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By Marina WetzlmaierSociety & Culture
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FROzine episodes

  • Neues Klimaschutzgesetz? | Studie über das Gesundheitssystem | Migrant*innen in Medien

    Diese Folge des Frozines beschäftigt sich mit drei verschiedenen Themen: der Forderung eines neuen Klimaschutzgesetzes, Ungleichheiten im Gesundheitswesen und der oft einseitigen Darstellung von Migrant*innen in den Medien.

    Jugendbündnis fordert effektives Klimaschutzgesetz

    Der Klimawandel zeigt stetig neue Auswirkungen in Form von Extremwetterereignissen und Umweltkatastrophen. Erst kürzlich sorgte der Hurrikan Melissa in der Karibik für Zerstörung und mindestens 59 Todesfälle. Auch in Österreich machen sich die Folgen bemerkbar. Der österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel gibt an, dass die Durchschnittstemperatur in Österreich seit 1900 um 3,1 Grad gestiegen ist.

    Durchgreifende politische Maßnahmen bleiben dennoch aus. Seit vier Jahren fehlt in Österreich ein Klimaschutzgesetz. Deshalb haben sich sieben Kinder- und Jugendorganisationen und die Bundesjugendvertretung zusammengeschlossen. Sie fordern von der Regierung ein starkes und wirksames Klimaschutzgesetz.

    Die Organisationen Alpenvereinsjugend, Fridays For Future Austria, Pfadfinder*innen Österreich,  Naturfreundejugend, Jugendbiodiversitätsnetzwerk, Katholische Jugend und Katholische Jungschar schlossen sich mit der Bundesjugendvertretung zusammen, um in einem offenen Brief Forderungen an Klimaschutzminister Mag. Norbert Totschnig und an die Regierung zu stellen.

    Am 6. November fand eine Pressekonferenz vor dem Ministerium für Klima- und Umweltschutz in Wien statt. Vertreter*innen der beteiligten Organisationen sprachen von ihren Anliegen und Forderungen.

    Im Beitrag zu hören sind:

    • Lisa Quendler (Alpenvereinsjugend)
    • Lea Moser (Fridays for Future Austria)
    • Rafael Haigermoser (Katholische Jugend)
    • Maximilian Müller (Pfadfinder*innen)
    • Marla Mies (Katholische Jungschar)
    • Julia Balasch (Jugendbiodiversitätsnetzwerk)
    • Lejla Visnjic (Bundesjugendvertretung)
    •  

      Das Jugendbündnis fordert von der Regierung ein Klimaschutzgesetz, das folgende Eckpfeiler umfassen muss:

      • Klimaneutralität bis 2040 als verbindliches Ziel. Das Erreichen des Ziels soll somit gesetzlich abgesichert sein. Jährliche Zwischenziele sollen zeigen, ob Österreich auf Kurs ist.
      • Klare Ziele in allen Sektoren – also Energie, Verkehr / Mobilität, Gebäude, Landwirtschaft und Industrie. Bei Verfehlungen der Klimaziele soll es Folgen und verpflichtende Maßnahmen zur Nachbesserung geben.
      • ein Klimafahrplan, der jährliche Emissionsbudgets und verbindliche Maßnahmen für alle Sektoren vorgibt. Dieser Fahrplan soll öffentlich zugänglich, überprüfbar und nachvollziehbar sein.
      • Monitoring durch eine von der Regierung unabhängige Stelle, die die Sektoren kontrolliert, Daten veröffentlicht und Empfehlungen ausspricht. Hierzu zählt auch ein explizites Monitoring der Kinderrechte, wodurch die Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche überprüft werden.
      • Rechtsschutzsicherung, also eine rechtliche Sicherheit, um als Zivilgesellschaft wirksam werden zu können, wenn das Klimaschutzgesetz nicht ausreichend schützt oder Ziele verfehlt werden.
      • Besonders wichtig ist den beteiligten Organisationen auch eine aktive Miteinbeziehung von Kindern und Jugendlichen.

         

        Sektionschef Jürgen Schneider war Stellvertretend für Klimaschutzminister Trotschnig bei der Pressekonferenz und Übergabe des offenen Briefs anwesend. Er gibt an, dass bereits ein Klimaschutzgesetz in Arbeit sei und dass man die Perspektiven des Bündnisses gerne aufnehmen wolle.

        Lisa Quendler von der Alpenvereinsjugend betont: sie würden so lange weiterfordern, bis es endlich eine Veränderung gibt.

         

        Studie zu Ungleichheiten im Gesundheitssystem 

        Am Dienstag, dem 4. November, gab es eine Pressekonferenz der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Thema „Ungleichheiten im Gesundheitswesen“. Neben Präsident Andreas Stangl war auch der Ökonom Gerald Pruckner anwesend. Gerald Pruckner ist der Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie an der JKU in Linz, die im Auftrag der Arbeiterkammer eine Studie zu Ungleichheiten im oberösterreichischen Gesundheitssystem gemacht hat. Im Grunde genommen wurden bei der Studie Daten der österreichische Gesundheitskasse mit Datensätzen aus dem österreichischen Sozialversicherungssystem zusammengeführt. Der Fokus, so Pruckner, wäre dabei auf dem Leistungszugang gelegen, sowie der Frage, ob es sozioökonomische und regionale Unterschiede gäbe.

        Bei den Gesundheitsausgaben gibt es laut der Studie starke demografische Unterschiede, also Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Im Allgemeinen würden die Ausgaben mit dem Alter steigen. Des Weiteren gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: während Männer höhere Spitalsausgaben hätten, würden Frauen mehr für Medikamente ausgeben. Eine weitere Gruppe die sich abheben würde, so der Ökonom Gerald Pruckner, seien arbeitslose Menschen, die deutlich höhere Gesundheitsausgaben hätten. Durch den nahenden Pensionsantritt der bevölkerungsstarken Baby-Boomer Generation, würden sich die demografischen Zahlen außerdem im Wandel befinden, was eine weitere Herausforderung für das Gesundheitssystem sein würde.

        Im Allgemeinen steigen die Gesundheitsausgaben mit dem Einkommen. Höhere Gesundheitsausgaben würden allerdings nicht unbedingt auf einen schlechten Gesundheitszustand hinweisen. Wo die Ausgaben bei Medikamenten allerdings auf einen schlechten Gesundheitszustand rückschließen lassen würden, so Gerald Pruckner, sei im unteren Einkommenssektor. Die unteren Einkommensstufen hätten zusätzlich auch signifikant höhere Sterblichkeitsraten zu verzeichnen.

        Auch der Beschäftigtenstatus spiele eine Rolle beim Bedarf an Leistungen und Inanspruchnahme im Gesundheitswesen. Laut der Studie haben Arbeiter*innen höhere Gesundheitsausgaben als Angestellte. Einkommen und Beschäftigtenstatus sind auch relevant, wenn es um Leistungszugang geht. Während es in der Primärversorgung wenige Unterschiede gibt, so sei vor allem der Zugang zu fachärztlichen Leistungen betroffen. Dort wo die Einkommen geringer seien, so Pruckner, würde die Distanz zu Fachärzt*innen, etwa in der Gynäkologie, steigen. Dazu komme, dass auch die Dichte an Allgemeinmediziner*innen, gemessen an der erwerbstätigen Bevölkerung, sinken würde.

        Bild von Migrant*innen in Medien

        Am Freitag, dem 7. November, hat in Wien ein Event des Muslim Women Network Austria stattgefunden. Einen Abend lang ist darüber diskutiert worden, in welchen Bereichen migrantische Frauen in Österreich diskriminiert werden und welche Strategien es dagegen gibt. In vielen Bereichen wird über Migrant*innen gesprochen, selten würden sie selbst als Expert*innen auftreten. Die Darstellung von Migrant*innen in Medien kann auch oft sehr einseitig und negativ behaftet sein. Die Journalistin Maynat Kurbanova hat in einem Input darüber gesprochen, wie Medien ein oft absichtlich negatives Bild von migrantischen Personen zeichnen würden.

        Kurbanova beschreibt eigene Erfahrungen damit, wie ein Medienbericht über das Kreativprojekt Stimm*raum, das mit tschetschenischen Jugendlichen arbeitet, entstehen sollte. Die zuständige Redakteurin hätte nachgefragt, ob es unter den Jugendlichen straffällige oder besonders radikale Personen geben würde. Kurbanova verneinte dies und gab als Antwort, dass das ganz durchschnittliche junge Menschen wären. Schließlich sei kurz vor dem Dreh abgesagt worden, mit der Begründung, dass sich der Sender doch für eine Geschichte entschieden hätte, wo es um straffällige Migrant*innen geht. Kurbanova kritisiert, dass diese negative Berichterstattung so verbreitet sei, weil diese mehr Klicks und Aufrufe für Medien bedeuten würde. Sogar Qualitätsmedien würden sich dieser „boulevardesken“ Methoden bedienen. Positiv hebt sie hervor, dass junge migrantische Menschen sich über digitale Kanäle selbst präsentieren würden und die eigene Stimme nutzen, um ihre Sichtweisen und Lebensrealität zu zeigen.

        50 min
      • Jugendbündnis fordert effektives Klimaschutzgesetz

        Der Klimawandel zeigt stetig neue Auswirkungen in Form von Extremwetterereignissen und Umweltkatastrophen. Erst kürzlich sorgte der Hurrikan Melissa in der Karibik für Zerstörung und mindestens 59 Todesfälle. Auch in Österreich machen sich die Folgen bemerkbar. Der österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel gibt an, dass die Durchschnittstemperatur in Österreich seit 1900 um 3,1 Grad gestiegen ist.

        Durchgreifende politische Maßnahmen bleiben dennoch aus. Seit vier Jahren fehlt in Österreich ein Klimaschutzgesetz. Deshalb haben sich sieben Kinder- und Jugendorganisationen und die Bundesjugendvertretung zusammengeschlossen. Sie fordern von der Regierung ein starkes und wirksames Klimaschutzgesetz.

        Die Organisationen Alpenvereinsjugend, Fridays For Future Austria, Pfadfinder*innen Österreich,  Naturfreundejugend, Jugendbiodiversitätsnetzwerk, Katholische Jugend und Katholische Jungschar schlossen sich mit der Bundesjugendvertretung zusammen, um in einem offenen Brief Forderungen an Klimaschutzminister Mag. Norbert Totschnig und an die Regierung zu stellen.

        Am 6. November fand eine Pressekonferenz vor dem Ministerium für Klima- und Umweltschutz in Wien statt. Vertreter*innen der beteiligten Organisationen sprachen von ihren Anliegen und Forderungen.

        Im Beitrag zu hören sind:

        • Lisa Quendler (Alpenvereinsjugend)
        • Lea Moser (Fridays for Future Austria)
        • Rafael Haigermoser (Katholische Jugend)
        • Maximilian Müller (Pfadfinder*innen)
        • Marla Mies (Katholische Jungschar)
        • Julia Balasch (Jugendbiodiversitätsnetzwerk)
        • Lejla Visnjic (Bundesjugendvertretung)
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          Das Jugendbündnis fordert von der Regierung ein Klimaschutzgesetz, das folgende Eckpfeiler umfassen muss:

          • Klimaneutralität bis 2040 als verbindliches Ziel. Das Erreichen des Ziels soll somit gesetzlich abgesichert sein. Jährliche Zwischenziele sollen zeigen, ob Österreich auf Kurs ist.
          • Klare Ziele in allen Sektoren – also Energie, Verkehr / Mobilität, Gebäude, Landwirtschaft und Industrie. Bei Verfehlungen der Klimaziele soll es Folgen und verpflichtende Maßnahmen zur Nachbesserung geben.
          • ein Klimafahrplan, der jährliche Emissionsbudgets und verbindliche Maßnahmen für alle Sektoren vorgibt. Dieser Fahrplan soll öffentlich zugänglich, überprüfbar und nachvollziehbar sein.
          • Monitoring durch eine von der Regierung unabhängige Stelle, die die Sektoren kontrolliert, Daten veröffentlicht und Empfehlungen ausspricht. Hierzu zählt auch ein explizites Monitoring der Kinderrechte, wodurch die Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche überprüft werden.
          • Rechtsschutzsicherung, also eine rechtliche Sicherheit, um als Zivilgesellschaft wirksam werden zu können, wenn das Klimaschutzgesetz nicht ausreichend schützt oder Ziele verfehlt werden.
          • Besonders wichtig ist den beteiligten Organisationen auch eine aktive Miteinbeziehung von Kindern und Jugendlichen.

             

            Sektionschef Jürgen Schneider war Stellvertretend für Klimaschutzminister Trotschnig bei der Pressekonferenz und Übergabe des offenen Briefs anwesend. Er gibt an, dass bereits ein Klimaschutzgesetz in Arbeit sei und dass man die Perspektiven des Bündnisses gerne aufnehmen wolle.

            Lisa Quendler von der Alpenvereinsjugend betont: sie würden so lange weiterfordern, bis es endlich eine Veränderung gibt..

            17 min
          • AK-Studie über Ungleichheiten im österreichischen Gesundheitssystem

            Das österreichische Gesundheitssystem wird derzeit immer wieder zum Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses, der aktuell vor allem von Beschwerden über mangelnde Kassenpraxen und Debatten zwischen der ÖGK und der Ärztekammer gekennzeichnet ist. Dabei stellt sich auch die Frage, inwiefern strukturelle Ungleichheiten zum Entwicklungsbedarf des Gesundheitswesens beitragen.

            Passend dazu gab es am Dienstag dem 4. November 2025 eine Pressekonferenz der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Thema „Ungleichheiten im Gesundheitswesen“. Neben Präsident Andreas Stangl war auch der Ökonom Gerald Pruckner anwesend. Gerald Pruckner ist der Leiter der Abteilung für Gesundheitsökonomie an der JKU in Linz, die im Auftrag der Arbeiterkammer eine Studie zu Ungleichheiten im oberösterreichischen Gesundheitssystem gemacht hat. Im Grunde genommen wurden bei der Studie Daten der österreichische Gesundheitskasse mit Datensätzen aus dem österreichischen Sozialversicherungssystem zusammengeführt. Der Fokus, so Pruckner, wäre dabei auf dem Leistungszugang gelegen, sowie der Frage, ob es sozioökonomische und regionale Unterschiede gäbe.

            Bei den Gesundheitsausgaben gibt es laut der Studie starke demografische Unterschiede, also Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Im Allgemeinen würden die Ausgaben mit dem Alter steigen. Des Weiteren gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: während Männer höhere Spitalsausgaben hätten, würden Frauen mehr für Medikamente ausgeben. Eine weitere Gruppe die sich abheben würde, so der Ökonom Gerald Pruckner, seien arbeitslose Menschen, die deutlich höhere Gesundheitsausgaben hätten. Durch den nahenden Pensionsantritt der bevölkerungsstarken Baby-Boomer Generation, würden sich die demografischen Zahlen außerdem im Wandel befinden, was eine weitere Herausforderung für das Gesundheitssystem sein würde.

            Im Allgemeinen steigen die Gesundheitsausgaben mit dem Einkommen. Höhere Gesundheitsausgaben würden allerdings nicht unbedingt auf einen schlechten Gesundheitszustand hinweisen. Wo die Ausgaben bei Medikamenten allerdings auf einen schlechten Gesundheitszustand rückschließen lassen würden, so Gerald Pruckner, sei im unteren Einkommenssektor. Die unteren Einkommensstufen hätten zusätzlich auch signifikant höhere Sterblichkeitsraten zu verzeichnen.

            Auch der Beschäftigtenstatus spiele eine Rolle beim Bedarf an Leistungen und Inanspruchnahme im Gesundheitswesen. Laut der Studie haben Arbeiter*innen höhere Gesundheitsausgaben als Angestellte. Einkommen und Beschäftigtenstatus sind auch relevant, wenn es um Leistungszugang geht. Während es in der Primärversorgung wenige Unterschiede gibt, so sei vor allem der Zugang zu fachärztlichen Leistungen betroffen. Dort wo die Einkommen geringer seien, so Pruckner, würde die Distanz zu Fachärzt*innen, etwa in der Gynäkologie, steigen. Dazu komme, dass auch die Dichte an Allgemeinmediziner*innen, gemessen an der erwerbstätigen Bevölkerung, sinken würde.

            Beitragsbild: CC Wolfgang Spitzbart, AK OÖ

            23 min
          • Bild von Migrant*innen in Medien

            Am Freitag, 7. November hat in Wien ein Event des Muslim Women Network Austria stattgefunden. Ein Abend lang ist darüber diskutiert worden, in welchen Bereichen migrantische Frauen in Österreich diskriminiert werden und welche Strategien es dagegen gibt. In vielen Bereichen wird über Migrant*innen gesprochen, selten würden sie selbst als Expert*innen auftreten. Die Darstellung von Migrant*innen in Medien kann auch oft sehr einseitig und negativ behaftet sein. Die Journalistin Maynat Kurbanova hat in einem Input darüber gesprochen, wie Medien ein oft absichtlich negatives Bild von migrantischen Personen zeichnen würden. Sie beschreibt eigene Erfahrungen damit, wie ein Medienbericht über das Kreativprojekt Stimm*raum, das mit tschetschenischen Jugendlichen arbeitet, entstehen sollte. Die zuständige Redakteurin hätte nachgefragt, ob es unter den Jugendlichen straffällige oder besonders radikale Personen geben würde. Kurbanova verneinte dieses und gab als Antwort, dass das ganz durchschnittliche junge Menschen wären. Schließlich wurde ein Tag, bevor der Dreh stattfinden hätte sollen, abgesagt, mit der Begründung, dass sich der Sender doch für eine Geschichte entschieden hätte, wo es um straffällige Migrant*innen geht.

            Kurbanova kritisiert, dass diese negative Berichterstattung so verbreitet sei, weil diese mehr Klicks und Aufrufe für Medien bedeuten würde. Sogar Qualitätsmedien würden sich dieser „boulevardesken“ Methoden bedienen. Positiv hebt sie hervor, dass junge migrantische Menschen sich über digitale Kanäle selbst präsentieren würden und die eigene Stimme nutzen, um ihre Sichtweisen und Lebensrealität zu zeigen.

             

            10 min
          • Widerstand von Frauen im Nationalsozialismus

            Noch immer sind zu wenig Lebensgeschichten und Aktionen von Frauen bekannt, die sich gegen das NS-Regime gewehrt haben. Der Verein PANGEA hat daher zu einem historischen Rundgang in Linz geladen.

            Anhand von vier Schauplätzen erzählt die Historikerin Maria Ecker-Angerer von Maria Ehmer, Agathe Kronberger, Margarethe Smolan und Franziska Jägerstätter. Ihre Lebensgeschichten berichten von verschiedenen Formen des Widerstands.

            Die Stationen des Rundgangs sind:

            • das ehemalige Frauengefängnis Kaplanhof, Nietzschestraße
            • Synagoge Bethlehemstraße
            • Ursulinenhof
            • Denkmal am OK-Platz
            • Eine Audioskulptur am OK-Platz würdigt die Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime. „5 vor 12. Unerhörter Widerstand“ heißt dieses Kunstwerk von Sabrina Kern und Mariel Rodriguez. Es besteht aus drei Bögen durch die Besucher*innen durchgehen und dabei die Biografien von 52 Frauen hören können. Jeden Samstag um 5 vor 12 wird ein Aufschrei laut, der den Namen einer Widerstandskämpferin wiedergibt.

              Das Denkmal wurde im September 2024 eröffnet. Die Recherchen für die Audiodateien basieren auf dem Buch “Widerstand und Zivilcourage. Frauen in Oberösterreich gegen das NS-Regime 1938-1945” von Elisa Frei, Martina Gugglberger und Alexandra Wachter.

              Die Biografien sind auch online nachzulesen: www.ooekultur.at/5vor12-frauen-im-ns-widerstand

              Eine weitere Buchempfehlung:

              “Nationalsozialismus in Oberösterreich. Opfer. Täter. Gegner” von Christian Angerer und Maria-Ecker Angerer, erschienen im StudienVerlag.

               

              “Gezähmtes Gedenken?”

              Im zweiten Teil der Sendung ist ein Vortrag von Martina Gugglberger zu hören. Sie ist Assoziierte Universitätsprofessorin am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz. Den Vortrag hielt sie im Rahmen der Tagung „Wildes Gedenken. Nicht-institutionalisiertes Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus“, die im Mai auf der Kunstuni Linz stattfand. Gugglberger spricht unter dem Titel: Gezähmtes Gedenken? Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime ein Denkmal setzen. Dabei geht sie auch auf das Denkmal am Linzer OK Platz ein.

              Eine Aufzeichnung des Eröffnungstags der Tagung “Wildes Gedenken” gibt es hier zu hören.

               

              Sendungsgestaltung: Marina Wetzlmaier

              Foto: OÖ Landes-Kultur GmbH – Eröffnung des Denkmals 5 vor 12 Unerhörter Widerstand

              1 hr
            • Weltempfänger: Pulverfass Indo-Pazifik?

              Wird der Indo-Pazifik zum Pulverfass?

              Im Indo-Pazifik liegen die ASEAN Staaten und Japan. Während diesen Sommer über die militärische Supermacht China auch in deutschen Medien viel berichtet wurde, fällt der Blick nur seltener auf diese Nachbarstaaten. DOch genau die sind am meisten von der Außenpolitik der Volksrepublik betroffen. Japan schraubt wegen der wachsenden Spannungen mit China und Nordkorea seine Verteidigungsausgaben massiv hoch. Und auch die Philippinen sind von der Rüstungsspirale ergriffen. Wird der Indo-Pazifik endgültig zum Pulverfass? Ein Beitrag vom südnordfunk für Radio Dreyeckland.

              Beitrag zum Nachhören

              Die Proteste in Serbien gehen weiter

              Am Samstag fand im nordserbischen Novi Sad eine Gedenkzeremonie statt für die 16 Opfer, die das einstürzende Bahnhofsvordach vor einem Jahr forderte. Doch neben der Trauer gibt es auch eine riesige Wut gegen die Regierung im ganzen Land. Die Mutter eines der Opfer trat am Sonntag in einen Hungerstreik. Sie fordert Neuwahlen und eine Aufklärung der Ereignisse. Den Hungerstreik hält sie vor dem serbischen Parlament in Belgrad ab. Doch dort ist auch die Zeltstadt der Regierungsanhänger*innen aufgebaut. Diese verhöhnen die Frau im Hungerstreik und greifen ihre Unterstützer*innen an. Die angespannte Situation hält seither an. In der Reportage kommen junge Serb*innen zu Wort, die auf ein Jahr Proteste zurückblicken und über ihre Gedanken für die Zukunft sprechen.

              Reportage zum Nachhören

              Afrikabild(er) in deutschen Medien

              Angesichts der Berichterstattung deutscher Medien zum Bürgerkrieg und der sich zuspitzenden humanitären Krise im Sudan sowie der Gewalt in Tansania fragte sich der Journalist Klaus Raab“: Schaut die Medienlandschaft ausreichend genug auf diese Konflikte?“. Dieser Frage stellte er im medienkritischen Altpapier des Mitteldeutschen Rundfunks. Darin spricht er von „Aufmerksamkeitslücken“. Radio Corax sprach darüber mit Robert Heinze, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich „Geschichte Afrikas“ am Deutschen Historischen Institut Paris. Seine Schwerpunkte sind unter anderem Mediengeschichte im Südlichen Afrika, Technik- und Infrastrukturgeschichte sowie die Geschichte des Radios.

              Gespräch zum Nachhören

              Moderation: Nora Niemetz

              CC-BY Musik: Ronald Kah, water song

              50 min
            • Hunger.Macht.Profite: Landgrabbing

              Hunger.Macht.Profite., die Filmtage zum Recht auf Nahrung, tourt heuer zum 14. Mal durch ganz Österreich. Die gezeigten Filme setzen sich kritisch damit auseinander, wie unsere Nahrung produziert wird. Welche Bedingungen herrschen vor? Wird nachhaltig produziert und fair entlohnt? Wer darf das Land bewirtschaften? Nach den Filmen gibt es Expert*innengespräche zu den gezeigten Themen und es werden Handlungsoptionen aufgezeigt.

              In Oberösterreich werden die Filme zwischen dem 12. und 18. November 2025 an verschiedenen Standorten gezeigt.Am 13. November wird im Kino Freistadt der Film Landgrabbed von Magdalena Krukowska gespielt. Der Inhalt: Landgrabbing ist eine Entwicklung, bei der sich internationale Agrarkonzerne, Banken und nationale Eliten viele Hektar Land illegal sichern. Die Regisseurin dokumentiert das Vorgehen eines belgischen Unternehmens in Westafrika und wirft einen Blick auf zwei Gemeinschaften in Ghana und der Elfenbeinküste, die für Kautschuk- und Palmölplantagen enteignet wurden. Durch den Raub ihres Landes wird die Lebensgrundlage der Menschen entzogen und so auch die Möglichkeit, sich angemessen zu ernähren. „Landgrabbed“ porträtiert zwei westafrikanische Gemeinschaften und zeigt auf, welche einschneidenden Folgen der Verlust von Land für die lokale Bevölkerung hat und wie schwierig

              es für Betroffene ist, ihre Rechte einzufordern.

              Lukas Schmidt, der Geschäftsleiter von FIAN Österreich erklärt im FROzine Interview die Hintergründe zu der Praxis von Landgrabbing, oder auch Landraub. Regierungen verkaufen oder verpachten Land an (ausländische) Großkonzerne, die dort Lebensmittel oder Rohstoffe anbauen, die meist für den Export bestimmt sind. Lokale Kleinbäuer*innen verlieren ihre Lebensgrundlage, es kann zu, teils gewaltsamen, Vertreibungen kommen. Die angebauten Lebensmittel landen dann in Europa in unseren Supermärkten, für Endkonsument*innen oft nicht erkennbar, welchen Ursprung sie haben. Der ursprüngliche Gedanke hinter Landgrabbing war, dass durch den Verkauf von Land es der Bevölkerung möglich gemacht wird, andere Arbeit anzunehmen und sich mit der Entschädigung für den Verkauf leichter Lebensmittel leisten zu können. In der Realität hat es Nahrungsmittelknappheit im globalen Süden nur verstärkt. Vor allem Frauen sind negativ betroffen, hatten sie vorher die Möglichkeit, selbst Lebensmittel anzubauen, haben sie nach der Wegnahme des Landes keine Arbeitsstellen gefunden.

              Lukas Schmidt, Geschäftsleiter FIAN Österreich

              Schmidt spricht davon, dass Hunger. Macht. Profite. auf diese globalen Auswirkungen aufmerksam machen und zu bewussterem Konsum anregen möchte. Er ist aber auch davon überzeugt, dass es nicht allein die individuellen Konsumentscheidungen sind, die eine Verbesserung für die betroffenen Menschen bringen kann. Es bräuche politische Vorgaben für eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln.

              Über die Problematik von Landgrabbing und andere Themn rund um Ernährungssicherheit klärt Hunger.Macht.Profite. an vier Terminen in Oberösterreich vom 12. bis 18. November auf. Das gesamte Programm finden Sie hier.

              Headerbild: Filmstill von Landgrabbed (c)Magdalena Krukowska

              24 min
            • Cinéma Africain 2025

              Das Festival über afrikanischen Film „Cinéma Africain“ findet vom 5. bis 8. November zum zweiten Mal in Linz statt.

              Bei diesem Filmfestival werden Filme von afrikanischen Filmemacher*innen gezeigt. Oft kommen Filme von diesem Kontinent nicht regulär in Österreich in die Kinos. Sandra Krampelhuber, die Organisatorin des Festivals, möchte ein diverses Programm nach Linz bringen, die Filme werden im Moviemento und auf der Kunstuniversität gezeigt. Die Themen, die sich durch das Programm ziehen, sind heuer Fragen der Identität, koloniale Geschichte, Feminismus und die Beziehung zwischen Menschen, Land, Natur und Spiritualität.

              Sandra Krampelhuber. Foto: Aylin Yilmaz

              Krampelhuber ist selber Filmemacherin und ihre Dokumentarfilme spielen hauptsächlich in afrikanischen Ländern, speziell dem Senegal. Diese Affinität konnte man bei der Filmauswahl des ersten Cinéma Africain letztes Jahr sehen, heuer ist Kap Verde zum ersten Mal vertreten. Bei der Filmauswahl war auch heuer wieder Nadia Denton als Beraterin am Start. Sie ist als Kuratorin in der Filmbranche im Vereinten Königreich tätig.

              Krampelhuber spricht darüber, dass die zweite Edition des Festivals schwieriger zu finanzieren war. Ein Kooperationspartner ist weggefallen, auch Förderungen im Kulturbereich werden eingespart. Trotzdem ist sie stolz auf das Programm, das teilweise kostenlos angesehen werden kann. Ein Highlight ist für sie die Buchpräsentation von „Cinéma Africain – Archiving Resistance and Freedom„. In diesem Anthologie werden Stimmen von Filmemacher*innen aus Afrika und der afrikanischen Diaspora gesammelt, die über ihren Zugang zu Film schreiben. In Essays, Interviews, akademischen Texten oder künstlerischen Auseinandersetzungen schreiben Personen wie Moussa Sene Absa, dessen Film Xalé das letztjährige Cinéma Africain eröffnet hat.

              Cinéma Africain findet vom 5. bis 8. November in Linz statt. Das gesamte Programm finden Sie hier.

              Headerbild: Filmstill © HANAMI

              29 min
            • Weltempfänger: Wege in eine demokratischere EU

              Wege zu einer demokratischeren EU

              Am 22. Oktober hat das Europäische Parlament einer Entschließung zugestimmt, die der EU helfen soll sich auf die kommende EU-Erweiterungen vorzubereiten. Das soll die EU als Ganzes krisenfester machen. Im Mittelpunkt stehen dabei Mehrheitsentscheidungen, anstatt dass Einstimmigkeit im Rat nötig ist. Aber auch stärkere Kontrollrechte für das EU-Parlament und die Perspektive auf ein Initiativrecht des Parlaments sind enthalten. Darüber sprach Radio Corax mit dem Generalsekretär der Europaunion Deutschland und Vorstand der Europäischen Bewegung Deutschland Christian Moos.

              Gespräch zum Nachhören

              Diplomatischer Balanceakt in Süd-Ostasien
              Vom 26. bis 28. Oktober 2025 fand der 47. ASEAN Gipfel statt. Unter den anwesenden Regierungs- und Staatschefs war auch Donald Trump. Dessen Anwesenheit rief gemischte Reaktionen hervor. Trump hatte behauptet, er hätte den Grenzkrieg zwischen Thailand und Kambodscha im Juli dieses Jahres durch Androhung von wirtschaftlichen Konsequenzen zum Waffenstillstand gebracht. Außerdem sei er nun anwesend zur Unterzeichnung des Friedensvertrags, der kein richtiger Friedensvertrag ist. Der ASEAN gelang es dabei aber vor allem den Auftritt gut über die Bühne zu bringen, ohne dass dieser den Rest des Gipfels dominierte. Was auf dem Gipfel alles passiert ist und was das für die Region bedeutet, berichtet, Leonardo Pape gegenüber Radio Corax. Leonard Pape ist vor Ort und hat den Gipfel als Korrespondent begleitet.
              Gespräch zum Nachhören

              ICMPD – Graue Eminenz in Europas Migrationspolitik

              Von 21. bis 22. Oktober fand die Vienna Migration Conference (VMC) statt. Organisiert wird die Konferenz vom International Centre for Migration Policy Development (ICMPD). Das ICMPD stand bisher wenig im Fokus der Medienberichterstattung. Dabei hat die Organisation einen großen Einfluss auf Migrationspolitik. Sofian Philip Naceur ist freier Journalist und Mitarbeiter des Nordafrikabüros der deutschen Rosa Luxemburg Stiftung. Er hat sich intensiv mit dem ICMPD auseinandergesetzt. Radio Bern (RaBe) unterhielt sich mit ihm über die VMC und die Organisation dahinter.

              Gespräch zum Nachhören

              Moderation: Nora Niemetz

              CC-BY: Ronald Kah, sneaking, rain drops

              50 min
            • 40 Jahre migrare

              Der Verein migrare feiert 2025 40 Jahre. Dort finden Menschen mit Migrationshintergrund eine Anlaufstelle für alle Teilbereiche des Lebens. Arbeit, Wohnen, Privates – für alles gibt es Beratungen.

              Am 21. Oktober hat der Verein migrare zur Tag der offenen Tür geladen. migrare bietet Beratung und Unterstützung für Menschen mit Migrationsbezug in allen Lebenslagen. Mitarbeiter*innen stellten ihre Bereiche vor und man konnte sich in fiktiven Situationen beraten lassen. Njomta Latifi, Beraterin bei KomIn (Kompetenzorientierte Intensivberatung) hat zum Beispiel erklärt, wie sie einer Person helfen würde, die entlassen wurde und jetzt Schwierigkeiten hat, selbst einen Lebenslauf zu erstellen und sich online zu bewerben. Ihre Klient*innen werden vom AMS weitervermittelt. Latifi ist bemüht, ihnen Selbstvertrauen zu geben und sie gut bei den Bewerbungsprozessen zu unterstützen. Manchmal fühle sich ihre Arbeit wie der einer Psychotherapeutin an, da ihr das Bestärken ein ganz wichtiger Aspekt sei.

              Trotz des erfreulichen Anlass, ist die Feierlaune zum 40jährigen Bestehen der Organisation derzeit etwas gedämpft. Aufgrund gekürzter Förderungen müssen erfolgreiche Projekte eingespart werden. Besonders das Angebot für Frauen mit Migrationshintergrund ist betroffen. Sabine Schandl ist Leiterin von zwei betroffenen Projekten, die aufsuchende Integrationsbegleitung betreiben. Sie kritisiert, dass die Kürzungen vor allem ohnehin vulnerable Gruppen trifft: Frauen mit Migrationsbezug, die mit Sprachbarrieren zu kämpfen haben. Auch Geschäftsführer Mümtaz Karakurt bedauert die Sparmaßnahmen sowie den Mangel an Kommunikation seitens der Fördergeber*innen. Trotz den allgemein schlechten wirtschaftlichen Bedingungen seien Kürzungen in diesem Ausmaß unerwartet gekommen.

              Neben Beratungen für den Arbeitsmarkt bietet migrare auch rechtliche Beratungen an. Hier gibt es Unterstützung “von der Geburt bis zum Tod”, wie es Mirza Potric, von Beratung im Zentrum, während des Tages der offenen Tür beschreibt. Finanzielle Themen sind oft Thema bei den Angeboten von migrare. Gerade in den letzten Jahren haben mehr Menschen unter den steigenden Kosten zu leiden. Das beobachtet auch Hasret Kaya, von der Rechts- und Sozialberatung. Auch die Kürzungen im Sozialbereich hat migrare zu spüren bekommen, Kaya spricht davon, dass die Rechtsberatung außerhalb von Linz zurückgefahren werden musste, was schade sei, da auch außerhalb von Städten Menschen von Unterstützung in ihrer Erstsprache profitieren würden.

              Ergänzend zum breit gefächerten Beratungsangebot erstellt migrare auch Bildungskonzepte. Lisa Filzmoser, Projektleiterin von „kaleido.teen“ entwickelt im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich einen Kurs, der Jugendliche mit Migrationsbezug bei Bildungs- und Berufsentscheidungen unterstützen soll. Projektpartner ist der Verein für Sozial- und Gemeinwesenprojekte (VSG). Es sei wichtig, dass Jugendliche die Fähigkeit erlangen würden, ihre Stärken und Schwächen zu benennen, so Filzmoser.

               

              Beitragsbild: Aylin Yilmaz CC-BY-SA

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