gecheckt! Gesundheit und Medizin

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gecheckt! Gesundheit und Medizin episodes

  • Pflanzliche Mittel bei Kindern sicher nutzen
    Was Eltern über pflanzliche Mittel für Kinder wissen sollten.

    Heilpflanzen bei Kindern sicher einschätzen

    Im Podcast spricht Rüdiger Freund über die Chancen und Risiken pflanzlicher Heilmittel bei Kindern. Viele Eltern greifen gerne zu Naturprodukten, weil sie sie als mild und gut verträglich wahrnehmen. Freund erklärt im Gespräch mit dem Host jedoch klar, dass Pflanzenstoffe für Kinder anders wirken können als für Erwachsene. Ein zentrales Thema sind ätherische Öle wie Kampfer, Eukalyptus oder Menthol. Sie sind für Erwachsene meist unproblematisch, können bei Säuglingen und Kleinkindern aber schwere Reizungen auslösen. Das liegt unter anderem an der noch empfindlichen Hautbarriere und daran, dass sich die Atemwege kleiner Kinder schneller verkrampfen. So können selbst kleine Mengen Atemnot verursachen. Eltern sollten in der Apotheke immer das genaue Alter des Kindes nennen, damit Fachpersonal geeignete Alternativen empfehlen kann.

    Immunsystem von Kindern entwickelt sich erst

    Viele Infekte gehören zur normalen Entwicklung des Immunsystems. Heilpflanzen wie Echinacea werden oft als Mittel zur Stärkung angepriesen. Freund macht deutlich, dass Echinacea bei Erwachsenen zwar die Erkältungsdauer verkürzen kann, für Kinder jedoch ungeeignet ist. Der Grund: Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler und kann Allergien auslösen. Daher raten Fachleute bei Kindern davon ab.

    Fencheltee kritisch beurteilen

    Fencheltee gilt traditionell als beruhigendes Mittel gegen Blähungen. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass Fenchel Substanzen enthalten kann, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Daher empfiehlt Freund Fencheltee für Säuglinge und stillende Mütter nicht mehr uneingeschränkt. Für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene bleibt der Tee dagegen unproblematisch.

    Verstopfung bei Kindern sanft behandeln

    Bei Verstopfung greifen Erwachsene manchmal zu pflanzlichen Abführmitteln wie Faulbaumrinde oder Sennesblättern. Diese wirken stark und schnell, sind aber für Kinder nicht geeignet. Freund empfiehlt stattdessen mildere Produkte aus der Apotheke sowie eine Kombination aus ballaststoffreicher Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung. Diese Maßnahmen wirken sanfter und unterstützen die Verdauung auf natürliche Weise.

    Pflanzliche Mittel verursachen auch Nebenwirkungen

    Viele Menschen halten pflanzliche Arzneimittel für harmlos. Freund stellt klar, dass auch Naturstoffe Nebenwirkungen haben oder mit anderen Medikamenten wechselwirken können. Das gilt besonders für Kinder mit chronischen Erkrankungen. Eine genaue Dosierung ist wichtig. Bei Unsicherheiten sollten Eltern immer ärztlichen Rat oder die Beratung in der Apotheke nutzen.

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    12 min
  • Erkältung stoppen: Zink, Pflanzen, Tipps
    Praktische Tipps gegen Schnupfen & Co. aus Apotheke und Naturmedizin.

    Erste Erkältungssymptome ernst nehmen und schnell handeln

    Wenn Halskratzen, Müdigkeit oder ein leichter Schnupfen auftauchen, hilft ein früher Start in die Behandlung. Ulli Harras und Peter Erik Felzer betonen, dass Sofortmaßnahmen den Verlauf oft abmildern. Zink spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Spurenelement unterstützt die Immunreaktion, sollte aber nur bei akuten Symptomen und nicht dauerhaft eingesetzt werden. Die richtige Dosierung zählt. Zu viel Zink kann Kupfer verdrängen und damit andere Beschwerden auslösen. Die Apotheke berät hier individuell.

    Zink richtig einsetzen: Nutzen und Grenzen

    Studien zeigen laut Felzer, dass Zink bei etwa jedem 20. Anwender eine Erkältung verhindert und die Krankheitsdauer im Schnitt um zwei Tage verkürzt. Das klingt unspektakulär, bringt im Alltag aber spürbare Erleichterung. Wichtig ist ein Präparat, das gut bioverfügbar ist und passend dosiert wird.

    Pflanzliche Präparate: Kapuzinerkresse, Meerrettich und Echinacea

    Pflanzliche Arzneimittel können Infekten vorbeugen und sie begleiten. Felzer hebt Kapuzinerkresse und Meerrettich hervor. Beide enthalten natürliche Senföle mit antibakterieller Wirkung. Sie lassen sich auch prophylaktisch einsetzen, ohne dass eine Überdosierung droht.

    Echinacea, also Purpursonnenhut, gilt ebenfalls als geeignet zur Vorbeugung. Entscheidend ist die Auswahl eines geprüften Präparats, idealerweise in der Apotheke. Ingwer wird oft empfohlen. Auch wenn die Studienlage nicht eindeutig ist, schadet er nicht und unterstützt durch seine wärmende Wirkung viele Menschen im Alltag.

    Vitamine bei Erkältung: Was wirklich sinnvoll ist

    Vitamin B ist in Deutschland laut Felzer selten ein Problem. Ein Mangel wird kaum diagnostiziert, deshalb ist eine zusätzliche Einnahme meist unnötig. Zu Vitamin C gibt es widersprüchliche Studien. Eine sichere Prävention lässt sich daraus nicht ableiten.

    Hausmittel, die wirklich helfen: Erkältungsbad und Hühnersuppe

    Ein warmes Erkältungsbad entspannt, löst Schleim und erleichtert das Atmen. Zusätze wie Eukalyptus oder Thymian können Husten lindern. Bei Kindern braucht es Vorsicht. Nicht alle ätherischen Öle eignen sich für jüngere Altersgruppen. Kampfer und manche Eukalyptusprodukte sind tabu.

    Hühnersuppe wird oft belächelt, ist aber wissenschaftlich gut untersucht. Wärme, Flüssigkeit, Mineralstoffe und Kalorienzufuhr helfen dem Körper, die Abwehr zu stärken und sich zu erholen.

    Bewährte Heilpflanzen bei Husten: Efeu, Pelargonie und Primel

    Bei Husten stehen mehrere Pflanzen mit solider Studienlage zur Verfügung. Dazu gehören Efeu, Pelargonie und Primel-Extrakte. Sie lösen Schleim, beruhigen die Atemwege und können die Heilung unterstützen.

    Ingwer ist auch hier beliebt. Zwar fehlen eindeutige Belege, aber eine schädliche Wirkung ist nicht zu erwarten. Viele empfinden besonders warmen Ingwertee als angenehm bei Reizhusten und Schluckbeschwerden.

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    7 min
  • Reizdarm-Syndrom. Was wirklich hilft
    Wie Reizdarm entsteht und welche Maßnahmen die Symptome lindern.

    Reizdarm-Syndrom verständlich erklärt

    In dieser Podcastfolge sprechen Ulli Harras und Rüdiger Freund, Apotheker und Chefredakteur von aponet.de, über das Reizdarm-Syndrom (RDS). RDS ist eine funktionelle Störung des Darms, die starke Beschwerden verursacht und den Alltag vieler Betroffener prägt. Typisch sind häufiger Stuhlgang, Durchfall, Blähungen und Übelkeit. Diese Symptome können über Monate bestehen und machen es schwer, einen normalen Tagesrhythmus zu halten.

    Reizdarm-Symptome frühzeitig ernst nehmen

    Viele Menschen gehen erst spät zum Arzt. Dabei rät Rüdiger Freund dazu, sich medizinische Unterstützung zu holen, wenn die Beschwerden länger als einige Wochen anhalten. Anhaltende Durchfälle oder starke Bauchkrämpfe weisen darauf hin, dass der Verdauungstrakt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Eine frühe Abklärung hilft, andere Erkrankungen auszuschließen und schneller passende Maßnahmen zu finden.

    Ursachen und Auslöser. Was hinter RDS steckt

    Die Ursachen von Reizdarm sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Apotheker erklärt, dass mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören Veränderungen in der Darm-Hirn-Achse, Stress und psychische Belastungen, Störungen im Mikrobiom sowie Reaktionen nach Infekten. Auch Antibiotika und andere Arzneimittel können das Gleichgewicht der Darmflora so verändern, dass Beschwerden entstehen. Manche Studien vermuten sogar kleine Entzündungsherde in der Darmwand.

    Diagnostik beim Arzt. So läuft die Abklärung

    Um ein Reizdarm-Syndrom sicher zu diagnostizieren, müssen zunächst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Ärztinnen und Ärzte nutzen dafür Blutuntersuchungen, Ultraschall, das Abtasten des Bauches und bei Bedarf eine Darmspiegelung. Praktisch ist ein Symptom-Tagebuch, wie es Freund empfiehlt. Betroffene dokumentieren damit Stuhlgang, Schmerzen, Ernährung und Stressfaktoren. Das macht Muster sichtbar und erleichtert die medizinische Einschätzung.

    Behandlung bei Reizdarm. Was wirklich hilft

    Eine ursächliche Therapie gibt es bisher nicht. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden. Wer unter Durchfall leidet, kann gezielt Medikamente einsetzen. Bei Verstopfung helfen Ballaststoffe wie Flohsamen. Pflanzliche Präparate mit Pfefferminz- oder Kümmelöl wirken entspannend auf die Darmmuskulatur.

    Auch der Lebensstil spielt eine große Rolle. Eine angepasste Ernährung, möglichst begleitet von einer Ernährungsberatung, stabilisiert die Verdauung. Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder autogenes Training senken Stress und stärken die Darm-Hirn-Achse. Freund betont, dass regelmäßige Bewegung den Bauch beruhigt und das Wohlbefinden verbessert.

    Alltag mit Reizdarm. Warum Selbsthilfe so wichtig ist

    Viele Betroffene erleben gute Phasen und Rückschläge. Klar ist. Je besser man die eigenen Auslöser kennt, desto leichter lässt sich der Alltag stabil halten. Kleine Veränderungen wie regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, Stresspausen und angepasste körperliche Aktivität machen oft einen größeren Unterschied, als man zunächst erwartet.

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    11 min
  • Heiserkeit – Stimmbänder im Stress
    So bleibt Ihre Stimme klar – Ursachen, Pflege, Vorbeugung.

    Warum Heiserkeit entsteht – die häufigsten Ursachen

    In dieser Folge sprechen Ulli Harras und Apotheker Rüdiger Freund über die zwei Hauptursachen von Heiserkeit: Infekte und Überlastung. Erkältungsbedingte Heiserkeit entsteht, wenn Entzündungen oder Schleim die Stimmbänder beeinträchtigen. Das führt dazu, dass die Stimme tiefer, rau oder brüchig klingt. Auch lautes Reden oder Singen – etwa im Fußballstadion oder auf Konzerten – kann die Stimme stark belasten. Die Stimmbänder funktionieren wie feine Saiten eines Instruments: Werden sie überbeansprucht, verlieren sie an Schwingfähigkeit und Klang.

    Stimmbandknötchen – wenn die Stimme dauerhaft leidet

    Bei häufiger oder starker Überlastung können Stimmbandknötchen entstehen. Besonders betroffen sind Berufsgruppen wie Lehrer, Sänger oder Moderatoren. Rüdiger Freund nennt Sänger Elton John als bekanntes Beispiel: Auch er musste sich einer Operation unterziehen, nachdem sich Stimmbandknötchen gebildet hatten. Zunächst helfen meist Logopädie und gezieltes Stimmtraining, um die Knötchen zurückzubilden. Bleibt die Besserung aus, kann ein Eingriff nötig sein.

    Stimme richtig einsetzen – Tipps für Prävention und Pflege

    Wer beruflich viel spricht, sollte seine Stimme trainieren. Schauspieler oder Politiker lernen etwa, große Räume zu füllen, ohne die Stimme zu überanstrengen. Stimmbildung hilft, den Atemfluss und die Lautstärke effizient zu steuern. Regelmäßiges Training kann Heiserkeit vorbeugen und die Stimme langfristig kräftigen.

    Hausmittel und Behandlung bei Heiserkeit

    Die wichtigste Regel bei Heiserkeit lautet: Schonung. Wer leise und wenig spricht, unterstützt die Heilung. Flüstern hingegen belastet die Stimmbänder zusätzlich.

    Trinken hilft – am besten warme Getränke wie Tee. Auch Lutschpastillen befeuchten die Schleimhäute. Klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen nicht ab, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um ernste Ursachen wie Entzündungen oder Knötchen auszuschließen.

    Kinder und Heiserkeit – erstaunlich robust trotz lautem Spiel

    Interessanterweise werden Kinder trotz lauten Spielens oder Rufens seltener heiser als Erwachsene. Harras und Freund vermuten, dass Kinderstimmbänder elastischer und belastbarer sind. Wissenschaftlich gesicherte Daten fehlen bislang, doch der Unterschied ist im Alltag deutlich hörbar.

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    12 min
  • Laktose-Intoleranz erkennen und richtig handeln
    Ernährungswissenschaftlerin erklärt Ursachen, Tests und Alltagshilfen.

    Wie häufig ist Laktoseintoleranz – und wo kommt sie vor?

    In Deutschland sind rund 15 bis 20 % der Menschen von Laktoseintoleranz betroffen. Sabine Sebald spricht mit der Ernährungswissenschaftlerin Katrin Fastnacht-Lee darüber, warum diese Zahl regional so stark schwankt. Während in Nordeuropa nur etwa 2 % betroffen sind, liegt der Anteil im Mittelmeerraum bei rund 25 %. Die Ursache: genetische Unterschiede in der Laktaseproduktion.

    Was passiert im Körper bei Laktoseintoleranz?

    Laktoseintoleranz entsteht, wenn der Körper zu wenig Laktase bildet – ein Enzym, das den Milchzucker (Laktose) spaltet. Wird Laktose nicht abgebaut, gelangt sie unverdaut in den Dickdarm. Dort bauen Bakterien sie ab und produzieren Gase. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl und Durchfall.

    Wie wird Laktoseintoleranz sicher diagnostiziert?

    Laut Fastnacht-Lee kann ein sieben Tage Ernährungs- und Symptomprotokoll helfen, Zusammenhänge zwischen Nahrungsmitteln und Beschwerden zu erkennen. Ärzt:innen nutzen außerdem den H2-Atemtest: Nach dem Trinken einer laktosehaltigen Lösung wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Steigt dieser an, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich.

    Welche Lebensmittel enthalten Laktose – und welche nicht?

    Nicht alle Milchprodukte müssen gemieden werden. Die Expertin erklärt, dass viele Betroffene 10–15 g Laktose pro Tag vertragen. Besonders viel Laktose steckt in Milch, Quark, Pudding, Eis und Sahne. Butter, Hartkäse (z. B. Emmentaler, Edamer) und manche Weichkäse wie Camembert enthalten dagegen kaum Laktose. Auch in verarbeiteten Lebensmitteln wie Backwaren, Süßigkeiten oder Fertigsaucen kann versteckte Laktose vorkommen.

    Laktasetabletten: Hilfe oder Ersatz?

    Für Restaurantbesuche oder Einladungen können Laktasetabletten eine praktische Hilfe sein. Katrin Fastnacht-Lee rät aber, die Dosierung individuell zu testen und sich bei Unsicherheiten in der Apotheke beraten zu lassen. Die Tabletten sind keine Dauerlösung, sondern unterstützen in besonderen Situationen.

    So gelingt der Alltag mit Laktoseintoleranz

    Wer seine persönliche Toleranzgrenze kennt, kann problemlos und genussvoll essen. Eine bewusste Ernährung mit laktosearmen Produkten, kombiniert mit Wissen über die eigene Verträglichkeit, macht den Alltag deutlich leichter. Fastnacht-Lee betont: „Ein Leben mit Laktoseintoleranz ist gut möglich – wenn man seinen Körper versteht.“

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    7 min
  • Wie TCM die Energie ins Gleichgewicht bringt
    Ganzheitliche Heilkunst zwischen Tradition und moderner Medizin.

    Traditionelle Chinesische Medizin – Heilkunst mit Geschichte

    In dieser Podcastfolge sprechen Ulli Harraß und Apotheker Rüdiger Freund über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) – eine über 2000 Jahre alte Heilkunst aus China, die heute weltweit Beachtung findet. TCM versteht Gesundheit als harmonisches Gleichgewicht von Körper, Geist und Energie.

    Zu ihren Hauptsäulen gehören:

    • Akupunktur,
    • chinesische Arzneimitteltherapie (vor allem pflanzliche Heilmittel),
    • Ernährungslehre,
    • Tuina-Massage (Akupressur),
    • sowie Qigong, sanfte Bewegungsübungen zur Förderung der Lebensenergie.
    • In China wird TCM weiterhin an Universitäten gelehrt und von Millionen Menschen angewendet – zunehmend auch im Westen.

      Unterschied zwischen TCM und Schulmedizin

      Laut Freund denkt die TCM ganzheitlich: Sie sucht nach der Ursache einer Erkrankung, nicht nur nach der Linderung von Symptomen. Ziel ist es, das Gleichgewicht der Lebensenergie (Chi) zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen.

      Die westliche Schulmedizin konzentriert sich dagegen auf schnelle Hilfe bei akuten Symptomen – was bei Infektionen oder Notfällen entscheidend ist. Beide Systeme haben also unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich gut.

      Chi – die Lebensenergie im Fluss halten

      Das Konzept des Chi (Qi) ist zentral in der TCM. Diese Lebensenergie durchströmt den Körper und sorgt für Vitalität. Blockaden im Chi-Fluss äußern sich laut TCM als Schmerzen, Müdigkeit oder Unwohlsein.

      Durch Akupunktur, Tuina oder Ernährung soll das Chi wieder frei fließen. Auch wenn das Konzept für viele Westler zunächst ungewohnt klingt, gibt es wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit bestimmter TCM-Methoden – etwa Akupunktur bei Spannungskopfschmerzen – belegen.

      Wann TCM hilft – und wann besser nicht

      TCM kann laut Freund besonders bei funktionellen Beschwerden helfen: etwa bei Verdauungsproblemen, Allergien, Schlafstörungen oder Stresssymptomen. Hier zielt sie darauf ab, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.

      Bei akuten oder lebensbedrohlichen Erkrankungen – etwa Herzinfarkt oder bakteriellen Infektionen – sollte aber unbedingt die westliche Medizin zum Einsatz kommen. Freund betont: Beide Systeme haben ihre Stärken und können sich sinnvoll ergänzen.

      Seriöse TCM-Ärzt:innen finden

      Wer sich für eine TCM-Behandlung interessiert, sollte auf qualifizierte Fachärzt:innen achten. Freund empfiehlt die Internationale Gesellschaft für Chinesische Medizin, auf deren Website www.tcm.edu man gezielt nach zertifizierten Ärzt:innen suchen kann.

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      12 min
    • Besser schlafen – so klappt’s natürlich
      Wie Du mit einfachen Routinen und pflanzlichen Mitteln gut schläfst.

      Warum gesunder Schlaf so wichtig ist

      Schlaf ist weit mehr als bloßes Ausruhen. Wie Apotheker Rüdiger Freund erklärt, nutzt der Körper die Nacht, um sich zu regenerieren: Muskeln und Organe erholen sich, das Gehirn sortiert Informationen und beseitigt Abfallstoffe. Diese nächtliche „Datenverarbeitung“ sorgt dafür, dass Erlebnisse und Gelerntes im Gedächtnis bleiben – ein zentraler Prozess für Konzentration und Leistungsfähigkeit.

      Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

      Der Schlafbedarf verändert sich mit dem Alter. Während Säuglinge fast den ganzen Tag schlafen, benötigen Erwachsene meist zwischen 6 und 8 Stunden Schlaf, um sich erholt zu fühlen. Mit zunehmendem Alter wird der Schlaf oft leichter und weniger tief. Wichtig ist, auf das eigene Körpergefühl zu achten – Müdigkeit ist der beste Indikator.

      Einschlafprobleme: Ursachen und einfache Tipps

      Viele Menschen leiden unter Einschlafproblemen. Stress, Sorgen oder unregelmäßige Schlafzeiten stören den natürlichen Rhythmus. Freund empfiehlt, feste Rituale zu entwickeln: abends zur gleichen Zeit schlafen gehen, eine Tasse Tee trinken, das Handy weglegen und auf aufregende Gespräche verzichten. Auch leichte Lektüre kann helfen, den Kopf „herunterzufahren“. Regelmäßigkeit ist hier das wirksamste Mittel.

      Die ideale Schlafumgebung schaffen

      Für guten Schlaf spielt die Umgebung eine große Rolle. Optimal ist ein dunkles, ruhiges und kühles Schlafzimmer. Lärm, Lichtquellen und zu hohe Temperaturen verhindern, dass der Körper in die Tiefschlafphase findet. Die ideale Raumtemperatur liegt etwas unter der im Wohnzimmer – das unterstützt den natürlichen Temperaturabfall des Körpers in der Nacht.

      Schichtarbeit, Jetlag und natürliche Hilfsmittel

      Wer im Schichtdienst arbeitet oder viel reist, kennt das Problem: unregelmäßige Schlafzeiten und Lichtverhältnisse bringen den Biorhythmus durcheinander. Hier kann das Hormon Melatonin helfen, das den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert. Auch pflanzliche Präparate wie Baldrian, Hopfen, Lavendel oder Passionsblume gelten als bewährte natürliche Einschlafhilfen – besonders bei Stress oder innerer Unruhe.

      Schlafmittel: Nutzen und Risiken

      Pflanzliche Mittel wirken sanft, brauchen aber Geduld – oft bis zu zwei Wochen, bis sich die volle Wirkung entfaltet. Sie machen nicht abhängig. Chemische Schlafmittel hingegen wirken sofort, bergen aber ein hohes Risiko der Abhängigkeit. Selbst rezeptfreie Mittel sollten nie länger als zwei Wochen eingenommen werden. Die meisten chemischen Schlafpräparate sind ohnehin verschreibungspflichtig und sollten nur nach ärztlicher Absprache genutzt werden.

      Wann zur Apotheke oder zum Arzt?

      Bei anhaltenden Schlafproblemen lohnt sich der Gang in die Apotheke. Dort können Fachleute geeignete Präparate empfehlen und auf Wechselwirkungen achten. Hält die Schlaflosigkeit länger an oder liegen Vorerkrankungen vor, ist ein ärztliches Gespräch wichtig. Nur so können Ursachen wie hormonelle Störungen, psychischer Stress oder organische Erkrankungen sicher erkannt und behandelt werden.

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      13 min
    • Warzen? So wirst Du sie los!
      Wie Warzen entstehen, was hilft und wann Du besser zum Arzt gehst.

      Was Warzen von Hautwucherungen unterscheidet

      Ulli Harraß und Rüdiger Freund, Apotheker und Chefredakteur von aponet.de, sprechen über verschiedene Warzenarten. Es wird zwischen medizinisch harmlosen Hautwucherungen (z.B. Leberflecken, Schönheitsflecken) und den typischen, durch Viren verursachten Warzen unterschieden. Prominente mit auffälligen Hautmerkmalen werden erwähnt, wobei betont wird, dass nicht jede Warze krankhaft ist.

      So entstehen Warzen: Viren & Übertragung

      Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) und Dornwarzen (an Füßen) werden als häufigste Formen genannt. Die Entstehung erfolgt durch Viren, insbesondere humane Papillomviren (HPV). Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt, z.B. im Schwimmbad über Hautschüppchen. Warzen sind ansteckend und können sich durch kleine Verletzungen in der Haut einnisten.

      Hausmittel vs. Vereisung: Behandlung im Check

      Zur Behandlung werden Warzenpflaster mit Salicylsäure und hornhautlösende Mittel empfohlen. Die Anwendung erfolgt über Wochen bis Monate. Vereisungssprays (Kryotherapie) aus der Apotheke sind eine weitere Option. Beide Methoden können selbst angewendet werden, sofern es sich um einzelne, eindeutig identifizierte Warzen handelt.

      Wann ein Arztbesuch sinnvoll ist

      Ein Arztbesuch wird empfohlen bei großflächigem Warzenbefall, fehlender Besserung nach Selbstbehandlung oder tiefen und schmerzhaften Dornwarzen. Besonders bei Warzen im Gesicht ist ärztliche Behandlung ratsam, um Narben und Verätzungen zu vermeiden. Rüdiger Freund betont die Notwendigkeit von Geduld bei der Warzenbehandlung.

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      7 min
    • Antibiotika und Alkohol - geht das gut?
      Ob mit Alkohol oder Nahrungsmitteln – Wechselwirkungen zuhauf.

      Antibiotika: Stark gegen Bakterien – machtlos gegen Viren

      Ulli Harras und aponet-Chefredakteur Rüdiger Freund diskutieren die Rolle von Antibiotika in der modernen Medizin. Antibiotika bekämpfen ausschließlich Bakterien und sind nicht gegen Viren wirksam. Historisch waren bakterielle Infektionen lebensbedrohlich, heute können viele davon mit Antibiotika behandelt werden. Bei viralen Infekten wie Grippe oder Erkältung sind Antibiotika wirkungslos, es sei denn, es kommt zu einer bakteriellen Sekundärinfektion wie Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündung.

      Zu viel Antibiotika? So entstehen gefährliche Resistenzen

      Apotheker Freund weist auf die Problematik des zu häufigen und unsachgemäßen Einsatzes von Antibiotika hin, insbesondere in einigen südlichen Ländern Europas und in der Tierhaltung. Häufige Anwendung fördert die Entstehung resistenter Bakterien, die schwer behandelbar sind. Die Verschreibung von Antibiotika sollte daher auf medizinisch notwendige Fälle beschränkt werden, um Resistenzen und Nebenwirkungen zu vermeiden.

      Früh aufhören ist fatal: Warum die Therapiedauer zählt

      Die Gesprächspartner betonen die Bedeutung der korrekten Einnahme von Antibiotika. Die Wirkung setzt meist nach ein bis zwei Tagen ein, dennoch muss das Medikament über den vom Arzt festgelegten Zeitraum (oft zehn Tage) eingenommen werden, um einen Rückfall oder Resistenzbildung zu verhindern.

      Alkohol, Milch & Grapefruit: Diese Kombinationen sind riskant

      Antibiotika können Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und anderen Substanzen haben. Tetrazykline wie Doxycyclin sollten nicht mit Milchprodukten oder Kalzium eingenommen werden, da dies die Aufnahme hemmt. Viele Antibiotika vertragen sich nicht mit Grapefruitsaft, da dieser den Arzneimittelabbau beeinflusst. Alkohol kann das Immunsystem schwächen und bei bestimmten Antibiotika zu schweren Nebenwirkungen führen. Die genaue Verträglichkeit hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab.

      So schützen Sie sich vor Nebenwirkungen und Resistenzproblemen

      Freund empfiehlt, stets den Beipackzettel zu lesen und bei Unsicherheiten Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Antibiotika können auch Allergien auslösen, daher ist Aufmerksamkeit geboten. Die richtige Anwendung ist entscheidend, um die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten.

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      10 min
    • Süßstoff-Mythen im Check
      Warum Süßstoffe nicht beim Abnehmen helfen.

      Was genau sind Süßstoffe?

      Süßstoffe sind meist chemische Substanzen, die sehr süß schmecken, aber kaum Kalorien liefern, im Gegensatz zu Zucker. Bekannte Beispiele sind Aspartam, das in Lightgetränken wie Cola oder Limonade sowie in Joghurt und Pudding verwendet wird. Daneben gibt es Zuckeraustauschstoffe wie Xylit und Erythrit, sogenannte Zuckeralkohole, die optisch und in der Konsistenz Haushaltszucker ähneln, aber etwa nur halb so süß sind und etwa die Hälfte der Kalorien von Zucker enthalten. Für das Backen muss man von diesen Stoffen die doppelte Menge verwenden, um die gleiche Süßkraft wie Zucker zu erreichen.

      Helfen Süßstoffe beim Abnehmen?

      Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich davon abgeraten, Süßstoffe zum Abnehmen zu verwenden. Studien zeigen, dass übergewichtige Personen, die Süßstoffe statt Zucker konsumieren, im Schnitt nur 1 bis 2 Kilogramm pro Jahr abnehmen – deutlich weniger als erwartet. Die WHO empfiehlt daher Süßstoffe nicht zur Gewichtsreduktion, da der Effekt zu gering ist.

      Süßstoffe und Gesundheit – Risiko oder nicht?

      Die WHO begründet ihre ablehnende Haltung auch mit Studien, die einen Zusammenhang zwischen Süßstoffkonsum und erhöhtem Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zeigen. Schleiff verweist jedoch auf die Kritik eines Experten, dass es sich hierbei um Beobachtungsstudien handelt, die keine Kausalität belegen. Es könnte auch sein, dass Menschen mit ungesundem Lebensstil häufiger Süßstoffe konsumieren. Bisherige methodisch bessere Studien zeigen keinen negativen Effekt auf die Gesundheit. Panik sei daher nicht angebracht.

      Besser umgehen mit Süßhunger

      Süßstoffe sind kein Wundermittel gegen Heißhunger auf Süßes. Studien deuten sogar darauf hin, dass sie den Appetit anregen können. Fachleute empfehlen, das Bedürfnis nach Süßem schrittweise zu reduzieren, indem man weniger Zucker konsumiert. Mit der Zeit nimmt der Heißhunger ab, und Süßes schmeckt intensiver, sodass das Verlangen nachlässt. Der nachhaltigere Weg ist, insgesamt weniger Zucker und Süßstoffe zu konsumieren.

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