ausfüllen auf www.docsgoswiss.ch.

                              Innerhalb von fünf Werktagen: eine persönliche Text- und Videonachricht von Martin.

                              Kein Algorithmus. Keine KI. Eine ehrliche Meinung.

                              Auch wenn die Antwort lautet: Noch nicht der richtige Zeitpunkt.

                              Für wen es passt

                              Du denkst ernsthaft über die Schweiz nach – weißt aber noch nicht genau, wo du stehst.

                              Assistenzarzt, Facharzt oder Oberarzt: spielt keine Rolle.

                              Für wen es nicht passt

                              Du willst nur schnell wissen, was du verdienen könntest.

                              Du bist noch mitten im Studium ohne konkrete Pläne.

                              Dann kommen wir nicht wirklich vorwärts. Das wäre vergeudete Zeit für dich.

                              Warum es kostenlos ist

                              Martin lernt von deinen Fragen.

                              Du bekommst eine ehrliche Einschätzung.

                              Ohne Haken. Ohne Druck.

                              WICHTIGSTES ZITAT

                              "Chancen bleiben ungenutzt, weil man sie zerdenkt. Weil der Aufwand zu groß erscheint. Weil man nicht den richtigen Experten hat, der einem die richtigen Fragen stellt."

                              DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                              👉 Swiss Readiness Check starten: www.docsgoswiss.ch

                              9 min
                            4. #101 MEBEKO: Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Anerkennung?
                              Warum der Zeitpunkt der MEBEKO-Anerkennung über Erfolg oder Verzögerung deiner Auswanderung entscheiden kann.

                              DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                              Drei Wege – welcher gilt für dich?

                              • Direkte Anerkennung, indirekte Anerkennung oder Registrierung – je nach Ausbildungskontext und Herkunftsland.

                              • Wichtig: Nicht jeder Facharzttitel ist für die Anerkennung zwischen der Schweiz und der EU berechtigt. Erst prüfen, dann starten.

                              • Warum die MEBEKO früh Sinn macht

                                • Eine eingereichte oder bereits vorliegende MEBEKO-Anerkennung zeigt dem Arbeitgeber: Diese Person meint es ernst.

                                • Sie gibt dem Entscheider sofort Klarheit über deinen Status – direkte Anerkennung, Registrierung, Sondergenehmigung notwendig oder nicht.

                                • Wer ein klares Signal sendet, wird bevorzugt eingeladen.

                                • Was zu spätes Handeln wirklich kostet

                                  • Ein Arbeitsvertrag unter Vorbehalt der Anerkennung hat einen Termin.

                                  • Liegt die Anerkennung nicht rechtzeitig vor, kann der Arbeitgeber den Vertrag aufheben.

                                  • Im schlimmsten Fall: Umzug vollzogen, Wohnung gekündigt, Kind eingeschult – und kein Einkommen. In einem der teuersten Länder der Welt.

                                  • Aber: Die MEBEKO ist kein Alibi

                                    • Viele nutzen die Anerkennung als Alibi-Aufgabe – sie haken sie ab, ohne vorher die entscheidende Frage gestellt zu haben: Passt die Schweiz wirklich zu mir?

                                    • Studium und Facharzt anerkennen zu lassen kostet knapp 2.000 Euro. Wer danach merkt, dass die Schweiz nicht passt, hat 2.000 Euro für ein Stück Papier ausgegeben.

                                    • Erst die Entscheidung treffen. Dann die MEBEKO machen.

                                    • Und: Die MEBEKO ist keine Jobgarantie

                                      • Sie ist ein bürokratisches Kriterium – nicht mehr, nicht weniger.

                                      • Fachgebiet, Bewerbungsqualität, Vorbereitung auf Gespräche, der richtige Vermittler – all das zählt genauso.

                                      • WICHTIGSTES ZITAT

                                        "Eine MEBEKO-Anerkennung zeigt deinen Willen. Aber sie nimmt dir nicht die Entscheidung ab, ob du wirklich in die Schweiz möchtest."

                                        DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                        Fragen zur MEBEKO-Anerkennung? Unsicher, ob dein Facharzttitel anerkannt wird?

                                        👉 www.docsgoswiss.ch

                                        10 min
                                      • #100 Dr. Siamak Sharafi – Kein gerader Weg. Und genau das war richtig.
                                        Chirurg. Forscher. Wundzentrum-Leiter. Und jemand, der die Schweiz zweimal neu entdeckt hat.

                                        DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                                        1. Der Weg muss nicht geradlinig sein
                                        2. Siamak ist dreimal zwischen Deutschland und der Schweiz gewechselt. Kein Fehler. Kein Umweg. Sondern genau das Richtige.

                                          Sein Rat: Wechselt Fachrichtungen. Auch wenn ihr schon wisst, wo ihr bleiben wollt. Es macht euch breiter, stärker, erfahrener.

                                          1. Ein Mentor ist Gold wert
                                          2. Hart, aber gerecht. Siamaks Mentor in Bern hat nicht nur Chirurgie gelehrt – sondern was einen guten Arzt ausmacht.

                                            Als der Mentor die Klinik verließ, zog Siamak aus Loyalität mit. Rückwirkend: die beste Entscheidung.

                                            1. Schweiz oder Deutschland – eine Frage des Zeitpunkts
                                            2. Die Schweiz: mehr Struktur, mehr Schutz, mehr Betreuung am Anfang.

                                              Deutschland: mehr Case-Load, früher Verantwortung, mehr Exposition.

                                              Es gibt kein perfektes System. Nur den richtigen Zeitpunkt für den richtigen Schritt.

                                              1. Kommunikation in der Schweiz – beobachten, nicht kopieren
                                              2. Feinfühliger. Respektvoller. Ruhiger – auch bei schwierigen Themen.

                                                Wer das nicht ernst nimmt, bekommt schnell Probleme. Wer authentisch bleibt und trotzdem offen ist, wird als Bereicherung wahrgenommen.

                                                1. Das größte Missverständnis
                                                2. "Viel Geld, Land von Milch und Honig, einfach hinkommen und so bleiben wie man ist."

                                                  Funktioniert nicht. Für solche Leute ist die Schweiz nichts. Eigentlich ist jedes Land nichts für solche Leute.

                                                  WICHTIGSTES ZITAT

                                                  "Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt und keinen geraden Weg. Es gibt nur den richtigen Moment für den richtigen Schritt – und die Leidenschaft, ihn zu gehen."

                                                  **DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                                  Der Weg muss nicht perfekt sein. Er muss zu dir passen.

                                                  👉 Wenn du Unterstützung brauchst: www.docsgoswiss.ch**

                                                  43 min
                                                3. #99 Zu Gast bei Annette Szabó – Warum Ärzte aufhören zu kämpfen
                                                  Ein offenes Gespräch über Erschöpfung, Wertschätzung und die Frage: Was bin ich mir selbst wert?

                                                  DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                                                  1. Die Schweiz ist nicht automatisch besser – sie muss passen

                                                  2. Nicht besser oder schlechter.
                                                    Anders.
                                                    Für die einen ist das Bildungssystem ein Grund zu gehen. Für andere ein Grund zu bleiben.
                                                    Die häufigste Fehlerwartung: "Die sprechen Deutsch, also ist es wie bei uns."
                                                    Falsch. Die Schweiz ist wirtschaftlich und gesellschaftlich eher angloamerikanisch organisiert.
                                                    Wer das nicht versteht, wird enttäuscht.

                                                  3. Was Ärzte wirklich antreibt – und was sie kaputt macht

                                                  4. Nicht nur Geld. Nicht nur Arbeitszeiten.
                                                    Was fehlt: Wertschätzung. Gesehen werden. Jemand, der sagt:
                                                    "Du hast diese Woche viel gegeben. Geh früher nach Hause."
                                                    Schwäche zeigen wird im deutschen System bestraft.
                                                    Der Assistenzarzt, der sich Zeit für Patienten nimmt, bekommt eine Kündigung
                                                    – weil er nicht schnell genug ist.
                                                    Und dann der Mythos: Als Facharzt wird alles anders.
                                                    Nein. Martin spricht auch mit Chefärzten, denen es genauso geht.

                                                  5. Psychologische Sicherheit – warum Veränderung von oben kommen muss

                                                  6. Burnout-Webinare in Deutschland: anonym. Kein Name, kein Gesicht.
                                                    Weil die Teilnehmer Angst haben, dass der Vorgesetzte sie erkennt.
                                                    Ärzte lassen sich nicht mal von Martin auf der Website zitieren – aus Angst, dass die Karriere leidet.
                                                    Solange Vorgesetzte nicht selbst vorangehen und Schwäche zeigen, wird sich nichts ändern.

                                                  7. Der Medizinstudent mit der ehrlichen Bewerbung

                                                  8. Ein junger Arzt am Ende seines Studiums. Frustriert.
                                                    Schreibt in die Bewerbung, was alle wissen und keiner sagt:
                                                    "Lieber Herr X, wir wissen ja alle – Fachärzte wollen alle haben,
                                                    aber im ersten und zweiten Weiterbildungsjahr bitte nicht."
                                                    Sechs Einladungen. Mehrere Rückmeldungen: "Erfrischend."

                                                  9. Nicht jeder sollte in die Schweiz gehen

                                                  10. Die Mehrheit der Beratungsgespräche endet nicht mit einer Auswanderung.
                                                    Und das ist richtig so.
                                                    Manchmal fehlt der Partner noch im Gespräch. Manchmal ist die Stelle nicht realistisch. Manchmal ist die ehrliche Antwort: Nicht jetzt.
                                                    Eine gute Beratung spart Zeit und Geld – und hilft, Energie in die richtige Richtung zu lenken.

                                                  11. Das Privileg, Arzt zu sein

                                                  12. Geh auf die Straße. Frag hundert Menschen, ob sie mit dir tauschen würden.
                                                    Neunundneunzig sagen Ja.
                                                    Warum? Weil Ärzte etwas haben, das in der aktuellen Wirtschaftslage selten geworden ist: Jobgarantie. Wahlmöglichkeit. Mobilität.
                                                    Das ist ein Privileg. Es darf ausgenutzt werden – in alle Richtungen.

                                                    WICHTIGSTES ZITAT

                                                    "Ich kann nur Arzt oder Ärztin sein, wenn es mir gut geht. Und die Patienten merken das. Wertschätzung kann man nicht spielen."

                                                    DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                                    Diese Folge ist keine Fakten-Folge.
                                                    Sie ist für dich, wenn du das Gefühl hast: Es geht so nicht weiter.
                                                    Wenn du wissen willst, ob die Schweiz für dich eine Option ist – oder welche anderen Wege es gibt:
                                                    👉 www.docsgoswiss.ch

                                                    Und hier findest du Annette Szabó.

                                                    44 min
                                                  13. #98 Von Köln nach Kreuzlingen – Prof. Dr. Rödiger Voss über 20 Jahre Schweiz
                                                    Ein Wirtschaftspädagoge, eine Studie über 5 Jahre Social-Media-Diskussionen – und 20 Jahre eigene Erfahrung als Deutscher in der Schweiz

                                                    DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                                                    1. Indirekte Kommunikation – das Missverständnis Nummer eins

                                                    2. Der Schweizer sagt: "Lass uns in zwei Wochen noch mal drüber reden."
                                                      Der Deutsche hört: Vielleicht klappt's noch.
                                                      Gemeint ist: Das Thema ist erledigt.
                                                      Rödigers Tipp: Wer aus Baden-Württemberg statt Köln oder Berlin kommt, tut sich leichter – die Mentalität liegt näher an der Schweiz.

                                                    3. Die deutsche Direktheit dosieren

                                                    4. Forsch sein, ja – aber nicht zu forsch.
                                                      Wer zu direkt auftritt, wird schnell zum "deutschen Besserwisser".
                                                      Rödigers Selbsteinschätzung nach 20 Jahren: ein "halbwegs gelungener Hybrid" – in Köln gilt er inzwischen als zurückhaltend, in der Schweiz als ziemlich direkt.

                                                    5. Was die Auswanderungs-Diskussion auf X wirklich zeigt

                                                    6. 5 Jahre Datenanalyse, Kernergebnis: 80 % der Kommentare sind positiv – Job, Verdienst, Lebensqualität.
                                                      20 % sind negativ, oft verbunden mit dem "Deutschland-Blues" bei der Rückkehr.
                                                      Auffällig: Wer nach Deutschland zurückkehrt und in eine durchmischte Großstadt zieht, ist oft geschockter als jemand, der ins ländliche Umfeld zurückkehrt.

                                                    7. Warum Menschen die Schweiz wieder verlassen

                                                    8. Häufigster Grund: das Finanzielle. Wer im Alter weniger in die Schweizer Sozialleistungen eingezahlt hat, zieht es oft zurück.
                                                      Gleichzeitig zieht es viele Schweizer ins günstigere Süddeutschland oder nach Frankreich.

                                                    9. Worauf Schweizer am Anfang besonders sensibel reagieren

                                                    10. Flache Hierarchien: Wer Mitarbeitende von oben herab behandelt, scheitert schnell – auch als Chefarzt.
                                                      Wertschätzung ist zentral. Wer abwertend kommuniziert, wird "zu hundert Prozent abgeschaltet".

                                                    11. Verkehrsmedizin als Nische

                                                    12. Rödigers Frau leitet ein Institut für Verkehrsmedizin in Kreuzlingen – ein Spezialfeld, vergleichbar mit der deutschen MPU. Für den Facharzttitel braucht es 2 Jahre Tätigkeit an einem verkehrsmedizinischen Institut. Privat abgerechnet, keine Kassenleistung.

                                                    13. Die eine Frage am Ende

                                                    14. Will ich mehr Selbstmanagement, mehr Eigenverantwortung – und akzeptiere dafür höhere Mieten, private Krankenversicherung, mehr Eigenleistung bei der Kinderbetreuung?
                                                      Rödigers Rat: Einfach ausprobieren. Mit Leuten sprechen, die zurückgegangen sind. Auch das ist okay.

                                                      WICHTIGSTES ZITAT

                                                      "Wer abwertend kommuniziert, wird hundertprozentig abgeschaltet. Wertschätzung ist in der Schweiz eine sehr, sehr wichtige Sache."

                                                      DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                                      Wenn du über die Schweiz nachdenkst:
                                                      Mach dir bewusst, dass es nicht nur um Job und Geld geht.
                                                      Es muss kommunikativ und menschlich passen.

                                                      👉 Wenn du Unterstützung brauchst: www.docsgoswiss.ch – dort findest du auch den Auswanderleitfaden.

                                                      26 min
                                                    15. #97 10-Millionen-Initiative abgelehnt: Musst du dich jetzt als Arzt beeilen, in die Schweiz zu kommen?
                                                      Dachte 1 s nach Untertitel Was die Abstimmung über Zuwanderung, Wohnraum und Fachkräftemangel wirklich zeigt

                                                      DIE WICHTIGSTEN LEARNINGS

                                                      1. Worum ging es bei der Abstimmung wirklich?

                                                      2. Die Initiative wollte verhindern, dass die Schweiz die Grenze von 10 Millionen Einwohnern überschreitet.
                                                        Heute: rund 9,1 Millionen Menschen. Seit der Personenfreizügigkeit Anfang der 2000er: + 1,7 Millionen.
                                                        Ergebnis: 55 % Nein, 45 % Ja. Klar abgelehnt – aber fast jede zweite Person konnte den Sorgen etwas abgewinnen.

                                                      3. Geht es um Ausländerfeindlichkeit?

                                                      4. Martins Eindruck: Bei den meisten nicht.
                                                        Die Sorgen, die er in Gesprächen hört: steigende Mieten, fehlender Wohnraum, volle Züge, Staus, Infrastruktur, Schulen, Gesundheitsversorgung.
                                                        Die Frage ist meist nicht "Brauchen wir Ausländer?" – sondern "Wie organisieren wir Wachstum in einem kleinen Land?"

                                                      5. Was bedeutet das konkret für Ärzte?

                                                      6. Erst einmal: gar nichts.
                                                        Personenfreizügigkeit und EU-Verträge verschwinden nicht über Nacht. Selbst bei politischen Veränderungen gäbe es Übergangsfristen.

                                                      7. Der Punkt, den viele übersehen

                                                      8. Bevölkerungswachstum ist ein Thema. Eine alternde Bevölkerung mit steigendem Versorgungsbedarf ein anderes.
                                                        Spitäler und Praxen berichten weiterhin von Fachkräftemangel – besonders in bestimmten Fachrichtungen.
                                                        Zuwanderungsdebatte und Fachkräftebedarf sind zwei unterschiedliche Themen.

                                                      9. Was Martin Ärzten empfiehlt

                                                      10. Die Entscheidung nicht von einer Volksabstimmung abhängig machen.
                                                        Wichtiger: Passt die Schweiz zu meinem Leben? Zu meiner Familie? Zu meinen beruflichen Zielen? Kann ich mir vorstellen, hier langfristig anzukommen?

                                                        WICHTIGSTES ZITAT

                                                        "Ich sehe aktuell keinen Hinweis darauf, dass qualifizierte Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz plötzlich nicht mehr gebraucht würden. Im Gegenteil."

                                                        DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                                        Wenn du über die Schweiz nachdenkst:
                                                        Mach deine Entscheidung nicht von Schlagzeilen abhängig.
                                                        Stell dir lieber die echten Fragen:

                                                        • Passt die Schweiz zu meinem Leben?
                                                        • Zu meiner Familie?
                                                        • Zu meinen Zielen?
                                                        • 👉 Wenn du Fragen hast: www.docsgoswiss.ch

                                                          7 min
                                                        • #96 Zu Gast bei David - Warum Kommunikation über Erfolg oder Scheitern entscheidet
                                                          Wie du kommunikativ richtig in der Schweiz ankommst

                                                          DIE 3 WICHTIGSTEN LEARNINGS

                                                          1. Komm ohne Meinung

                                                          Möglichst keine Meinung mitbringen.

                                                          Wie ein dreijähriges Kind: Was ist das? Warum macht ihr das so?
                                                          Sobald du sagst "Bei uns zu Hause war das besser" – verlierst du.
                                                          Das mögen Schweizer nicht. Das kommt rechthaberisch rüber.
                                                          Sie holen dich, weil du als Fachkraft fehlst. Die Erwartung: Du integrierst dich ins System.

                                                          2. Schweizer sagen es – aber du hörst es nicht

                                                          Martins eigene Geschichte:

                                                          Sein Chef hat ihm regelmäßig Kaffee angeboten, sich Zeit genommen, freundlich gefragt wie es weitergeht.
                                                          Martin dachte: "Super Chef, der interessiert sich für mich."
                                                          Was der Chef wirklich sagen wollte: "Wir haben keine Stelle für dich. Schau dich rechtzeitig um."
                                                          Schweizer kommunizieren. Aber anders.
                                                          Wenn du es nicht verstehst: Frag direkt nach. Oder hol dir jemanden, der es dir übersetzt.

                                                          3. Probezeit-Kündigung gibt es wirklich

                                                          In Deutschland: Kaum vorstellbar.

                                                          In der Schweiz: Passiert.
                                                          Wenn du der "Störfaktor" im Team bist, gehst du. Nicht die anderen.
                                                          Schweizer hassen offene Konflikte. Sie planen das Team wie ein Fußballtrainer. Passt die Chemie nicht, wird ausgetauscht. Und zwar der Neue.
                                                          → Arbeitgeber suchen, die einen begleiten. Nicht nur einen Job.

                                                          WEITERE THEMEN:

                                                          • Deutsch ist für Schweizer erste Fremdsprache → nicht unterschätzen
                                                          • Partner/Familie von Anfang an einbeziehen (!)
                                                          • System Overload: Sprache + neue Kollegen + neue Wohnung = zu viel auf einmal
                                                          • Arbeitgeber, die nicht begleiten: rotes Flag
                                                          • WICHTIGSTES ZITAT

                                                            "Möglichst keine Meinung haben. Wie ein dreijähriges Kind, das langsam sprechen lernt: Was ist das? Warum macht ihr das so? Weil in dem Moment, wo ich nichts mitbringe, laufe ich nicht Gefahr zu sagen: Bei mir zu Hause war es besser."

                                                            DEIN NÄCHSTER SCHRITT

                                                            Wenn du dich auf die Schweiz vorbereitest:

                                                            Kommunikation lernen, bevor du ankommst.

                                                            Wenn du bereits in der Schweiz bist:

                                                            Hör auf die Zwischentöne. Frag nach, wenn du dir nicht sicher bist.

                                                            Über David Gurrea Salas:

                                                            Podcast: Die Geheimnisse der deutschen Sprache

                                                            Wenn du Unterstützung brauchst:

                                                            👉 www.docsgoswiss.ch

                                                            37 min

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