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Im September 1987 finden Roberto dos Santos Alves und Wagner Mota Pereira in Goiânia, einer Millionenstadt mitten in Brasilien, etwas, das sie für einen echten Glücksgriff halten. Ein paar Tage später leuchtet in der Garage eben jenes Schrotthändlers ein blaues Licht. Es kommt aus einem kleinen Metallzylinder. Darin steckt ein Pulver, das im Dunkeln schimmert. Und dieses Pulver bleibt an den Händen kleben und an allem, was man mit diesen Händen anfasst. Auch am Essen.
Kurz danach werden in Goiânia immer mehr Menschen krank. Sie müssen sich übergeben und haben Durchfall. Und alle haben schnell einen Verdacht: eine Lebensmittelvergiftung. Irgendwas Falsches gegessen. Was ist dann los in Goiânia? Und was hat das alles mit einem gekochten Ei zu tun?
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Es ist der Morgen des 14. Januar 2003. Mardiros Iskenderian ist 56 Jahre alt und von seiner Krebserkrankung schwer gezeichnet. An diesem Morgen streift er sich einen weißen Seidenanzug über seinen abgemagerten Körper, den er seit 20 Jahren nicht mehr getragen hat. Mardiros möchte sich nur mit einem Freund in einer seiner “Zankou”-Filialen treffen. Die Fast-Food-Hühnchen-Kette kennt in Los Angeles jeder. Denn die fluffige Knoblauchsoße, die es zum Hühnchen dazu gibt, ist legendär.
Doch in der Filiale kommt Mardiros nie an. Stattdessen macht er sich auf den Weg zum Haus seiner Mutter, wo auch seine Schwester wohnt. Um 14:23 Uhr geht bei der Polizei von Glendale ein Notruf ein. Drei Menschen sind tot. An diesem Nachmittag zerbricht damit nicht nur eine Familie, sondern auch ein kleines Fast-Food-Imperium. Und über allem schwebt die legendäre Knoblauchsauce.
Hinweis: In der Folge geht es um einen Suizid.
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Wir sprechen diese Woche über einen Artikel, der Lilly sehr beschäftigt hat. Es geht um tausende Brasilianer und Brasilianerinnen, die jedes Jahr als SaisonarbeiterInnen für unsere Eissaison einfliegen und um ein System, das ziemlich viele Kriterien für einen Food Crime erfüllt.
Dann wird es lecker: Wer von euch liebt Bitterballen genauso sehr wie Lilly? Oder seid ihr im Team Flo? Der findet sie nämlich überbewertet (obwohl er Kroketten liebt, naja). Unterschiedliche Ansichten haben die beiden auch, wenn es um das $60-Hype-Brot aus New York geht.
Und dann muss sich Lilly noch eine unbequeme Wahrheit anhören. Ihre Käse-Nachos im Kino sind vielleicht gar nicht so frisch, wie man denkt: Unser Food Crime der Woche aus der Community.
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Als die Ärzte anfangen an ihrer eigenen Diagnose zu zweifeln, ist Stephen Churchill gerade einmal 19 Jahre alt. Eines Tages konnte Stephen, die Menschen um ihn herum nicht mehr wieder erkennen. Als Stephen am 21. Mai 1995 stirbt, ist er dement. Was die Ärzte irritiert, ist dabei nicht der Verlauf. Es ist sein Alter. Denn die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist seit den 1920er Jahren bekannt. Sie ist selten, unheilbar tödlich – und trifft vor allem alte Menschen, über 60. 19-jährige bekommen sie normalerweise nicht.
Und noch etwas ist auffällig: Sein Gehirn weißt ähnliche Muster auf, wie das der Kühe, die an der neuartigen BSE-Krankheit gestorben waren. Im September 1995 erklärt die britische Regierung aber: Es gebe keine ausreichenden Beweise für eine Übertragung von BSE auf den Menschen. Heute wissen wir: Das war ein Irrtum.
Unsere Gäste sind Jonathan Focke und Maximilian Foeckel von "Zwischen Fortschritt und Frevel" - https://open.spotify.com/show/0p2p53fHI9HyTQLYQOo7yB
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New York, Heiligabend 1926: Vor dem Bellevue Hospital stapeln sich Geschenke für die Kranken. Die Stimmung ist festlich – bis die Tür der Notaufnahme aufreißt. Ein Mann stolpert herein und bricht wenig später zusammen. Kurz darauf folgen weitere Menschen: Sie ringen nach Luft, sehen verschwommen, klagen über Kopfschmerzen, manche kippen mitten im Satz um und bekommen Krämpfe.
Noch in dieser Nacht zählt das Bellevue mehr als zwei Dutzend Fälle, wenige Tage später ist die Zahl dreimal so hoch. Nach Weihnachten sind über 30 Menschen tot, die Leichenhalle ist voll, sogar auf den Straßen findet man Tote.
Die Welle rollt weiter – nicht nur in New York, sondern im ganzen Land. Und all das geht auf einen Plan der US-Regierung zurück. Acht Jahre zuvor hatten zwei Wissenschaftler die Katastrophe kommen sehen: Charles Norris und Alexander Gettler. Wie konnte es so weit kommen?
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Es ist Anfang März 2019. Im Büro der NGO foodwatch in der Berliner Brunnenstraße stapeln sich Hunderte Seiten ausgedruckter E-Mails aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. In einer Mail hält ein Beamter fest, dass das bundeseigene Forschungsinstitut ein Gutachten zum Nutri Score vorgelegt hat. Und dass die Ministerin dazu Folgendes angeordnet hat:„BM’n Klöckner hat in der gestrigen Leitungsklausur ausdrücklich darum gebeten, zu den vorbereitenden Arbeiten des MRI größte Vertraulichkeit sicherzustellen.“
Größte Vertraulichkeit. Für eine wissenschaftliche Studie, die aus Steuergeld bezahlt wurde und von einer Behörde erstellt wurde, die dem Ministerium untersteht? Irgendwas stimmt hier nicht. Bei foodwatch fragt man sich: Was steht da drin, das niemand lesen soll?
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Wir werfen einen Blick zurück auf unseren vorletzten Fall und besprechen ein paar offene Themen auf den Fall “Toast Hawaii”: Welchen Golf gibt es als Cabrio, was passierte mit Brunos Geliebten und was hielt sein kandidierte er für den Gemeinderat?
Und auch der Fall Martha Marek lässt einige offene Themen zurück:
Der Fall, der es in dieser Woche nicht geschafft hat ist die Verurteilung von Stewart Parnell, dem CEO der Peanut Coorporation of America. Er ist für unzählige Salmonellen-Vergiftungen und nachweislich neun Todesfälle verantwortlich.
Zum versöhnlichen Abschluss reisen wir nach Brandenburg und Brooklyn, wo Lilly und Flo, jeweils ein tolles kulinarisches Wochenende verbracht haben.
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Martha scheint Anfang des 20. Jahrhunderts vom Pech verfolgt zu sein. Ihr Vater verlässt die Familie und lässt Martha, ihre Schwester und ihre Mutter allein zurück. Geld ist knapp, jeder Tag ist ein Kampf.
Irgendwann geht es Martha zwar finanziell besser, doch ihr Mann Emil hackt sich bei der Arbeit ein Bein ab und stirbt kurze Zeit später. Bald darauf stirbt auch noch die gemeinsame Tochter und Martha wird selbst schwer krank. Auch wenn sie immer wieder von vorn anfangen muss, glaubt sie daran, dass sie ein besseres Leben führen kann. Am besten eines in Saus und Braus.
Doch dann beginnt die Polizei, sich für die Todesfälle in ihrem Umfeld zu interessieren. Und was zunächst nach einer Verkettung tragischer Schicksalsschläge aussieht, entwickelt sich zu einem der spektakulärsten Kriminalfälle der österreichischen Zwischenkriegszeit.
Hinweis: Der Begriff „Halbjüdin“ kann als abwertend verstanden werden. Das war selbstverständlich nicht beabsichtigt. Präziser wäre es gewesen, von ihrer jüdischen Abstammung zu sprechen, die im Kontext der nationalsozialistischen Verfolgung ebenfalls eine Rolle dabei spielte, dass die Todesstrafe gegen sie vollstreckt wurde.
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Es ist der Abend des 1. August 1985. Im Tal der beschaulichen Gemeinde Kehrsatz nahe Bern gehen Alice und Paul Etter durch das Haus ihrer Tochter Christine. Die 24-Jährige gilt seit vier Tagen als vermisst, und die Etters haben einen Verdacht, wer dahinter stecken könnte: Ihr Schwiegersohn Bruno. Noch am selben Abend wird er verhaftet. Der Fall scheint klar: Hier scheint ein Mann seine noch Ehefrau aus dem Weg geräumt zu haben – für eine neue Beziehung. Doch was bald beginnt, ist ein achtjähriges Justizdrama, dass mit einem Verurteilten endet, der freigesprochen und zum Volkshelden wird. Und einer Justiz, die bis auf die Knochen blamiert ist. Denn sie hatten nur ein Beweisstück, das alles entscheiden sollen: ein Toast Hawaii.
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Diese Woche ist auf der Gemischten Platte einiges los: Auf dem Weingut von José Moro fehlen im Februar 2024 plötzlich 60.000 Liter Wein im Wert von ca. 2,5 Millionen Euro. Was genau es mit damit auf sich hat? Das müsst ihr euch schon selbst anhören. Und dann geht es um Lillys Lieblings-Bestellung im Eiscafé: Spaghetti-Eis. Wer hat das eigentlich erfunden? Klar ist: Es muss OHNE Sahne gegessen werden. Ein Thema hat unsere Hörerinnen und Hörer in der letzten Woche stark beschäftigt: Remoulade. Deshalb öffnen Lilly und Flo diese Food Crime Akte noch mal und besprechen eine Sprachnachricht, die ihnen geschickt wurde.
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