Es bleibt unklar, wie es zum Tod des italienischen Verlegers Giangiacomo Feltrinelli (1926-1972) kam (im Roman Tonio Bocacelli, da mit dieser Person einige nicht erwiesene Behauptungen verbunden werden). Seine Biographie ist sehr schillernd: bei den Partisanen im Krieg, Gründung eines Verlages, in dem Bücher von Pasternak verlegt wurden, Kontakte zu kubanischen Revolutionären, Rechte an den Büchern Fidel Castros und dann auf Umwegen im Besitz des letzten Tagebuchs von Ché Guevara. Auch das weltberühmte Foto des Ché, das zur IKone wird, bekommt er vom Fotografen geschenkt und bringt es unter die Leute. Mit seiner Pistole erschießt in Hamburg Monika Ertl den mutmaßlichen Mörder des Ché, der dort als Konsul arbeitet. Er stirbt Mitte März 1972 bei einer Explosion unter einem Strommast, nachdem er sich den Roten Brigaden angeschlossen hatte. War es ein Unfall, ein Suizid oder gar Mord? Der Roman sucht diese Unklarheiten zu deuten, nah an den Fakten, doch auch mit einer Portion kühner Behauptung.
Literatur: Carlo Feltrinelli, Senior Service. Das Leben meines Vaters Giangiacomo Feltrinelli, München 2001