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Worum geht es?
Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister von 2005 bis 2009, ordnet ein, wo Deutschland wirtschaftspolitisch steht und was er für das teuerste Versäumnis der vergangenen zehn Jahre hält. Aufgezeichnet beim fünfjährigen Jubiläum von Fountain Square Asset Management in Hamburg.
Die Themen der Folge
[04:15] Standortpessimismus: Warum Steinbrück Abgesänge auf Deutschland für schädlich und perspektivlos hält und welche Substanz er noch sieht.
Mehrwert für Hörerinnen und Hörer
Wer beruflich mit Altersvorsorge, Fondsvertrieb oder Vermögensverwaltung zu tun hat, bekommt hier zwei Dinge: eine Einordnung der Rentenkommissions-Vorschläge aus der Perspektive eines ehemaligen Finanzministers und eine These zur europäischen Bankenregulierung, die dem gängigen Branchennarrativ widerspricht. Die Passage zu Private Credit und Schattenbanken eignet sich als Argumentationsgrundlage für Allokationsgespräche.
Zum Weiterlesen
Der Podcast
„For Professional Investors Only" ist der gemeinsame Podcast von DAS INVESTMENT und private banking magazin. Hosts: Christoph Fröhlich und Malte Dreher.
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Die Fondsbranche zeichnet Performance aus, Produkte und Fondsmanager. Führung dagegen kaum. Christian Haas, Managing Partner der Personalberatung Eleway, hat deshalb den Leadership Alpha Award gestartet, der am 3. Dezember in London verliehen wird.
In dieser Folge geht es um die Frage, wie man Führung beurteilt, ohne im Bauchgefühl zu landen: warum Mittelzuflüsse nichts beweisen, woran man erkennt, ob eine Unternehmenskultur tatsächlich gelebt wird, wie man mit dem Zielkonflikt zwischen Alpha und Teamdynamik umgeht und welchen Test Haas für den härtesten hält.
Mehrwert für Hörerinnen und Hörer
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HiddenTable vermittelt kurzfristig freie Plätze in gehobenen Restaurants als fertig kuratiertes, vorab bezahltes Menü. Co-Gründer Malte Herbst erklärt in dieser Folge, wie daraus ein Geschäftsmodell wurde, warum er gerade 1,5 Millionen Euro einsammeln will und wie schwer das in einem VC-Markt ist, der fast ausschließlich in Richtung KI schaut.
Das nimmst du mit:
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Synthetische ETFs haben einen Ruf, der ihrer Konstruktion nicht immer gerecht wird. Arne Scheehl, Head of Product Development & Engineering für ETFs und Indexlösungen bei Amundi in Deutschland und Österreich, erklärt in dieser Folge den Maschinenraum: wie ein Swap-ETF technisch aufgebaut ist, wo tatsächlich Risiken liegen und wo ein Renditevorteil entsteht, der in keiner Kostenkennzahl auftaucht.
Was Hörerinnen und Hörer mitnehmen
– Wie sich der Weg von 100 Euro durch einen Swap-ETF nachvollziehen lässt
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ESG war jahrelang das Buzzword der Branche. Heute drehen große Häuser den Fokus weg von Nachhaltigkeitsfiltern, während Versorgungswerke, Stiftungen und institutionelle Anleger das Thema unverändert bearbeiten. Genau in diesem Moment legt Jan Heldmann seine Dissertation vor: „Essays on Sustainability Equity Investing. Empirical Evidence from Ratings, Indices and Portfolio Optimization", verteidigt an der Universität Bayreuth.
Malte Dreher hat mit ihm über die Ergebnisse gesprochen und was sie für die Praxis bedeuten.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Folge:
Nachhaltigkeit und Rendite sind kein Zielkonflikt, aber auch kein Renditetreiber. Heldmanns robuste Aussage lautet nicht, dass nachhaltige Portfolios konventionelle schlagen. Sie lautet: Sie können mindestens gleich gut laufen. Ein systematischer Renditeverzicht war in den Daten nicht erkennbar.
ESG-Ratings funktionieren als Renditesignal schlecht. Fünf Anbieter, zwei kombinierte Ansätze, der gesamte verfügbare US-Datenzeitraum und ein methodischer Ansatz, der jeden realistischen Konstruktionspfad durchrechnet statt nur zwei oder drei Portfolios. Je nach Anbieter war manchmal kein einziges Ergebnis signifikant.
Große Unternehmen haben bessere Scores, weil sie größer sind. Mehr Offenlegung, mehr Ressourcen. Heldmanns Beispiel Apple zeigt die mögliche Kausalitätsumkehr.
Die Heterogenität der Ratings bleibt. Anbieter müssen sich differenzieren, um ihr Produkt zu verkaufen. Dasselbe Produkt kann je nach Rating besser oder schlechter als der Standardindex abschneiden.
Dekarbonisierung ist billiger als gedacht. Rund 61 Prozent weniger Carbon Intensity bei 0,64 Prozent realisiertem Tracking Error im optimierten STOXX Europe 600. Bei rund zwei Prozent Tracking Error über 93 Prozent Reduktion. Zwischen 67 und 85 Prozent der Reduktion gelingen durch Auswahl innerhalb derselben Branche ohne Sektorwetten.
Portfolio-CO2 ist nicht Realwirtschafts-CO2. Heldmann korrigiert im Gespräch ausdrücklich: nicht „verursacht", sondern „zugerechnet". Ein Punkt, der in der Impact-Debatte regelmäßig verwischt wird.
Der Ausblick: Ratings verlieren relativ, Kennzahlen gewinnen. Nachhaltigkeit bleibt Teil des Risikomanagements. Aber konkrete Größen – Portfolio-Emissionen, implizierte Temperaturpfade – könnten den aggregierten Score verdrängen.
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Almut Sonnhalter ist Juristin, Certified Financial Plannerin und inzwischen Unternehmerin. Gemeinsam mit vier Partnern hat sie das Family Office Aequitas gegründet. Der Weg dorthin führte sie aus dem klassischen Private Banking zunächst in ein Family Office und schließlich in die Selbstständigkeit.
Mit Malte Dreher spricht sie darüber, warum Gestaltungsfreiheit für sie mit zunehmender Berufserfahrung wichtiger wurde und warum sie die Gründung heute gar nicht mehr als großes Wagnis empfindet.
Es geht außerdem um die besonderen Anforderungen großer Familienvermögen: Wie verändert sich Beratung, wenn es nicht mehr primär um Vermögensaufbau, sondern um Vermögenssicherung und den Übergang auf kommende Generationen geht? Welche Rolle spielen Private Equity, Venture Capital und andere alternative Anlagen? Und warum gewichtet Sonnhalter eine funktionierende Familie sogar höher als das perfekt strukturierte Portfolio?
Und natürlich geht es um Aequitas selbst: fünf geschäftsführende Gesellschafter, fünf unterschiedliche Persönlichkeiten und fünfmal 20 Prozent. Wie funktioniert das in der Praxis? Und was empfiehlt Sonnhalter Beraterinnen und Beratern, die selbst mit dem Gedanken spielen, sich unabhängig zu machen?
Was nehmen Hörer dieser Folge mit?
Warum der Wechsel von der Bank ins Family Office für Almut Sonnhalter der entscheidende Schritt hin zu mehr unternehmerischer Freiheit war und weshalb die Gründung von Aequitas danach gar nicht mehr so groß erschien.
Sicherheit oder Gestaltungsfreiheit? Sonnhalter erklärt, welche Frage sich Berater stellen sollten, wenn sie über Selbstständigkeit nachdenken und warum ein sauber kalkuliertes Risiko etwas anderes ist als ein Wagnis.
Was sich bei 10, 20 oder 30 Millionen Euro Vermögen verändert. Statt Vermögensaufbau rücken Vermögenssicherung, Nachfolge und der Erhalt über Generationen in den Vordergrund.
Warum bei großen Familienvermögen die Familie wichtiger sein kann als das Portfolio. Sonnhalter spricht über Family Governance, Familiendynamiken und ihre Rolle als Brückenbauerin zwischen Generationen.
Wie ihre zwei beruflichen „Brillen“ funktionieren: Die Juristin denkt an Erbfall, Scheidung, Haftung und Vorsorge, die Certified Financial Plannerin betrachtet Vermögen und Lebensplanung als Ganzes.
Wie fünf gleichberechtigte Gesellschafter ein Family Office führen. Bei Aequitas hält jeder 20 Prozent, Kunden werden eigenverantwortlich betreut, Unternehmensentscheidungen dagegen gemeinsam getroffen.
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Die EZB zahlt Banken 2,25 Prozent, wenn sie Geld über Nacht bei ihr parken. Trotzdem zahlen rund 80 deutsche Institute ihren Kunden mehr als das. Chase bietet vier Prozent für vier Monate bis zu einer Million Euro und schickt Thomas Müller ins Fernsehen. Revolut hat mit 4,25 Prozent nachgelegt, allerdings nur bis 25.000 Euro. Die BBVA verzinst das Girokonto mit 3,5 Prozent.
Peter Barkow, Gründer des Düsseldorfer Research-Hauses Barkow Consulting, betreibt einen eigenen Einlagen-Monitor und ordnet ein, was hier gerade passiert. Seine Kernthese: Diese Zinsen sind nicht als Zinsgeschäft kalkuliert, sondern als Wachstumsinvestition. Sie stehen in derselben Budgetzeile wie ein TV-Spot.
Was Hörer aus dieser Folge mitnehmen
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Ein Kassensturz nach turbulenten Monaten. Markus van de Weyer, Gründer und Geschäftsführer von alpha beta asset management in Frankfurt, hatte 2024 den Blackrock-Bitcoin-ETF zum Wendepunkt erklärt. Seitdem ist Bitcoin auf 126.000 US-Dollar gestiegen, hat sich halbiert und erholt sich wieder.
Christoph Fröhlich fragt deshalb: Was hat sich strukturell verändert? Wer kauft inzwischen wirklich? Und was davon ist bei deutschen Anlageausschüssen angekommen?
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Dierk Wilhelmsmeyer: „Das Altersvorsorgedepot muss man digital denken“
Dierk Wilhelmsmeyer kennt die Finanzbranche aus verschiedenen Perspektiven: als Private Banker, Stratege und heute als Gründer und CEO von Tradevest. Sein Unternehmen baut die technische und regulatorische Infrastruktur, über die Banken und Vermögensverwalter digitale Anlageangebote umsetzen können.
Mit Malte Dreher spricht er darüber, warum das Altersvorsorgedepot für die Branche weit mehr sein könnte als ein weiteres Produkt und weshalb gerade klassische Vermögensverwalter jetzt vor einer interessanten Entscheidung stehen.
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Anno August Jagdfeld: Der Mann, der das Adlon baute und es nicht verkaufen kann
Das Berliner Hotel Adlon bleibt vorerst im Bestand eines geschlossenen Fonds aus dem Jahr 1994. Bei der Gesellschafterabstimmung stimmten 86 Prozent der rund 4.000 Anleger für den Verkauf – sie halten jedoch nur 71,04 Prozent des Fondskapitals. Erforderlich waren 75 Prozent.
Malte Dreher und Christoph Fröhlich haben Anno August Jagdfeld, Gründer und Geschäftsführer des Adlon-Fonds, in Heiligendamm getroffen. Es ist ein Gespräch über Fondsmechanik und über einen Unternehmer, der Ende des Jahres 80 wird und dessen Anleger es zum großen Teil schon sind.
Worum es geht:
Buchtipps von Anno August Jagdfeld
Götz Aly: „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945" (S. Fischer, 2025, 768 Seiten). Jagdfelds Empfehlung „für zurzeit". Seine Begründung: Es gehe um die Frage, wie Hitler die Deutschen für sich gewinnen konnte. Alys Buch gilt als dessen Alterswerk und beschreibt unter anderem, dass Protestanten zur Kernklientel der NSDAP gehörten – eine Beobachtung, auf die Jagdfeld später im Gespräch zurückkommt.
Fürs ganze Leben: Karl Popper, Schriften. Ohne einzelnen Titel genannt – wer einsteigen will, findet die Grundlagen in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" und „Logik der Forschung".
Gerade auf dem Tisch: Johann Wolfgang von Goethe: „Italienische Reise". Jagdfelds Urteil: ein wunderbares Buch.
Das größte Lesevergnügen:
Peter Sloterdijk. Jagdfeld ist gelernter Altphilologe mit Griechisch und Latein und liest Sloterdijk auch wegen der Fremdwörter: „Der Sloterdijk ist ja in der Lage, in jedem Satz mindestens drei Fremdwörter unterzubringen. Er kreiert auch eigene, und das macht mir Spaß." Seine Rechnung: 99 Prozent aller Fremdwörter kommen aus dem Griechischen oder Lateinischen.
Sein Favorit: Die Bibel. „Ich glaube inzwischen, das Allerbeste ist die Bibel." Sein Argument ist ein literarisches, kein konfessionelles: Sowohl Schiller in „Über die ästhetische Erziehung des Menschen" als auch Sloterdijk zitierten ständig daraus.
Weitere Erwähnungen im Gespräch
Joachim Skerl: „Das Seebad am Heiligen Damm. Zwischen Klassik und Romantik" (Hinstorff, 2021) – das Buch über die geistigen Grundlagen Heiligendamms, das Jagdfeld erwähnt und das ein Vorwort von ihm enthält. Daraus stammt der Satz: „Heiligendamm wurde gebaut mit den Steinen, die man aus dem Weg räumen musste."
Marion Gräfin Dönhoff: „Namen, die keiner mehr nennt. Ostpreußen – Menschen und Geschichte" (1962) – Jagdfelds Verweis, als es um das Leid der Flüchtlinge aus Ostpreußen und Schlesien geht. Das erste Kapitel schildert ihre monatelange Flucht nach Westen zu Pferd.
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