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Was macht das Corona-Virus eigentlich mit uns? Das frage ich mich immer wieder, wenn ich über bestimmte Reaktionen nachdenke, die mir in den letzten Tagen begegnen. In sozialen Medien wird derjenige vehement beschimpft, der es noch wagt, außer Haus zu gehen. Ich höre Vermutungen, dass das Virus möglicherweise bewusst in die Welt gesetzt worden ist.
Die einen klagen darüber, dass die Regierung nicht schon längst strengere Maßnahmen eingeleitet hat. Die anderen betrachten die ganzen Einschränkungen als völlig unverhältnismäßig. Ich stolpere über eine plötzliche Empfindlichkeit, was humorvolle Bemerkungen angeht oder stehe staunend vor den leer gekauften Regalen im Supermarkt (nur nebenbei: beim Biosortiment sieht es meistens besser aus).
Corona macht etwas mit mir!
Während ich noch distanziert und scheinbar erhaben über solche Reaktionen nachdenke, merke ich, dass ich mich durchaus auch an meine eigene Coronanase fassen kann: Abgesagte Termine spornen meinen Ehrgeiz an, eine Alternativlösung zu finden. Wo kämen wir schließlich hin, wenn jedes dahergelaufene Virus meinen Terminplan durcheinanderbringen würde?! Hier füge ich mich offen gestanden nur zähneknirschend in das Unausweichliche.
Wo kämen wir hin, wenn jedes dahergelaufene Virus meinen Terminplan durcheinanderbringen würde?! Hier füge ich mich nur zähneknirschend in das Unausweichliche.
Außerdem lebe ich nach der Maxime, dass ein Worstcase-Szenario grundsätzlich nur in den wenigsten Lebenslagen tatsächlich eintritt. Deshalb fällt es mir auch schwer zu akzeptieren, wenn andere an dieser Stelle sensibler oder ängstlicher sind. Ich selbst reagiere hingegen vorschnell, wenn es darum geht, anderen meine Hilfe anzubieten – wie man das als guter Christ in einer solchen Lage schließlich tut. Im Nachhinein frage ich dann, wie ich es bloß stemmen soll, wenn tatsächlich alle Angesprochenen auf das Angebot zurückkommen.
Was mache ich mit Corona?
Einige Vorfälle und Beobachtungen verwundern und irritieren mich. Andere machen mich einfach nur traurig oder lassen mich in einem Gefühl der Hilflosigkeit zurück. Das sind dann die Momente, in denen ich erahne, wie tief die Coronakrise manche Menschen trifft und noch treffen wird: Selbstständige, die um ihr Geschäft bangen. Alleinerziehende, die sich durch unbezahlten Urlaub, den sie für die Betreuung ihrer Kinder brauchen, um Gehaltseinbußen Sorgen machen. Ältere Menschen, die völlig isoliert und einfach nur dankbar für den kleinsten Kontakt sind – und sei er auch im virtuellen Raum. Und all das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, von dem, was Corona mit sich bringt und mit uns macht.
Corona macht etwas mit uns, mit mir. Das steht außer Zweifel! Die Frage, die sich mir in all dem stellt, ist: Was mache ich mit diesen ganzen Begegnungen, Reaktionen und Beobachtungen? Für eine abschließende Antwort darauf ist es noch viel zu früh, und die Fragstellung wird mich sicherlich noch eine ganze Weile beschäftigen.
Corona macht etwas mit uns, mit mir. Das steht außer Zweifel! Die Frage, die sich mir in all dem stellt, ist: Was mache ich mit diesen ganzen Begegnungen, Reaktionen und Beobachtungen?
Corona ist eine Chance zur persönlichen Veränderung
Fünf Punkte sind mir bislang aber schon wichtig geworden:
Wo ich Verhaltensweisen als übertrieben oder überängstlich empfinde, möchte ich barmherzig sein. Jeder reagiert seinem Naturell und seiner Geschichte entsprechend anders auf die Herausforderung durch Covid-19. Selbst wenn ich gewisse Befürchtungen …