Grab The Glass | Einfach nur ein Whisky-Podcast

Folge 144 – Rostiger Schlüssel, altes Spukhaus


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Ha, da haben wir sie wieder, die Schnapszahl. Na ja, zumindest ist diese ein Teil davon und das heißt? An dieser Stelle wissen wir, wer uns kennt. Hihi. Wir waren mal wieder beim Discounter. Dieses Mal hat es uns zum Netto verschlagen. Dort im Regal warteten gleich zwei Kandidaten, die namentlich treffender nicht hätten zueinander passen können. Alte Schlüssel und altes Haus – würde man die Bezeichnungen einfach mal frei übersetzen. Völlig vorurteilsfrei wollten wir dieses Mal an die Sache herangehen. Doch schon nach dem Öffnen der ersten Flasche wurde uns bewusst, dass das kein Zuckerschlecken wird. Dabei haben wir uns wirklich Mühe gegeben. Wie wir uns geschlagen haben, erfahrt ihr in Folge 144 – Rostiger Schlüssel, altes Spukhaus.

Whisky aus dem Netto – Zufall in der Namensgebung? Wir denken nicht.
  • O’Keys – Blended Scotch Whisky von Netto
  • Old House No 1 Scotch Whisky von Netto
  • O’Keys – Blended Scotch Whisky von Netto
    Aroma
    • Deutlicher Alkohol
    • Grüne Äpfel
    • Schwache Vanillespur
    • Getreidenoten
    • Metallische Note (passend zu “Keys”)
    • Hauch von Zitrusschale
    • Geschmack
      • Süßliche Getreidenoten
      • Leichte Karamellsüße
      • Unreife Nüsse
      • Bittere Komponente
      • Sehr zurückhaltende Holznoten
      • Dünne bis mittlere Textur
      • Abgang
        • Kurz bis mittellang
        • Dominante Bitterkeit
        • Nachklang von Getreide
        • Hauch Vanille
        • Trockene, adstringierende Note
        • Leichte Schärfe
        • Old House No 1 Scotch Whisky von Netto
          Aroma
          • Sehr präsenter Alkohol/Ethanol
          • Schwache Birnennoten
          • Angedeutete Zitrusschal
          • Beißende Schärfe
          • Metallische Komponente
          • Muffige Holznoten
          • Geschmack
            • Raue Eichenfass-Noten
            • Altes Papier
            • Muffige Holzspäne
            • Ölige Textur
            • Trockene Komponente
            • Unharmonische Holzextrakte
            • Abgang
              • Anfangs weich
              • Sehr starke Bitterkeit
              • Überextrahierte Tannine
              • Aspirin-ähnliche Note
              • Ungewöhnlich lange anhaltend
              • Unangenehmer Nachgeschmack
              • Destillerie(n) der Folge im Überblick
                O’Keys – Blended Scotch Whisky
                Inhaber

                Netto Marken-Discount (Eigenmarke)

                Gründungsdatum

                Nicht bekannt (Markeneinführung)

                Ø Liter Whisky pro Jahr

                Nicht öffentlich bekannt

                Master Distiller
                • Nicht bekannt
                • Dauerbrenner (Core Range)
                  • O’Keys Blended Scotch Whisky
                  • Bei O’Keys handelt es sich nicht um eine traditionelle schottische Destillerie, sondern um eine Eigenmarke des deutschen Supermarktdiscounters Netto. Dies ist ein gängiges Modell in der Spirituosenwelt, bei dem große Handelsketten Whisky von etablierten, aber oft ungenannten schottischen Brennereien beziehen. Diese Whiskys werden dann von einem spezialisierten Abfüller zu einem sogenannten “Blended Scotch” vermählt und unter einem eigenen Markennamen vertrieben. Die genaue Herkunft und das Gründungsdatum der Marke sind daher nicht öffentlich dokumentiert, da der Fokus auf der Bereitstellung eines preisgünstigen und konsistenten Produkts für den Massenmarkt liegt.

                    Die Produktion eines Blended Scotch wie O’Keys folgt den strengen Regeln des schottischen Whiskys. Er ist eine Mischung aus Malt Whisky, der für Charakter und Geschmackstiefe sorgt, und Grain Whisky, der für eine weichere Textur und Volumen verantwortlich ist. Die einzelnen Destillate werden von verschiedenen Brennereien in Schottland eingekauft. Das genaue Mischverhältnis und die Auswahl der Brennereien sind das Betriebsgeheimnis des Abfüllers. Ziel ist es, über Jahre hinweg ein gleichbleibendes Geschmacksprofil zu gewährleisten, das den Erwartungen der Supermarktkundschaft entspricht. Der Whisky muss gesetzlich vorgeschrieben mindestens drei Jahre in Eichenfässern in Schottland reifen.

                    Die Bedeutung von Marken wie O’Keys liegt weniger in der Welt der Kenner und Sammler als vielmehr in ihrer Rolle als Einstiegspunkt in die Welt des Scotch Whiskys. Durch ihre breite Verfügbarkeit und den erschwinglichen Preis ermöglichen sie es vielen Menschen, erste Erfahrungen mit schottischem Whisky zu sammeln. Während solche Abfüllungen selten bei großen internationalen Spirituosenwettbewerben ausgezeichnet werden, erfüllen sie ihren Zweck, einen unkomplizierten und zugänglichen Whisky für den alltäglichen Genuss, zum Beispiel in Mixgetränken wie Whisky-Cola, zu bieten. Sie stellen einen wichtigen und umsatzstarken Teil des globalen Whiskymarktes dar.

                    Old House No 1 Scotch Whisky
                    Inhaber

                    Netto Marken-Discount (Eigenmarke)

                    Gründungsdatum

                    Nicht bekannt (Markeneinführung)

                    Ø Liter Whisky pro Jahr

                    Nicht öffentlich bekannt

                    Master Distiller
                    • Nicht bekannt
                    • Dauerbrenner (Core Range)
                      • Old House No 1 Scotch Whisky
                      • Ähnlich wie O’Keys ist auch “Old House No 1” keine eigenständige Destillerie mit einer langen Geschichte, sondern eine Handelsmarke, die exklusiv für Netto produziert wird. Der Name erweckt den Anschein einer traditionellen Herkunft, was eine übliche Marketingstrategie für solche Produkte ist. In Wirklichkeit wird dieser Blended Scotch Whisky von einem oder mehreren schottischen Produzenten hergestellt und von einem Großabfüller speziell für den deutschen Discounter-Markt komponiert und abgefüllt. Informationen über eine spezifische Gründungsgeschichte oder eine physische Destillerie sind daher nicht verfügbar.

                        Die Herstellung des Old House No 1 folgt dem Standardverfahren für Blended Scotch Whisky. Eine sorgfältig ausgewählte Mischung aus verschiedenen Single Malt und Grain Whiskys bildet die Grundlage. Der Malt-Anteil gibt dem Blend sein Aroma und seine Komplexität, während der leichtere Grain Whisky für eine milde und zugängliche Basis sorgt. Die Kunst des Blenders besteht darin, aus den verfügbaren Fässern eine Rezeptur zu erstellen, die nicht nur ein ansprechendes Geschmacksprofil hat, sondern auch zuverlässig und in großen Mengen reproduziert werden kann. Auch dieser Whisky reift, wie gesetzlich vorgeschrieben, mindestens drei Jahre in Schottland in Eichenfässern, bevor er abgefüllt wird.

                        In der Whisky-Welt nehmen Handelsmarken wie Old House No 1 eine wichtige Nische ein. Sie bedienen das preissensible Einstiegssegment und sind oft die erste Berührung, die Konsumenten mit der Kategorie Scotch Whisky haben. Ihr Wert liegt in der Zuverlässigkeit und dem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind nicht dafür konzipiert, mit komplexen Single Malts zu konkurrieren, sondern als solider Alltags-Whisky, der sich gut für Longdrinks und Cocktails eignet. Für die schottische Whiskyindustrie sind diese Großaufträge von Supermarktketten ein essenzieller Wirtschaftsfaktor, der zur Auslastung der großen Grain-Destillerien und zur Verwertung von jungen Malt-Whisky-Fässern beiträgt.

                        Der Beitrag Folge 144 – Rostiger Schlüssel, altes Spukhaus erschien zuerst auf Grab The Glass Podcast.

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