Ziel der hier vorliegenden Arbeit war es, ein einzelnes in einer Ionenfalle gespeichertes
Kalziumion als Meßsonde fuer das elektromagnetische Feld eines optischen
Resonators zu verwenden. Bei einer Anregungswellenlaenge von 397 nm konnte das
Feld mit einer Au߬osung von 60 nm unterhalb der Beugungsgrenze vermessen werden.
Die untere Grenze der Aufloesung wird bei Verwendung eines gespeicherten
Ions nur durch die Ausdehnung der Wellenfunktion des Ions im Schwingungsgrundzustand
des Fallenpotentials bestimmt und kann bei Kuehlung des Ions in
den Schwingungsgrundzustand weniger als 10 nm betragen. Die Aufloesungsgrenze
von 60 nm war aufgrund der Doppler-Kuehlung durch die Restbewegung des Ions
bestimmt.
Aufloesungen unterhalb der Beugungsgrenze werden auch bei der Nahfeld-
Mikroskopie erreicht, wobei die Aufl¨osung durch die Groeße der Meßsonde gegeben
ist. Durch die Verwendung einzelner Molekuele als Meßsonde wurden Aufloesungen
unter 100 nm erzielt. Gemessen wird die Intensitaetsverteilung des optischen Nahfeldes
durch Detektion des Fluoreszenzlichtes, das vom Molek¨ul in Abhaengigkeit
seiner Position emittiert wird. Um die Position des Molekuels relativ zur Probe
kontrollieren zu koennen, muß das Molekuel in einer Kristallmatrix oder auf einem
Substrat fixiert werden mit dem Nebeneffekt, daß das zu messende Feld veraendert
wird. Diese unerwuenschte Beeinflussung der Meßgr¨oße durch die Messung wird bei
der Vermessung des Feldes mit einem einzelnen Ion in einer Ionenfalle vermieden.
Das zu diesem Zweck entwickelte System aus linearer Ionenfalle und optischem
Resonator ermoeglicht es, die relative Position zwischen Ion und elektromagnetischem
Feld auf Bruchteile der Wellenl¨ange des Feldes festzulegen und so die
unverfaelschte Feldverteilung mit hoher Aufloesung dreidimensional zu vermessen.
Die genaue relative Positionierung von Ion und Resonatormode impliziert dabei
die praezise Kontrolle der Kopplung zwischen einem einzelnen Ion und dem elektromagnetischen
Feld einer Resonatormode. Das hier vorgestellte System bietet
demzufolge auch ideale Voraussetzungen, um Resonator-Quantenelektrodynamik
mit einzelnen Ionen durchzufuehren.
Experimente, die die Wechselwirkung einzelner Atome mit dem elektromagnetischen
Feld einer Resonatormode untersuchen, verwenden bis heute Atome, die den
Resonator durchqueren oder im Umkehrpunkt eines atomaren Springbrunnens
fuer wenige Millisekunden im Resonatorfeld verweilen. Diese Messungen beinhalten
also immer eine Mittelung ueber die tats¨achlich im Resonatorfeld befindlichen
Atome und ihre unterschiedliche Kopplung an das Resonatorfeld. Die Atomstatistik
zerstoert in diesen Experimenten im allgemeinen nichtklassische Effekte, die
in einem idealen System aus einzelnem Atom und Resonatorfeld theoretisch er-
wartet werden. Die hier beschriebene Anordnung erlaubt dagegen, wie die dreidimensionale
Vermessung einer Feldmode zeigt, daß eine exakte Kontrolle ueber die
Ion-Feld Kopplung bei nahezu unbegrenzter Speicherzeit des Ions im Resonatorfeld
erreicht wird. Auf den erzielten Ergebnissen aufbauend koennen Experimente
im Bereich der starken Ion-Feld Kopplung durchgefuehrt werden, bei denen die
oben erwaehnten Nachteile bisheriger Experimente nicht mehr vorhanden sind.
Erstmals eroeffnet sich die Meoglichkeit der deterministischen Erzeugung von Ein-
Photonen-Pulsen und der Konstruktion eines Lasers, der mit nur einem einzigen
Ion als aktivem Medium betrieben werden kann.
Zur Lokalisierung eines einzelnen Kalziumions im Resonatorfeld, wurde eine lineare
Falle vom Typ eines Quadrupol-Massenfilters konstruiert. Entlang ihrer Achse
ist diese Falle in mehrere Speicherzonen unterteilt, in denen jeweils ein einzelnes
Kalziumion oder auch eine Kalziumionenwolke gespeichert werden kann. In einer
Speicherzone wird die Falle geladen, waehrend die Experimente in einer 2,5 cm
entfernten Zone durchgefuehrt werden, die zwischen den Spiegeln eines Resonators
liegt. Auf diese Weise wird eine Aufladung der Spiegel und eine Bedampfu