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Vor den zwei entscheidenden WM-Qualifikationsspielen gegen Luxemburg und die Slowakei setzt Bundestrainer Julian Nagelsmann ausgerechnet auf den unberechenbarsten Spieler des deutschen Fußballs: den zuletzt aussortierten Leroy Sané.
Nagelsmann verkauft die Rückkehr als letzte Chance für den Spieler. Jan Christian Müller (Frankfurter Rundschau) nennt sie im Fever Pit’ch Podcast dagegen einen „Verzweiflungsakt“, ausgelöst durch ein DFB-Niveau, das dem Bundestrainer „nicht mehr genug Alternativen“ bietet. Sein Glaube an den mittlerweile 30-Jährigen ist gering.
„Es ist alles schon versucht worden“, erklärt Müller – Lob, Strenge, Nähe, Distanz. Nichts brachte Konstanz. Für Pit Gottschalk liegt das an Sanés Selbstwahrnehmung, die „stark von der Fremdwahrnehmung abweicht“ und immer wieder in Bockigkeit kippt. Egal ob in der Nationalmannschaft oder bei seinen Klubs, zuletzt auch bei Galatasaray: Der Spieler, der Weltklasse sein könnte, bleibt ein Fragezeichen – mal brillanter Dribbler, mal abwesender Mitläufer.
Müller fasst es trocken zusammen: „Sané ist eine Wundertüte.“ Dabei bräuchte das DFB-Team gerade jetzt Verlässlichkeit, denn „zu viele Spieler sind Wundertüten.“ Dennoch setzt Nagelsmann auf ihn, weil keiner seiner Konkurrenten wirklich liefert.
Gegen Luxemburg und die Slowakei muss Sané nun zeigen, dass er mehr ist als ein ewiges Versprechen. Müller warnt zwar, dass man eine Top-Leistung gegen Gegner dieser Kategorie kaum objektiv bewerten könne – doch genau diese Spiele bieten Sané die Chance, Haltung, Intensität und Verantwortung zu demonstrieren. Nicht zum ersten, aber vielleicht zum letzten Mal.
Takeaways
Chapters
00:00 Erinnerungen an den Terroranschlag
03:03 Erfahrungen und Emotionen im Stadion
05:57 Die Auswirkungen auf Reporter und Spieler
08:58 Fußball als Nebensache und Hauptsache
12:02 Aktuelle Herausforderungen der deutschen Nationalmannschaft
14:59 Die Debatte um Spieler und Kaderentscheidungen
19:22 Klare Kommunikation im Fußball
22:10 Öffentliche Kritik und ihre Auswirkungen
24:46 Umgang mit Druck und Erwartungen
28:42 Die Herausforderung der Nationalmannschaft
30:24 Zukunftsperspektiven und junge Talente
Der VfB Stuttgart wirkt stabil wie seit Jahren nicht, steht auf Augenhöhe mit Dortmund und Leipzig als Bayern-Verfolger in den Startlöchern - aber Stiller, Mittelstädt und Undav werden vom DFB links liegen gelassen Vom VfB Deutschland des Vorjahres kaum etwas übrig, Bundestrainer Julian Nagelsmann schaut woanders hin.
Unverständlich, denn Stuttgart liefert Woche für Woche gute Argumente. „Wenn man 21 Punkte geholt hat – ist das für mich nicht nachvollziehbar“, kritisiert Michael Bollenbacher (SWR), einer der Macher der ARD-Doku „Rise and Fall – VfB Stuttgart“ im Fever Pit’ch Podcast. „Gerade Angelo Stiller ist in letzter Zeit wieder sehr auf dem aufsteigenden Ast.“
Das gilt auch für Maximilian Mittelstädt, einen der konstantesten Außenverteidigern der Liga. Zumal, wie Bollenbacher richtig anmerkt: „Auf der Position gibt’s in Deutschland ja nicht so viele Alternativen.“ Und auch Deniz Undav trifft nach überstandener Verletzung wieder regelmäßig.
Nagelsmann begründet Stillers Nichtnominierungen mit Profilfragen. Für Bollenbacher ist das schwer nachzuvollziehen: „Ich finde, Leon Goretzka hat null Torbeteiligung diese Saison – rein sportlich wenig nachvollziehbar. Wahrscheinlich kennt Nagelsmann ihn einfach besser als einen Stiller.“
Die Botschaft: Reputation schlägt Leistung. Der Vorwurf: Nagelsmann übersieht die neue Substanz beim VfB Stuttgart, der mittlerweile viel effizienter und erwachsener auftritt. „Vor einem Jahr hat der VfB oft schön gespielt und verloren – jetzt spielen sie pragmatischer und holen Punkte“, sagt Bollenbacher und benennt damit einen möglichen Teil des Problems: Die Mannschaft ist stärker, aber weniger spektakulär. Ein Klub, der Ruhe gefunden hat, fällt weniger auf. Damals stellte der VfB sechs Nationalspieler, aktuell zwei.
Fluch und Segen der Arbeit von Trainer Sebastian Hoeneß, der gemeinsam mit Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Geschäftsführer Alexander Werle dem Verein Struktur und Balance verliehen hat. „Diese Kontinuität gibt es jetzt seit zweieinhalb Jahren – das ist das große Glück des VfB“, sagt Bollenbacher. „Früher haben sie die Trainer gewechselt wie die Boxershorts“, erklärt Bollenbacher trocken. Jetzt ist Kontinuität plötzlich wieder ein Erfolgsrezept.
Der neue VfB lebt von Teamgeist statt Typenkult. Von einem Kollektiv, mit dem Abgänge wie Nick Woltemade oder Enzo Millot kompensiert werden können. Von Spielern wie Chris Führich, die sich auch als Joker in den Dienst der Mannschaft stellen, und von einer Defensive, die endlich Stabilität verkörpert. „Chabot ist hinten der Fels in der Brandung”, sagt Bollenbacher. Und vorne liefert Undav, „ein guter Straßenfußballer, der Spiele entscheiden kann“.
Aber es beim DFB momentan nicht darf. Die Tür ist zwar nicht zu, aber offen ist auch die große Frage, „nach welchen Prinzipien Nagelsmann mittlerweile nominiert”, sagt Bollenbacher. „Irgendwie ist da keine Linie drin”. Zumindest, Stand jetzt.
Takeaways
Chapters
00:00 Der VfB Stuttgart im Herbst 2025
02:55 Nominierungen und die Nationalmannschaft
05:48 Aktuelle Tabellenlage und Herausforderungen
08:46 Kontinuität und Trainerwechsel beim VfB
11:45 Spielerentwicklung und Teamdynamik
14:59 Zukunftsperspektiven des VfB Stuttgart
17:39 Die Rolle von Deniz Undav im Team
21:29 Umgang mit sensiblen Spielern
25:01 Die Herausforderungen des VfB Stuttgart
29:20 Fabian Wohlgemuths Einfluss auf den VfB
33:29 Anekdoten aus der Doku "Rise and Fall"
Laut, direkt, emotional – Steffen Baumgart kämpft gegen den VAR und brachte die übermächtigen Bayern an den Rand einer Niederlage. Der Union-Trainer steht für das, was der Bundesliga fehlt: Leidenschaft, Chaos und Mut.
Fünf Millimeter Abseits, fünf Minuten Videobeweis – und ein Trainer, der explodiert. Steffen Baumgart tobte über den VAR, sprach von Leuten, die „Lack gesoffen“ hätten. Viele schüttelten den Kopf – doch sein Ausbruch steht sinnbildlich für eine Liga, die sich in ihrer eigenen Korrektheit verliert.
„Der VAR macht den Fußball gerechter“, sagt Kommentator Tobi Fischbeck im Fever Pit’ch Podcast, schränkt aber ein: “er hat ihm auch etwas von seiner Leichtigkeit genommen – gerade beim Torjubel.“ Der Fußball sei „deutlich bürokratischer“ geworden.
Doch dieser „Bürokratisierung des Fußballs“, wirkt ein Mann entgegen: Steffen Baumgart. In einer Liga voller standardisierter Emotionen und steriler Entscheidungen ist er das Störsignal der Weckruf. Laut, unberechenbar, ehrlich – und, wie Fischbeck anmerkt, „manchmal auch drüber“.
Seine Attacke gegen den VAR-Keller nach dem aberkannten Tor war zweifellos überzogen. Aber genau das macht den Reiz aus. Baumgart überzieht – weil er fühlt. Und genau das fehlt vielerorts in der Bundesliga. Denn seine Mannschaft verkörpert das, was dem Spiel abhandengekommen ist: Risiko, Leidenschaft, Widerspruch.So wie im Spiel gegen die Bayern. Beim 2:2 gegen den übermächtig scheinenden Rekordmeister zeigte Union, wie man sie zumindest kurzzeitig aus dem Takt bringen kann – mit Mut, mit Tempo, mit Verzicht auf Perfektion. Vielleicht etwas, das auch für das Pokalspiel im Dezember Hoffnung auf Spannung verspricht.
Doch realistisch bleibt: Auch das wird kaum reichen, um die Dominanz zu brechen. Die Bayern werden sich neu justieren, die Liga bleibt berechenbar. Aber immerhin gibt es noch Typen wie Steffen Baumgart, die sich überhaupt noch auflehnen – wenigstens bis der VAR sie wieder einfängt. Retten kann er den Fußball nicht. Aber er erinnert uns daran, warum wir ihn lieben.
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Wenn Köln über Fußball spricht, fällt in diesen Tagen ein Name, der Erinnerungen weckt. Said El Mala, 19 Jahre alt, frech, explosiv – ein Spieler, der mit jedem Ballkontakt das Stadion summen lässt. Und einer, der bei älteren Fans etwas auslöst: War da nicht mal einer, der genauso spielte?
„Komm, sag’s – er ist der neue Podolski“, sagt Moderator Malte Asmus im Fever Pit’ch Podcast. „Na ja“, antwortet Julian Witzel (Funke Medien und Thekenphilosophen) und lacht. Er weiß: ganz so falsch ist der Vergleich nicht. El Mala hat, wie einst Podolski, diese ungebremste Lust am Spiel, den Mut zum Risiko – und die Fähigkeit, ein Stadion in Sekunden auf Temperatur zu bringen. Ein Straßenkicker, der das Spiel liebt, nicht das System. Einer, der zündet, weil er nicht nachdenkt. Und einer, den die Stadt sofort adoptiert.
Im Podcast beschreibt Witzel ihn als „Spieler mit gewaltigem Tempo und dem Mut, etwas zu riskieren“ – aber auch als jemanden, der „manchmal zu viel will“. „Ich habe manchmal das Gefühl, er will immer das Besondere zeigen“, sagt er. Das Publikum verzeiht ihm das gern. Denn aus jedem Versuch, aus jeder Überhastung blitzt dieses kölsche Etwas: Leidenschaft mit Fehlerquote.
Dabei war der Weg kein Selbstläufer. Gladbach hatte ihn in der Jugend aussortiert – körperlich zu roh, zu ungestüm. Jetzt steht er mit dem FC vor eben jenem Derby, das seine Geschichte schreibt. „Klar, das bewegt ihn“, sagt Asmus. „Nach Dortmund hat er zugegeben, dass ihn die gelbe Wand beeindruckt hat. Gegen Gladbach will er zeigen, dass er gelernt hat.“ Wenn er denn spielen kann, unter der Woche musste er das Training wegen einer Blessur abbrechen.
Selbst Weltmeister Jürgen Kohler ist beeindruckt, warnt El Mala allerdings: „Wenn sich die Verteidiger mal auf ihn eingestellt haben, wird’s spannend." Aber im Moment finden sie kein Rezept. Kwasniok geht klug mit seinem Rohdiamanten um. „Wir passen auf ihn auf“, sagt der Trainer intern immer wieder. Er lässt ihn nicht zu früh verbrennen, gibt ihm Räume, in denen Fehler erlaubt sind. El Mala dankt es mit Toren – und mit Momenten, die Köln liebt: laut, wild, unberechenbar.
Noch ist er nicht der neue Podolski. Aber er erinnert Köln daran, wie sich Aufbruch anfühlt. Und das allein reicht, um aus einem Talent einen Hoffnungsträger zu machen. Übrigens auch schon für Nationaltrainer Julian Nagelsmann, der El Mala kurz nach unserer Podcast-Aufzeichnung für die nächsten Länderspiele nominierte.
Takeaways
Chapters
00:00 Vorfreude auf das rheinische Derby
02:12 Besonderheiten des rheinischen Derbys
04:55 Gladbachs Rückkehr in die Spur
06:32 Die Rolle der Joker und Kaderqualität
10:20 Schröder und die Zukunft von Gladbach
13:04vErfahrungen aus der zweiten Liga
16:00 Kwasniok: Ein Trainer mit Gesicht
20:08 Ragnar Ache und seine Bedeutung für den FC
25:31 Euphorie und Realismus im Fußball
27:12 Kaderqualität und Verletzungsmanagement
28:50 Der Einfluss von Schlüsselspielern
30:42 Der neue Star: El Mala und seine Entwicklung
33:01 Vergleich mit Legenden: El Mala und Podolski
36:48 Die Herausforderungen für junge Talente
39:33 Zukunftsperspektiven und Transfergerüchte
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Die intensive zweite Halbzeit beim 2:1-Sieg der Bayern in Paris hat es gezeigt: Jonathan Tah ist genau der Spieler, den Bayern gebraucht hat. Kein Glamour-Transfer, aber einer, der dem Rekordmeister eine neue Qualität verleiht.
„Ja, sie können leiden”, erklärt Luca Beckmann (Fußball MML) im Fever Pit’ch Podcast. „Und das liegt auch daran, dass Dayot Upamecano und Jonathan Tah einfach wahnsinnig gut zueinander gefunden haben, seitdem sie im Sommer zusammenspielen.“ Upamecano wirkt stabiler als je zuvor, Tah spielt, als wäre er schon ewig in München.
Die Defensive - früher eine Schwachstelle, nun Bayerns Rückgrat und die Basis im Erfolgssystem von Vincent Kompany. Tahs Ruhe am Ball und sein Gefühl für die Balance machen ihn zum idealen Partner für Upamecanos Dynamik – zum fehlenden Puzzlestück in Kompanys System, zum Anker, den Kompanys Mannschaft brauchte.
Beide Abwehrspieler ergänzen sich perfekt: Einer geht, einer sichert. Einer antizipiert, einer blockt – und das alles ohne Panik, ohne Fehlzündung. „Es ist wahrscheinlich genau das, es ist das Pärchen, was sich gesucht und gefunden hat“, sagt Beckmann.
Das bewies besonders die zweite Halbzeit in Paris: Mit Stellungsspiel, Zweikampfstärke und Nervenstärke sorgte das Duo dafür, dass Bayerns Spiel auch in Unterzahl nicht zerfiel – und niemand befürchten musste, dass noch etwas passieren könnte.
Dass der Trainer selbst Verteidiger war, dürfte erheblich dazu beigetragen haben: Kompany weiß, welche Art von Kommunikation und Vertrauen ein Innenverteidiger braucht. „Die Ansprache scheint sehr wertschätzend und motivierend zu sein“, erklärt Beckmann. „Und das sieht man – diese Mannschaft lebt.“
Und sie wächst – vor allem wegen ihrer sattelfesten Defensive – immer mehr in die Rolle als Topfavorit auf den Champions-League-Titel hinein.
Takeaways
Chapters
00:00 Bayern München: Ein Rock'n'Roll Fußballerlebnis
03:06Dominanz und Überraschung: Die Bayern im internationalen Vergleich
06:02 Taktische Kniffe und Spielerwechsel: Die Rolle von Kompany
09:01 Defensive Stärke: Upamecano und Tah im Fokus
11:58 Teamdynamik und Trainerphilosophie: Die Entwicklung der Bayern
15:04 Fitness und Belastung: Herausforderungen für die Bayern
17:57 Vergleich mit PSG: Individuelle Klasse vs. Teamarbeit
21:20 Bayern und die Fitness-Strategie
23:19 Luis Díaz: Unterschätzter Spieler
24:45 Jonathan Tah und die Defensive der Bayern
27:13 Manuel Neuer: Der Rückhalt im Tor
29:57 Die Rückkehr von Musiala und ihre Auswirkungen
35:38 Die Herausforderungen der Bayern in der Champions League
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