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Der traditionelle Staffel-Rückblick mit Dr. Schuppe. Review der Haupt-Themen dieser Staffel: Raus aus dem Kinderzimmer, Ausprobieren und Quatsch machen, die Machtposition des Künstlers, der Fall Bernd Begemann und die Damenbesuche im Reihenhaus und anderswo.
Am Ende dann ein kleiner Ausblick in die Staffel 3 mit dem Song „Erster Fluchtversuch“ der Band Splendid
Und das ist übrigens die Reflektor-Folge mit Bernd Begemann (falls sich das jemand antun will )
Hallo zusammen, wir nähern uns dem Ende der 2. Staffel von Endstation Germering, die ja den Titel “Raus aus dem Kinderzimmer” trägt. In dieser Staffel habt mit mir nochmal meine ersten Auftritte als Liedermacher durchlebt, seid mit mir zusammen von zuhause in das blaue Zimmer in der Moosach WG gezogen und habt einige musikalische Zeugnisse dieser Zeit zu hören bekommen. Und der Gast (bzw. eigentlich die Gastgeberin) der heutigen Folge hat für mich eine ziemlich zentrale Rolle in dieser Zeit gespielt.
Wir schreiben den Frühsommer 1995, meine musikalischen Projekte kommen immer mehr in Schwung, ich bin sowohl solo als Goldberg als auch als Bassist der Band Splendid auf den Bühnen des Münchner Umlands unterwegs. Und mit dabei – manchmal im Publikum, manchmal zusammen mit Teresa auch hinter mir als Sängerin auf der Bühne – ist Anja, eine junge Frau aus unserer Freundesclique, die – das finde ich ziemlich cool – auch Schlagzeugerin bei der Germeringer Band Quill ist. Und es ergibt sich, dass wir uns näher kommen und dann – an einem schönen Julitag – feststellen, dass wir gerne ein Paar sein wollen. Das ist dann natürlich ein echtes Highlight in meinem Leben.
Der Haken ist, dass Anja kurz darauf (vielleicht war das sogar am nächsten Tag) für mehrere Wochen nach Griechenland reist und mich – frisch verliebt, aber einsam – in Moosach zurücklässt. Diese Sommerferien sind auf jeden Fall die längsten meines Lebens, ich arbeite 4 Wochen davon als Briefträger in Moosach und bin jeden Tag mit meinem gelben Fahrrad in den Nebenstraßen des Viertels unterwegs.
Anja und ich schreiben uns Briefe von Moosach nach Griechenland und zurück und träumen davon, wie es wird, wenn wir endlich zusammen sind. Und – ihr ahnt es schon – die Wirklichkeit war dann nicht ganz so rosarot wie all unsere Träume, denn nach einer schönen Pärchenphase im Spätsommer schieben sich mit dem Herbst dunkle Wolken in den “Alltag” unserer Beziehung und im November zieht Anja dann den Schlussstrich und beendet unsere gemeinsame Zeit.
Das war natürlich echt übel, vor allem im düstersten Monat des Jahres, November. Autsch. Aber der Vorteil als Musiker ist ja, dass so ein Moment eine wunderbare Inspiration für sehr traurige (aber daher auch sehr schöne) Songs sein kann. Ich hab das Phänomen ja schon in meiner Snack Folge zu “Ein kleines Stück” beschrieben, da war es ja auch der zurückkehrende Liebeskummer, der mich erwischt und inspiriert hat. Das Ende der Beziehung mit Anja hat eben auch ein schönes Lied ausgelöst, das heißt “denn morgen bricht mein Winter an” und passt perfekt für den heutigen Tag, denn diese Folge erscheint am 21. Dezember, Winteranfang…
Die Landsberger Straße liegt im Neonlicht. 2, 3 Huren stehen am Straßenrand und frieren. Der letzte Bus fährt um halb 3, stadteinwärts und der Mond liegt bleich über Pasing, ja der Mond liegt bleich über Pasing. Doch die Asphalt Cowboys reiten stadtauswärts auf der Suche nach einer Ranch.
Kurzer Snack zum Schlager-Duo „Das Glied“. Mit Flo Zwietnig (Gitarre und Gesang) und meiner Wenigkeit an der Hammond Orgel. Das Projekt war kurz und wild und hat einen Platz in diesem Podcast verdient, weil es doch für ein paar Ohrwürmer gesorgt hat. Und weil es den eigentlich immer freundlichen Marc Liebscher zu dem Satz „Tu mir das nie wieder an“ verleitet hat.
Er ist zurück in meinem Leben! Nach ca. 25 Jahren Funkstille habe ich einen meiner besten Freunde – Flo Zwietnig – wiedergefunden und mit ihm ein langes Interview über seine bewegte Musikkarriere geführt. Flo war nicht nur meine bessere Hälfte auf unserer gemeinsamen Indienreise in 1994, mein musikalischer Begleiter in mehreren Bands, meine Stilikone in Sachen Hair Metal und Dogs D’Amour und mein Role Model in Sachen Vegetarischer Lebensführung. Nein, er hat auch nach unserem Aufwachsen in Germering eine spannende Karriere hingelegt, erst in Salzburg, dann in Berlin, als ein Teil des Elektro-Punk Duos Mediengruppe Telekommander.
Jede Menge Links zum Weiterlesen, weiterhören und weiterschauen
Wer ist zu hören?
Jochen Quindel aka Goldberg. Marina war der Name meiner Gitarre
Wann ist das entstanden?
Frühjahr 1995. Das traditionell schwierige zweite Album. Wenn man als Künstler ganz beseelt von dem frühen Ruhm ist und mit dem nächsten Album alles noch besser machen will. Oder muss.
Wo und wie aufgenommen?
Aufgenommen im blauen Zimmer in der Moosach WG. Ausgenommen der Song „Legoland“, der in den SAE Studios München entstanden ist im Rahmen der Aufnahmen zu „Scherben aus Porzellan“. Wie üblich komme alle Stimmen auf den Aufnahmen von mir. Wenn man meint, eine Frauenstimme zu hören, dann bin das auch ich, nur mit Hilfe der 4-Spur Technik um ein paar Oktaven nach oben gepitcht
Was sieht man auf dem Cover?
Das eigentlich Cover ist leider verschollen. Die Suche danach ist noch im Gange. Daher habe ich für diese Folge ein Foto von einem meiner Auftritte im Haus 11 im Kloster Fürstenfeld genutzt.
Ganzes Album anhören auf…
Hab ich „bandcamp“ gesagt? Quatsch, natürlich ist das Album auf meiner eigenen Website, auf https://endstationgermering.de/album/goldberg-marina-legoland-legoland/
Mein heutiger Gast ist nicht nur ein Zeitzeuge und Begleiter aus meiner damaligen Zeit, sondern hat auch heute noch mit Musik zu tun. Daniel kann eine Menge erzählen rund um die Arbeit eines Musik-Labels, die Abrechnungsmodelle von Spotify und wie sich Veränderungen in der Gesellschaft seit Mitte der 90er auf die lokalen Musikszenen ausgewirkt haben.
Daniel Dinkel war in den 90ern Vorstand von subkultur e.V., einer Musikerinitiative aus Fürstenfeldbruck, denen ich viele Kontakte und Auftritte als Goldberg verdanke. Und er hat mich schon vor längerer Zeit zuhause in unserem Wintergarten in Gilching auf ein Interview besucht. Unterlegt ist diese Folge mit Musik von damals und einigen Songs aus dem Katalog von seinem Musiklabel Galileo Music Communications.
Die Songs in dieser Folge
Links für mehr Musik und Szene
30 Jahre lang lang haben all meine Freunde gerätselt, wer denn diese Yvonne eigentlich ist, von der ich in dem gleichnamigen Lied singe. Und mit dieser Snack-Folge wird nun endlich das Rätsel gelüftet – die mysteriöse Dame namens Yvonne bekommt eine Stimme und die Gelegenheit, ihre Sicht und Erinnerung zu diesem Abendessen in der Moosach WG einzubringen. Ich hab sie nämlich neulich (rund um Halloween) in ihrem Reihenhaus in Germering besucht und – wie es unsere Tradition fordert – mit einem Glas Wein auf unser Wiedersehen angestoßen.
Diesmal ist es allerdings bei 2 Gläsern Wein geblieben, schließlich haben wir ja aus Erfahrung gelernt. Wir hatten trotzdem sehr viel Spaß beim Schwelgen in Erinnerung und haben selbst die unangenehmen, offenen Themen von damals alle auf den Tisch gebracht. Volle Transparenz. Ich bin sehr froh, dass Yvonne sich mit mir auf dieses Abenteuer eingelassen hat und hoffe, dass Euch das Anhören auch soviel Spaß macht
Zum Nachhören:
In dieser Staffel widmen wir uns ja der Anfangszeit meiner eigenen kleinen Karriere als Popstar, insbesondere meinem Soloprojekt Goldberg. Und Goldberg war ohne Teresa nur halb so schön – Teresa hat mich nämlich in meiner Anfangszeit als Liedermacher immer wieder wunderbar als Background-Sängerin unterstützt und auf der Bühne begleitet.
Ich hab Teresa also zuhause in Seefeld im schönen Fünfseenland vor München besucht. Geplant hatte ich vor allem 2 Themen, zum Einen ist Teresa ein Dauergast im Strom Club gewesen und hat mit mir diese prägende Zeit erlebt. Diese Zeit der frühen 90er, als die Britpop Szene in München noch jung war und wir uns alle richtig exklusiv fühlen durften. Außerdem war Teresa wie ich auch kein großer Fan vom Atomic Cafe, es lässt sich also hervorragend mit ihr in Erinnerungen schwelgen. Zum Anderen wollte ich von ihr wissen, wie es zu der Kooperation mit der Promi-Band Isar 12 kam, mit denen sie (für mich völlig überraschend) plötzlich einen Song gesungen hat. “September, Oktober, November”, eine wunderschöne, indisch angehauchte Elektronik Nummer.
Neben diesen beiden Musik-Szene-Themen haben wir beide auch ausführlich über die Gleichberechtigung im Germering der 90er gesprochen, darüber, wie sich die Rollen von Jungs und Mädchen unterschieden haben und woran das wohl gelegen hat. Und zuguter Letzt entdecken wir beide noch eine gemeinsame Erinnerung an die wilde Seite von Germering, mit Schlägereien, Rivalitäten und Zeugenaussagen.
Nach meinem Gespräch mit Teresa gibt es dann auch noch meine erste richtige Studioaufnahme als Goldberg obendrauf, die ich 1995 in den SAE Studios mit meinem Freund Markus Heilmeier aufgenommen habe: „Scherben aus Porzellan“, ein Lied über das erste Verliebtsein, über den Himmel voller Geigen und danach eben um die Scherben aus Porzellan. Den Song gibt es auch auf Spotify, fügt ihn gerne Eurer aktuellen Playlist hinzu
Merkenswert:
Eine Wohn-Siedlung in der bürgerlichen Ecke von München Moosach. Wir betreten ein Reihenhaus und gehen geradeaus durch die Tür in ein Zimmer.
Was als Erstes auffällt: Die Wände sind in einem freundlichen hellblau gestrichen. Fast hinter dem Kleiderschrank versteckt liegt eine Matratze am Boden, wobei, ganz am Boden liegt sie nicht. Da scheint noch der Rahmen eines 70er Jahre Sofas darunter zu liegen. Die Matratze ist sehr schmal, das ist also definitiv kein Liebesnest, sondern eher die Variante armer Student.
An der Wand über dem Bett hängt eine akustische Gitarre, Marina steht in geschwungenen Buchstaben auf dem Kopf der Gitarre. Auf dem Korpus neben dem Griffbrett ein abgewetzter Aufkleber: “Goldberg braucht Geld” ist da zu lesen.
Neben dem Bett auf dem Boden ein kleines Bücherregal, ein paar Bücher sind zu erkennen: Der Mensch und seine Symbole von C.g. Jung, daneben Der Spiegel im Spiegel von Michael Ende. Aber auch ein Duden für Rechtschreibung und Star Wars – das Buch zum Film.
Willkommen in meinem ersten WG Zimmer in Moosach. 1995 habe ich nämlich den Schritt gewagt und mein Elternhaus in Germering verlassen. Zusammen mit Christoph Renner, Sandra und Stefan habe ich eine WG gegründet und dort die ersten Erfahrungen mit dem Alleine-Leben gemacht.
Den Christoph habe ich neulich mal besucht und mit ihm über die WG Zeiten gesprochen. Außerdem war Christoph auch für die Musikszene dieser Zeit als Schlagzeuger der Band Ultra Violet ein wichtiger Zeitzeuge. Von all diesen Themen handelt diese Podcast Folge. Achja, und um Rasenmähen geht es natürlich auch noch…
Die Staffel 2 trägt ja die Überschrift “Raus aus dem Kinderzimmer”. Und in dieser Folge wird es um einen Freund aus den Germeringer Tagen gehen, der dieses Motto absolut wörtlich genommen hat, denn Felice, dieser wilde Kerl, ist am Morgen nach der Abifeier mit dem Zug nach Berlin zur Love Parade gefahren und fast ein halbes Jahr nicht mehr nach Hause gekommen.
Felice Götze habe ich an einem klirrend kalten Nachmittag nach Weihnachten am Kiosk am Baggersee für ein Interview getroffen. Wir haben über seine Reise von Rave zu Rave gesprochen und über die überraschende Berufung als Chefredakteur des Magazins RAVELINE. Wir haben mit dem Mythos aufgeräumt, dass Felice einmal Regie bei einem Tatort gemacht hat, aber stattdessen viel über das TV Business erfahren. Außerdem sprechen wir natürlich über seine Jugend in Germering – Felice liefert spannende Einblicke in den Alltag im Knast, der Jugendbegegnungsstätte in Germering. Am Ende klären wir dann final die Frage, ob Techno nun wirklich die Menschheit, die Welt und die Natur gerettet hat.
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SILENTSEVIR – aufstrebender EDM Artist aus Wien (naja, eigentlich aus Steinebach am Wörthsee, aber mittlerweile lebt er in Wien), der mir netterweise 2 seiner Songs für diese Folge zur Verfügung gestellt hat.
RAVELINE – DAS HEFTARCHIV – Raveline hieß das Techno Magazin, für das Felice als Chefredakteur verantwortlich war. Er sagt dazu „Die Ausgaben, bei denen ich Chefredakteur war laufen von November 94-August 96. Meine Lieblingsausgaben sind Dezember 94, Mai 95, September 95 sowie März 96 & August 96”
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