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Wieder einmal landen wir in Christians Liebligsurlaubsdomizil. Na, wer weiß es? Richtig, es ist Japan. Das Land der aufgehenden Sonne hat ja bekanntlich auch einiges an Whisky zu bieten. Dieses Mal sind die beiden Kandidaten Mitbringsel aus dem Urlaub und in Deutschland gar nicht so einfach zu haben. Deshalb freuen wir uns umso mehr, die guten Tropfen einmal tasten zu können. Wie wir auf den Folgentitel kamen? Ja, lasst euch überraschen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wer Japanisch spricht, ist klar im Vorteil. ;o) Viel Spaß mit der Folge 154 – Vom japanischen Blitz getroffen.
Roman Beer Co., Ltd.
2016
Nicht öffentlich bekannt (gilt als kleinste Destillerie Japans)
Die Nagahama Destillerie, gegründet 2016, ist ein faszinierendes Beispiel für die aufstrebende japanische Craft-Whisky-Szene. Sie wurde von der Roman Beer Company ins Leben gerufen und ist auf dem Gelände ihrer Brauerei und ihres Restaurants am Ufer des Biwa-Sees, dem größten See Japans, untergebracht. Mit ihren extrem kleinen Brennblasen gilt Nagahama als die kleinste Whisky-Destillerie in Japan. Diese bescheidene Größe ermöglicht eine handwerkliche und detailorientierte Produktion, die in der Whisky-Welt schnell Beachtung gefunden hat.
Die Produktionsmethoden bei Nagahama sind einzigartig. Die Destillation erfolgt in sehr kleinen, alembic-artigen Pot Stills mit den Namen “Aran” und “Ran”, die eher an eine Alchemistenwerkstatt als an eine industrielle Anlage erinnern. Eine Besonderheit der Destillerie ist ihre “World Blended Malt”-Philosophie, die sie in Serien wie “Amahagan” und “Inazuma” umsetzt. Da der eigene Single Malt noch jung ist, kreiert das Team Blends aus ihrem eigenen New Make und sorgfältig ausgewählten Malt Whiskys aus anderen Ländern, vor allem Schottland. Dies ermöglicht es ihnen, schon früh komplexe und reife Produkte auf den Markt zu bringen und gleichzeitig transparent über die Herkunft zu sein.
Obwohl Nagahama erst seit wenigen Jahren existiert, hat sie sich bereits einen Namen für Innovation und Qualität gemacht. Ihre “Amahagan”-Serie hat international Anerkennung gefunden und mehrere Preise gewonnen. Die Destillerie steht symbolisch für eine neue Generation japanischer Whisky-Hersteller, die mit Mut und Kreativität die Grenzen des Traditionellen erweitern. Der “Inazuma Extra Selected”, für den Nagahama mit der Eigashima (Akashi) Destillerie kooperiert hat, ist ein perfektes Beispiel für diesen kollaborativen und innovativen Geist, der die japanische Whisky-Landschaft bereichert.
Die Brennblasen von Nagahama sind so winzig (die Wash Still fasst nur 1000 Liter), dass Besucher sie oft für dekorative Replikate halten. Sie wurden von Hoga Stills in Portugal nach dem Vorbild traditioneller arabischer Alembic-Stills gefertigt.
The Nikka Whisky Distilling Co., Ltd. (Asahi Group)
1969
Nicht öffentlich bekannt
Die Miyagikyo Destillerie ist die zweite Brennerei, die von Masataka Taketsuru, dem legendären “Vater des japanischen Whiskys”, gegründet wurde. Nach dem Erfolg seiner ersten Destillerie, Yoichi, auf der rauen Insel Hokkaido, suchte Taketsuru nach einem Ort, der einen Kontrast zu Yoichis kräftigem, torfigem Charakter bilden konnte. 1969 fand er ihn in einem Tal in den Bergen der Präfektur Miyagi, wo die Flüsse Nikkawa und Hirose zusammentreffen. Das reine, weiche Wasser und die hohe Luftfeuchtigkeit der Region waren ideal für die Herstellung eines weichen, eleganten und blumigen Whiskys.
Die Produktionsmethoden in Miyagikyo sind gezielt darauf ausgelegt, einen leichten und fruchtigen Spirituosenstil zu erzeugen. Im Gegensatz zu den direkt befeuerten Brennblasen in Yoichi werden die Pot Stills in Miyagikyo mit indirektem Dampf erhitzt. Dies sorgt für eine langsamere, sanftere Destillation bei niedrigeren Temperaturen. Die Brennblasen selbst haben eine bauchige Form mit aufsteigenden Lyne-Arms, was den Rückfluss (Reflux) fördert und zu einem reineren, feineren Destillat führt. Zusätzlich zu den Malt-Brennblasen beherbergt Miyagikyo auch zwei traditionelle Coffey Stills, auf denen der berühmte Nikka Coffey Grain und Coffey Malt Whisky hergestellt werden, was die Vielseitigkeit der Destillerie unterstreicht.
Miyagikyo spielt eine zentrale Rolle im Portfolio von Nikka und in der gesamten Whisky-Welt. Ihr Single Malt ist für seine Eleganz und Komplexität bekannt und hat unzählige internationale Auszeichnungen gewonnen. Er bietet einen perfekten Gegenpol zum rauchigen Yoichi und ermöglicht es den Nikka-Blendern, eine außergewöhnliche Bandbreite an Geschmacksprofilen zu kreieren. Abfüllungen wie der “Miyagikyo Sherry & Sweet” aus der Discovery-Serie zeigen die meisterhafte Handhabung verschiedener Fasstypen und heben die reiche, fruchtige Seite des Destillats hervor, was die Bedeutung der Fassreifung für den finalen Charakter des Whiskys demonstriert.
Der Legende nach entdeckte Masataka Taketsuru den idealen Standort für Miyagikyo, als er in einer lokalen Bar ein Glas Wasser aus dem Nikkawa-Fluss probierte. Er war von der Reinheit und Weichheit des Wassers so beeindruckt, dass er beschloss, genau dort seine zweite Destillerie zu errichten.
Der Beitrag Folge 154 – Vom japanischen Blitz getroffen erschien zuerst auf Grab The Glass Podcast.
Wieder einmal landen wir in Christians Liebligsurlaubsdomizil. Na, wer weiß es? Richtig, es ist Japan. Das Land der aufgehenden Sonne hat ja bekanntlich auch einiges an Whisky zu bieten. Dieses Mal sind die beiden Kandidaten Mitbringsel aus dem Urlaub und in Deutschland gar nicht so einfach zu haben. Deshalb freuen wir uns umso mehr, die guten Tropfen einmal tasten zu können. Wie wir auf den Folgentitel kamen? Ja, lasst euch überraschen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wer Japanisch spricht, ist klar im Vorteil. ;o) Viel Spaß mit der Folge 154 – Vom japanischen Blitz getroffen.
Roman Beer Co., Ltd.
2016
Nicht öffentlich bekannt (gilt als kleinste Destillerie Japans)
Die Nagahama Destillerie, gegründet 2016, ist ein faszinierendes Beispiel für die aufstrebende japanische Craft-Whisky-Szene. Sie wurde von der Roman Beer Company ins Leben gerufen und ist auf dem Gelände ihrer Brauerei und ihres Restaurants am Ufer des Biwa-Sees, dem größten See Japans, untergebracht. Mit ihren extrem kleinen Brennblasen gilt Nagahama als die kleinste Whisky-Destillerie in Japan. Diese bescheidene Größe ermöglicht eine handwerkliche und detailorientierte Produktion, die in der Whisky-Welt schnell Beachtung gefunden hat.
Die Produktionsmethoden bei Nagahama sind einzigartig. Die Destillation erfolgt in sehr kleinen, alembic-artigen Pot Stills mit den Namen “Aran” und “Ran”, die eher an eine Alchemistenwerkstatt als an eine industrielle Anlage erinnern. Eine Besonderheit der Destillerie ist ihre “World Blended Malt”-Philosophie, die sie in Serien wie “Amahagan” und “Inazuma” umsetzt. Da der eigene Single Malt noch jung ist, kreiert das Team Blends aus ihrem eigenen New Make und sorgfältig ausgewählten Malt Whiskys aus anderen Ländern, vor allem Schottland. Dies ermöglicht es ihnen, schon früh komplexe und reife Produkte auf den Markt zu bringen und gleichzeitig transparent über die Herkunft zu sein.
Obwohl Nagahama erst seit wenigen Jahren existiert, hat sie sich bereits einen Namen für Innovation und Qualität gemacht. Ihre “Amahagan”-Serie hat international Anerkennung gefunden und mehrere Preise gewonnen. Die Destillerie steht symbolisch für eine neue Generation japanischer Whisky-Hersteller, die mit Mut und Kreativität die Grenzen des Traditionellen erweitern. Der “Inazuma Extra Selected”, für den Nagahama mit der Eigashima (Akashi) Destillerie kooperiert hat, ist ein perfektes Beispiel für diesen kollaborativen und innovativen Geist, der die japanische Whisky-Landschaft bereichert.
Die Brennblasen von Nagahama sind so winzig (die Wash Still fasst nur 1000 Liter), dass Besucher sie oft für dekorative Replikate halten. Sie wurden von Hoga Stills in Portugal nach dem Vorbild traditioneller arabischer Alembic-Stills gefertigt.
The Nikka Whisky Distilling Co., Ltd. (Asahi Group)
1969
Nicht öffentlich bekannt
Die Miyagikyo Destillerie ist die zweite Brennerei, die von Masataka Taketsuru, dem legendären “Vater des japanischen Whiskys”, gegründet wurde. Nach dem Erfolg seiner ersten Destillerie, Yoichi, auf der rauen Insel Hokkaido, suchte Taketsuru nach einem Ort, der einen Kontrast zu Yoichis kräftigem, torfigem Charakter bilden konnte. 1969 fand er ihn in einem Tal in den Bergen der Präfektur Miyagi, wo die Flüsse Nikkawa und Hirose zusammentreffen. Das reine, weiche Wasser und die hohe Luftfeuchtigkeit der Region waren ideal für die Herstellung eines weichen, eleganten und blumigen Whiskys.
Die Produktionsmethoden in Miyagikyo sind gezielt darauf ausgelegt, einen leichten und fruchtigen Spirituosenstil zu erzeugen. Im Gegensatz zu den direkt befeuerten Brennblasen in Yoichi werden die Pot Stills in Miyagikyo mit indirektem Dampf erhitzt. Dies sorgt für eine langsamere, sanftere Destillation bei niedrigeren Temperaturen. Die Brennblasen selbst haben eine bauchige Form mit aufsteigenden Lyne-Arms, was den Rückfluss (Reflux) fördert und zu einem reineren, feineren Destillat führt. Zusätzlich zu den Malt-Brennblasen beherbergt Miyagikyo auch zwei traditionelle Coffey Stills, auf denen der berühmte Nikka Coffey Grain und Coffey Malt Whisky hergestellt werden, was die Vielseitigkeit der Destillerie unterstreicht.
Miyagikyo spielt eine zentrale Rolle im Portfolio von Nikka und in der gesamten Whisky-Welt. Ihr Single Malt ist für seine Eleganz und Komplexität bekannt und hat unzählige internationale Auszeichnungen gewonnen. Er bietet einen perfekten Gegenpol zum rauchigen Yoichi und ermöglicht es den Nikka-Blendern, eine außergewöhnliche Bandbreite an Geschmacksprofilen zu kreieren. Abfüllungen wie der “Miyagikyo Sherry & Sweet” aus der Discovery-Serie zeigen die meisterhafte Handhabung verschiedener Fasstypen und heben die reiche, fruchtige Seite des Destillats hervor, was die Bedeutung der Fassreifung für den finalen Charakter des Whiskys demonstriert.
Der Legende nach entdeckte Masataka Taketsuru den idealen Standort für Miyagikyo, als er in einer lokalen Bar ein Glas Wasser aus dem Nikkawa-Fluss probierte. Er war von der Reinheit und Weichheit des Wassers so beeindruckt, dass er beschloss, genau dort seine zweite Destillerie zu errichten.
Der Beitrag Folge 154 – Vom japanischen Blitz getroffen erschien zuerst auf Grab The Glass Podcast.
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