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Frohe Post aus Japan! Christian hat von seiner Reise zwei besondere Flaschen mitgebracht: Den brandneuen Nikka Frontier – ein Geschenk seiner Lieblingsbar in Tokyo – und den Shizuoka Gaiaflow, den er am Duty Free in Shanghai ergattert hat.
Während wir die beiden Neuankömmlinge verkosten, erzählt uns Google Translate etwas von „rauchigen Noten“ (die wir nicht finden können), wir diskutieren über Melonen-Schinken-Kombinationen und lernen nebenbei noch was über japanische Geschichte. Der Nikka überrascht mit seiner Süße und könnte sogar den legendären „From the Barrel“ toppen, während der Shizuoka für explosive Geschmacksentwicklung sorgt.
Ein verheißungsvoller Start ins neue Jahr – oder wie Google übersetzen würde: „Ein glitzernder Morgentau mit süchtig machender Rauchigkeit“!
PS: In einer der nächsten Folgen wird dann was mit japanischen Whisky-Cola-Dosen… aber das ist eine andere Geschichte! 😉
Asahi Group Holdings
1934
Nicht öffentlich bekannt
Die Geschichte von Nikka ist untrennbar mit der Person von Masataka Taketsuru verbunden, dem “Vater des japanischen Whiskys”. Taketsuru reiste 1918 nach Schottland, um an der Universität Glasgow Chemie zu studieren und die Kunst der Whiskyherstellung direkt vor Ort zu erlernen. Nach seiner Rückkehr nach Japan half er, die erste japanische Whisky-Destillerie, Yamazaki, für die Firma Kotobukiya (heute Suntory) aufzubauen. Getrieben von seiner Vision, einen Whisky nach schottischem Vorbild, aber mit japanischer Präzision zu schaffen, gründete er 1934 seine eigene Firma und baute die Yoichi-Destillerie auf Hokkaidō, einer Region, deren Klima ihn an Schottland erinnerte.
Nikka ist berühmt für seine zwei Hauptdestillerien mit völlig unterschiedlichen Charakteren. Yoichi, an der rauen Küste gelegen, produziert einen kräftigen, rauchigen und komplexen Whisky, was unter anderem an den traditionellen, direkt mit Kohle befeuerten Pot Stills liegt. Im Gegensatz dazu steht die 1969 gegründete Miyagikyo-Destillerie in einem Tal auf der Hauptinsel Honshū. Hier werden die Brennblasen mit Dampf erhitzt, was zu einem weicheren, fruchtigeren und eleganteren Stil führt. Eine weitere Besonderheit sind die Coffey Stills, die ursprünglich für Grain Whisky importiert wurden, mit denen Nikka aber auch experimentell einen einzigartigen Coffey Malt Whisky herstellt.
Nikka ist neben Suntory der zweite Gigant der japanischen Whiskywelt und hat maßgeblich zum globalen Erfolg und Ansehen japanischer Whiskys beigetragen. Ihre Produkte gewinnen regelmäßig die höchsten internationalen Auszeichnungen. Der “Nikka From The Barrel” ist ein Kult-Whisky, der für sein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis und seine Komplexität gefeiert wird. Mit dem Erbe von Masataka Taketsuru im Kern steht Nikka für eine unermüdliche Suche nach Perfektion und eine meisterhafte Balance zwischen Tradition und Innovation, was die Marke zu einer der angesehensten in der gesamten Spirituosenwelt macht.
Gaia Flow Distilling Ltd.
2016
ca. 80.000 Liter
Die SHIZUOKA Destillerie ist eine der aufregendsten Neugründungen in der japanischen Whisky-Szene und repräsentiert die neue Welle des “Ji-Whisky” (Craft Whisky). Gegründet wurde sie 2016 von Taiko Nakamura, dem Inhaber von Gaia Flow, einem der führenden Importeure für unabhängige Whisky-Abfüllungen in Japan. Seine Leidenschaft und sein tiefes Wissen über schottischen Whisky inspirierten ihn, eine Destillerie zu schaffen, die sowohl traditionelle als auch einzigartig japanische Elemente vereint. Die Destillerie liegt malerisch in den Bergen von Shizuoka, umgeben von Natur und in der Nähe des klaren Wassers des Abe-Flusses.
Die Produktionsmethoden bei SHIZUOKA sind das, was sie wirklich auszeichnet. Die Destillerie beherbergt zwei sehr unterschiedliche Pot Stills, die zwei verschiedene Arten von Whisky produzieren. “Pot Still K” ist eine historische Brennblase, die aus der legendären, geschlossenen Karuizawa-Destillerie gerettet wurde. Sie wird direkt befeuert und erzeugt ein reiches, kräftiges Destillat. “Pot Still W” hingegen ist eine in Schottland bei Forsyths hergestellte, dampfbeheizte Brennblase, die einen leichteren und fruchtigeren Stil hervorbringt. Eine weitere Besonderheit ist der weltweit erste holzbefeuerte Wash Still, der dem Whisky eine zusätzliche Ebene an Komplexität verleiht. Zudem setzt SHIZUOKA auf lokale Gerste aus der Region und nutzt für die Gärbottiche Zedernholz aus Shizuoka.
Obwohl SHIZUOKA noch sehr jung ist, hat sie sich in kürzester Zeit einen Kultstatus unter Kennern erarbeitet. Ihre Whiskys, die oft die Destillate aus den beiden unterschiedlichen Brennblasen separat oder als Blend präsentieren, sind aufgrund der kleinen Produktionsmengen extrem gefragt und schnell vergriffen. Die Destillerie steht für Transparenz, Innovation und eine tiefe Verbundenheit mit ihrer lokalen Umgebung (Terroir). Sie ist ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft des japanischen Whiskys, in der kleine, handwerklich arbeitende Betriebe mit einzigartigen Konzepten die Whisky-Welt bereichern und neue Maßstäbe für Qualität und Kreativität setzen.
Der Beitrag Folge 175 – Flaschenpost aus Fernost erschien zuerst auf Grab The Glass Podcast.
Frohe Post aus Japan! Christian hat von seiner Reise zwei besondere Flaschen mitgebracht: Den brandneuen Nikka Frontier – ein Geschenk seiner Lieblingsbar in Tokyo – und den Shizuoka Gaiaflow, den er am Duty Free in Shanghai ergattert hat.
Während wir die beiden Neuankömmlinge verkosten, erzählt uns Google Translate etwas von „rauchigen Noten“ (die wir nicht finden können), wir diskutieren über Melonen-Schinken-Kombinationen und lernen nebenbei noch was über japanische Geschichte. Der Nikka überrascht mit seiner Süße und könnte sogar den legendären „From the Barrel“ toppen, während der Shizuoka für explosive Geschmacksentwicklung sorgt.
Ein verheißungsvoller Start ins neue Jahr – oder wie Google übersetzen würde: „Ein glitzernder Morgentau mit süchtig machender Rauchigkeit“!
PS: In einer der nächsten Folgen wird dann was mit japanischen Whisky-Cola-Dosen… aber das ist eine andere Geschichte! 😉
Asahi Group Holdings
1934
Nicht öffentlich bekannt
Die Geschichte von Nikka ist untrennbar mit der Person von Masataka Taketsuru verbunden, dem “Vater des japanischen Whiskys”. Taketsuru reiste 1918 nach Schottland, um an der Universität Glasgow Chemie zu studieren und die Kunst der Whiskyherstellung direkt vor Ort zu erlernen. Nach seiner Rückkehr nach Japan half er, die erste japanische Whisky-Destillerie, Yamazaki, für die Firma Kotobukiya (heute Suntory) aufzubauen. Getrieben von seiner Vision, einen Whisky nach schottischem Vorbild, aber mit japanischer Präzision zu schaffen, gründete er 1934 seine eigene Firma und baute die Yoichi-Destillerie auf Hokkaidō, einer Region, deren Klima ihn an Schottland erinnerte.
Nikka ist berühmt für seine zwei Hauptdestillerien mit völlig unterschiedlichen Charakteren. Yoichi, an der rauen Küste gelegen, produziert einen kräftigen, rauchigen und komplexen Whisky, was unter anderem an den traditionellen, direkt mit Kohle befeuerten Pot Stills liegt. Im Gegensatz dazu steht die 1969 gegründete Miyagikyo-Destillerie in einem Tal auf der Hauptinsel Honshū. Hier werden die Brennblasen mit Dampf erhitzt, was zu einem weicheren, fruchtigeren und eleganteren Stil führt. Eine weitere Besonderheit sind die Coffey Stills, die ursprünglich für Grain Whisky importiert wurden, mit denen Nikka aber auch experimentell einen einzigartigen Coffey Malt Whisky herstellt.
Nikka ist neben Suntory der zweite Gigant der japanischen Whiskywelt und hat maßgeblich zum globalen Erfolg und Ansehen japanischer Whiskys beigetragen. Ihre Produkte gewinnen regelmäßig die höchsten internationalen Auszeichnungen. Der “Nikka From The Barrel” ist ein Kult-Whisky, der für sein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis und seine Komplexität gefeiert wird. Mit dem Erbe von Masataka Taketsuru im Kern steht Nikka für eine unermüdliche Suche nach Perfektion und eine meisterhafte Balance zwischen Tradition und Innovation, was die Marke zu einer der angesehensten in der gesamten Spirituosenwelt macht.
Gaia Flow Distilling Ltd.
2016
ca. 80.000 Liter
Die SHIZUOKA Destillerie ist eine der aufregendsten Neugründungen in der japanischen Whisky-Szene und repräsentiert die neue Welle des “Ji-Whisky” (Craft Whisky). Gegründet wurde sie 2016 von Taiko Nakamura, dem Inhaber von Gaia Flow, einem der führenden Importeure für unabhängige Whisky-Abfüllungen in Japan. Seine Leidenschaft und sein tiefes Wissen über schottischen Whisky inspirierten ihn, eine Destillerie zu schaffen, die sowohl traditionelle als auch einzigartig japanische Elemente vereint. Die Destillerie liegt malerisch in den Bergen von Shizuoka, umgeben von Natur und in der Nähe des klaren Wassers des Abe-Flusses.
Die Produktionsmethoden bei SHIZUOKA sind das, was sie wirklich auszeichnet. Die Destillerie beherbergt zwei sehr unterschiedliche Pot Stills, die zwei verschiedene Arten von Whisky produzieren. “Pot Still K” ist eine historische Brennblase, die aus der legendären, geschlossenen Karuizawa-Destillerie gerettet wurde. Sie wird direkt befeuert und erzeugt ein reiches, kräftiges Destillat. “Pot Still W” hingegen ist eine in Schottland bei Forsyths hergestellte, dampfbeheizte Brennblase, die einen leichteren und fruchtigeren Stil hervorbringt. Eine weitere Besonderheit ist der weltweit erste holzbefeuerte Wash Still, der dem Whisky eine zusätzliche Ebene an Komplexität verleiht. Zudem setzt SHIZUOKA auf lokale Gerste aus der Region und nutzt für die Gärbottiche Zedernholz aus Shizuoka.
Obwohl SHIZUOKA noch sehr jung ist, hat sie sich in kürzester Zeit einen Kultstatus unter Kennern erarbeitet. Ihre Whiskys, die oft die Destillate aus den beiden unterschiedlichen Brennblasen separat oder als Blend präsentieren, sind aufgrund der kleinen Produktionsmengen extrem gefragt und schnell vergriffen. Die Destillerie steht für Transparenz, Innovation und eine tiefe Verbundenheit mit ihrer lokalen Umgebung (Terroir). Sie ist ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft des japanischen Whiskys, in der kleine, handwerklich arbeitende Betriebe mit einzigartigen Konzepten die Whisky-Welt bereichern und neue Maßstäbe für Qualität und Kreativität setzen.
Der Beitrag Folge 175 – Flaschenpost aus Fernost erschien zuerst auf Grab The Glass Podcast.
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