For Professional Investors Only

For Professional Investors Only

By Christoph Fröhlich & Malte DreherBusinessInvesting
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For Professional Investors Only episodes

  • „So bescheuert ist das" – Peer Steinbrück rechnet mit dem deutschen Sozialstaat ab
    Gespräch mit dem ehemaligen Bundesfinanzminister

    Worum geht es?

    Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister von 2005 bis 2009, ordnet ein, wo Deutschland wirtschaftspolitisch steht und was er für das teuerste Versäumnis der vergangenen zehn Jahre hält. Aufgezeichnet beim fünfjährigen Jubiläum von Fountain Square Asset Management in Hamburg.

    Die Themen der Folge

    [04:15] Standortpessimismus: Warum Steinbrück Abgesänge auf Deutschland für schädlich und perspektivlos hält und welche Substanz er noch sieht.

    [05:30] Das teuerste Versäumnis: Wettbewerbsfähigkeit, Potenzialwachstum, Arbeitsproduktivität.
    [06:01] Staatsreform: Warum er sich weigert, aus den 35 Vorschlägen der Initiative für einen handlungsfähigen Staat einen einzelnen herauszugreifen.
    [06:53] 500-Milliarden-Sondervermögen: Additionalität als Prüfkriterium – und die Kritik des ifo Instituts.
    [07:46] Sozialstaat: 180 steuerfinanzierte Maßnahmen, elf Sozialleistungen, vier Einkommensbegriffe.
    [09:42] Mütterrente III: Fünf Milliarden Euro und kein Cent für die Bedürftigsten.
    [09:57] Aktienkultur: Warum die Deutschen ihr Geld zur Sparkasse bringen.
    [10:50] Risiken heute: Schattenbanken, Staatsverschuldung, KI-getriebenes Herdenverhalten, Private Credit.
    [11:50] Regulierung: Verbriefungen, Skalierungseffekte und das Plädoyer für die Kapitalmarktunion.
    [12:43] SPD: Vom „Krankenwagen der Gesellschaft" zur Fortschrittsperspektive.
    [13:32] Rente für die Jungen: Kapitaldeckung und der Blick nach Schweden.
    [14:21] Brandmauer und AfD: Warum sie notwendig, aber allein nicht ausreichend ist.
    [16:55] Persönlich: Was sich aus dem Ruhestand leichter sagen lässt.

    Mehrwert für Hörerinnen und Hörer

    Wer beruflich mit Altersvorsorge, Fondsvertrieb oder Vermögensverwaltung zu tun hat, bekommt hier zwei Dinge: eine Einordnung der Rentenkommissions-Vorschläge aus der Perspektive eines ehemaligen Finanzministers und eine These zur europäischen Bankenregulierung, die dem gängigen Branchennarrativ widerspricht. Die Passage zu Private Credit und Schattenbanken eignet sich als Argumentationsgrundlage für Allokationsgespräche.

    Zum Weiterlesen

    • Initiative für einen handlungsfähigen Staat: Abschlussbericht mit 35 Empfehlungen (Jäkel, de Maizière, Steinbrück, Voßkuhle), übergeben am 14. Juli 2025 an Bundespräsident Steinmeier, erschienen bei Herder, auch als Open-Access-Publikation.
    • Bericht der Alterssicherungskommission mit 33 Empfehlungen, übergeben am 23. Juni 2026.
    • Der Podcast

      „For Professional Investors Only" ist der gemeinsame Podcast von DAS INVESTMENT und private banking magazin. Hosts: Christoph Fröhlich und Malte Dreher.

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      19 min
    • Ein Headhunter verrät, woran er gute Chefs erkennt
      Christian Haas von Eleway im Gespräch

      Die Fondsbranche zeichnet Performance aus, Produkte und Fondsmanager. Führung dagegen kaum. Christian Haas, Managing Partner der Personalberatung Eleway, hat deshalb den Leadership Alpha Award gestartet, der am 3. Dezember in London verliehen wird.

      In dieser Folge geht es um die Frage, wie man Führung beurteilt, ohne im Bauchgefühl zu landen: warum Mittelzuflüsse nichts beweisen, woran man erkennt, ob eine Unternehmenskultur tatsächlich gelebt wird, wie man mit dem Zielkonflikt zwischen Alpha und Teamdynamik umgeht und welchen Test Haas für den härtesten hält.

      Mehrwert für Hörerinnen und Hörer

      • Ein brauchbares Raster, um Führungsqualität in einem Haus einzuschätzen – jenseits von Track Record und Marketingmaterial
      • Die „Währungsprobe": eine konkrete Methode, um zu prüfen, ob Unternehmenswerte belastbar sind
      • Warum der fachliche Hintergrund eines CEOs (Investment, Vertrieb, Risiko) weniger aussagt als der Zyklus, in dem ein Haus steckt
      • Ein Rat für alle, die erstmals Führungsverantwortung übernehmen
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        34 min
      • Kurz vor dem Notartermin sagte er dem Investor ab – jetzt sucht er 1,5 Millionen
        Malte Herbst von HiddenTable im Interview

        HiddenTable vermittelt kurzfristig freie Plätze in gehobenen Restaurants als fertig kuratiertes, vorab bezahltes Menü. Co-Gründer Malte Herbst erklärt in dieser Folge, wie daraus ein Geschäftsmodell wurde, warum er gerade 1,5 Millionen Euro einsammeln will und wie schwer das in einem VC-Markt ist, der fast ausschließlich in Richtung KI schaut.

        Das nimmst du mit:

        • Wie Yield-Management in der Gastronomie funktioniert. Der reservierte Gast trägt die Fixkosten, der zusätzlich vermittelte Gast ist nahezu vollständig Zusatzgewinn.
        • Warum Rabattprozente in der Spitzengastronomie ein Markenproblem sind und welchen Weg HiddenTable stattdessen geht.
        • Wie ein Gründungsteam anderthalb Jahre ohne externes Kapital auskommt, warum ein Business-Angel-Deal kurz vor dem Notartermin platzte und was diese Entscheidung im Rückblick wert war.
        • Wie sich der VC-Markt für Nicht-KI-Unternehmen anfühlt und welche Investorentypen für ein Food-Startup trotzdem erreichbar sind.
        • Welche Kennzahlen wirklich zählen: warum App-Downloads am Anfang wichtig waren und heute die Wiederbuchungsrate im Vordergrund steht.
        • Der teuerste Gründerfehler und eine sehr konkrete Lehre daraus für alle, die gerade mit Investoren verhandeln.
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          28 min
        • Synthetische ETFs: Der Renditehebel, über den kaum jemand redet
          Arne Scheehl von Amundi im Gespräch

          Synthetische ETFs haben einen Ruf, der ihrer Konstruktion nicht immer gerecht wird. Arne Scheehl, Head of Product Development & Engineering für ETFs und Indexlösungen bei Amundi in Deutschland und Österreich, erklärt in dieser Folge den Maschinenraum: wie ein Swap-ETF technisch aufgebaut ist, wo tatsächlich Risiken liegen und wo ein Renditevorteil entsteht, der in keiner Kostenkennzahl auftaucht.

          Was Hörerinnen und Hörer mitnehmen

          – Wie sich der Weg von 100 Euro durch einen Swap-ETF nachvollziehen lässt

          – Warum das Trägerportfolio fast täglich umgebaut wird und was das mit Dividendenterminen zu tun hat
          – Was im Ausfallszenario tatsächlich passiert, welche Rolle die OGAW-Grenze von 10 Prozent spielt und was tägliches Resetting bedeutet
          – Wie Section 871(m) und der Status als Qualified Index den Unterschied zwischen 70, 85 und nahezu 100 Prozent der US-Dividende erklären
          – Wann das Fondsdomizil auf der ISIN wirklich zählt und wann es egal ist
          – Warum die Aktienquote eines Swap-ETFs für die Teilfreistellung unkritisch ist
          – Wann ein Anbieter einen Swapper auflegt und wann physisch die bessere Wahl bleibt
          – Welchen ETF-Mythos Scheehl für den hartnäckigsten hält

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          33 min
        • Die Finanzwelt zahlt Millionen für ESG-Siegel – ein Doktorand zeigt, was sie taugen
          Jan Heldmann im Gespräch

          ESG war jahrelang das Buzzword der Branche. Heute drehen große Häuser den Fokus weg von Nachhaltigkeitsfiltern, während Versorgungswerke, Stiftungen und institutionelle Anleger das Thema unverändert bearbeiten. Genau in diesem Moment legt Jan Heldmann seine Dissertation vor: „Essays on Sustainability Equity Investing. Empirical Evidence from Ratings, Indices and Portfolio Optimization", verteidigt an der Universität Bayreuth.

          Malte Dreher hat mit ihm über die Ergebnisse gesprochen und was sie für die Praxis bedeuten.

          Die wichtigsten Erkenntnisse der Folge:

          1. Nachhaltigkeit und Rendite sind kein Zielkonflikt, aber auch kein Renditetreiber. Heldmanns robuste Aussage lautet nicht, dass nachhaltige Portfolios konventionelle schlagen. Sie lautet: Sie können mindestens gleich gut laufen. Ein systematischer Renditeverzicht war in den Daten nicht erkennbar.

          2. ESG-Ratings funktionieren als Renditesignal schlecht. Fünf Anbieter, zwei kombinierte Ansätze, der gesamte verfügbare US-Datenzeitraum und ein methodischer Ansatz, der jeden realistischen Konstruktionspfad durchrechnet statt nur zwei oder drei Portfolios. Je nach Anbieter war manchmal kein einziges Ergebnis signifikant.

          3. Große Unternehmen haben bessere Scores, weil sie größer sind. Mehr Offenlegung, mehr Ressourcen. Heldmanns Beispiel Apple zeigt die mögliche Kausalitätsumkehr.

          4. Die Heterogenität der Ratings bleibt. Anbieter müssen sich differenzieren, um ihr Produkt zu verkaufen. Dasselbe Produkt kann je nach Rating besser oder schlechter als der Standardindex abschneiden.

          5. Dekarbonisierung ist billiger als gedacht. Rund 61 Prozent weniger Carbon Intensity bei 0,64 Prozent realisiertem Tracking Error im optimierten STOXX Europe 600. Bei rund zwei Prozent Tracking Error über 93 Prozent Reduktion. Zwischen 67 und 85 Prozent der Reduktion gelingen durch Auswahl innerhalb derselben Branche ohne Sektorwetten.

          6. Portfolio-CO2 ist nicht Realwirtschafts-CO2. Heldmann korrigiert im Gespräch ausdrücklich: nicht „verursacht", sondern „zugerechnet". Ein Punkt, der in der Impact-Debatte regelmäßig verwischt wird.

          7. Der Ausblick: Ratings verlieren relativ, Kennzahlen gewinnen. Nachhaltigkeit bleibt Teil des Risikomanagements. Aber konkrete Größen – Portfolio-Emissionen, implizierte Temperaturpfade – könnten den aggregierten Score verdrängen.

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            37 min
          9. „Man muss irgendwo hinwollen“: Almut Sonnhalter über den Sprung ins eigene Family Office
            Aequitas-Gründerin über Gestaltungsfreiheit, Familienvermögen und den Mut zur Selbstständigkeit

            Almut Sonnhalter ist Juristin, Certified Financial Plannerin und inzwischen Unternehmerin. Gemeinsam mit vier Partnern hat sie das Family Office Aequitas gegründet. Der Weg dorthin führte sie aus dem klassischen Private Banking zunächst in ein Family Office und schließlich in die Selbstständigkeit.

            Mit Malte Dreher spricht sie darüber, warum Gestaltungsfreiheit für sie mit zunehmender Berufserfahrung wichtiger wurde und warum sie die Gründung heute gar nicht mehr als großes Wagnis empfindet.

            Es geht außerdem um die besonderen Anforderungen großer Familienvermögen: Wie verändert sich Beratung, wenn es nicht mehr primär um Vermögensaufbau, sondern um Vermögenssicherung und den Übergang auf kommende Generationen geht? Welche Rolle spielen Private Equity, Venture Capital und andere alternative Anlagen? Und warum gewichtet Sonnhalter eine funktionierende Familie sogar höher als das perfekt strukturierte Portfolio?

            Und natürlich geht es um Aequitas selbst: fünf geschäftsführende Gesellschafter, fünf unterschiedliche Persönlichkeiten und fünfmal 20 Prozent. Wie funktioniert das in der Praxis? Und was empfiehlt Sonnhalter Beraterinnen und Beratern, die selbst mit dem Gedanken spielen, sich unabhängig zu machen?

            Was nehmen Hörer dieser Folge mit?

            • Warum der Wechsel von der Bank ins Family Office für Almut Sonnhalter der entscheidende Schritt hin zu mehr unternehmerischer Freiheit war und weshalb die Gründung von Aequitas danach gar nicht mehr so groß erschien.

            • Sicherheit oder Gestaltungsfreiheit? Sonnhalter erklärt, welche Frage sich Berater stellen sollten, wenn sie über Selbstständigkeit nachdenken und warum ein sauber kalkuliertes Risiko etwas anderes ist als ein Wagnis.

            • Was sich bei 10, 20 oder 30 Millionen Euro Vermögen verändert. Statt Vermögensaufbau rücken Vermögenssicherung, Nachfolge und der Erhalt über Generationen in den Vordergrund.

            • Warum bei großen Familienvermögen die Familie wichtiger sein kann als das Portfolio. Sonnhalter spricht über Family Governance, Familiendynamiken und ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen Generationen.

            • Wie ihre zwei beruflichen „Brillen“ funktionieren: Die Juristin denkt an Erbfall, Scheidung, Haftung und Vorsorge, die Certified Financial Plannerin betrachtet Vermögen und Lebensplanung als Ganzes.

            • Wie fünf gleichberechtigte Gesellschafter ein Family Office führen. Bei Aequitas hält jeder 20 Prozent, Kunden werden eigenverantwortlich betreut, Unternehmensentscheidungen dagegen gemeinsam getroffen.

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              19 min
            • Chase, Revolut & Co.: Wer krallt sich Deutschlands Sparer?
              Peter Barkow zum Zinskampf in Deutschland

              Die EZB zahlt Banken 2,25 Prozent, wenn sie Geld über Nacht bei ihr parken. Trotzdem zahlen rund 80 deutsche Institute ihren Kunden mehr als das. Chase bietet vier Prozent für vier Monate bis zu einer Million Euro und schickt Thomas Müller ins Fernsehen. Revolut hat mit 4,25 Prozent nachgelegt, allerdings nur bis 25.000 Euro. Die BBVA verzinst das Girokonto mit 3,5 Prozent.

              Peter Barkow, Gründer des Düsseldorfer Research-Hauses Barkow Consulting, betreibt einen eigenen Einlagen-Monitor und ordnet ein, was hier gerade passiert. Seine Kernthese: Diese Zinsen sind nicht als Zinsgeschäft kalkuliert, sondern als Wachstumsinvestition. Sie stehen in derselben Budgetzeile wie ein TV-Spot.

              Was Hörer aus dieser Folge mitnehmen

              • Warum ein Zinssatz allein nichts bewegt. Barkow erklärt, wie aus einer Kondition eine Marktbewegung wird und warum Werbedruck und Sichtbarkeit in seiner Analyse gleichwertig neben dem Basispunkt stehen.
              • Wer im ersten Halbjahr 2026 gewonnen und verloren hat. Kleine Privatbanken (inklusive Chase und BBVA) im Plus, große Privatbanken deutlich im Minus, Sparkassen praktisch seitwärts, Volksbanken leicht negativ. Wichtig: Der Markt insgesamt wuchs kaum – es wird umverteilt, nicht neu geschaffen.
              • Die vier Ziele hinter jeder Zinskampagne. Refinanzierung, Neukunden, Zinsertrag, Cross-Selling. Und warum Zinsertrag das am schwersten erreichbare Ziel ist.
              • Wie viel Geld tatsächlich bleibt. Barkows Faustregel bei hohem Lockzins und niedrigem Anschlusszins und was die vielen Sternchen in Angeboten bewirken sollen.
              • Warum Zurückhaltung ihren Preis hat. Über 80 Prozent der deutschen Banken machen auf der Zinsseite nichts. Barkows Einordnung dieser Strategie als Zeitrechnung.
              • Was der Zinskampf für die Fondsbranche bedeutet. Warum Geldmarktfonds in Deutschland anders als in den USA kaum eine Rolle spielen – und laut Barkow voraussichtlich auch keine spielen werden.
              • Wohin der Wettbewerb als Nächstes wandert. Girokonto, Wertpapiere, Kredite. Plus Barkows deutlicher Widerspruch zur Annahme, kostenfreie Girokonten seien Geschichte.
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                29 min
              • Bitcoin: Warum ein Freitagabend das Jahr ruiniert hat
                Markus van de Weyer im Gespräch

                Ein Kassensturz nach turbulenten Monaten. Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management in Frankfurt, hatte 2024 den Blackrock-Bitcoin-ETF zum Wendepunkt erklärt. Seitdem ist Bitcoin auf 126.000 US-Dollar gestiegen, hat sich halbiert und erholt sich wieder.

                Christoph Fröhlich fragt deshalb: Was hat sich strukturell verändert? Wer kauft inzwischen wirklich? Und was davon ist bei deutschen Anlageausschüssen angekommen?

                Die wichtigsten Themen:

                • Warum van de Weyer den Vier-Jahres-Zyklus für tot hält und den Bruch auf den 10. Januar 2024 datiert
                • Short-Squeeze oder echte Nachfrage? Was die Daten zur jüngsten Bitcoin-Erholung zeigen
                • Der 10. Oktober 2025: Wie ein Freitagabend nach Börsenschluss über 19 Milliarden Dollar an Zwangsliquidationen auslöste
                • Warum die Wochenend-Volatilität verschwunden ist, seit die Futures rund um die Uhr laufen und was das für institutionelles Kapital bedeutet
                • Trump-Bilanz: Bitcoin-Reserve, Genius Act und der blockierte Clarity Act
                • Schweiz vs. Deutschland: Wer allokiert schon, wer schaut noch zu
                • Regulierte ETPs statt Selbstverwahrung: die Risikoabwägung dahinter
                • Wo bei einer aktiven Krypto-Vermögensverwaltung tatsächlich Alpha entsteht
                • Meme-Coins, Trump-Coin und das erledigte Metaversum – dazu: warum Tokenisierung anders läuft
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                  30 min
                • Tradevest-CEO: „Das Altersvorsorgedepot muss man digital denken“
                  Dierk Wilhelmsmeyer über Altersvorsorge, Digitalisierung und die Zukunft der Vermögensverwaltung

                  Dierk Wilhelmsmeyer: „Das Altersvorsorgedepot muss man digital denken“

                  Dierk Wilhelmsmeyer kennt die Finanzbranche aus verschiedenen Perspektiven: als Private Banker, Stratege und heute als Gründer und CEO von Tradevest. Sein Unternehmen baut die technische und regulatorische Infrastruktur, über die Banken und Vermögensverwalter digitale Anlageangebote umsetzen können.

                  Mit Malte Dreher spricht er darüber, warum das Altersvorsorgedepot für die Branche weit mehr sein könnte als ein weiteres Produkt und weshalb gerade klassische Vermögensverwalter jetzt vor einer interessanten Entscheidung stehen.

                  Worum es geht:

                  • Warum das Altersvorsorgedepot zum Digitalisierungstreiber werden könnte
                  • Weshalb Wilhelmsmeyer sagt: „Das muss man digital denken“
                  • Wie Vermögensverwalter neue und jüngere Kundengruppen erreichen können
                  • Warum Technologie und Regulatorik ein permanentes „Ping-Pong-Spiel“ sind
                  • Wie White-Label-Lösungen den Einstieg erleichtern sollen
                  • Ob Finanzprodukte irgendwann so attraktiv werden können wie eine schöne Uhr
                  • Was mit bestehenden Riester-Verträgen passieren könnte
                  • Warum Wilhelmsmeyer seinen eigenen Riester-Vertrag übertragen will
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                    36 min
                  • Anno August Jagdfeld spricht über den gescheiterten Adlon-Verkauf
                    Ein Gespräch über Kapitalmehrheiten und den Preis der Illiquidität

                    Anno August Jagdfeld: Der Mann, der das Adlon baute und es nicht verkaufen kann

                    Das Berliner Hotel Adlon bleibt vorerst im Bestand eines geschlossenen Fonds aus dem Jahr 1994. Bei der Gesellschafterabstimmung stimmten 86 Prozent der rund 4.000 Anleger für den Verkauf – sie halten jedoch nur 71,04 Prozent des Fondskapitals. Erforderlich waren 75 Prozent.

                    Malte Dreher und Christoph Fröhlich haben Anno August Jagdfeld, Gründer und Geschäftsführer des Adlon-Fonds, in Heiligendamm getroffen. Es ist ein Gespräch über Fondsmechanik und über einen Unternehmer, der Ende des Jahres 80 wird und dessen Anleger es zum großen Teil schon sind.

                    Worum es geht:

                    • Warum eine Anlegermehrheit von 86 Prozent nicht ausreicht und wie Kapitalmehrheiten in geschlossenen Fonds funktionieren
                    • Weshalb Jagdfeld einen zweiten Anlauf für zwingend hält: 2032 endet der Pachtvertrag, davor wird der Kredit fällig
                    • Das Fungibilitätsproblem: Ohne Börse und geordneten Sekundärmarkt bleiben Zweitmarktfonds als Käufer
                    • Die umstrittene Erfolgsbeteiligung von 20 Prozent oberhalb von 310 Millionen Euro
                    • Warum das Adlon 1994 nur über einen geschlossenen Fonds finanzierbar war und wieso Jagdfeld Steuervorteile als Risikokompensation versteht
                    • Ob Trophy-Immobilien heute überhaupt noch in Privatanlegerhand gehören
                    • Heiligendamm zwischen Stolz und Enttäuschung
                    • Familienunternehmen mit fünf Söhnen: wie Rollen entstehen
                    • Seine Erklärung für die geringe Unternehmerdichte in Ostdeutschland
                    • prägende Bücher
                    • Die Schlussfrage: 300 Millionen Euro, morgen investiert – Hotel, Wohnen oder Wald?
                    • Buchtipps von Anno August Jagdfeld

                      Götz Aly: „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945" (S. Fischer, 2025, 768 Seiten). Jagdfelds Empfehlung „für zurzeit". Seine Begründung: Es gehe um die Frage, wie Hitler die Deutschen für sich gewinnen konnte. Alys Buch gilt als dessen Alterswerk und beschreibt unter anderem, dass Protestanten zur Kernklientel der NSDAP gehörten – eine Beobachtung, auf die Jagdfeld später im Gespräch zurückkommt.

                      Fürs ganze Leben: Karl Popper, Schriften. Ohne einzelnen Titel genannt – wer einsteigen will, findet die Grundlagen in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" und „Logik der Forschung".

                      Gerade auf dem Tisch: Johann Wolfgang von Goethe: „Italienische Reise". Jagdfelds Urteil: ein wunderbares Buch.

                      Das größte Lesevergnügen:

                      Peter Sloterdijk. Jagdfeld ist gelernter Altphilologe mit Griechisch und Latein und liest Sloterdijk auch wegen der Fremdwörter: „Der Sloterdijk ist ja in der Lage, in jedem Satz mindestens drei Fremdwörter unterzubringen. Er kreiert auch eigene, und das macht mir Spaß." Seine Rechnung: 99 Prozent aller Fremdwörter kommen aus dem Griechischen oder Lateinischen.

                      Sein Favorit: Die Bibel. „Ich glaube inzwischen, das Allerbeste ist die Bibel." Sein Argument ist ein literarisches, kein konfessionelles: Sowohl Schiller in „Über die ästhetische Erziehung des Menschen" als auch Sloterdijk zitierten ständig daraus.

                      Weitere Erwähnungen im Gespräch

                      Joachim Skerl: „Das Seebad am Heiligen Damm. Zwischen Klassik und Romantik" (Hinstorff, 2021) – das Buch über die geistigen Grundlagen Heiligendamms, das Jagdfeld erwähnt und das ein Vorwort von ihm enthält. Daraus stammt der Satz: „Heiligendamm wurde gebaut mit den Steinen, die man aus dem Weg räumen musste."

                      Marion Gräfin Dönhoff: „Namen, die keiner mehr nennt. Ostpreußen – Menschen und Geschichte" (1962) – Jagdfelds Verweis, als es um das Leid der Flüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien geht. Das erste Kapitel schildert ihre monatelange Flucht nach Westen zu Pferd.

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