Fakultät für Physik - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 01/05

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Fakultät für Physik - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 01/05 episodes

  • Bulge-to-disk decomposition of large galaxies in the Sloan Digital Sky Survey
    Die moderne Astrophysik steht vor der Herausforderung, neueste
    Beobachtungen mit den theoretischen und numerischen Modellen der
    Galaxienentstehung und -entwicklung zu konfrontieren. So hofft man, die
    wichtigsten physikalischen Prozesse und ihre Zeitskalen identifizieren zu
    koennen.
    In dieser Arbeit nehmen wir eine komplette, helligkeits--limitierte Auswahl
    von 1862 Galaxien aus der Sloan Digital Sky Survey (SDSS), um eine Anzahl
    von globalen und strukturellen Parametern zu untersuchen. Diese Auswahl
    beinhaltet helle Objekte mit einer r--Band Helligkeit von < 15.9 im nahen
    Universum mit einer Rotverschiebung von z < 0.12. Sie enthaelt
    elliptische, Spiral- und irregulaere Galaxien. Photometrische Daten sind
    fuer die u, g, r, i und z--Baender angegeben und von 1588 Galaxien
    wurden
    nachtraeglich Spektra genommen. Die `Bulge' Komponente der Galaxien
    wird mit Sersic und de Vaucouleurs Modellen modelliert, waehrend die
    Scheibenkomponente mit einer exponentiellen Verteilung modelliert wird.
    Die Messung des Lichtanteils in `Bulge' und Scheibenkomponente gibt
    Aufschluss ueber die Effizienz des hierarchischen
    Strukturbildungsprozesses.
    In Kapitel 3 zeigen wir, dass der mittlere Anteil des
    Lichts aus der
    Scheibe stark mit der totalen absoluten Helligkeit der Galaxie zunimmt.
    Unabhaengige r und i Band Analysen ergeben einen sehr aehnlichen Trend.
    Zum ersten Mal schaetzen wir den volumengemittelten Anteil des Lichts aus
    der Scheibenkomponente von Galaxien ab und stellen fest, dass ungefaehr
    (55 +- 2) % des gesamten Lichts im lokalen Universum aus Scheiben kommt.
    Wir ermitteln auch die Leuchtkraftfunktion fuer reine 'Bulges', also fuer
    Strukturen ohne Scheibenanteil, die nicht einfache Spheroide sind.
    In Kapitel 4 studieren wir die Abhaengigkeiten von visuellen und
    quantitativen morphologischen Klassifikationskriterien mit dem Ziel
    sauberere Galaxienkataloge zu erstellen, besonders bei hohen
    Rotverschiebungen, wo die Klassifikation schwierig ist. Wir finden, dass
    Galaxienfarben, effektive Oberflaechenhelligkeit, Masse/Licht Anteil, und
    Asymmetrie Parameter einen Mehrparameter Raum aufspannen, in der alle
    Galaxien je nach morphologischem Typ eindeutig positioniert sind.
    In Kapitel 5 beobachten wir einen klaren Trend, mit dem die Skalenlaenge
    der Scheiben mit ihrer Helligkeit zunimmt, und dieser Trend ist
    unabhaengig vom photometrischen Band und der morphologischen Klasse. Es
    existiert auch eine klare Abhaengigkeit zwischen dem effektiven Radius des
    `Bulge' und seiner Helligkeit, aber die Steigung dieser Relation aendert
    sich mit dem morphologischem Typ. Sie ist steiler fuer fruehere Typus, was
    uns zu der Schlussfolgerung fuehrt, dass die Skalenlaenge weniger von der
    Morphologie abhaengt als die Skalenlaenge des `Bulges'. Dies legt nahe,
    dass `Bulges' in fruehen und spaeteren Galaxien in unterschiedlichen
    Prozessen gebildet werden. Wir finden auch eine Korrelation zwischen den
    strukturellen Parametern von Scheiben und `Bulges', insbesondere zwischen
    effektivem Radius der `Bulges' und der Skalenlaenge der Scheiben in
    Systemen fruehen Typus. Wir interpretieren dies als Beweisstueck
    zugunsten von saekularen Evolutionsmodellen.
    0 min
  • Fundamental Properties of very low mass star and brown dwarf binaries
    This work presents the results of a detailed study of the statistical and physical properties of binary ultracool dwarfs and brown dwarfs (spectral type later than M7).
    As for the statistical properties, we found that the frequency of binaries among ultracool objects is significantly lower than for earlier type objects, with a lower limit at 10--15% in the field, and <10% in the Pleiades Open cluster. While we were sensitive to systems with separations up to 100 A.U, we did not find any multiple system with separation greater than 20 A.U. At even larger separations, no wide binaries were reported by the all sky surveys such as 2MASS, DENIS or SDSS. The distribution of separations looks similar to that of F and G dwarfs (Gaussian), but with a peak at 4--8 A.U. Although we were sensitive to mass ratios down to 0.65, we found most of the objects to have mass ratios larger than 0.85. This latter result needs to be confirmed by further statistical studies on well defined statistical samples. Although the sample of known binaries in the Pleiades is too small for a similar analysis, we note that the binary frequency, the distributions of mass ratio and separations are similar, indicating that the properties of binary brown dwarfs might not depend on the age and environment after 125 Myr. Finally, although we did not have the opportunity to perform a similar statistical study in a star forming region, we report the first detection of a young binary brown dwarf with a disk in the R-CrA association.
    These results provide strong constraints on the models of ultracool dwarf formation and evolution. The binary frequency is currently not reproduced by any of these models. The models of ejection could explain the lack of binaries wider than 20 A.U and the apparent preference for equal mass systems, but they predict a much lower binary frequency. The model assuming that brown dwarfs form in a smilar way than stars could reproduce the binary frequency we observe, but could not explain the distributions of separation and mass ratio. More efforts are required on the theoretical side in order to better explain the observed properties, and on the observational side to give new and improved constraints.
    As for the physical properties, our observations lead to the discovery of a short period binary L dwarf. Observations at high angular resolution spread over 4 years allowed us to follow the companion on 60% of its orbit. For the first time, we were then able to compute the orbital parameters and total mass of such a very low mass object. In the near future, similar studies should enable us to calibrate brown dwarf mass and luminosity models. Using high angular resolution spectroscopy, we were able to disentangle the spectra of the individual components of 4 binary ultracool dwarfs and to compute their spectral types. Two binaries have companions with spectral types significantly later than their primary (by 3 to 4 spectral subclasses), allowing us to compare the evolution of their effective temperature and atmosphere. Finally, using our high angular resolution images, we were able to detect a possible third component in one of the binaries of our sample.
    0 min
  • Untersuchung initialer Schritte der Peptidfaltung mit Ultrakurzzeitspektroskopie
    Die Arbeit liefert neue Beiträge zu zwei wichtigen biophysikalischen Fragestellungen der Peptid-/Proteinfaltung: 1. Welchen Einfluss hat das Lösungsmittel auf die initiale Konformationsdynamik? Das Molekül Azobenzol dient dazu, gezielt in einem ringförmigen Oktapeptid getriebene Konformationsänderungen auszulösen. Azobenzol isomerisiert nach Lichtanregung innerhalb weniger Pikosekunden. Es werden neue Ergebnisse zum Isomerisierungsmechanismus präsentiert, die wichtige Hintergrundinformationen zum Verständnis der Moleküldynamik liefern. Durch die Isomerisation ändert sich die Länge des Azobenzols um fast den Faktor zwei, wodurch in den Azobenzol-Peptiden konformationelle Umorganisationen ausgelöst werden. Bereits früher durchgeführte Messungen an DMSO-löslichen Azobenzol-Peptiden zeigten, dass kinetische Prozesse, die mit Zeitkonstanten von ~10ps und ~100ps ablaufen, der Bewegung des Peptid-Teils zugeordnet werden können. Die hier präsentierten Ergebnisse an Azobenzol-Peptiden, die in Wasser löslich sind zeigen, dass Prozesse auf Zeitskalen >5 ps in Wasser um den Faktor 1.5-2 beschleunigt ablaufen. Man sieht in diesen ultraschnellen Kinetiken echte Umorganisationen des Peptid-Rückgrats, deren Geschwindigkeit durch die Viskositat des Lösungsmittels bestimmt sind 2. Wie schnell ist die Kontaktbildung in Peptiden? Fur ein Verständnis der Proteinfaltung ist wichtig zu wissen, wie lange es dauert, bis zwei (räumlich entfernte) Aminosäuren innerhalb eines Peptids einen Kontakt ausbilden. Zur Bestimmung dieser Kontaktbildungsrate werden Experimente an Xanthon-Peptiden präsentiert, die zwei Marker-Moleküle enthalten. Messungen ergeben, dass der durch einen kurzen Lichtimpuls angeregte Donor Xanthon innerhalb weniger Pikosekunden einen langlebigen Triplett-Zustand besetzt. Weiterhin wird gezeigt, dass bei direktem Kontakt zum Akzeptor Naphthalin ein Triplett-Triplett Energietransfer innerhalb <=1 ps stattfindet. Das System Xanthon/Naphthalin bildet somit ein ideales Paar von Marker-Molekülen. In den hier untersuchten Peptiden sind Donor und Akzeptor durch zwei (bzw. sechs) Aminosäuren voneinander getrennt und man findet für alle Peptide zwei Zeitkonstanten für die Kontaktbildung. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Peptide im Gleichgewicht in zwei Sub-Ensembles vorliegen: etwa ein Viertel der Peptide befinden sich in einer eher kompakten Form, von der aus eine Kontaktbildung mit einer Zeitkonstanten von ca. 250 ps erfolgen kann, der Rest der Peptide ist in einer eher gestreckten Konformation und die Kontaktbildung erfolgt mit einer Zeitkonstanten im Bereich 6-14 ns.
    0 min
  • Evolution of Galaxies in Clusters
    In dieser Doktorarbeit studiere ich die Entstehung und Entwicklung von Galaxien in Galaxienhaufen sowohl theoretisch als auch unter Einbeziehung von Beobachtungsdaten. Diese Doktorarbeit gliedert sich in zwei Teile: Einem theoretischen Teil schliesst sich eine Datenanalyse an. Im ersten Kapitel beschreibe ich warum Galaxienhaufen wichtig sind, erklaere die Motivation und Zielsetzung der in dieser Arbeit verwendeten Analyse und erlaeutere den dafuer noetigen theoretischen Hintergrund als auch den Hintergrund fuer die Beobachtungen. Zuerst untersuche ich die Vorhersagen des hierarchischen `Modells der kalten dunklen Materie' fuer die beobachteten Eigenschaften der Population von Galaxien in Galaxienhaufen und fuer ihre Entwicklung als Funktion der kosmischen Rotverschiebung. Ich verwende eine grosse Anzahl von hochaufgeloesten numerischen Simulationen von Galaxienhaufen zusammen mit einer hochaufgeloesten Simulation einer `typischen' Region des Universums. Die grosse Aufloesung der verwendeten Simulationen ermoeglicht es mir, die Entwicklung der Zentren der dunklen Materiehalos zu verfolgen, welche mit groesseren Strukturen zusammenwachsen. Dies erlaubt eine eindeutige Identifizierung leuchtender Galaxien in den Haufen und Substrukturen der dunklen Materie. Diese Analyse ist Bestandteil des zweiten Kapitels. Um eine enge Verbindung zwischen den theoretische Vorhersagen und den Beobachtungen zu ziehen, entwickle ich ein semi-analytisches Programm, welches selbstkonsistent die photometrische und chemische Entwicklung der Galaxien in den Haufen, als auch die chemische Geschichte des Gases innerhalb der Haufen
    und innerhalb der Galaxien verfolgt. Dabei modelliere ich den Transport von Masse und Metallen zwischen den Sternen, das kalte Gas in Galaxien, das heisse Gas in dunklen Materiehalos, und das intergalaktische Gas ausserhalb der
    virialisierten Halos. Ausserdem modelliere ich die Effekte von Staub auf die emittierte Strahlung von Galaxien. Das dritte Kapitel beschreibt das semi-analytische Modell im Detail und zeigt einen Vergleich mit einer Anzahl von Beobachtungsergebnissen fuer Galaxien aus nahen Haufen. Im folgenden verwende ich dieses Modell, um die Anreicherung des intergalaktischen Mediums und des Gases innerhalb der Galaxienhaufen mit den chemischen Elementen als Funktion der Zeit zu studieren. Dabei untersuche ich, zu welchem Zeitpunkt der Grossteil der Anreicherung stattfand und welche Galaxien den groessten Beitrag lieferten. Im weiteren Verlauf analysiere ich die beobachtbaren Merkmale verschiedener Modelle von Rueckkopplungsmechanismen. Dabei zeige ich, dass die beobachtete Abnahme des baryonischen Massenanteils von Galaxienhaufen zu Gruppen nur in einem `extremen' Modell reproduziert werden kann, in welchem das
    wiederausgestossene Material auf einer Zeitskala wiederaufgenommen wird, die vergleichbar mit der Hubblezeit ist. Die Resultate dieser Untersuchungen werden in Kapitel 4 praesentiert. Der zweite Teil meiner Doktorarbeit handelt von der Interpretation von Daten des `ESO Distant Cluster Surveys' (EDisCS). Dieses `ESO Large Program' hat das Ziel, die Entwicklung der Galaxien in Galaxienhaufen ueber mehr als 50 Prozent der kosmischen Zeit zu studieren. Es verbindet die photometrische und spektroskopische Information einer grossen Auswahl von Galaxienhaufen bei
    Rotverschiebungen um 0.5 und 0.8. Ich fuehre eine detaillierte dynamische und strukturelle Analyse einer Untermenge der EDisCS Galaxienhaufen durch, fuer welche vollstaendige photometrische und spektroskopische Daten
    vorhanden sind. Im besonderen entwickle ich eine Methode, um Substruktur zu quantifizieren, welche der projizierten raeumlichen Verteilung als auch der Geschwindigkeitsverteilung Rechnung traegt. Die Ergebnisse werden dann detailiert mit Resultaten der numerischen Simulation verglichen. Im Kapitel 5 diskutiere ich, wie die Erweiterung der Methode auf den gesamten EDisCS Datensatz wichtige Einschraenkungen auf die relative Bedeutung der
    versch
    0 min
  • Search for the Higgs Boson in H->WW Decays at the D0 Experiment and Precise Muon Tracking
    This thesis describes the search for the Higgs boson in H->WW(*) decays in
    proton anti-proton collisions with data taken at the D0 experiment at the
    Tevatron collider. The data set was taken between April 2002 and September 2003 and has an integrated luminosity of approximately 147 pb^-1. An analysis of the di-muon decay channel of the W pairs was developed which can be scaled to higher luminosities up to the full data set to be taken until 2009 at the Tevatron collider. The number of events observed in the current data set is consistent with expectations from standard model backgrounds. Since no excess is observed, cross-section limits at 95% confidence level for H->WW(*) production have been calculated both standalone and also in combination with other lepton decay channels. The production of W pairs is one major background in the search of H->WW(*) decays. Hence a first measurement of the WW production cross-section with the D0 experiment is presented. Experience gained during this analysis has shown the precise track reconstruction is an essential tool for both measurements. This thesis closes with a contribution to precise tracking in the ATLAS experiment at the future Large Hadron Collider (LHC). An alignment system for ATLAS muon drift chambers at the cosmic ray measurement facility at LMU Munich is presented.
    0 min
  • Experimente zur Realisierung eines optischen Frequenznormals auf der Basis eines einzelnen Indium-Ions
    Die Spektroskopie eines verbotenen optischen Übergangs eines
    einzelnen Ions verspricht ein optisches Frequenznormal mit einer
    Genauigkeit im Bereich von 10^(-18) zu ermöglichen. Die
    Vorraussetzungen dafür sind neben außergewöhnlich geringen
    systematischen Frequenzverschiebungen des Referenzübergangs ein
    hohes Maß an Kontrolle der Bewegung des Ions, realisiert durch
    die Speicherung und Laserkühlung in einer Quadrupolfalle und die
    daraus resultierende, praktisch unbegrenzte Beobachtungszeit.
    Diese Arbeit beschreibt Experimente im Hinblick auf die
    Realisierung eines der aussichtsreichsten Kandidaten für ein
    optisches Frequenznormal, einem gespeicherten Indium-Ion.
    Zunächst wird in Kapitel 2 das Konzept der Indium-Uhr, der
    bisher experimentell erreichte Stand der Spektroskopie, mit einer
    relativen Auflösung von 10^(-13), und eine Abschätzung
    der limitierenden Verschiebungen des 1S0-3P0 Referenzübergangs
    dargestellt. Kapitel 3 führt danach in das
    Prinzip der Speicherung und die konkrete Umsetzung im
    In+-Experiment ein, behandelt dabei auftretende Probleme und
    liefert mögliche Lösungen.
    In Kapitel 4 wird eine neu implementierte Methode der
    Photoionisation von Indium-Atome vorgestellt, die mit nur einem
    Laser bei 410 nm über eine Zweiphotonen-Anregung zur Ionisierung
    führt. Gegenüber der bislang verwendeten Elektronenstoßmethode
    konnte damit die Ionisierungseffizienz um zwei Größenordnungen
    gesteigert, und so Probleme, die einen kontinuierlichen Betrieb
    des Frequenznormals behindern, vermieden werden.
    Im Hinblick auf eine Erhöhung der Mittelungszeit wurde ein
    kontinuierlich betreibbares Kühllasersystem aufgebaut, das in Kapitel 5 beschrieben wird. Ein gitterstabilisierter Diodenlaser
    bei 922 nm wird zunächst in seiner Frequenz auf unter 100 Hz
    relativ zu einem Referenzresonator stabilisiert. Nach dem
    Durchgang durch einen frequenztreuen Trapezverstärker werden danach in
    einer ersten Frequenzverdopplung mit Hilfe eines periodisch
    gepolten KTP-Kristalls mehr als 200 mW blaues Licht bei 461 nm
    erzeugt. Eine zweite Frequenzverdopplung mit BBO führt nachfolgend
    zu etwa 1 mW bei 231 nm, der Wellenlänge des 1S0-3P1
    Kühlübergangs von In+. Neben der demonstrierten Nutzung im
    Indium-Experiment bietet sich dieses System durch seine große
    Leistung im blauen Spektralbereich, die weite Durchstimmbarkeit
    und die hohe Frequenzstabilität für viele Anwendungen in der
    Atomphysik und Quantenoptik an.
    Kapitel 6 beschreibt Ergebnisse der Seitenbandkühlung, für deren
    Umsetzung Indium ein einzigartiges Modellsystem darstellt. Anhand
    einer spektroskopischen Temperaturbestimmung in optisch-optischer
    Doppelresonanz wird die praktisch erreichte Grundzustandskühlung
    bestätigt. Es ergibt sich eine Temperatur unterhalb von
    300 muK, entsprechend einer Amplitude der Säkularbewegung von
    unter lambda/10. Durch die zusätzliche Kontrolle der
    Mikrobewegung unter lambda/20 sind insgesamt relative
    Frequenzverschiebungen des Referenzübergangs aufgrund einer
    Bewegung des Ions im Bereich von 10^(-18) zu erwarten. Die
    Mikrobewegung besitzt einen starken Einfluss auf die Kühldynamik,
    der in einem erweiterten Modell der Seitenbandkühlung
    semiklassisch beschrieben wird. Es ergibt sich die verblüffende Situation,
    dass eine Kühlung auch für Laserfrequenzen oberhalb der Resonanzfrequenz des
    ruhenden Ions möglich ist. Kühlrate und Einfangbereich dieser
    Kühlung werden simuliert. Die präzise Kontrolle der zusätzlichen
    Mikrobewegung erlaubt eine Prüfung der Vorhersagen im Experiment.
    Durch Spektroskopie am Kühlübergang konnte eine effektive Kühlung bei positiver
    Laserverstimmung experimentell demonstriert werden.
    0 min
  • Elemente einer q-Analysis für physikalisch relevante Quantenräume
    In dieser Arbeit betrachten wir spezielle Quantenräume, die für die
    Physik eine besondere Bedeutung haben könnten. Zu diesen zählen der
    q-deformierte Euklidische Raum mit drei bzw. vier Dimensionen sowie der
    q-deformierte Minkowski Raum. Für jeden dieser Räume konstruieren
    wir die zur Formulierung physikalischer Theorien wichtigen Elemente einer
    q-Analysis, die als eine mehrdimensionale Verallgemeinerung des bekannten
    q-Kalküls für q-Funktionen angesehen werden kann. Diese Elemente
    ermöglichen in ihrer Gesamtheit ein modulares Konzept, das die Basis zur
    Reformulierung bekannter physikalischer Theorien bilden kann und
    gleichzeitig deren numerische Auswertung erlaubt. Zu diesem Zweck werden die
    nichtkommutativen Quantenräume durch Vereinbarung einer Normalordnung
    mit kommutativen Räumen identifiziert. Für diese kommutativen
    Räumen berechnen wir das Sternprodukt zweier kommutativer Funktionen,
    die Operatordarstellungen für die partiellen Anleitungen des kovarianten
    Differentialkalküls und ebenso jene für die Generatoren der
    zugehörigen Quantenalgebren. Des Weiteren führen wir einen
    Integralbegriff ein, der als Umkehrung der Differentiation aufgefasst werden
    kann und daher die Formulierung translations- und rotationsinvarianter
    Integrale gestattet. Um Koordinatenfunktionen, die zu verschiedenen
    Quantenräume gehören, miteinander multiplizieren bzw. Tensorprodukte
    von Quantenräumen bilden zu können, berechnen wir ausserdem
    explizite Ausdrücke für das Zopfprodukt. Schliesslich betrachten
    wir die untersuchten Quantenräume in Anlehnung an S. Majid als verzopfte
    Hopf-Algebren und bestimmen explizite Ausdrücke für das Coprodukt
    und die Antipode allgemeiner Koordinatenfunktionen. Auf diese Weise gelangen
    wir zu einem mit der Quantengruppensymmetrie verträglichen
    Translationsbegriff, der ausserdem zu mehrdimensionalen Versionen der
    q-Taylor-Regeln führt. Als Letztes berechnen wir Verallgemeinerungen von
    q-Exponentialen, die in einem erweiterten Sinne Eigenfunktionen der
    Ableitungsoperatoren darstellen und somit als q-deformierte Versionen ebener
    Wellen aufgefasst werden können.
    0 min
  • Noncommutative gauge theory and the kappa-deformed spacetime
    Feldtheorien auf nichtkommutativen (NC) Raeumen werden untersucht als realistische Erweiterungen des Standardmodells der Elementarteilchenphysik. Vor allem werden zwei Modelle mit nicht vertauschenden operatorwertigen
    Koordinaten betrachtet: Kanonisch NC Raeume und der
    kappa-deformierte Raum. Diese NC Raeume werden auf gewoehnlichen
    Funktionen durch Sternprodukte dargestellt.
    Die deformierte Multiplikation erzwingt, dass in einer
    Eichtheorie auf einem NC Raum das Eichpotential nicht Werte in einer Lie Algebra annimmt, sondern in deren Einhuellenden Algebra. Diese NC
    Eichtheorie kann jedoch so formuliert werden, dass die
    Freiheitsgrade mit denen der kommutativen Eichtheorie
    uebereinstimmen. Somit kann die Eichtheorie auf der Basis jeder
    Lie Algebra definiert werden, sie wird rein algebraisch aus einem Konsistenzprinzip konstruiert und hier aufgefaechert in der Einhuellenden Algebra zur zweiten Ordnung in theta berechnet. Der Zusammenhang mit der
    Seiberg-Witten-Abbildung der Stringtheorie wird ausfuehrlich
    diskutiert, ebenso Auswirkungen der Freiheiten dieser Konstruktion fuer physikalische Theorien. Dieser Ansatz der Auffaecherung in theta versteht sich als effektive Theorie. Daher wird die
    Quantenfeldtheorie des Standardmodells zwar nicht
    im Ultravioletten abgeschirmt, das in der NC Feldtheorie
    notorische UV-IR Problem wird aber a priori umgangen.
    Der kappa-deformierte Raum ist ein NC Raum mit einer deformierten
    Symmetriestruktur. Diese Symmetrie wird durch eine Hopfalgebra
    beschrieben und deren Eigenschaften werden hier aus der Konsistenz mit
    den NC Vertauschungsbeziehungen hergeleitet. Ableitungs-operatoren werden ausschoepfend diskutiert, ebenso algebraische Vektorfelder und zwei verschiedene Definitionen von Differentialformen. Neu ist die Einf"uhrung eines NC Differentialkalkuels mit genau n Einsformen in
    n Dimensionen. Alle abstrakt definierten Groessen werden auf
    gewoehnlichen Funktionen durch ableitungswertige Operatoren
    dargestellt. Es werden Fortschritte erzielt bei der
    Definition eines eichinvarianten Integrals ueber dem kappa-deformierten Raum, das zugleich invariant unter der deformierten Symmetrie ist.
    Abschliessend wird die Eichtheorie fuer den kappa-deformierten Raum
    konstruiert, aufgefaechert im Deformationsparameter bis zur
    zweiten Ordnung. Lagrangefunktionen und Wirkungen werden berechnet. Eichfelder
    sind fuer Raeume mit deformierter Symmetrie ableitungswertig und koppeln nicht-trivial mit anderen Feldern. Diese Modelle sagen
    keine neuen Teilchen vorher, sondern Wechselwirkungs-Vertices und fuer den kappa-deformierten Fall auch neue Propagatoren. Die explizite Berechnung dieser Theoriefuer das Standardmodell kann zu messbaren Korrekturen fuehren,
    z.B. zu im Standardmodell verbotenen Zerfaellen.
    0 min
  • Proteine in wässriger Umgebung: Kontinuumstheorie der Lösungsmittelelektrostatik und ihre effiziente Berechnung
    Die biologisch funktionale Struktur und Dynamik globulärer Proteine entfaltet sich in ihrer nativen Umgebung, die aus ionenhaltigem Wasser besteht. Die entscheidenden Wechselwirkungen sind dabei elektrostatischer Natur. Bei Molekulardynamik-(MD-)Simulationen von Protein-Lösungsmittel-Systemen müssen diese Wechselwirkungen daher genau erfasst und, wegen der Größe der behandelten Systeme, numerisch effizient berechnet werden. Es bietet sich dazu an, das üblicherweise betrachtete mikroskopische Ensemble der Lösungsmittelatome durch ein Lösungsmittelkontinuum zu ersetzen, welches die auf das Protein ausgeübten Reaktionsfeldkräfte erzeugt.
    Die Entwicklung einer atombasierten Kontinuumsmethode, mit der sich Reaktionsfeldkräfte und -energien bei solchen MD-Simulationen effizient und genau berechnen lassen, war das Hauptziel der vorliegenden Arbeit. Die Methode wird zunächst für Proteine in rein dielektrischen Lösungsmittelkontinua hergeleitet [B. Egwolf und P. Tavan, J. Chem. Phys. 118, 2039-2056 (2003)] und anschließend um Ionenkontinua erweitert [B. Egwolf und P. Tavan, J. Chem. Phys. 120, 2056-2068 (2004)], welche der linearisierten Poisson-Boltzmann-Gleichung gehorchen. Die zugrundeliegende Theorie wird so weit wie möglich in exakter Form vorangetrieben. Sie führt in natürlicher Weise zu einigen wenigen Näherungen, so dass sich das vom Lösungsmittelkontinuum ausgehende Reaktionsfeld in effizienter Weise mittels selbstkonsistent zu bestimmender Ladungen und Dipole darstellen lässt, die an den mikroskopisch beschriebenen Proteinatomen lokalisiert sind. Die Qualität der atombasierten Kontinuumsmethode wird anhand von Vergleichen mit dem auf sphärische Geometrien beschränkten, analytischen Kirkwood-Reaktionsfeld, einer mikroskopischen Protein-Wasser-Simulation und einer Finite-Differenzen-Methode untersucht.
    Darüber hinaus wird ein Verfahren für MD-Simulationen von mikroskopisch beschriebenen Protein-Lösungsmittel-Systemen mit periodischen Randbedingungen vorgestellt [G. Mathias, B. Egwolf, M. Nonella und P. Tavan, J. Chem. Phys. 118, 10847-10860 (2003)]. Dabei werden die Coulomb-Wechselwirkungen zwischen den Atomen mit Hilfe der effizienten, linear skalierenden und strukturadaptierten Multipolmethode (SAMM) bis zu einem Grenzabstand explizit berechnet und für größere Abstände durch das Kirkwood-Reaktionsfeld modelliert. Durch dieses Vorgehen können die von den Randbedingungen erzeugten Periodizitätsartefakte weitgehend unterdrückt werden. Ferner kann das Kirkwood-Reaktionsfeld im Rahmen des SAMM-Ansatzes unter vernachlässigbarem Aufwand berechnet werden.
    0 min

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