Fadegrad

Fadegrad

By Fadegrad: Podcast der Kirche in der OstschweizReligion & Spirituality
Download on the App Store

Fadegrad episodes

  • Irina Pando: Glaube, Liebe - und Fussball

    Als Kind träumte sie nicht davon, Prinzessin, sondern Profi-Fussballspielerin zu werden. Und das wurde Irina Pando auch. Sie spielte beim FC Zürich, in den USA, beim FC Luzern, bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga und bei der Schweizer Frauen-Nati. Ihre Fussballkarriere beendete sie letzten Sommer und ist nun als Mathe- und Sportlehrerin «Trainerin» für ihre Schüler:innen.

    Auch privat führt die 29-jährige ein bewegtes Leben: Nach ihrer Hochzeit mit Dajana Pando haben die beiden Frauen kürzlich ihr erstes Kind bekommen. Kennen gelernt haben sich die beiden in einer Freikirche. Podcast-Gastgeberin Ines Schaberger hat Irina Pando in Zürich besucht und mit ihr über ihren Glauben, die Liebe und natürlich über Fussball gesprochen.


    Highlights der Podcastfolge mit Irina Pando:

    00:50 Frischgebackene Mami

    02:11 Kindheitstraum: Fussballprofi

    03:31 Der Alltag einer Fussball-Profispielerin

    05:01 Irinas Stärken und Schwächen

    07:08 Misserfolge: Als Irina die EM verpasst hat

    12:50 Karriereende mit 28: Warum?

    14:26 Als Lehrerin ist Irina Trainerin ihrer Schüler:innen

    16:01 Liebesgeschichte von Irina und Dajana

    19:58 Das Coming-Out in einer Freikirche

    23:40 Glaube & Zweifel

    26:57 Kinderwunsch & Familiengründung

    31:50 Was würde Irina ihrem 15-jährigen ICH sagen?

    Fadegrad ist ein Podcast mit Lebensgeschichten, direkt und ohne Tabus. Wir fragen Menschen, warum sie tun, was sie tun und wie sie geworden sind, wer sie sind. Präsentiert von den evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchen der Ostschweiz (SG/AI/AR).

    Fotos & Videos mit Irina Pando gibt es auf Instagram:

    https://instagram.com/fadegrad_podcast

    Feedback und Themenvorschläge sind willkommen an:

    feedback(at)fadegrad-podcast.ch

    https://fadegrad-podcast.ch


    34 min
  • Hoftötung für mehr Tierwohl: Ein Blick hinter die Kulissen

    Petra und Thomas Fäh führen den Bauernhof Notkersegg in der Stadt St.Gallen. Sie pachten den Hof vom Kloster Notkersegg und betreiben eine klassische Milchwirtschaft. Seit kurzem führen sie Hoftötungen durch. Dabei werden die Tiere auf dem Bauernhof, in gewohntem Umfeld getötet, dadurch wird ihnen der Transport zum Schlachtbetrieb erspart. Dieser ist für viele Tiere mit viel Stress verbunden, da sie auf dem Weg und im Betrieb neue Geräusche, andere Tiere wahrnehmen.

    Die Firma Waidwerker (https://waidwerker.ch/) aus Appenzell führt Hof- und Weidtötungen als einziger Dienstleister in der Ostschweiz durch. Damian Signer hat die Firma gegründet, nachdem vor vier Jahren Hoftötungen in der Schweiz erlaubt wurden. Im Kanton St.Gallen gibt es aktuell drei Betriebe mit einer provisorischen und 16 mit einer definitiven Bewilligung. Der Bauernhof Notkersegg ist der erste Betrieb in der Stadt St.Gallen mit Bewilligung.

    Wir durften Damian Signer und Petra Fäh am Morgen bei einer Hoftötung begleiten. Anschliessend führte uns Petra Fäh über den Hof und gab Einblicke in ihre Arbeit. Damian Signer brachte das getötete Rind in einen Schlachtbetrieb in Appenzell, in dem es in einer vorgegebenen Frist weiterverarbeitet werden muss.

    Triggerwahrnung: Im Video ist zu sehen, wie ein Rind mit einem Bolzenschussgerät betäubt und anschliessend durch einen Schnitt getötet wird. Dabei ist Blut zu sehen.

    Damian Signer und die Firma Waidwerker sowie Petra und Thomas Fäh versuchen durch die Hoftötung etwas für das Tierwohl zu tun. Dass die Tiere geschlachtet werden, hänge von der Nachfrage nach Milch ab. Kalbfleisch sei ein Nebenprodukt der Milchwirtschaft, erklärt Petra Fäh im Video. Sie setzt sich für einen bewussten Fleischkonsum ein.

    Konstruktives Feedback dürft ihr uns gerne hier hinterlassen: [email protected].

    Mehr Informationen zum Bauernhof Notkersegg findet ihr hier: https://www.bauernhof-notkersegg.ch/

    16 min
  • Narzissten erkennen und sich befreien

    Charmant, unwiderstehlich – doch irgendwann zerstörerisch. Warum ist es so schwer, Narzissten zu erkennen, und wie kann man sich vor ihnen schützen?

    In dieser Folge von Fadegrad spricht Podcast-Host Ines Schaberger mit Esther Balthasar, Co-Leiterin des Vereins für Betroffene von Narzissmus, Mobbing und häuslicher Gewalt. Esther teilt ihre eigene Geschichte, wie sie an einen Narzissten geriet und sich davon befreite. Sie beleuchtet Red Flags in Beziehungen und gibt wertvolle Tipps, wie man sich selbst schützen kann. Ob in der Liebe oder am Arbeitsplatz – Narzissmus hat viele Gesichter.

    Themen der Podcastfolge über Narzissmus:

    ✨ 02:20 – Esthers persönliche Geschichte: Als Studentin geriet sie an einen Narzissten und tat Dinge, die sie sich nie hätte vorstellen können.
    🤔 07:53 – Wie viele Narzissten gibt es? Und worin unterscheiden sie sich von Menschen mit gesundem Selbstbewusstsein?
    🎯 11:23 – Wer ist besonders anfällig dafür, an einen Narzissten zu geraten?
    🔍 12:02 – Woran erkenne ich einen Narzissten?
    🧠 13:50– Wie entsteht eine narzisstische Persönlichkeitsstörung?
    💔 16:55 – Partnerschaft & Kinder mit einem Narzissten – Was bedeutet das für das Umfeld?
    💪 20:57 – Selbstvertrauen aufbauen: Wie stellt man es wieder her, wenn es von einem Narzissten zerstört wurde?
    🤝 21:59 – Wie kann ich Betroffenen helfen, die in einer narzisstischen Beziehung stecken?
    🧗‍♀️ 22:53 – Warum ist es so schwer, sich zu lösen? Die emotionale Abhängigkeit von Narzissten.
    🔄 25:22– Trennung oder bleiben? Umgang mit Narzissten in Beziehungen oder im Beruf.

    Buchtipp

    Sieben bis neun Versuche benötigen Betroffene, um sich aus der ungesunden Abhängigkeit von Narzissten zu lösen, erzählt Esther Balthasar im Fadegrad-Podcast.

    Sie arbeitet u.a. mit Christine Merzeder zusammen und empfiehlt deren Buch: Wie schleichendes Gift. Narzisstischen Missbrauch in Beziehungen überleben und heilen.

    Fadegrad-Podcast

    Fadegrad ist ein Gesprächspodcast mit inspirierenden Lebensgeschichten, direkt und ohne Tabus. Wir fragen Menschen, warum sie tun was sie tun und wie sie geworden sind, wer sie sind. Fadegrad wird präsentiert von den evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchen SG/AI/AR.

    32 min
  • Stéphane Dähler - Sohn des Ananaskönigs

    Costa Rica meets St. Gallen

    Am Sonntag, 22. September 2024 war nicht nur St. Galler Stadtlauf und die Wahl der St. Galler Stadtregierung – es traf sich auch eine kleine Gruppe von Interessierten im neuen Pop-Up im Bahnhof der Stadt. Die Sala d’Attesa ist "Chiosco", Brasserie und Bar in einem. Und eben auch die Location für unseren ersten öffentlich aufgezeichneten Podcast mit Publikum.

    Gallus Knechtle amtete als Gastgeber des Austragungsortes, Sam Dekeijzer und Gabriel Imhof als Hosts des Podcastes. Und neben vielen Zuhörerinnen und Zuhörern durften sie Stéphane Dähler als Gast begrüssen.

    Stéphane Dähler ist vor allem bekannt als „Sohn von“. Weshalb ihn das nicht weiter stört und was seinen Vater, Johann Dähler, neben seiner Bekanntheit als Ananaskönig persönlich ausgezeichnet hat, das erfahrt ihr alles im Gespräch.

     

    Diese Themen erwarten euch unter anderem:

     

    02.13   Hat es dich nie gestört, immer der "Sohn von" zu sein?

    02.52   Was sind die wichtigsten drei Sachen, die dein Vater dir mitgegeben hat?

    10.28   Wie sieht der Alltag auf der Farm in Costa Rica aus?

    13.08   Wie kam es, dass du zum Reiseleiter wurdest?

    19.22   Was ist für dich Heimat?

    29.23   Welche Rolle spielen die Frauen in eurer 

    Familie?

    32.58   Wie ist dein Bezug gegenüber dem Thema "Schöpfung"?

     

    Wenn ihr mehr über Stéphane Dähler erfahren wollt, so folgt ihm über die Sozialen Medien wie Instagram und Facebook. Zudem findet ihr mehr Informationen zu Stéphanes Unternehmen auf https://www.dahlercostarica.com/

    37 min
  • Gerechtigkeit gibt es nicht - oder? Eine Friedensrichterin erzählt

    Die Vermittlerin bezeichnet sich selbst als harmoniesüchtig,

    die eigene Befindlichkeit spielt in ihrem Job keine grosse Rolle.

    Was also liebt sie so sehr an ihrem Job? Was bedeuten Antje Ziegler die Worte

    Gerechtigkeit, Glaube und Frieden?
    Menschen streiten, schon immer und gefühlt über alles. Sie sehnen sich nach Gerechtigkeit. Ein grosses Wort, welches in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat. Doch wenn man Menschen danach fragt, was Gerechtigkeit überhaupt ist, gehen die Meinungen schnell auseinander.

    Gut, dass es Menschen gibt, die sich da besonders gut

    auskennen.
    Im Gespräch mit Podcast-Host Sam de Keijzer gibt Friedensrichterin Antje Ziegler Antworten zu Fragen über Gerechtigkeit und Frieden und erzählt uns:

    04:31    Was Vermitler:innen tun

    08:44    Was sie tut, wenn sich Parteien partout nicht einig werden

    11:57    Was sie über Gerechtigkeit denkt

    13:13    Welche grosse Rolle in diesem Job Emotionen spielen

    17:07    über einen skurrilen Fall

    19:51    Wie eine Vermittlerin privat streitet

    21:49    Wie das Schauspielern Ausgleich schafft

    23:36    Welche Entscheidungen sie bereut

    25:54    Wo ihre Befindlichkeit zum Tragen kommt

    28:01    Was ihr Glaube bedeutet

    Ein interessantes und humorvolles Gespräch, welches ein klareres Bild zum Thema Gerechtigkeit und dem Beruf der Friedensrichter:innen zeichnet.

    34 min
  • Wie eine Mutter nach dem Tod ihrer Töchter zurück ins Leben fand

    Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, das Eltern durchmachen müssen. Die gebürtige Zürcherin Erika Kunz Gyger musste das zwei Mal erleben. Die vierfache Mutter verlor ihre beiden schwerbehinderten Zwillingstöchter Lhamo und Tashi, als diese 12 und 16 Jahre alt waren. Sie kamen mit einem unbekannten Gendefekt zur Welt und waren ihr Leben lang auf Pflege und Unterstützung angewiesen. Schon früh musste die heute 62-Jährige sich mit dem möglichen Tod ihrer Kinder auseinandersetzen.

    Wie hält ein Mensch so etwas aus? Wie viel Schmerz kann er ertragen? Der Film «Phönix aus der Asche – die höchste Form von Liebe» erzählt die Geschichte von Erika Kunz Gyger. Ein Filmteam hat sie während mehreren Jahren begleitet:

    www.phönixausderasche.ch

    https://www.youtube.com/watch?v=B7lfKCAjjhI

    Der Film wurde im Herbst 2023 mehrfach in verschiedenen Kinos und im Schweizer Fernsehen als DOK-Film gezeigt. Am 21. September 2024 präsentiert Amnesty International im Rahmen der Inklusionsinitiative den Film erneut im Cinewil in Wil.

    In der aktuellen Podcastfolge spricht Erika Kunz Gyger in ihrer Wohnung in Lichtensteig mit Lara Abderhalden über die Geburt und schliesslich den Verlust ihrer beiden Zwillingstöchter. Darüber, wie sie gelernt hat mit der Trauer umzugehen und neue Lebensfreude zu finden, Kraft aus etwas scheinbar unaushaltbarem zu schöpfen.

    Für Eltern, die Ähnliches erlebt haben, gibt es in der Schweiz verschiedene Anlaufstellen. Zum Beispiel der Verein Regenbogen Schweiz:

    https://www.association-arc-en-ciel.ch/de

    oder das Kinderspital mit seiner Palliative Care:

    https://www.kispisg.ch/downloads/kompetenzen/palliative-care/_web_202111_flyer_pact.pdf

    Gerne könnt ihr uns auch auf [email protected] oder auf Instagram schreiben, wenn ihr weitere Anlaufstellen kennt oder mit uns teilen wollt, was euch geholfen hat. Danke schon jetzt fürs Zuhören.

    Darüber haben wir in der Folge gesprochen:

    Inhalt:

    02:00: Wie war die Schwangerschaft? «Ich wusste damals

    nicht, ob ich abtreiben soll.»

    04:24: Wie hast du von der Behinderung der Kinder erfahren? «Mein erster Gedanke war: Jetzt habe ich nicht abgetrieben und bekomme als Geschenk zwei behinderte Kinder.»

    07:50: Was war damals das Schwierigste? «Mein damaliger

    Partner ist gegangen und ich war allein mit den Kindern.»

    09:40: Wie hast du die vier Kinder allein betreut? «Ich hätte

    nicht gedacht, dass ein Mensch so etwas schafft.»

    13:20: Wie entwickelte sich der Zustand der Kinder?  «Durch die epileptischen Anfälle war plötzlich alles weg. Sie entwickelten sich von gesunden Kindern, zu schwer

    pflegebedürftigen.»

    16:20: Wann wusstest du, dass die Kinder sterben werden?

    17:35: Wie bist du damit umgegangen?

    18:25: Wie konntest du das aushalten? «Mein Gedanke war: Wenn mir das passieren würde, würde ich auch irgendwann gehen wollen.»

    21:20: Wie war der Tod von Lhamo?

    24:00 Wie hat Tashi Lhamos Tod erlebt? «In der Todesstunde hat Tashi nur noch geweint, obwohl sie im Heim nicht wussten, dass Lhamo im Sterben war.»

    25:00 Wie ging es nach dem Tod von Lhamo weiter? «Mein ganzer Körper hat nur geschmerzt. Ich habe zu Tashi gesagt, du kannst jetzt nicht sterben, ich verkrafte das nicht.»

    30:00 Wie hast du um die beiden getrauert? «Es geschieht in Wellen. Der Schmerz ist immer noch gleich schlimm, eigentlich nicht zu verarbeiten. Meine Kinder wurden aus meinem Herzen gerissen und das schmerzt.»

    32:00: Wie hast du die Trauer ausgehalten? «Die Zeit gibt

    Zeit zum Verarbeiten. Das macht etwas mit einem.»

    33:40: Was hat dir geholfen? «Wir haben eine Vorstellung

    davon, wie lange ein Leben dauern muss.»

    37:00 Wie war die Realisierung des Films?

    42 min
  • Long Covid: Leben am Nullpunkt

    Long Covid hat ihr Leben komplett verändert: Die

    St.Gallerin Eveline Strübi kann seit über zwei Jahren weder arbeiten noch Hobbies ausüben oder Musik hören. Ihre Arbeitsstelle im Kanton St.Gallen hat sie verloren und auch die Invalidenversicherung springt nicht ein. Was ihr
    dennoch Hoffnung gibt, erzählt sie im Fadegrad-Podcast.

    Die St.Gallerin ist eine von geschätzt 300.000 Personen in der Schweiz, die an Long Covid erkrankt sind.
    Long Covid - Definition

    Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Long Covid eine Langzeitfolge der Coronavirus-Krankheit

    mit unterschiedlichen Symptomen wie Schäden in Lunge, Herz, Nieren und Gehirn über Entzündungsreaktionen, Blutungsstörungen oder Atemnot, Erschöpfung/extreme
    Müdigkeit, Schmerzen sowie neurologischen Störungen. Noch liegt keine einheitliche Definition für Long Covid vor, jedoch spricht man meist davon, wenn die
    Symptome mehr als 12 Wochen andauern.

    Dauerkrise seit zwei Jahren

    «Es war ein schleichender Prozess, wo ich nach einem

    eigentlich milden Verlauf merkte, dass die Kraft nicht zurückkam, sondern es mir immer schlechter ging – bis es zu einem körperlichen Zusammenbruch geführt
    hat». Über Wochen konnte Eveline Strübi nur Liegen, selbst der Gang aufs WC wurde zu einem schier unmöglichen Kraftakt, der ihren Körper unheimlich
    anstrengte. Seitdem ist sie mehr oder weniger in einer «Dauerkrise», wie sie sagt. «Das intensiviert die nachdenklichen Phasen, wie auch die genussvollen
    und freudigen Momente».

    Long Covid ist eine Krankheit, die durch Ausschliessen

    anderer Krankheiten diagnostiziert wird. Bei Eveline Strübi dauerte es vier Monate, bis sie Gewissheit hatte. Als sie nach zwei Jahren Krankschreibung im Mai 2024 gekündigt wurde, sei dies eine sehr schmerzliche Erfahrung gewesen. Als Fachmitarbeiterin
    im Amt für Soziales des Kantons St.Gallen habe sie ihren Beruf zehn Jahre lang mit viel Freude ausgeübt. Zwar habe man sich im Amt für ihre Weiterbeschäftigung eingesetzt, «aber es gab keine Bereitschaft, eine gemeinsame Lösung zu suchen: Die Departementsvorsteherin hat entschieden, keine Hand zu bieten und mich zu kündigen».

    Auch die Invalidenversicherung (IV) sprang nicht ein. Ein endgültiger Entscheid stehe zwar noch aus, doch das von der IV erstellte Gutachten werfe ihr Simulation und Arbeitsverweigerung vor, so Strübi. «25 Jahre lang habe ich gerne gearbeitet und in die IV einbezahlt. Wenn ich jetzt Phasen habe, in denen ich wieder nur liegen kann und sonst nichts machen, frage ich mich schon: Wer kommt auf die Idee, dass man das will?»

    Laut dem Verein Long Covid Schweiz sind 75 Prozent

    der Long Covid Betroffenen nach sechs Monaten immer noch krank und nicht arbeitsfähig, doch nur weniger als 5 Prozent erhalten eine IV-Rente. «Das sind oft Menschen, die kurz vor der Pensionierung stehen», weiss Strübi. Sie geht nicht davon aus, ein Leben lang an Long Covid zu leiden. «Für mich geht es um eine finanzielle Überbrückung. Denn mir ist klar: Das Virus hat meinen Körper so durcheinander gebracht hat, dass ich Zeit brauche, um wieder gesund zu werden».
    Von anderen Betroffenen habe sie erfahren, dass es oft nach drei Jahren Erkrankung eine signifikante Besserung gebe – und hofft, dass es auch bei ihr so ist.

    Was Kraft in der Krankheit gibt

    Kraft in der Krankheit geben ihr der Freundeskreis

    und die Familie sowie die geistliche Begleitung durch eine Seelsorgerin. «In den Gesprächen hat alles Platz». Die Studentin an der Theologischen Hochschule Chur habe noch nie an Gottes Existenz gezweifelt, aber die Gerechtigkeit im Leben schon oft hinterfragt. «Ich lasse alle Fragen zu. In meinen Gebeten gibt es kein Tabu zwischen Gott und mir. Ich spreche meine Freude, aber auch mein Leiden aus», so Eveline Strübi. «Immer wieder mache ich die Erfahrung, wie heilsam das ist.»

    Auf Instagram schreibt sie unter dem Namen @lebenamnullpunkt über Spiritualität im Kranksein.

    38 min
  • Vom Bankangestellten zum Armutsbetroffenen

    Vom Banker zum Armutsbetroffenen

    «Ich habe nie gelernt, mit Geld umzugehen», sagt Sandro D. (Name auf Wunsch des Betroffenen geändert) über sich. Der 74-jährige St.Galler ist einer von 702'000 armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz. Das heisst, ihm stehen monatlich nicht mehr als 2'284 CHF zur Verfügung.

    Wie es dazu kam, dass der ehemalige Bankangestellte heute in einer 1,5 Zimmer-Wohnung lebt, im Caritas-Markt einkauft und den ÖV statt eines eigenen Autos nutzt, erzählt er im Fadegrad-Podcast mit Gastgeber Gabriel Imhof.

    Inhalt der Podcastfolge:

    03.31: Wie bist du in die Armut gerutscht?

    12:21: Bist du selbstverschuldet von Armut betroffen?

    16:51: Wie hast du deine positive Art bewahren können trotz Krisen?

    19:00: Was gibt dir in deiner finanziell eingeschränkten Lebensform Halt?

    22:19: Wie zeigt sich bei dir die Armut ganz konkret im Alltag?

    «In der Öffentlichkeit kann man nicht erkennen, dass ich unter dem gesetzlichen Minimum oder Armut lebe. Meine Kleider aus der Vergangenheit sind mehrheitlich in gutem Zustande. Armut kann jeden treffen. Deshalb soll jeder Betroffener seiner Würde bewusst sein und darf dafür auch Respekt erwarten», sagt Sandro D.

    100 Jahre Caritas St.Gallen-Appenzell

    Das Podcast-Interview fand in der Regionalstelle der Caritas St.Gallen statt, anlässlich 100 Jahre Caritas St.Gallen-Appenzell.

    Angebote für Armutsbetroffene

    Die Caritas hilft Armutsbetroffenen und benachteiligten Menschen in der Schweiz mit folgenden Angeboten:

    * Sozialberatung - kostenlose Beratung bei familiären oder beruflichen Problemen sowie Geldnot - mehr erfahren: https://caritas-regio.ch/angebote/beratung/sozialberatung

    * Caritas-Markt: hochwertige Lebensmittel und Produkte für den Alltag zu vergünstigten Preisen - mehr erfahren: https://caritas-regio.ch/angebote/guenstig-leben/caritas-markt

    * Schuldenberatung: Rat und Tipps zu Budgetplanung, Betreibung, Pfändung und mögliche Lösungen für Menschen, die Schulden haben - mehr erfahren: https://caritas-regio.ch/angebote/beratung/schuldenberatung

    * Secondhand: nachhaltiges Einkaufen von Kleidung, Schuhe oder Möbel für wenig Geld - mehr erfahren: https://caritas-regio.ch/angebote/guenstig-leben/caritas-secondhand

    * KulturLegi: ermöglicht Freizeitbeschäftigungen und die Teilnahme am öffentlichen Leben mit Rabatten bis zu 70% - mehr erfahren: https://caritas-regio.ch/angebote/guenstig-leben/kulturlegi

    30 min
  • Jan und Sandro über Selbstbestimmung

    Jan und Sandro sprechen in dieser Podcastfolge über das Thema Selbstbestimmung. Dass Jan und Sandro eine eigene Wohnung haben, haben ihnen viele nicht zugetraut. Jan hat Trisomie 21 und Sandro eine kognitive Beeinträchtigung. Sie fühlen sich aber überhaupt nicht beeinträchtigt. Sie können alles machen, was andere auch machen.

    Bevor Jan allein lebte, hat er sich im Wohntraining der Stiftung Balm in Rapperswil auf das Wohnen vorbereitet. Bei der Wohnungssuche haben ihn und Sandro Pro Infirmis unterstützt. Mehr Informationen zum Wohntraining von Pro Infirmis gibt es hier:

    https://www.proinfirmis.ch/leichte-sprache/zuerich/begleitetes-wohnen.html

    Sandro wohnt in Sargans, wo er in einer Werkstatt der Awole (https://www.arwole.ch/) in der Nähe seiner Wohnung arbeitet. Seit zwei Jahren lebt er eigenständig und erzählt in der Podcastfolge, wie es dazu kam.

    Inhalt der Podcastfolge über Selbstbestimmung:

    4:30: Jan, was gefällt dir daran, selbständig zu wohnen?

    8:50: Wie bist du aufgewachsen und zur Schule gegangen?

    11:30: Weshalb kommt es für dich nicht in Frage, in einer Institution zu wohnen?

    12:20: Wie hast du von deinen Rechten erfahren?

    13:20: Was tust du gerne in deiner Freizeit?

    16:50: Sandro, wie kam es dazu, dass du in deiner eigenen Wohnung lebst?

    20:20: Was fehlt dir noch, um komplett selbstständig zu leben?

    24:00: Weshalb glaubst du, gibt es viele Menschen, die in Institutionen und nicht selbstständig leben?

    25:10: Was rätst du Menschen, die den Schritt in eine eigene Wohnung wagen wollen?

    Jan und Sandro zeigen, wie für sie ein eigenständiges Leben möglich ist und was ihnen wichtig ist.

    Wir haben im Podcast über die Rechte der Menschen mit Behinderung gesprochen. Die sind in der Behindertenrechtskonvention festgehalten:

    https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2014/245/de

    Darin steht beispielsweise, dass Menschen mit einer Behinderung selbst entscheiden können, wo und mit wem sie leben wollen, dass sie nicht diskriminiert werden dürfen und beispielsweise alle öffentlichen Einrichtungen zugänglich sein müssen.

    Unter diesem Link findet ihr den Film «Die fünf Selbstbestimmten»:

    https://www.proinfirmis.ch/politik/aktionstage-behindertenrechte/die-5-selbstbestimmten.html


    *** Fadegrad ist ein ökumenischer Podcast und wird präsentiert von den evangelisch-reformierten und römisch-katholischen Kirchen SG/AI/AR.

    *** Find us on Instagram @fadegrad_podcast

    *** Hast du Feedback oder Themenvorschläge? Schreib uns! [email protected]

    28 min
  • Aus der Streetchurch - wo Menschen zu lieben eine Berufung ist

    Die Lebensgeschichten verschiedenster Menschen sind oft

    faszinierend und berühren das Herz.
    Davon kann auch Markus Giger, Pfarrer und theologischer Leiter der Streetchurch
    in der Stadt Zürich ein Lied singen. Im Gespräch legt er nicht nur viel seiner
    eigenen, herausfordernden Lebensgeschichte offen, sondern erzählt uns auch:

    02:27    Was ihn an

    seiner Arbeit in der Streetchurch fasziniert

    05:02    Wieso es die

    Streetchurch überhaupt braucht

    09:54    Über die

    breite Aufstellung des Teams der Streetchurch

    12:56    Was er über

    die grosse "Warum?" Frage denkt

    17:28    Wieso er trotz

    herausfordernder Lebensgeschichte doch Pfarrer wurde

    25:05    Über seine

    Tiktok-Videos

    27:45    Was seine

    Familie mit seiner Arbeit zu tun hat

    Eine berührende Folge, welche ebenfalls die Themen von

    Zweifel, Trauer und tiefem Glauben miteinbezieht.

    Für alle, welche mehr über die Streetchurch Zürich erfahren

    möchten:

    Website: https://streetchurch.ch/  
    Instagram: https://www.instagram.com/streetchurchzh/

    36 min

About Fadegrad

From the publisher's feed

Der Podcast, der fragt, warum Menschen tun, was sie tun und wie sie geworden sind, wer sie sind.

More shows like Fadegrad

ARD Crime Time – Der True Crime Podcast by Mitteldeutscher Rundfunk

ARD Crime Time – Der True Crime Podcast

56 Listeners

Unter Pfarrerstöchtern by DIE ZEIT

Unter Pfarrerstöchtern

51 Listeners

Einfach beten! by Jesuiten in Zentraleuropa

Einfach beten!

0 Listeners

Sternstunde Philosophie: Zimmer 42 - mit Barbara Bleisch by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Sternstunde Philosophie: Zimmer 42 - mit Barbara Bleisch

22 Listeners