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Kopenhagen, Februar 2014. Es ist kalt, im Restaurant Noma läuft der Abendservice. Die Gäste essen das Wintermenü: Wachteleier, frittiertes Rentiermoos, Wildente mit Sanddorn. Mit Wein kostet das rund 500 Euro pro Person.
Dann befiehlt der Chefkoch mitten im Service seinem Team, ihm nach draußen zu folgen. Ein Souschef hat Techno laufen lassen. Der Chefkoch mag kein Techno. Rund 40 Köch*innen müssen einen Kreis bilden und dabei zusehen, wie der Chefkoch dem Souschef in die Rippen und schlägt und ihn zwingt, laut etwas Demütigendes zu sagen. Dann arbeiten alle weiter. Erwähnt wird der Abend nie wieder.
Zwölf Jahre später, im März 2026, steht er in der New York Times. Rund 35 ehemalige Mitarbeiter*innen erzählen von Schlägen und Demütigungen. Das ist der Skandal um René Redzepi und das Noma.
Podcast "Tulus" zum Besuch des Noma:
https://open.spotify.com/episode/4uEwMbsr4pGOOW3fpWsjal?si=TnKh4TOkQcuOfT8rUdd3MQ&utm_source=copy-link
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Es ist ein kalter Montagabend im März 2008. Am Flughafen O'Hare in Chicago steht Stefanie Giesselbach am Gate und wartet auf ihren Flug nach Deutschland. In Chicago hat die 30-jährige einen ihrer spannendsten Lebensabschnitte hinter sich. Für ein Hamburger Handelsunternehmen durfte sie 1,5 Jahre die amerikanischen Honig-Handel-Geschäfte leiten – aber jetzt freut sie sich einfach nur auf zuhause und auf ihren Freund, den sie seit 1,5 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch nach Deutschland wird sie an diesem Tag nicht kommen. Ihr Traum-Job, für den sie nach Chicago gekommen ist, wird für sie weitreichende Konsequenzen haben. Denn Stefanie ist Teil eines Systems, das über ein Jahrzehnt lang Honig gefälscht, verunreinigt und die USA um 180 Millionen Dollar Zolleinnahmen geprellt hat: Das ist Honey-Gate.
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🎶 Das ist die gemischte Platte, das ist der perfekte Tag... 🎶 Lilly startet natürlich mit diesem Banger ins Wochenende. Aber das ist nur das erste Highlight von vielen. Flo hat ganze zwei Supermarkt-Crimes mitgebracht und möchte mit Lilly die Frage erörtern, ob der Brunch nun offiziell tot ist? Außerdem werfen wir einen Blick auf den neuen Wachs-Döner in Madame Tussauds und in den Podcast "House of Block" von ZEIT Online. Gemischter wird's nicht, also aufgetischt und rinjehört.
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1971 reist der berühmte Fotograf W. Eugene Smith nach Minamata, einer kleinen Küstenstadt im Süden Japans. Drei Monate möchte er dort bleiben, um eine Fotoreportage zu machen. Doch aus drei Monaten werden drei Jahre. Und es entstehen Bilder, die um die Welt gehen werden.
Eines davon wird Jahrzehnte später sogar einen Jungen namens Barack Obama so tief berühren, dass er es in seiner Autobiografie erwähnt.
Im Januar 1972 eskaliert die Situation in Japan: Mehrere Männer stellen sich Smith in den Weg und schlagen ihn brutal zusammen. Von diesem Angriff wird er sich nie wieder vollständig erholen. Doch was treibt einen weltberühmten Fotografen in eine abgelegene japanische Küstenstadt? Was entdeckt er dort?
Und warum sind manche Menschen bereit, so weit zu gehen, um zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt?
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Im September 1987 finden Roberto dos Santos Alves und Wagner Mota Pereira in Goiânia, einer Millionenstadt mitten in Brasilien, etwas, das sie für einen echten Glücksgriff halten. Ein paar Tage später leuchtet in der Garage eben jenes Schrotthändlers ein blaues Licht. Es kommt aus einem kleinen Metallzylinder. Darin steckt ein Pulver, das im Dunkeln schimmert. Und dieses Pulver bleibt an den Händen kleben und an allem, was man mit diesen Händen anfasst. Auch am Essen.
Kurz danach werden in Goiânia immer mehr Menschen krank. Sie müssen sich übergeben und haben Durchfall. Und alle haben schnell einen Verdacht: eine Lebensmittelvergiftung. Irgendwas Falsches gegessen. Was ist dann los in Goiânia? Und was hat das alles mit einem gekochten Ei zu tun?
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Es ist der Morgen des 14. Januar 2003. Mardiros Iskenderian ist 56 Jahre alt und von seiner Krebserkrankung schwer gezeichnet. An diesem Morgen streift er sich einen weißen Seidenanzug über seinen abgemagerten Körper, den er seit 20 Jahren nicht mehr getragen hat. Mardiros möchte sich nur mit einem Freund in einer seiner “Zankou”-Filialen treffen. Die Fast-Food-Hühnchen-Kette kennt in Los Angeles jeder. Denn die fluffige Knoblauchsoße, die es zum Hühnchen dazu gibt, ist legendär.
Doch in der Filiale kommt Mardiros nie an. Stattdessen macht er sich auf den Weg zum Haus seiner Mutter, wo auch seine Schwester wohnt. Um 14:23 Uhr geht bei der Polizei von Glendale ein Notruf ein. Drei Menschen sind tot. An diesem Nachmittag zerbricht damit nicht nur eine Familie, sondern auch ein kleines Fast-Food-Imperium. Und über allem schwebt die legendäre Knoblauchsauce.
Hinweis: In der Folge geht es um einen Suizid.
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Wir sprechen diese Woche über einen Artikel, der Lilly sehr beschäftigt hat. Es geht um tausende Brasilianer und Brasilianerinnen, die jedes Jahr als SaisonarbeiterInnen für unsere Eissaison einfliegen und um ein System, das ziemlich viele Kriterien für einen Food Crime erfüllt.
Dann wird es lecker: Wer von euch liebt Bitterballen genauso sehr wie Lilly? Oder seid ihr im Team Flo? Der findet sie nämlich überbewertet (obwohl er Kroketten liebt, naja). Unterschiedliche Ansichten haben die beiden auch, wenn es um das $60-Hype-Brot aus New York geht.
Und dann muss sich Lilly noch eine unbequeme Wahrheit anhören. Ihre Käse-Nachos im Kino sind vielleicht gar nicht so frisch, wie man denkt: Unser Food Crime der Woche aus der Community.
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Als die Ärzte anfangen an ihrer eigenen Diagnose zu zweifeln, ist Stephen Churchill gerade einmal 19 Jahre alt. Eines Tages konnte Stephen, die Menschen um ihn herum nicht mehr wieder erkennen. Als Stephen am 21. Mai 1995 stirbt, ist er dement. Was die Ärzte irritiert, ist dabei nicht der Verlauf. Es ist sein Alter. Denn die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist seit den 1920er Jahren bekannt. Sie ist selten, unheilbar tödlich – und trifft vor allem alte Menschen, über 60. 19-jährige bekommen sie normalerweise nicht.
Und noch etwas ist auffällig: Sein Gehirn weißt ähnliche Muster auf, wie das der Kühe, die an der neuartigen BSE-Krankheit gestorben waren. Im September 1995 erklärt die britische Regierung aber: Es gebe keine ausreichenden Beweise für eine Übertragung von BSE auf den Menschen. Heute wissen wir: Das war ein Irrtum.
Unsere Gäste sind Jonathan Focke und Maximilian Foeckel von "Zwischen Fortschritt und Frevel" - https://open.spotify.com/show/0p2p53fHI9HyTQLYQOo7yB
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New York, Heiligabend 1926: Vor dem Bellevue Hospital stapeln sich Geschenke für die Kranken. Die Stimmung ist festlich – bis die Tür der Notaufnahme aufreißt. Ein Mann stolpert herein und bricht wenig später zusammen. Kurz darauf folgen weitere Menschen: Sie ringen nach Luft, sehen verschwommen, klagen über Kopfschmerzen, manche kippen mitten im Satz um und bekommen Krämpfe.
Noch in dieser Nacht zählt das Bellevue mehr als zwei Dutzend Fälle, wenige Tage später ist die Zahl dreimal so hoch. Nach Weihnachten sind über 30 Menschen tot, die Leichenhalle ist voll, sogar auf den Straßen findet man Tote.
Die Welle rollt weiter – nicht nur in New York, sondern im ganzen Land. Und all das geht auf einen Plan der US-Regierung zurück. Acht Jahre zuvor hatten zwei Wissenschaftler die Katastrophe kommen sehen: Charles Norris und Alexander Gettler. Wie konnte es so weit kommen?
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Es ist Anfang März 2019. Im Büro der NGO foodwatch in der Berliner Brunnenstraße stapeln sich Hunderte Seiten ausgedruckter E-Mails aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. In einer Mail hält ein Beamter fest, dass das bundeseigene Forschungsinstitut ein Gutachten zum Nutri Score vorgelegt hat. Und dass die Ministerin dazu Folgendes angeordnet hat:„BM’n Klöckner hat in der gestrigen Leitungsklausur ausdrücklich darum gebeten, zu den vorbereitenden Arbeiten des MRI größte Vertraulichkeit sicherzustellen.“
Größte Vertraulichkeit. Für eine wissenschaftliche Studie, die aus Steuergeld bezahlt wurde und von einer Behörde erstellt wurde, die dem Ministerium untersteht? Irgendwas stimmt hier nicht. Bei foodwatch fragt man sich: Was steht da drin, das niemand lesen soll?
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