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Milch, Blut, Hitze – mich hat der Dreiklang dieses Titels gleich neugierig gemacht. Und die Storys von Dantiel W. Moniz sind eine echte Entdeckung. Ich habe eine Geschichte voller subversivem Humor für euch ausgewählt und hoffe, ich habe es gut genug eingelesen, dass ihr dranbleibt und Lust auf mehr bekommt. Das hätte Montiz nämlich verdient. Aber so was von!
Empfehlt doch eine Folge, die ihr mögt weiter. „Feiste Bücher“ nähert sich der 100.000-Listening-Marke, und in mir kribbelt eine absurde Vorfreude. Wenn ihr euch mit mir austauschen möchtet, geht das am besten bei Instagram, ihr könnt mir aber auch mailen an: [email protected]
Und hier die versprochenen Links, leider sind alle Gespräche mit Schriftstellerkoleg*innen auf Englisch, aber dem Englischen kann man immerhin sehr gut folgen:
Besonders gut hat mir das Gespräch mit Lauren Groff gefallen, Schriftstellerin aus Florida wie Moniz auch; im Herbst kommt übrigens Groffs neues Buch:
Und eins mit Jamel Brinkley:
Elina Penner hat mit ihrem Debütroman "Nachtbeeren" die deutsche Literatur mal eben um eine Perspektive bereichert, von der ich bis dahin nicht wusste, dass sie fehlt: Sie nimmt mit in eine mennonitische Gemeinde in der ostwestfälischen Provinz - und schafft unvergessliche Charaktere und unvergleichliche Szenen, fein austariert zwischen zarter Tragik und sehr, sehr dunkler Komik.
„Nachtbeeren“ von Elina Penner ist bei Aufbau erschienen. Das Hardcover hat 252 Seiten und kostet 22 Euro.
Tolles 8-Minuten-Interview vom Goethe-Institut Türkei, in dem Elina Penner übers Plautdietsche erzählt, die Sprache, die für Mennonit*innen in aller Welt Heimat ist:
https://www.youtube.com/watch?v=SV9Nc-82G24
Neun Kurzgeschichten, die den Sound unserer Zeit treffen. So mühelos wie ungeschönt erzählt die norwegische Autorin Marie Aubert in ihrem literarischen Debüt über die Sehnsucht nach Liebe und flaue Kompromisse. Erzählt von Frauen und Männern, die gern ein bisschen besser wären, als sie sind. Das spüren sie im Alltag immer wieder, denn der hat einfach viele fiese kleine Stolperfallen, die die Widersprüche, wie wir sie wohl alle kennen, ans Licht bringen. Und so stolpere ich mit diesen wunderbar lebensechten Figuren von einer Geschichte in die nächste und möchte sie alle gern drücken und sagen: Es wird alles gut!
„Kann ich mit zur dir?“ von Marie Aubert ist bei Rowohlt 100 Augen erschienen. Ursel Alleinstein und Stefan Pluschkat haben die Storys aus dem Norwegischen übersetzt. Das Hardcover hat 144 Seiten und kostet 18 Euro.
Ich freu mich, wenn ihr "Feiste Bücher" weiter empfehlt und auf Abonnieren klickt. Wenn ihr list habt, euch mit mir auszutauschen, geht das am leichtesten bei Instagram oder ihr könnt mir mailen an: [email protected]
Die Fotografin Bettina Flitner spürt in ihrer autofiktionalen Erzählung dem Leben ihrer Schwester nach und taucht tief in die gemeinsame Familiengeschichte ein. 2017 hat sich die Schwester das Leben genommen, wie 33 Jahre zuvor die Mutter. Doch es geht um mehr, als um das wichtige Thema Depression, Flitner erzählt von der Sehnsucht nach Aufbruch in den 60er- und 70er-Jahren, es geht um weibliche Abhängigkeit und um eine Selbstbefreiung -- verwoben mit heiteren Momentaufnahmen der Geschwisterliebe. Für mich bisher eines der besten Bücher des Jahres!
„Meine Schwester“ von Bettina Flitner ist bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Das Hardcover hat 314 Seiten und kostet 22 Euro.
Die Kurzgeschichten der irischen Autorin Claire Keegan haben meine Erwartungen immer wieder unterlaufen. "Liebe im hohen Gras" heißt der Band mit gesammelten Erzählungen, die zum Teil schon 1999 veröffentlich wurden, doch die darin kondensierten Gefühle, sind heute so wahr wie damals. Es geht um Menschen mit Beharrungskräften, die manchmal über dem Hoffen ihr Leben "verwarten", was Keegan in der titelgebenden Geschichte mit fast heiterer Melancholie erzählt. Und es gibt die anderen, die das alte Leben und die alten Lügen abstreifen, wie die kleine Schwester, die zu etwas Neuem aufbricht und den Bruder mit seinen viel zu späten Hilfsangeboten und seinem schlechten Gewissen zurücklässt. Es gibt die frivole Geschichte "Antarktis", die fast zu schön beginnt -- da habe ich mich gefragt, welchen Twist Keegan dem Abenteuer ihrer Heldin heute geben würde? Und ich lese euch diesmal die still und leise erzählte Geschichte „Brandwunden“ vor, bei der ich die ganze Zeit fürchtete, sie kippt. Das tat sie dann auch, aber ganz anders, als ich mir hätte ausmalen können. Lasst euch überraschen!
„Liebe im hohen Gras“ von Claire Keegan ist bei Steidl erschienen. Hans-Christian Oeser und Inge Leipold haben die 23 Erzählungen aus dem Englischen übersetzt. Das Hardcover hat 416 Seiten und kostet 24 Euro.
Im März erscheint die Novelle "Kleine Dinge wie diese", ebenfalls bei Steidl.
Ich freue mich über den Austausch mit euch. Am einfachsten geht das bei Instagram. Wenn euch der Podcast gefällt, abonniert ihn bitte und empfehlt ihn weiter. Beim nächsten Mal gibt es wieder eine klassische Buchvorstellung.
Danke! Ihr habt "Feiste Bücher" mehr als 75000 mal gehört. Deshalb gibt es drei Bücher zu gewinnen!
„Ritchie Girl“ von Andreas Pflüger ist bei Suhrkamp erschienen. Das Hardcover hat 464 Seiten und kostet 24 Euro.
Es freut mich unglaublich, dass Feiste Bücher inzwischen über 76000 mal gehört worden ist. Deshalb verlose ich drei Bücher, die ich im Podcast oder auch ohne Podcast-Folge bei Instagram vorgestellt habe.
Schickt mir eine Mail mit ihrem Wunsch-Buch an [email protected] oder guckt noch besser bei Insta, denn da könnt ihr Extra-Lose gewinnen, wenn ihr mir helft dass neue Leute den Podcast entdecken.
Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag, den 23. Januar 2022, um 18 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Feiste Bücher ist ein nicht-kommerzielles Freizeitprojekt. Ihr helft mir sehr, wenn ihr den Podcast kostenlos in euren Podcast-Programm abonniert.
Meine Oma war bekannt für ihr Strickkünste (s. Foto). Aber sie war eine mindestens ebensogute Geschichtenerzählerin und -sammlerin (hört die Folge;-). Sie konnte beobachten. Oft selbst zurückgenommen hat sie viel mitbekommen. Man konnte sich ihr gut anvertrauen, denn sie hatte immer ein offenes Ohr und viel Verständnis. Da hat sie oft meinen Opa zitiert, den ich selbst nicht kennen gelernt habe, für den ein wichtiges Credo war: Leben und leben lassen!
Und sie war für jeden Spaß zu haben. Wie ihr auf dem Foto vielleicht ahnt. Ihre Augen waren zunehmend licht- und windempfindlich und so trug sie bei ihren Spaziergängen mit dem Rollator die alte Fahrradbrille meines Vaters und oft einen Hut, was ihr etwas Verwegenes gab -- und was viel mehr von ihr einfing, als manche ahnten.
Sie hat lange gelebt. 99 2/3 Jahre. Weihnachten ist sie gestorben. Diese Folge ist ihr gewidmet, meiner Oma Klara Feist. Sie wird darin auch selbst zu Wort kommen.
Das schlesische Mundart-Gedicht "Dar Biese Troom", das sie in dieser Folge frei rezitiert, ist von Ernst Schenke. Hier ist der Text:
Dar biese Troom
Grusses Schlachtfest woar gewast.
„Alle psychische Arbeit fängt mit dem Körper an“, schreibt der Berliner Autor Daniel Schreiber. Sein Buch „Allein“ ist für mich eines der Bücher des Jahres, ein erhellender Begleiter in unserer Zeit. In acht Essays spürt er dem Gefühl des Alleinseins nach, bleibt sehr bei sich und schreibt doch grundlegende Wahrheiten. Der siebte Essay, überschrieben „Arbeit am Körper“, hat mich besonders angesprochen. Vielleicht steckt ein Impuls für euch drin.
Einen so persönlichen Essay von jemand anderem einzulesen, ist eine ungewohnte Erfahrung. Ich danke Daniel für sein Vertrauen, mich machen zu lassen, und seinen Verlagen für die Genehmigung.
„Allein“ von Daniel Schreiber ist bei Hanser Berlin erschienen. Das Hardcover hat 160 Seiten und kostet 20 Euro.
Wenn ihr neugierig geworden seid und lieber zuhören wollt als lesen: Daniel hat sein Buch komplett eingelesen. Es ist als MP3-Hörbuch Download erhältlich, seine Stimme begleitet euch gut 238 Minuten. Es ist von Fine Voices produziert und der Download kostet 9,95 €.
Auf Instagram können wir uns gern austauschen. Der Podcast ist ja ein unbezahltes, oft zeitintensives Hobby. Ich freu mich, wenn ihr mir helft, dass andere ihn entdecken und wenn ihr selbst auf „Abonnieren“ klickt.
Vielleicht liegt es daran, dass Lydia Sandgren Psychologin ist – das dramatische Gespür in ihrem Debüt als Schriftstellerin ist zum Niederknien. Es fühlt sich an, als würde ich mit ihren Figuren in Göteborg leben, von den späten Siebzigern bis in unsere Zeit: Es geht um Freundschaft und Liebe, Kunst und Literatur und um eine Frau und die Familie, in deren Leben sie ein Loch hinterlässt, als sie verschwindet...
Den Essay von Rufi Thorpe, den ich erwähne, findet ihr hier:
http://velamag.com/mother-writer-monster-maid/
„Gesammelte Werke“ von Lydia Sandgren ist bei Mare erschienen. Stefan Pluschkat und Karl-Ludwig Wetzig haben die 874 aus dem Schwedischen übersetzt. Das Hardcover kostet 28 Euro.
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Tanja Schwarz ist sparsam mit Worten. Das gibt ihren zwölf Erzählungen eine große Dichte. Sparsam auch, weil es das dritte Buch in zwanzig Jahren ist. Bereits 2001 erschien ihr erster Erzählungsband "Der nächtliche Skater", 2019 dann "Weltroman" - diese Erzählungen machen mich auf beide neugierig.
„In neuem Licht“ von Tanja Schwarz ist bei hanserblau erschienen. Das Hardcover hat 240 Seiten und kostet 22 Euro.
In der Folge beziehe ich mich kurz auf das ebenfalls neu erschienene Buch von Edouard Louis, "Die Freiheit einer Frau". Die Geschichte seiner Mutter und die Geschichte von Tanja Schwarz, die euch hier vorlese, hat mir einmal mehr deutlich gemacht, wir müssen auch bei uns stärker über das Thema Klasse und Klassismus sprechen. Louis' Buch ist bei S.Fischer als Hardcover erschienen, hat 95 Seiten und kostet 17 Euro.
Ich freue mich über den Austausch mit euch, gern bei Instagram. Oder per Mail an [email protected]
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