FROzine

FROzine

By Marina WetzlmaierSociety & Culture
Download on the App Store

FROzine episodes

  • Solidarische Landwirtschaften und FoodCoops öffnen ihre Türen

    Biologisch angebautes Gemüse frisch vom Feld, Kontakte zu regionalen Produzent*innen und kurze Transportwege von Lebensmitteln. Das sind nur einige Vorteile, die Solidarische Landwirtschaften (SoLaWis) und FoodCoops bieten. Von 17. bis 19. Oktober laden Initiativen in Oberösterreich im Rahmen des Projekts „Appetit auf Gutes“ zu den Tagen der offenen Türen, um ihre Arbeit vorzustellen.

    Was bringen diese regionalen Initiativen? Wie funktionieren sie? Wie verändert sich dadurch das eigene Konsumverhalten? Antworten geben:

    Gudrun Zecha (Projekt „Appetit auf Gutes“, Bio Austria), Veronika Schwaninger (GMIAS) und Marie-Lena Maurer (FoodCoop urfair)

    Mehr Informationen zu den Initiativen, die von 17. bis 19. Oktober ihre Türen öffnen gibt es unter: www.gutesfinden.at/tage-der-offenen-tueren

    30 min
  • Weltempfänger: Gegen den Großgrundbesitz

    Gegen den Großgrundbesitz in Kolumbien

    Der Großgrundbesitz in Kolumbien ist ein historisch tief verwurzeltes und umstrittenes Thema. Seit 1994 gibt es in Kolumbien ein Gesetz, das den Kleinbäuer*innen in ihren Gebieten besondere Rechte garantieren soll. Dies sind die sogenannten Zonas de Reserva Campesina (ZRC). Dabei handelt es sich um selbstverwaltete Schutzzonen für kleinbäuerliche Gemeinschaften, in denen das Land kollektiv bewirtschaftet und verwaltet wird. Tininiska Zanger Montoya traf Yesica Méndez Alvarado in Berlin getroffen. Die beiden sprachen über die Zonas de Reserva Campesina und die Herausforderungen und Gefahren. Yesica Alvarado stammt aus der Region Magdalena Medio, die Geburtsregion des Paramilitarismus in Kolumbien. Seit Jahren kämpft sie als Mitglied der kleinbäuerlichen Vereinigung aus dem Tal des Cimitarra-Flusses für die Rechte der kleinbäuerlichen Bevölkerung in der Region.

    Gespräch zum Nachhören

    Indigene Community Piraten-Radios in Guatemala

    Radio Comunitaria Naköj ist eins von etwa 60 mehr oder weniger geduldeten indigenen Piraten-Radios in Guatemala. Fast die Hälfte der Bevölkerung in Guatemala ist indigen und viele der indigenen Gemeinden sind eher ländlich geprägt. Das Radio ist für indigene Gemeinschaften ein wichtiges Mittel, um Informationen auszutauschen und in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren und so Geschichte und Kultur weiterzugeben. Radio Corax sprach unter anderem mit einer Moderatorin von Radio Naköj. Sie unterhielten sich über die Rolle vom Radio in ihrer Community und in Guatemala insgesamt. Außerdem beleuchten sie die Probleme und Schikanen, mit denen Naköj und andere indigene Community-Radios konfrontiert sind.

    Beitrag zum Nachhören

    Technomagie und Kunst, die die Welt repariert

    Antonia Vangelista nimmt im Beitrag die Zuhörer*innen mit in die Austellung „The Currency Lab – tɛknoʊmædʒɪkɛs“, die von Mai bis Juli 2025 in Freiburg zu sehen war. Im Oktober 2025 ist die Ausstellung in Dresden zu sehen. Sie blickt auf Währungen, Werte und Zukunftsvisionen auf dem afrikanischen Kontinent. Antonia Vangelista berichtet direkt aus der Ausstellung. Sie sprach außerdem mit Elom20ce. Er ist einer der zentralen Künstler der Ausstellung.

    Beitrag zum Nachhören

    Moderation: Nora Niemetz

    CC-By Musik: Ronald Kah

    50 min
  • “Der Tod wird uns genehmigt, Versorgung nicht!”

    Nach der Corona-Pandemie ist das Krankheitsbild Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) durch den Anstieg von Long-Covid-Erkrankungen zwar sichtbarer geworden – an der mangelhaften Versorgung hat sich jedoch kaum etwas geändert. Dabei sind rund 75 % der ME/CFS-Betroffenen dauerhaft arbeitsunfähig, viele sind ans Haus oder Bett gebunden. Das zentrale Symptom, die Post Exertional Malaise (PEM), führt bereits nach geringster körperlicher oder geistiger Anstrengung zu massiven gesundheitlichen Einbrüchen, sogenannten “Crashes”.

    Trotz der Schwere der Erkrankung fehlt es an flächendeckender medizinischer Betreuung, spezialisierten Anlaufstellen sowie gesicherter finanzieller Unterstützung. Besonders heftig kritisiert wird die Pensionsversicherungsanstalt (PVA): Laut einer gemeinsamen Recherche von Dossier, APA und ORF werden Anträge auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension von ME/CFS-Erkrankten in der Mehrzahl abgelehnt – häufig mit dem Hinweis auf psychische Ursachen, obwohl es sich um eine klar definierte neuroimmunologische Erkrankung handelt.

    Gleichzeitig erklärte das Sozialministerium auf Anfrage eines Abgeordneten, die Versorgung mit postakuten Infektionssyndromen wie Long Covid oder ME/CFS sei „flächendeckend gesichert“ – eine Einschätzung, die mit den Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen kaum vereinbar ist, sagt die österreichische Gesellschaft für ME/CFS.

    Die Demonstration am 3. Oktober vor dem Parlament in Wien

     

    Demonstration: “Kein Wegsehen mehr!”

    Aus diesem Grund versammelten sich am 3. Oktober Betroffene, Angehörige und Unterstützende vor dem Parlament in Wien. Unter dem Motto „Kein Wegsehen mehr“ wurde öffentlich auf die prekäre Lage hingewiesen: Der Mangel an Anerkennung führt nicht nur zu existenziellen Problemen – etwa durch das Ausbleiben von Pflegegeld oder Pension –, sondern auch zu einer erheblichen psychischen Belastung. Viele Betroffene berichten von medizinischem Gaslighting, Isolation und dem Gefühl, im System verloren zu gehen.

    Auch strukturelle Ungleichheiten wurden angesprochen. Rund zwei Drittel der ME/CFS-Betroffenen sind Frauen – ein Umstand, der auf eine geschlechtsspezifische Benachteiligung in Diagnose und Behandlung hinweist. Die gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Frauen mit Behinderungen verschärft diese Situation zusätzlich.

    Ein weiteres Problem betrifft pflegende Angehörige, die oft ohne ausreichende finanzielle oder soziale Absicherung in die Versorgung einspringen müssen – Partner*innen, Eltern, Freunde, manchmal sogar Kinder. Diese Belastung bleibt im öffentlichen Diskurs meist unerwähnt, obwohl sie für viele Familien den Alltag bestimmt.

    Im FROzine gibt es Redebeiträge zu hören von Betroffenen, Angehörigen und folgenden Organisationen:

    • Sandra Steinmüller und Nora Hasan – MUT – ME: Unterstützung und Teilhabe

    • Eva Maria Burger – diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin

    • Bettina Wittmann – Frauen* mit Behinderungen (FmB)

    • Dr. Georg Psota – Neurologe, ehem. Chefarzt psychosozialer Dienst

    • Mag. Markus Hochgerner – Psychotherapeut

    • Birgit Meinhard-Schiebel – Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger

    • Matthias Mollner – Black Ferk Studio

    • Sandra Leiss – Österreichische Gesellschaft für ME/CFS

      Weitere Sendungen zum Thema finden Sie hier.

      50 min
    • Bilder von morgen

      Eine Initiative möchte mit Geschichten über Zusammenarbeit und Vielfalt in unserer Gesellschaft inspirieren.

      Im Rahmen des Projekts „Bilder von Morgen“ erzählen Menschen mutmachende Geschichten Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung im Alltag, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Geschichten, die inspirieren und die Vielfalt in unserer Gesellschaft abbilden sollen. Präsentiert werden die Erzählungen noch bis 11. November in Form einer Foto- und Videoausstellung im Wissensturm Linz. Die Ausstellungseröffnung im Wissensturm Linz findet am Freitag, 10. Oktober um 18:30 Uhr im Foyer statt.

      Miteinander geht vieles leichter, davon sind die Initiator:innen des Projekts „Bilder von Morgen“ überzeugt. Christian Zeilinger, Nina Unger, Daniel Schaler und Marjorie Etukudo sprechen darüber, was sie zu dem Projekt motiviert hat und welche Begegnungen sie besonders inspiriert haben.

      Sie laden außerdem alle dazu ein selbst Geschichten einzubringen und zu teilen. Mehr Informationen unter: https://www.bildervonmorgen.org/ 

       

       

      48 min
    • Weltempfänger: Proteste in Marokko

      Gen Z-Proteste in Marokko

      Im Marokko gehen seit etwa einer Woche Tausende von Menschen im Rahmen der sogenannten Gen Z 212 Proteste auf die Straße. Vor allem sind es junge Menschen, die sich beteiligen. Am 1. Oktober starben bei den Protesten wohl mindestens drei Menschen beim Sturm auf eine Polizeiwache. Die Protestierenden setzen sich u.a. für ein besseres Bildungs- und Gesundheitssystem ein. Kritisiert werden auch die Ausgaben im Rahmen der geplanten Fußball WM 2030. Über die Proteste sprach RDL mit dem freien Journalisten Bernard Schmid aus Paris. Er war kürzlich selber in Marokko.

      Gespräch zum Nachhören

      Gen Z-Proteste in Kenia

      In Kenia haben ab Juni 2024 Tausende Menschen auf den Straßen protestiert. Zunächst wegen der Steuerpolitik, dann auch für grundsätzlich verantwortungsvolle Politik und gegen Polizeigewalt. Getragen wurde der Protest von der jungen Generation. Bilder der sogenannten GenZ-Proteste gingen um die Welt, mit Protestierenden, die Wasserwerfern und Tränengas trotzten und sogar das Parlament stürmten. Ein Jahr später, im Juni und Juli 2025, flammten die Proteste erneut auf. Denn viele Forderungen sind immer noch unerfüllt. Ein Beitrag von südnordfunk mit Stimmen von der Frauenrechtlerin Bina Maseno von Badili Africa, der Psychologin Salima Macharia und Angela Wangechi vom Institute for Social Accountability.

      Beitrag zum Nachhören

      Kongress in Nagasaki zu den Folgen von Atomwaffen

      Am 4. Oktober ist der Weltkongresses der internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs in Nagasaki zu Ende gegangen. Der 24. IPPNW World Congress fand von 2. bis 4. Oktober statt, die Wahl des Austragungsortes ist dabei kein Zufall. Vor 80 Jahren schlug hier die letzte Atombombe ein. Die Stadt kämpft bis heute mit den Folgen. Bei dem Kongress trafen sich Ärzt*innen aus aller Welt, um sich auszutauschen. Nach dem ersten Kongresstag sprach Radio Corax mit Ute Rippel-Lau. Sie ist ehemaliges Vorstandsmitglied der Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs.

      Gespräch zum Nachhören

      Moderation: Nora Niemetz

      CC-BY Musik: Ronald Kah, is it real song

      50 min
    • Linz International Short Film Festival 2025

      Von 8. bis 11. Oktober findet das Linz International Short Film Festival (Linz ISFF) statt. Rund 70 Filme aus der ganzen Welt werden zu sehen sein. „Das Festival soll die Vielfalt und Solidarität sichtbar machen“, sagen die Festivalleiter:innen Parisa Ghasemi und Ashkan Nematian. Im Interview erzählen sie mehr über die Schwerpunkte und das Programm.

      Alle Informationen unter: linzisfilmfestival.com.

      Tickets sind unter kupfticket.com erhältlich.

       

      Bild:

      Linz ISFF 2025 Sujet

      Design MARYAM BARADARAN
      Copyright © Closefilm
      Filmstill: Les Chenilles – Gewinnerfilm Linz ISFF 2024

      28 min
    • Safe Abortion Day

      Die Situation von Schwangerschaftsabbrüchen in Österreich | Vorschau auf das Linz International Short Film Festival

      Der 28. September ist internationaler Tag des sicheren Schwangerschaftsabbruchs – Safe Abortion Day. In Linz wurde am Tag davor mit einem Umzug durch die Innenstadt und Infostände auf die Situation in Österreich hingewiesen.

      Das Perchta Kollektiv Linz und MC Monster* haben als bunte, feministische Perchten verkleidete Personen zu einem sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen aufgerufen. Der Demozug hat in der Domgasse gestartet und ist durch die Herrengasse auch am Mariendom vorbeigegangen. Skandiert wurde dabei u.a. „My body, my voice. Respect my choice.“ Mein Körper, meine Stimme. Respektiere meine Entscheidung.

      In Österreich ist die rechtliche Situation so, dass ein Abbruch innerhalb der ersten drei Monate nach Schwangerschaftsbeginn straffrei ist. Im Strafgesetzbuch wird die sogenannte „Fristenlösung“ so geregelt:

      § 96.

      (1) Wer mit Einwilligung der Schwangeren deren Schwangerschaft abbricht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen, begeht er die Tat gewerbsmäßig, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.
      (2) Ist der unmittelbare Täter kein Arzt, so ist er mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, begeht er die Tat gewerbsmäßig oder hat sie den Tod der Schwangeren zur Folge, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
      (3) Eine Frau, die den Abbruch ihrer Schwangerschaft selbst vornimmt oder durch einen anderen zuläßt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

      § 97.

      (1) Die Tat ist nach § 96 nicht strafbar,
      1. wenn der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft nach vorhergehender ärztlicher Beratung von einem Arzt vorgenommen wird; oder
      2. wenn der Schwangerschaftsabbruch zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren erforderlich ist oder eine ernste Gefahr besteht, daß das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde, oder die Schwangere zur Zeit der Schwängerung unmündig gewesen ist und in allen diesen Fällen der Abbruch von einem Arzt vorgenommen wird; oder
      3. wenn der Schwangerschaftsabbruch zur Rettung der Schwangeren aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr unter Umständen vorgenommen wird, unter denen ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist.

      (2) Kein Arzt ist verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder an ihm mitzuwirken, es sei denn, daß der Abbruch ohne Aufschub notwendig ist, um die Schwangere aus einer unmittelbar drohenden, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr zu retten. Dies gilt auch für die in gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen tätigen Personen.

      (3) Niemand darf wegen der Durchführung eines straflosen Schwangerschaftsabbruchs oder der Mitwirkung daran oder wegen der Weigerung, einen solchen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder daran mitzuwirken, in welcher Art immer benachteiligt werden.

      Das bedeutet, dass in Österreich ein Schwangerschaftsabbruch straffrei, aber nicht legal ist. Am Safe Abortion Day wird gefordert, dass diese Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch entfernt werden und Abbrüche legalisiert werden. Weiters sollen Abbrüche flächendeckend angeboten werden und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Im Moment ist ein Abbruch mit hohen Kosten verbunden, die nicht einheitlich sind. Die Juristin Didem Wenger spricht davon, dass es bis zu 1.000 Euro kosten kann. In Oberösterreich ist die einzige Anlaufstelle für Schwangerschaftsabbrüche das Kepleruniversitätsklinikum. Für schwangere Personen von weiter weg bedeutet das einen großen Aufwand, es bräuchte eine flächendeckende Versorgung, kritisiert Renate Heitz, oberösterreichische Landtagsabgeordnete der SPÖ.

      Europaweit setzt sich die Bewegung „My Voice My Choice“ für sichere Schwangerschaftsabbrüche in der EU ein. Die Forderung lautet „Wir wollen, dass alle Menschen in der EU Zugang zu einer sicheren Abtreibungsbehandlung haben, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen.“ Dafür konnten sie 1,2 Millionen Unterschriften sammeln.

      In Österreich findet man Informationen und Stellen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen bei Abortion in Austria.

      Zum Beitrag

       

      Linz International Short Film Festival

      Von 8. bis 11. Oktober findet das Linz International Short Film Festival (Linz ISFF) statt. Rund 70 Filme aus der ganzen Welt werden zu sehen sein. „Das Festival soll die Vielfalt und Solidarität sichtbar machen“, sagen die Festivalleiter:innen Parisa Ghasemi und Ashkan Nematian. Im Interview erzählen sie mehr über die Schwerpunkte und das Programm.

      Alle Informationen unter: linzisfilmfestival.com.

      Tickets sind unter kupfticket.com erhältlich.

      Zum Interview

      Linz ISFF 2025 Sujet
      Design MARYAM BARADARAN
      Copyright © Closefilm
      Filmstill: Les Chenilles – Gewinnerfilm Linz ISFF 2024
      59 min
    • Safe Abortion Day Linz 2025

      Der 28. September ist internationaler Tag des sicheren Schwangerschaftsabbruchs – Safe Abortion Day. In Linz wurde am Tag davor mit einem Umzug durch die Innenstadt und Infostände auf die Situation in Österreich hingewiesen.

      Das Perchta Kollektiv Linz und MC Monster* haben als bunte, feministische Perchten verkleidete Personen zu einem sicheren und legalen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen aufgerufen. Der Demozug hat in der Domgasse gestartet und ist durch die Herrengasse auch am Mariendom vorbeigegangen. Skandiert wurde dabei u.a. „My body, my voice. Respect my choice.“ Mein Körper, meine Stimme. Respektiere meine Entscheidung.

      In Österreich ist die rechtliche Situation so, dass ein Abbruch innerhalb der ersten drei Monate nach Schwangerschaftsbeginn straffrei ist. Im Strafgesetzbuch wird die sogenannte „Fristenlösung“ so geregelt:

      § 96.

      (1) Wer mit Einwilligung der Schwangeren deren Schwangerschaft abbricht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen, begeht er die Tat gewerbsmäßig, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.
      (2) Ist der unmittelbare Täter kein Arzt, so ist er mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, begeht er die Tat gewerbsmäßig oder hat sie den Tod der Schwangeren zur Folge, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.
      (3) Eine Frau, die den Abbruch ihrer Schwangerschaft selbst vornimmt oder durch einen anderen zuläßt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

      § 97.

      (1) Die Tat ist nach § 96 nicht strafbar,
      1. wenn der Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Schwangerschaft nach vorhergehender ärztlicher Beratung von einem Arzt vorgenommen wird; oder
      2. wenn der Schwangerschaftsabbruch zur Abwendung einer nicht anders abwendbaren ernsten Gefahr für das Leben oder eines schweren Schadens für die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren erforderlich ist oder eine ernste Gefahr besteht, daß das Kind geistig oder körperlich schwer geschädigt sein werde, oder die Schwangere zur Zeit der Schwängerung unmündig gewesen ist und in allen diesen Fällen der Abbruch von einem Arzt vorgenommen wird; oder
      3. wenn der Schwangerschaftsabbruch zur Rettung der Schwangeren aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr unter Umständen vorgenommen wird, unter denen ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist.

      (2) Kein Arzt ist verpflichtet, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder an ihm mitzuwirken, es sei denn, daß der Abbruch ohne Aufschub notwendig ist, um die Schwangere aus einer unmittelbar drohenden, nicht anders abwendbaren Lebensgefahr zu retten. Dies gilt auch für die in gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen tätigen Personen.

      (3) Niemand darf wegen der Durchführung eines straflosen Schwangerschaftsabbruchs oder der Mitwirkung daran oder wegen der Weigerung, einen solchen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen oder daran mitzuwirken, in welcher Art immer benachteiligt werden.

      Das bedeutet, dass in Österreich ein Schwangerschaftsabbruch straffrei, aber nicht legal ist. Am Safe Abortion Day wird gefordert, dass diese Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch entfernt werden und Abbrüche legalisiert werden. Weiters sollen Abbrüche flächendeckend angeboten werden und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Im Moment ist ein Abbruch mit hohen Kosten verbunden, die nicht einheitlich sind. Die Juristin Didem Wenger spricht davon, dass es bis zu 1.000 Euro kosten kann. In Oberösterreich ist die einzige Anlaufstelle für Schwangerschaftsabbrüche das Kepleruniversitätsklinikum. Für schwangere Personen von weiter weg bedeutet das einen großen Aufwand, es bräuchte eine flächendeckende Versorgung, kritisiert Renate Heitz, oberösterreichische Landtagsabgeordnete der SPÖ.

      Europaweit setzt sich die Bewegung „My Voice My Choice“ für sichere Schwangerschaftsabbrüche in der EU ein. Die Forderung lautet „Wir wollen, dass alle Menschen in der EU Zugang zu einer sicheren Abtreibungsbehandlung haben, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen.“ Dafür konnten sie 1,2 Millionen Unterschriften sammeln.

      In Österreich findet man Informationen und Stellen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen bei Abortion in Austria.

      28 min
    • Perspektiven aus der Friedensforschung

      Im Vorfeld des Weltfriedenstags am 21. September lud die Initiative Diskurs. Das Wissenschaftsnetz zu einem Mediengespräch ein. Im Vordergrund standen dabei Perspektiven aus der Friedensforschung. Zu Gast waren Dieter Segert von der Uni Wien, Julia Sachseder, ebenfalls von der Uni Wien, und Maximilian Lakitsch von der Uni Graz.

      Das Mediengespräch begann mit einem Input von Dieter Segert zu Friedensperspektiven in der Ukraine und der umfassenden Beseitigung von Konfliktursachen. Um aktuelle Konflikte zu verstehen, brauche es Geschichtsbewusstsein, so der Politikwissenschaftler Segert, der sich kritisch zum Diskurs über den Krieg in der Ukraine äußert. Um einen nachhaltigen Frieden zu gewährleisten, müssten Bedingungen geschaffen werden, die ein erneutes Ausbrechen des Konflikts verhindern, so Segert. Der Politikwissenschaftler unterstreicht dabei, dass solche „Sicherheitsgarantien“ beiden Seiten des Konflikts zustehen würden.

      Der Friedensforscher Maximilian Lakitsch unterstreicht das Fehlen einer der Rüstungspolitik übergeordneten Friedenspolitik. Dass der Krieg gegen die Hamas seinen unmittelbaren Anfang in einem Anschlag auf die Zivilbevölkerung hat, sei einer der Hauptgründe warum der Konflikt extrem schwer zu bremsen ist. Diese Rahmenbedingungen hätten dazu geführt, dass vor allem präventiv und strikt militaristisch für Sicherheit gesorgt werde. Auch das Vertreiben der Bevölkerung des Gaza-Streifens werde durch diese Rhetorik legitimiert, meint Lakitsch. Dazu kommt, dass beide Konfliktparteien massiv aufrüsten. Israels Vorgehen werde durch Waffenlieferungen aus den USA und Deutschland ermöglicht, während die Hamas weitgehend durch den Iran ausgerüstet werde.

      Auch die Art des Diskurses, der die Kriege in Europa und im Nahen Osten umgibt, ist Lakitsch zufolge ein Problem; geprägt von Polemik, einer Alles-oder-Nichts-Mentalität und einem Mangel an Vertrauen in die Diplomatie. In diesem Zusammenhang rät Julia Sachseder von der Uni Wien zu einer Neubeurteilung unserer gesellschaftlichen Strukturen und der Art, wie wir über Verteidigung und Sicherheit sprechen. Laut der Politikwissenschaftlerin ist Militarisierung ein gesellschaftlicher Prozess, der durch geschlechtsspezifische Sprache als einzige legitime Sicherheitspolitik gerechtfertigt wird. Sachseder warnt außerdem, dass durch die aktuelle EU-Rüstungspolitik Frieden und Sicherheit auf militärische Stärke reduziert werden würden.

      Beitragsbild: Xabi Oregi

      40 min
    • Weltempfänger: Schutz des Amazonas?

      Kritik an Maßnahmen der EU zum Schutz des Amazonas

      Den Tag des Amazonas nahm die Gesellschaft für bedrohte Völker zum Anlass für einen Appell. Dieser richtet sich an die Bundesregierung sowie EU-Kommission. Die Rechte indigener Völker im Amazonasgebiet sollen geachtet und die fortschreitende Entwaldung gestoppt werden. Dass die Entwaldung des Amazonas drastische Umweltfolgen hat, ist längst bekannt. Trotzdem wird aber immer mehr Fläche des Regenwaldes zerstört. Wieso die Gesellschaft für bedrohter Völker explizit die EU Kommission und die Bundesregierung mit ihren Forderungen adressiert, besprach Radio Corax mit Jan Königshausen. Er ist Referent für Indigene Völker für die Gesellschaft für bedrohte Völker.

      Gespräch zum Nachhören

      Eine erste Analyse der Artenschutzbilanz in Deutschland

      „Der Feldhamster ist in Deutschland fast ausgestorben. Aufgrund mangelnder Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft findet er kaum noch Futter und Lebensraum. Agrarpolitische Entscheidungen unter dem Deckmantel der „Entbürokratisierung“ führen zu noch weniger Brachen und Ackerrandstreifen und verschärfen die ohnehin geringen Überlebenschancen der Art.“ Das schreibt der NABU in seiner neusten Meldung. Die erste Analyse zu Daten zum Zustand von ca. 200 geschützten Arten und 90 Lebensraumtypen zeigt nicht nur auf, dass der Feldhamster unter politischen Entscheidungen leidet. Auch andere Arten sind gefährdet. Handlungsbedarf liegt da nicht nur im eigenen Garten, sondern explizit in politischer Hand. Ida Hinterholzinger war im Gespräch mit Laura Breitkreuz. Sie ist Referentin für Artenschutz beim NABU.

      Gespräch zum Nachhören

      Aktionstag „Wohin verschwinden unsere Flüsse?“

      Am Samstag, 27. September, war der Internationale Tag des Flusses. Während das Sterben der Flüsse bei der Saale in Halle kaum bis gar nicht zu sehen ist, verschwinden aus globaler Perspektive immer mehr unserer Flüsse. In Halle fand der Aktionstag „Wohin verschwinden unsere Flüsse?“ auf dem Bürger*innenschiff  „Make Science Halle“ statt. Radio Corax sprach mit Rebecca Plassa von der Heinrich Böll Stiftung.

      Gespräch zum Nachhören

      Spanien und die Sanktionen gegen Israel

      Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez ist einer der wenigen europäischen Regierungschefs, der Maßnahmen ergreift, mit dem Ziel, den Gaza-Krieg zu stoppen. Nach der Anerkennung Palästinas als Staat im Mai 2024 legte der Chef der in Minderheit regierenden Linkskoalition einen Neun-Punkte-Katalog vor, mit dem er Druck auf die Regierung von Benjamin Netanjahu ausüben will. In der spanischen Bevölkerung scheint es dafür einen breiten Konsens zu geben. Darüber sprach Walter Heindl von LoraMuc mit Peter A. Kraus, Professor für Politikwissenschaft und vergleichende Systemanalyse an der Universität Augsburg.

      Gespräch zum Nachhören

      Moderation: Nora Niemetz

      CC-BY Musik: ronaldkah, summer keys, thinking

      50 min

    About FROzine

    From the publisher's feed

    Das Infomagazin von Radio FRO FROzine ist eine offene, für jeden zugängliche und mitgestaltbare Redaktion im Freien Rundfunk OÖ, die durch eine Koordinationsstelle geleitet und unter Mithilfe von VolontärInnen abgewickelt wird.