Fempire - der Podcast über Frauen, die schreiben

Fempire - der Podcast über Frauen, die schreiben

By Rasha KhayatArtsBooks
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Fempire - der Podcast über Frauen, die schreiben episodes

  • Luna Ali über Hannah Arendt

    Für die vierte Folge der zweiten Fempire-Staffel hat Rasha die Theater- und Prosaautorin Luna Ali als Gästin eingeladen. Lunas großartiger Debütroman „Da waren Tage“ erschien letztes Jahr, in dessen Kapiteln wir den Protagonisten Aras jedes Jahr am Jahrestag der Syrischen Revolution von 2011 an einem anderen Punkt seines Lebens antreffen. Dabei erleben wir nicht nur, wie die Ereignisse in Syrien sich auf Aras‘ Wahrnehmung von Realität und Fiktion auswirken, sondern wie Sprache beim Erzählen zwischen Deutschland und Syrien an ihre Grenzen gerät und immer wieder nach neuen Formen sucht.

    Auf Lunas Wunsch hin wagen sich die beiden mit Hannah Arendt an eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts heran. 1906 in Linden bei Hannover geboren und in Königsberg aufgewachsen, studierte sie Philosophie, Theologie und Klassische Philologie und promovierte bei Karl Jaspers. Von der Gestapo verfolgt, flüchtete Arendt 1933 nach Paris und wegen des Vorrückens der Nazis 1941 ein zweites Mal in die USA, wo sie nach achtzehn Jahren Staatenlosigkeit 1951 die Staatsbürgerschaft erhielt. In New York, wo sie bis zu ihrem Tod 1975 lebte, lehrte sie an verschiedenen Universitäten, vor allem aber schrieb sie an einem so bedeutenden wie umfangreichen Werk politischer und philosophischer Texte.

    Um die Annäherung an die Werke der politischen Denkerin und Philosophin zu erleichtern, konzentrieren sich die beiden auf Arendts 1951 erstmals unter dem Titel „The Origins of Totalitarianism“ und 1955 auf Deutsch veröffentlichtes Opus magnum „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus“ sowie auf ihren deutlich schlankeren Essay von 1943 „We Refugees“ („Wir Flüchtlinge“). Rasha und Luna sprechen über die schreckliche Aktualität von Arendts Werken, über Aktivismus und die Frage nach politischem Handeln, die sowohl Luna wie Arendt in ihren Texten beschäftigt. Außerdem erzählt Luna in einem kleinen Exkurs von ihrer Reise nach Syrien Anfang dieses Jahres. Bei alldem fragen sich Rasha und Luna immer wieder: was hätte wohl Hannah Arendt dazu zu sagen?

    Erwähnt wurden:

    Margarethe von Trotta (Regie), Hannah Arendt: ihr Denken veränderte die Welt, 2012.

    Hannah Arendts 1943 im Menorah Journal veröffentlichter Essay „We Refugees“: Hannah Arendt, Wir Flüchtlinge, 1986. Aus dem Engl. von Eike Geisel.

    Das Theaterstück an dem Luna mitgewirkt hat: andcompany&Co., Café Casablanca: Everybody Comes To Stay!, 2017.

    Michael Curtiz (Regie), Casablanca, 1943.

    Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus, 1955. Das Werk erschien erstmals auf Englisch 1951 unter dem Titel „The Origins of Totalitarianism“. Luna und Rasha beziehen sich im Podcast vor allem auf Kapitel 9: „Der Niedergang des Nationalstaates und das Ende der Menschenrechte“.

    Hannah Arendt, Wahrheit und Lüge in der Politik: zwei Essays, 2013. Der Band enthält die Essays „Die Lüge in der Politik“ (1971 mit dem Titel „Lying and Politics“ und 1972 in deutscher Fassung erschienen) und „Wahrheit und Politik“ (1967 unter dem Titel „Truth and Politics“ und 1969 auf Deutsch veröffentlicht).

    Der von Rasha erwähnte close-reading-Podcast zu Hannah Arendts Werken: Hannah Arendt Center, Reading Hannah Arendt with Roger Berkowitz.

    Das andere von Luna erwähnte Theaterstück an dem sie als Co-Autorin beteiligt war: andcompany&Co., FAKE YOUTH, 2019.

    Der New Yorker-Essay, der die Kontroverse um die Verleihung des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken an Masha Gessen ausgelöst hat: Masha Gessen, The Shadow of the Holocaust, 2023.

    Hannah Arendts vermutlich um 1967 verfasster, erst posthum veröffentlichter Essay: Hannah Arendt, Die Freiheit frei zu sein, 2018. Aus dem Engl. von Andreas Wirthensohn.

    Günter Gaus im Gespräch mit Hannah Arendt: Zur Person: Hannah Arendt, die politische Denkerin, 1964.

    Die von Rasha erwähnten Beiträge in denen Eva von Redecker über Hannah Arendt spricht: SRF Kultur Sternstunde Philosophie, Eva von Redecker über Hannah Arendt: Wir müssen lernen zu streiten, 2018 und UM Politics Talk, Eva von Redecker: Hannah Arendt als Zeitgenossin, 2023.

    1 hr 12 min
  • Şehnaz Dost über Leyla Erbil

    Gästin der dritten Folge der zweiten Staffel ist Şehnaz Dost, Autorin mehrerer in verschiedenen Zeitschriften publizierten Prosatexte und des im Februar 2024 veröffentlichten Debütroman „ruh“, der im Herbst dieses Jahres auch als Taschenbuch erscheinen wird. Während Cemal, der Protagonist des Romans, versucht Ordnung in die kleinen und großen Unordnungen seines Familien-, Liebes- und Berufsleben zu bringen, verstrickt er sich in seinen Träumen immer wieder und tiefer in seine Familiengeschichte. Dieses von Şehnaz klug komponierte Spiel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Traum und Wirklichkeit, ist durchwirkt von Mythologie, Geschichte und Musik, deren Einfluss diesem Roman seinen unverwechselbaren Sound verleiht.

    Weil Musik eine so große Rolle in Şehnaz‘ Schreiben spielt, wird sie mit Rasha nicht nur, wie sonst, über eine weibliche literarische Größe sprechen, sondern auch über eine musikalische. Die beiden widmen sich der Autorin Leylâ Erbil, die 1931 in Istanbul geboren wurde und dort 2013 verstorben ist, und ihrem einzigen ins Deutsche übersetzten Roman ‚Eine seltsame Frau‘ (Ü: A. Gillitz-Acar & A. Hoch). Er erzählt die Geschichte von Nermin, die sich in der Türkei der 1950er-1970er Jahre ihren eigenen Weg als Frau, Intellektuelle und politische Denkerin zu bahnen versucht. Der im türkischen Original 1971 veröffentlichte Roman stellt allerdings nur einen kleinen Teil von Leylâ Erbils Romane, Kurzgeschichten und Essays umfassenden Gesamtwerks dar. Während Erbils Büchern zu Klassikern der türkischen modernen Literatur zählen, ist die Autorin in Deutschland kaum bekannt. Şehnaz und Rasha sprechen darüber, warum das so ist, die Dürftigkeit des westlichen Kanons im Allgemeinen sowie die Unzulänglichkeit und Allgegenwärtigkeit von Übersetzung.

    Deutlich bekannter als Leylâ Erbil ist Sängerin, Rapperin und Songwriterin Lauryn Hill, deren einziges und legendäres Solo-Album „The Miseducation of Lauryn Hill“ von 1998 Şehnaz sehr geprägt hat. In ihrem Gespräch mit Rasha konnte es deshalb nicht unbesprochen bleiben, besonders weil Şehnaz und Rasha in dieser Folge immer wieder darauf zurückkommen werden, wie es ist, einem Text oder Musikstück nach vielen Jahren wiederzubegegnen.

    Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.

    Erwähnt wurden:

    Şehnaz Dost, ruh, 2024. Ab Oktober 2025 auch als Taschenbuch erhältlich.

    Leylâ Erbil, Eine seltsame Frau, 2005. Aus dem Türkischen von Angelika Gillitz-Acar und Angelika Hoch.

    (Auf der Unionsverlag-Webpage zum Buch findet man auch die von Rasha erwähnten und vom Unionsverlag bereitgestellten deutschen Texte zu Leylâ Erbil und ihrem Roman.)

    Im türkischen Original: Leylâ Erbil, Tuhaf Bir Kadın (Eine seltsame Frau), 1971.

    Leylâ Erbil, Tuhaf Bir Erkek (Ein seltsamer Mann), 2013.

    Lauryn Hill, The Miseducation of Lauryn Hill, 1998.

    Etel Adnan, Von Frauen und Städten, 2006. Aus dem Englischen von Klaudia Ruschowksi.

    Im Original: Etel Adnan, Of Cities and Women, 1993.

    Neben der von ihr sehr geliebten Autorin Etel Adnan erwähnte Rasha auch Edward Said.

    Das einzige der von Rasha erwähnten ägyptischen Autorin Mansura Eseddin ins Deutsche übersetzte und vom Unionsverlag veröffentlichte Buch:

    Mansura Eseddin, Hinter dem Paradies, 2011. Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Das Original erschien 2009.

    Von der gleichen Autorin nannte Rasha auch:

    Mansoura Ez Eldin, Maryam’s maze, 2007.

    Außerdem erwähnte Rasha noch den Autor Rafik Schami.

    1 hr 29 min
  • Leyla Bektaș über Olga Ravn

    Rashas Gesprächspartnerin für die zweite Folge der zweiten Staffel ist die Schriftstellerin Leyla Bektaș. Nach Textveröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien erschien 2024 ihr großartiger Debütroman „Wie meine Familie das Sprechen lernte“, der die Geschichte von Alev, einer jungen Alevitin in Deutschland, erzählt. Leyla verwebt hier kunstvoll mehrere Zeit- und Erzählebenen und zieht ihre Leserschaft immer weiter hinein in die Vergangenheit von Alevs Familie, die immer wieder mit einschneidenden Ereignissen der Geschichte der türkischen Republik zusammenfällt und von diesen aus der Bahn geworfen wird.

    Im gleichen Jahr wie Leylas Debüt erschien auch die deutsche Übersetzung des Romans „Meine Arbeit“ der dänischen Schriftstellerin, Lektorin und Übersetzerin Olga Ravn (das Original wurde 2023 in Dänemark herausgebracht), den sich Leyla für diese Folge ausgesucht hat. 1986 in Kopenhagen geboren veröffentlichte Ravn neben einigen Lyrikbänden 2018 ihren ersten viel gelobten Science-Fiction-Roman „Die Angestellten“, der 2022 ins Deutsche übertragen wurde. In ihrem jüngsten Buch dagegen blickt Ravn durch ein Prisma literarischer Formen auf Mutterschaft, Weiblichkeit, (familiale) Beziehungsstrukturen ebenso wie auf mentale Gesundheit, die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache oder den literarischen Topos des Doppelgängers. An all diese Themen und viele mehr knüpfen Leyla und Rasha in ihrem Gespräch an. Sie sprechen über Autofiktion und Fiktion als Schutzschild, die Dekonstruktion des Mutterschaftsmythos, Arbeit, Ravns materialistische Weltauffassung und sinnieren, wie Ravn selbst auch, über die Frage „what a book can do“.

    Als Produzentinnen standen Rasha auch für diese Folge wieder Kathrin Albrecht und Asya Kurtuldu zur Seite.

    Erwähnt wurden:

    Olga Ravn, Meine Arbeit, 2024. Aus dem Dänischen von Alexander Sitzmann und Clara Sondermann.

    Die Fempire-Folge in der Rasha mit Slata Roschal über Anke Stellings Roman "Fürsorge" spricht.

    Anke Stelling, Fürsorge, 2017.

    Das Interview mit Olga Ravn auf dem Louisiana Channel, auf das sich Rasha und Leyla mehrmals bezogen haben: „Writer Olga Ravn: Occult Work and Maternal Gothic“, Louisiana Channel, 2024.

    Olga Ravn, Die Angestellten, 2022. Aus dem Dänischen von Alexander Sitzmann.

    Heike Geißler, Saisonarbeit, 2014.

    Das Literaturmagazin zum Thema Autorschaft und Elternschaft, auf das sich Leyla bezieht: poetin, nr. 25, 2018.

    Rainer Werner Fassbinder, Angst essen Seele auf, 1974.

    Rasha erwähnte außerdem die Schriftstellerin, Philosophin und Literaturkritikerin Hélène Cixous und den von ihr geprägten Begriff der "Écriture féminine".

    Der Podcast, über den Leyla sprach: ‚Freiheit Deluxe‘ mit Jagoda Marinić, die neben Anderen die Autoren Dinçer Güçyeter und Tijan Sila eingeladen hat.

    Zuletzt wurden von Leyla noch die Autor:innen Hiromi Itō und Edgar Allan Poe genannt.

    1 hr 31 min
  • Asal Dardan über Jenny Diski

    Nach längerer Pause kehrt Fempire nun zurück. Mit von der Partie beim Wiedereinstieg sind nicht nur die zwei neuen Producerinnen Asya und Kathrin, die Rasha beim Podcast im Hintergrund unterstützen, sondern als erste Gästin der zweiten Staffel auch die wunderbare Schriftstellerin Asal Dardan. Nach ihrem 2021 veröffentlichten und hochgelobten Essayband "Betrachtungen einer Barbarin", erschien diese Woche mit "Traumaland: Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart" ihr zweites Buch - schon jetzt eine absolute Pflichtlektüre - in dem Asal über die Erinnerungskultur in Deutschland, den Zusammenhang zwischen Struktur und rassistischer Gewalt, Verantwortung und Aufarbeitung nachdenkt.

    Mitgebracht hat Asal die britische Autorin Jenny Diski (1947-2016), Verfasserin zahlreicher Essays, Romane, Kurzgeschichten und Reisetagebücher. Diski ist vor allem in Großbritannien für ihr umfangreiches und genreübergreifendes Werk bekannt, aber auch für ihre Beziehung zur Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing. Lessing nahm Diski als Teenagerin in ihrem Haushalt auf und blieb eine Figur an die sich Diski nicht ohne Ambivalenz und Reibung in ihrer literarischen Arbeit erinnert. Jenny Diski, ihr Schreiben und ihre Geschichte sind in Deutschland bisher leider nahezu unbekannt.

    Neben dem komplexen Verhältnis zwischen Diski und Lessing, Mutterschaft & Autorinnenschaft und der Begrenztheit unserer Vorstellungen von Beziehungen, unterhalten sich Rasha und Asal über verrückt-Werden als womöglich einzig richtige Reaktion auf das Zeitgeschehen, Solidarität und die Haltung des essayistischen Ichs.

    Erwähnt wurden:

    Jenny Diski, I haven’t been nearly mad enough, London Review of Books 36, Nr. 3, 2014.

    Jenny Diski, After These Things, 2005.

    Olivia Laing, The Lonely City: Adventures in the Art of Being Alone, 2017.

    Barbara Taylor, The Last Asylum: A Memoir of Madness in Our Times, 2015.

    Hannah Proctor, Burnout: The Emotional Experience of Political Defeat, 2024.

    Joan Didion, Slouching Towards Bethlehem, 1968.

    Doris Lessing, The Golden Notebook, 1962.

    In deutscher Übersetzung: Doris Lessing, Das goldene Notizbuch, 1989. Aus dem Engl. von Iris Wagner.

    Das Video, das Doris Lessings Reaktion auf den ihr 2007 verliehenen Nobelpreis zeigt: British author Doris Lessing reacts to Nobel win.

    Jenny Diski, In Gratitude, 2017. Mit einem Vorwort von Anne Enright.

    Jenny Diski, Why Didn’t You Just Do What You Were Told?, 2021.

    Jenny Diskis Buch über Marie de Gournay, der 'Wahltochter' von Montaigne: Jenny Diski, Apology for the Woman Writing, 2009.

    Berühmte Essayistinnen, die wie Jenny Diski auch Romane geschrieben haben: Susan Sontag und Joan Didion.

    Deutsche Übersetzungen von Jenny Diski:

    Jenny Diski, Das blaue Herz des Eises, 1999. Aus dem Engl. von Brigitte Walitzek.
    Jenny Diski, Küsse und Schläge, 2015. Aus dem Engl. von Bettina Runge.

    Joan Didions von Rasha nicht sehr geliebter Roman: Joan Didion, Play It as It Lays, 1970.

    Doris Lessing, The Memoirs of a Survivor, 1974.

    Jacqueline Rose, The Haunting of Sylvia Plath, 1992.

    Am Ende wurden noch die Autorinnen Rachel Cusk und Deborah Levy erwähnt. Über Deborah Levy sprach Rasha schon mit Kristine Bilkau. Über die mehrere Male in dieser Folge erwähnte Joan Didion unterhielten sich Rasha und Lena Gorelik ebenfalls bereits in Staffel 1.

    1 hr 26 min
  • Der Friendship Fempire mit Lena Gorelik

    Die Welt, Lenas und meine Welt, die Welt vieler, vieler Menschen hat sich in den letzten zwei Monaten durch die grausamen Ereignisse, die im Nahen Osten geschahen & noch geschehen, vollkommen verändert.

    Lena ist Jüdin, ich bin Araberin. Wir sehen uns beide als eher säkular, praktizieren die Religion, in die wir hinein geboren wurden, nicht wirklich. Wir fühlen uns aber emotional tief verbunden mit unseren Herkunftskulturen, mit den Geschichten & vor allem unseren Familien, die dahinter stecken & nicht zuletzt auch unser Schreiben & unsere Arbeit prägen.
    Seit dem 7. Oktober haben wir gemeinsam geweint, uns erzählt, was wir in unseren Welten beobachten, haben um Worte gerungen, Sprachnachrichten, Fotos von Herbstlaub & Weihnachtsvorbereitungen und Textideen & -Entwürfe ausgetauscht. Wir haben uns oft, sehr oft gegenseitig gefragt "Wie geht es dir?", haben geschrieben "Wollte nur mal bei dir nachchecken!" Wir haben nicht losgelassen.
    Und wir haben mit Deutschland gehadert, mit der Stimmung, den Medien & der Bubble, in der wir arbeiten.
    Nun setzen wir uns für ein Gespräch zusammen, in dem wir diese, unsere letzten Wochen reflektieren und darüber reden, dass eigentlich nur Freundschaft & Verbindung helfen kann, jetzt, und sowieso immer. Und dass man erstmal nicht viel braucht, außer einander einen sicheren Raum für's Traurigsein & Wütendsein & Hilflossein geben. Und dass wir zusammenhalten & aufeinander aufpassen müssen, wenn wir irgendwann wieder freier leben wollen.

    Liebste Lena - du weißt, wie dankbar ich bin für dich 💜

    Und euch allen anderen wünsche ich, dass auch ihr Verbindungen habt, die euch Sicherheit geben. Achtet aufeinander. Und schon jetzt und mit diesem letzten Gespräch in diesem Jahr wünsche ich euch ein schönes Weihnachten und ein gutes, friedliches neues Jahr.

    1 hr 10 min
  • Fempire LIVE @ Globale Festival mit Slata Roschal
    Ich freue mich riesig, heute eine ganz besondere Ausgabe mit euch
    teilen zu können. Das wunderbare Globale, Festival für Grenzüberschreitende Literatur hat mich nach Bremen eingeladen, um dort live vor Publikum ein Fempire Gespräch aufzunehmen. Als Gästin habe ich mir Slata Roschal gewünscht, deren Debütroman, 153 Formen des Nichtseins im letzten Jahr zu meinen Lieblingsbüchern zählte.
    Slata wiederum hat sich gewünscht, dass wir gemeinsam über Anke
    Stelling und vor allem über den Roman „Fürsorge“ sprechen.
    Aufgenommen haben wir in dem zauberhaften Kaffee Krach in Bremen, vor komplett vollem Haus. An dieser Stelle also auch nochmal ein dickes Dankeschön an das Kaffee Krach, an das Globale Festival und besonders an Tatjana Vogel für die Einladung, und an Frank Jacobsen für die Technik und den wunderbaren Mitschnitt.
    1 hr 11 min
  • Nicole Seifert!

    Heute hab’ ich die Ehre und das große Vergnügen, eine ganz

    besondere Gästin begrüßen zu dürfen. Mit ihrem Buch
    Frauen-Literatur hat sie 2021 die Debatten und Diskussionen um Frauen
    im Autorinnenberuf einmal gründlich durchgeschüttelt und gilt
    seither quasi als Fackelträgerin für alles, was mit Frauen im
    Literaturbetrieb zu tun hat.

    Genau, die Rede ist von Nicole Seifert. Nicole ist promovierte

    Literaturwissenschaftlerin, ausgebildete Verlagsbuchhändlerin,
    Lektorin, Übersetzerin, Bloggerin, Herausgeberin, Autorin und
    Influencerin. Kaum jemand hat sich in den letzten Jahren für
    feministische Themen in der Literatur so sehr in die Bresche geworfen
    wie sie. Dafür wird sie manchmal kritisiert, aber von sehr vielen
    Menschen – auch und nicht selten auch von Autorinnenkolleginnen –
    auch gefeiert.

    Diesen Monat erblickt Nicoles neustes Projekt das Licht der Welt – gemeinsam mit

    der Buchhändlerin Magda Birkmann hat sie für den Rowohlt Verlag
    eine Reihe kuratiert, die vergessene Autorinnen aus dem 20.
    Jahrhundert in deutscher Erstübersetzung präsentiert. Außerdem
    erscheint im kommenden Jahr ihr neues Buch über die Frauen der
    Gruppe 47 unter dem fantastischen Titel „Einige Herren sagten etwas
    dazu“.

    Über all das sprechen wir. Auch über Misogynie als System in der Literaturkritik,

    über das Weglassen, das Abwerten, das absichtliche Vergessen von
    Werken weiblicher Autorinnen auf Lehrplänen und bei Versuchen
    sogenannter Kanonisierung und über ganz viele andere Dinge.
    Außerdem noch eine kleine Ankündigung – bald geht die Fempire
    Live Show in die nächste Runde, diesmal im Rahmen des wunderbaren
    Globale Literaturfestivals in Bremen. Am 31. Oktober, der hier bei
    uns im Norden ein Feiertag ist, werde ich im Bremer Kaffee Krach bei
    Kaffee und Kuchen live mit der Autorin Slata Roschal sprechen und
    aufnehmen. Ihr könnt dabei sein, meldet euch einfach über die Seite
    des Globale Festivals an.


    Alles über Nicole findet ihr hier , hier und hier

    Anmeldungen zu Fempire Live in Bremen findet ihr hier. (runter scrollen bis 31. 10.)

    1 hr 6 min
  • Andrea Karimé über Arundhati Roy
    Andrea Karimé ist Kinderbuchautorin, Essayistin und ausgebildete
    Geschichtenerzählerin aus Köln. Sie schreibt wunderbare
    Kinderbücher über Kinder, die nicht unbedingt Lukas oder Anna
    heißen und nicht immer blond und blauäugig sind. Damit hat sie in
    diesem Jahr den Preis der jungen Literaturhäuser gewonnen und
    begeistert kleine und große LeserInnen in ganz Deutschland. Außerdem
    ist vor einigen Wochen ihr großartiger Essayband „Wörter, Wörter,
    Himmelörter“ erschienen, in dem sie poetisch und sprachverliebt
    dem Ursprung ihrer Sprache auf den Grund geht.
    Mitgebracht hat
    Andrea die indische Schriftstellerin Arundhati Roy, oder, wie Andrea
    sie nennt – ihre HabibtiHabibti – also ihre absolute
    Lieblingsautorin.
    Arundhati Roy wurde
    Ende der 1990er Jahre mit ihrem Roman „Der Gott der kleinen Dinge“
    zu einem absoluten Superstar. Ihre Romane und Essays wurden in über
    50 Sprachen übersetzt und neben ihrer schriftstellerischen Arbeit
    ist sie als politische Aktivistin auf der ganzen Welt unterwegs, im
    Kampf gegen Faschismus, Imperialismus und Kapitalismus.
    Und weil ich selbst
    auch ein riesiger Fan von Arundhati Roy bin, haben Andrea und ich
    viel und wild geschwärmt und gelacht.
    Außerdem wollte ich
    mit Andrea unbedingt über ihre Arbeit als Kinderbuchautorin reden
    und darüber, wie sie die Reaktionen ihrer jungen Fans erlebt. Für
    mich steht fest – wäre ich und jedes andere Kind nichtdeutscher
    Herkunft mit Büchern wie die von Andrea aufgewachsen – wir hätten
    uns so viel mehr und schneller gehört, gesehen und dazugehörig
    gefühlt. Allein deshalb wünsche ich mir, dass ihr all euren Kindern
    die Bücher von Andrea antragt.
    Alles über Andrea findet ihr hier und hier.
    Alles über Arundhati Roy findet ihr hier.
    1 hr 30 min
  • Daniela Dröscher über Yoko Tawada
    Als Gästin habe ich mir diesmal die wunderbare Daniela Dröscher eingeladen. Nachdem wir in der letzten Ausgabe mit Yade Önder so ausführlich über Danielas erfolgreichen Roman „Lügen über meine Mutter“ gesprochen haben und sie damit nun schon passiver Teil von Fempire war, ist es mir deshalb eine ganz besondere Freude, dass sie nun auch aktiv dabei ist.
    Daniela Dröscher ist Autorin zahlreicher Theaterstücke, Essays, Kurzgeschichten und Romane. Zuletzt stand sie 2022 mit „Lügen über meine Mutter“
    auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis, und ist auch ansonsten bereits vielfach ausgezeichnet und preisdekoriert für ihre Arbeit.
    Zu unserem Gespräch hat Daniela ihre langjährige Heldin Yoko Tawada mitgebracht. Yoko Tawada schreibt in Japanischer und Deutscher Sprache, sie lebt seit
    den 1990er Jahren in Deutschland – zunächst lange in Hamburg, inzwischen in Berlin – damit ist sie quasi auch geographisch eine
    Brücke zwischen Daniela und mir – und arbeitet grenzüberschreitend, furios und furchtlos in so ziemlich jedem Genre – Roman, Essay, Erzählung, Lyrik, Akademie und kompletter Freestyle.
    Ihr Werk sprüht nur so vor liebevollen Beobachtungen, klugen Einsichten und poetischen Formulierungen – völlig verständlich, dass sie Daniela seit vielen Jahren nicht loslässt. Wie ihr in dem Gespräch hören werdet, hab auch ich mich sofort mitreißen lassen von Tawadas Sound, ihrer Intelligenz und ihrer großen Zuneigung zur Welt. Dass sie nach wie vor der „bekannteste Geheimtipp der Literatur“ ist, das wollen wir – also Daniela und ich – nicht hinnehmen und hoffen
    sehr, euch alle anzustecken und anzustiften mit der wundervollen Yoko Tawada und ihrem leuchtenden Werk.
    Alles über Daniela und ihr Werk findet ihr hier.
    Alles über Yoko Tawada und ihr Werk findet ihr hier.
    Außerdem erwähnen wir dieses Buch von George Saunders und das Werk von Etel Adnan.
    1 hr 29 min
  • Fempire LIVE ON STAGE mit Nava Ebrahimi & Yade Yasemin Önder @ Literaturfestival Stuttgart

    Zum ersten Mal präsentieren wir euch heute einen Live Podcast, den wir

    bereits vor zwei Wochen aufgenommen haben. Auf Einladung von
    Kuratorin und Fempire-Alumna Lena Gorelik war Fempire beim ersten
    Stuttgarter Literaturfestival dabei und ich durfte live auf der Bühne
    mit meinen wunderbaren Gästinnen Nava Ebrahimi und Yade Yasemin
    Önder sprechen. Nava hat das Werk der großen israelischen
    Schriftstellerin Zeruya Shalev mitgebracht, und Yade hatte den
    aktuellen autofiktionalen Roman „Lügen über meine Mutter“ von
    Daniela Dröscher im Gepäck.
    Die Aufzeichnung fand im Rahmen des 1. Literaturfestival Stuttgart
    2023 – Schreiben, während die Welt geschieht und in
    Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe statt. Für die reibungslose
    Technik sorgte Max Kirks.
    Das Literaturfestival Stuttgart wird vom Kulturamt der Landeshauptstadt
    Stuttgart in Kooperation mit dem Literaturhaus Stuttgart sowie
    weiteren Stuttgarter Literatur- und Kulturakteur*innen ausgerichtet.
    Fotos von diesem wunderbaren Abend und vieles mehr findet ihr auf unserer Instagram Seite @fempire_podcast
    Alles über Nava und ihr Werk findet ihr hier.
    Alles über Yade und ihr Werk findet ihr hier.
    Und dies sind die Bücher, über die wir gesprochen haben.


    1 hr 6 min

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