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Dr. Ulrich Pohlmann ist Leiter der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums, dem früheren Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum. Er scheidet Ende 2022 aus dem Amt aus.
In Teil 1 des Podcasts spricht er mit Corinna Weidner über seinen Amtsvorgänger Ditmar Albert, langjähriges Mitglied der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner. Albert war 1976-91 Direktor des Fotomuseums und mit seinem Amtsantritt erfolgte ein grundlegender Wandel in der Betrachtung, Präsentation und Bewertung der Fotografie in München.
Ulrich Pohlmann beschreibt Alberts Anwerbungen für die Sammlung (u.a. die Sammlung Breitenbach) und die damit neu entstehende Tektonik des Museumsbestands, Alberts Verständnis der Fotografie als breit aufgestellte Kulturgeschichte, seine Skepsis gegenüber dem Kunstmarkt und wie die Verdrängung der NS-Geschichte die Generation von Albert bestimmte.
In 2 Teil geht es dann um Pohlmanns eigenes, langjähriges Wirken für und mit der Fotografie - und um den Kunsthistoriker Schmoll genannt Eisenwerth.
https://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/fotografie
Die Akademie, ihre Mitglieder und alle Digitalen Dialoge der DFA: https://dfa.photography/
Die DFA auf Youtube: youtube.com/@deutschefotografischeakademie
Der Kölner Fotograf und DFA-Mitglied Achim Mohné ist vor allem für seine künstlerischen Arbeiten zu Phänomenen des Digitalen bekannt, etwa großflächige Botschaften auf Dächern und Plätzen, die von Satelliten aufgenommen und in Google Earth wiedergegeben werden. Er verknüpft derartige Medienkritik aber auch mit physischer Performance – zum Beispiel beim Scannen von Pflanzen, die anschließend zu vegetarischen Speisen verarbeitet und vom Publikum verzehrt wurden.
Im Gespräch mit Andreas Langen skizziert Achim Mohné seinen weiten Weg vom Folkwang-Studium über journalistische Auftragsarbeit bis zu aktuellen Projekten mit Augmented Reality. Seine Experimentierfreude macht auch vor den guten alten Musikkassetten keinen Halt. Dazu gibt es im Podcast eine exklusive Hörprobe!
https://www.achimmohné.net
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Menschen mit Behinderung fotografieren. Warum ist das eine Nische? Wer stellt sich diesem Thema, welche Motivation braucht es und was drückt sich in der Wahl der formalästhetischen Mittel aus?
Im DFA-Podcast mit Corinna Weidner spricht Christoph Linzbach über die notwendige Haltung, die FotografInnen dazu einnehmen müssen, um gelingende Fotos und eine gesellschaftliche Breitendimension zu erreichen.
Neben dem fotografischen Werk von Günter Hildenhagen erläutert Christoph Linzbach den Eindruck, den die Arbeiten von Hermine Oberück, Nancy Ludwig, Carsten Büll und Christopher Mavrič auf ihn gemacht haben. Er spricht über Bildagenturen wie gesellschaftsbilder.de und die Kunst als Möglichkeit der Interpretation des Lebens mit Einschränkung und Behinderung.
„Die eigentliche Herausforderung beim Fotografieren sind die Menschen“ sagt Carsten Büll zu seinen Arbeiten. Mehr Selbstverständlichkeit für das Thema ist gefordert. Deswegen ist dieser Podcast Pflicht.
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https://oberueck.com/
https://www.nancyludwig.de/arbeiten/in-den-augen-alle-zeit/
https://www.carstenbuell.de/
https://www.c-mavric.at/cms/portfolio/weilesmichgibt/
Günter Hildenhagen hat sich als Fotograf ausschließlich sozialen Themen gewidmet. Und das bereits ab den 1960er Jahren, als seine langjährige Arbeit für die Diakonie und später auch die Caritas begann.
In Heimen für Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung, auf Pflege- und Sterbestationen zu fotografieren, nennt er selbst „Arbeit in geschlossenen Räumen“. Was seinen Bildern einmalige Ausdruckskraft verleiht, sind die mitgefangenen Schwingungen und Gesten menschlicher Zuwendung.
Im Podcast mit Corinna Weidner spricht der 86-jährige über seinen Weg vom Postbeamten zum Fotojournalisten. Über seine Motivation zu den sozialen Themen, seine Auftraggeber und die Diskussionen um Euthanasie in den 1960/70er Jahren. Wieso er keine anklagende Sozialfotografie macht und wie Augenhöhe gelingt.
Und natürlich über seine aktive Zeit in der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner, die Bedeutung von Pan Walther und Otto Steinert für seine Arbeit und warum er einen Willy-Moegle-Preises initiieren wollte.
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Der Fotograf Claudio Hils, seit 1999 Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie, hält in seinen künstlerisch-dokumentarischen Langzeitprojekten fest, wie sich Wandlungsprozesse in landschaftlichen Räumen niederschlagen.
Dorfstrukturen, die von Globalisierungsprozessen gesprengt werden, zeigt Hils ganz aktuell in einer (von ihm auch kuratierten) Gemeinschaftsausstellung im Bauernhausmuseum Wolfegg. Die Unaufhaltsamkeit der Wucht der Veränderung wird hier in Oberschwaben gezeigt, wo sich in eine scheinbare Postkartenidylle die Spuren der Verstädterung, Flurbereinigung und Technisierung einschreiben.
Im Podcast mit Andreas Langen spricht Claudio Hils über intendierte Entidealisierungen, die prägenden Farblabor-Erfahrungen während seines Studiums an der GHS Universität Essen und den Weg vom bildjournalistischen Arbeiten zur Autorenfotografie im Ausstellungs- und Publikationsbereich.
Ausstellung „Menschengemacht. Fotografische Blicke auf die Landschaften unserer Zeit“ bis 3. Oktober 2022: https://www.bauernhausmuseum-wolfegg.de/
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https://www.claudio-hils.com/
Fragen stellen, die nicht beantwortet werden können. Die Berliner Fotografin Johanna Diehl, seit 2018 Mitglied der Deutschen Fotografischen Akademie, untersucht komplexe gesellschaftliche Zustände mit verblüffenden künstlerischen Mitteln.
Im Podcast mit Andreas Langen spricht sie über die Tagebücher ihrer Großmutter, die sie zu einer Serie komplett abstrakter Farbflächen anregten, sowie über die Verwicklungen ihrer Familie in die Geschichte des 20. Jahrhunderts: Von NS-Gefolgschaft über Wirtschaftswunder und Gründung der „documenta“ durch ihren Großonkel Arnold Bode.
All dies spiegelt sich in kühlen Stillleben sowie alten Urlaubsdias, wobei die Zertrümmerung gutbürgerlicher Harmonieverhältnisse in einem Musikvideo mündet, bei dem Aschenbecher, Zuckerzangen und Cocktailspieße einen Konzertflügel rocken.
http://www.johannadiehl.com/
http://www.johannadiehl.com/FILM-Johanna-Diehl-BROKEN-REPERTOIRE-Raphael-Sbrzesny-Kunsthalle
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Der renommierte Bildhauer und Fotograf Peter Jacobi stammt aus Siebenbürgen. 1970 hat er Rumänien verlassen und lebt seitdem in Deutschland.
Nach der Wende hat er in Rumänien historische Fotografien aus Privatbesitz gesammelt und sich darüber intensiv mit dem Erbe seiner Heimat befasst.
Mit Corinna Weidner spricht DFA-Mitglied Jacobi über den Umgang mit dieser Foto-Sammlung, seine eigenen vielfältigen Ansätze in der Fotografie und wie sich beides biografisch verbindet.
Eine Zeitreise durch das rumänische Königreich und die Volksrepublik: warum Königin Elisabeth zu Wied rumänische Trachten trug, kaum Fotos von Diktator Ceauşescus zu finden waren und Jacobi eine Karriere im Sozialismus hinter sich ließ. Und eine Zeitreise durch die Fotogeschichte: vom Informationsgehalt scheinbar nostalgischer Bilder zur willkommenen Gegenwart der Digitalfotografie.
http://www.peterhjacobi.de/
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Lois Hechenblaikner ist scharfsichtiger Dokumentarist und Kritiker der Deformationen des Massentourismus in seiner Heimat, sowohl bild- als auch wortgewaltig.
In Teil 2 dieses Podcasts spricht der DFA-Fotograf mit Andreas Langen über die Motive und Mechanismen der fatalen Zweckpartnerschaft von Gästen und Gastgebern. Knallharte Geschäftsinteressen beantworten die Sehnsüchte nach der heilen Welt mit verklärenden Fassaden und Kulissen, die im Hintergrund kaufmännisch durchdekliniert sind.
In seinen Langzeit-Studien nimmt Hechenblaikner touristische Erfolgsmodelle in den Blick. Die Volksmusik mutiert zur schmerzfreien Zone einer akustisch verklärten Alpenwelt und im Après-Ski wird die Almhütte als Kulisse vereinnahmt, ein „Zweckbau des Tragischen mit Unterleibs-Bewirtschaftung“.
Welch hohen Preis Lois Hechenblaikner für seine kritische Arbeit zahlt, wie der gute Geist die Fotografie trägt und welche Kameraformate in welcher Situation zum Einsatz kommen, ist in diesem Podcast zu erfahren.
https://www.hechenblaikner.at
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Bereits seit Mitte der 1990er Jahre widmet sich DFA-Fotograf Lois Hechenblaikner den Auswüchsen des Massentourismus in Tirol, sein Bildband „Ischgl“ erschien ungeplant treffgenau im Corona-Jahr 2020.
Mit Schauspieler Tobias Moretti und Dramatiker Felix Mitterer (Piefke-Saga) gehört Hechenblaikner zu den wenigen Tirolern, die den Finger in die Wunde der Deformation ihrer Heimat legen und dafür heftig angefeindet werden.
Die dystopischen Entwicklungen des Ballermann-Tourismus in den Hotspots und die Zerstörung der Natur für die Ski-Gaudi werden von Hechenblaikner in präzisen Fotoserien manifest, die „Gletscherpathologie“ oder „Intensivstationen“ heißen.
Mit Andreas Langen spricht Lois Hechenblaikner in Teil 1 dieses Podcasts über die emotionale Erfahrung und tiefe Wertschätzung für das Leben der Landwirtschaft, die Prägung durch den Heißhunger der deutschen Feriengäste und über seine künstlerische Arbeit: Welche Bilder Massentourismus produziert, Ski-Skulpturen und warum seine Fotografien in den Kunstkontext gehören.
https://www.hechenblaikner.at
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Sie war eine Protagonistin des „Neuen Sehens“ und selbst Repräsentantin der „Neuen Frau“, dem modernen, berufstätigen Frauentypus der Zwanziger Jahre. Mit nur 23 Jahren wurde Annelise Silberbach als Mitglied in die Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL, heute DFA) berufen, das war 1926. Als Mitglied vorgeschlagen hatte sie Franz Fiedler, bei dem sie Meisterschülerin war.
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt nun in der großen Ausstellung „Der Augenblick“ das langjährige Schaffen der Dortmunder Fotografin Annelise Kretschmer-Silberbach.
Corinna Weidner spricht im Archive-Podcast mit Anna-Luisa Walter und Stephan Sagurna vom LWL-Museum über die Ordnung im Nachlass der Fotografin, das Suchen nach Zeitzeugen, Kretschmers frühe Bromöldrucke und ihre versatile Fotokunst sowie die Repressionen, die sie im Nationalsozialismus erlebte.
Ausstellung bis 14.08.2022 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster.
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