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Nasenbluten entsteht oft durch harmlose Auslöser. Apotheker Rüdiger Freund erklärt im Gespräch mit Host Ulli Harraß: Trockene Luft, vor allem im Winter, reizt die Nasenschleimhaut. Auch Allergien, Erkältungen oder starkes Schnäuzen können kleine Verletzungen verursachen. Die Schleimhaut wird empfindlich, feine Blutgefäße reißen schneller.
Wenn die Nase blutet, hilft eine einfache Regel: ruhig bleiben und richtig reagieren. Den Kopf leicht nach vorne neigen, damit kein Blut in den Rachen läuft. Dann die Nasenflügel etwa zehn Minuten zusammendrücken und durch den Mund atmen. Ein kühler Waschlappen im Nacken kann zusätzlich die Gefäße verengen. Wichtig: Keine Taschentücher in die Nase stecken, das kann die Wunde wieder aufreißen.
Hört die Blutung nach 10 bis 20 Minuten nicht auf, sollte ein Arzt draufschauen. Bei Kindern gilt das schon nach etwa zehn Minuten. Auch wenn das Blut eher in den Rachen läuft oder sich nicht stoppen lässt, ist ärztliche Hilfe sinnvoll.
In den meisten Fällen ist Nasenbluten harmlos. Es kann aber auch ein Hinweis auf Bluthochdruck, eine erhöhte Blutungsneigung oder Gerinnungsstörungen sein. Treten die Blutungen häufiger auf, lohnt sich eine Abklärung.
Vorbeugung ist einfach: Die Nasenschleimhaut sollte nicht austrocknen. Salzsprays oder Meersalzsprays halten sie feucht. Auch ein Luftbefeuchter kann helfen, besonders in der Heizperiode. Wer Allergien wie Heuschnupfen hat, sollte diese gezielt behandeln, um Reizungen zu vermeiden.
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Vitamin B12 ist ein zentrales Vitamin für die Gesundheit. Apotheker Rüdiger Freund erklärt im Gespräch mit Ulli Harraß: Es unterstützt die Zellteilung, die Blutbildung und das Nervensystem. Ohne ausreichend Vitamin B12 kann der Körper wichtige Prozesse wie die Bildung roter Blutkörperchen nicht optimal leisten.
Ein B12-Mangel entwickelt sich oft schleichend. Typische Symptome sind Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen, Depressionen und Kribbeln oder Schwäche in Armen und Beinen. Auch die Blutbildung kann gestört sein, was die Sauerstoffversorgung im Körper verschlechtert.
Besonders gefährdet sind Veganer, da Vitamin B12 fast nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Auch Vegetarier sowie Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen zählen zu den Risikogruppen, weil die Aufnahme im Körper gestört sein kann.
Gute Quellen für Vitamin B12 sind Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Pflanzliche Lebensmittel liefern nur selten verwertbares B12, etwa durch Gärung. Laut Rüdiger Freund reicht das für eine sichere Versorgung nicht aus.
Bestimmte Medikamente wie Metformin oder Magensäureblocker können die Aufnahme von Vitamin B12 behindern. In solchen Fällen kann ein Mangel entstehen, selbst wenn ausreichend B12 über die Ernährung aufgenommen wird.
Ein oft übersehener Faktor: Lachgas. Der missbräuchliche Konsum kann Vitamin B12 im Körper inaktivieren und schwere Nervenschäden verursachen. Freund warnt vor den möglichen Folgen bis hin zu Lähmungen.
Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf meist gut. Wer ein Risiko hat, sollte den B12-Spiegel regelmäßig prüfen lassen. Bei nachgewiesenem Mangel helfen Präparate oder in bestimmten Fällen Injektionen.
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Hormone sind chemische Botenstoffe, die nahezu alle Prozesse im Körper beeinflussen. Apotheker und aponet.de-Chefredakteur Rüdiger Freund erklärt im Gespräch mit Host Ulli Harraß: Sie regulieren unter anderem Stoffwechsel, Wachstum, Wasserhaushalt und Fortpflanzung. Ein bekanntes Beispiel ist Insulin, das den Blutzucker nach dem Essen kontrolliert.
Östrogen, Progesteron und Testosteron haben großen Einfluss auf Wohlbefinden und Verhalten. In der Pubertät sorgen sie für körperliche und emotionale Veränderungen. Bei Frauen führen sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren oft zu Beschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen. Männer erleben mit zunehmendem Alter einen Rückgang des Testosterons, was sich ebenfalls bemerkbar machen kann.
Bei Stress schüttet der Körper Cortisol und Adrenalin aus. Kurzfristig helfen sie, leistungsfähig zu bleiben. Dauerstress kann jedoch zu Schlafproblemen, Reizbarkeit und psychischer Belastung führen. Serotonin hingegen wirkt als „Glückshormon“ und beeinflusst Stimmung, Appetit und Schlaf. Ein ausgeglichener Hormonhaushalt ist entscheidend für die mentale Gesundheit.
Die Schilddrüse steuert den Energiestoffwechsel. Eine Unterfunktion kann Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfinden auslösen. Eine Überfunktion zeigt sich eher durch Nervosität, Herzklopfen und innere Unruhe. Da die Symptome unspezifisch sind, bringt oft erst eine Blutuntersuchung Klarheit.
Frauen erleben durch den Monatszyklus regelmäßige Hormonschwankungen, die auch die Stimmung beeinflussen können. Männer haben meist stabilere Hormonspiegel, reagieren aber auf Stress häufig mit Rückzug oder Gereiztheit. Studien zeigen: Frauen reagieren sensibler auf hormonelle Veränderungen.
Zu wenig Schlaf senkt das Schlafhormon Melatonin und erhöht gleichzeitig Cortisol. Das kann Heißhunger, emotionale Instabilität und Dauerstress fördern. Chronischer Stress verstärkt diese Effekte und kann langfristig zu Schlafstörungen, Gewichtszunahme und depressiven Verstimmungen führen.
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Viele Schmerzmittel sind frei verkäuflich, aber nicht risikofrei. Dr. Frank Schäfer erklärt im Gespräch mit Ulli Harraß: Viele Präparate sind apothekenpflichtig, Beratung gehört also dazu.
Gerade bei der ersten Einnahme oder wenn du bereits Medikamente nimmst, solltest du nachfragen. Bei starken Schmerzen oder Symptomen wie Fieber, Schwindel oder Brustschmerzen gilt: lieber zum Arzt.
Ibuprofen wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend, etwa bei Migräne oder Gelenkschmerzen. Paracetamol senkt Schmerzen und Fieber, hilft aber nicht gegen Entzündungen. Faustregel: Entzündung eher Ibuprofen, Fieber eher Paracetamol.
Schmerzmittel nur kurz einsetzen: maximal drei Tage am Stück und höchstens zehn Tage im Monat. Zu hohe oder zu lange Einnahme erhöht das Risiko für Nebenwirkungen. Bei Kindern muss die Dosis genau angepasst werden.
Zu häufiger Gebrauch kann zu sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerzen führen. Es entsteht ein Teufelskreis aus Schmerz und Tabletteneinnahme. Dann hilft oft nur ärztliche Unterstützung.
Schmerzmittel können andere Medikamente beeinflussen, etwa Blutdrucksenker. Deshalb empfiehlt Dr. Schäfer: In der Apotheke immer alle Medikamente angeben.
Bei chronischen Schmerzen braucht es meist ein langfristiges Therapiekonzept statt einer Dauerlösung mit Tabletten.
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Viele Schwangere kennen das Problem: Kopfschmerzen, Fieber oder eine Erkältung treten auf – doch welche Medikamente sind jetzt erlaubt? Genau darüber sprechen Ulli Harraß und Apotheker Rüdiger Freund in diesem Podcast.
Während der Schwangerschaft können Wirkstoffe das ungeborene Kind beeinflussen. Welche Mittel infrage kommen, hängt stark vom Schwangerschaftsdrittel ab. Da es kaum Studien mit Schwangeren gibt, basieren viele Empfehlungen auf Erfahrungswerten.
Wichtig: Medikamente nie ohne Rücksprache mit dem Frauenarzt einnehmen!
Bei leichten Beschwerden helfen oft einfache Maßnahmen wie Wadenwickel oder Ruhe. Diese gelten als unbedenklich und sind meist der erste Schritt.
Bei Husten und Schnupfen empfiehlt Rüdiger Freund zunächst Inhalationen. Pflanzliche Mittel sind nicht automatisch sicher, da oft Studien fehlen. Besser untersucht sind Wirkstoffe wie Ambroxol oder Bromhexin.
Hustenstiller wie Dextromethorphan sind möglich. Codein sollte kurz vor der Geburt vermieden werden.
Die Plattform embryotox.de bietet geprüfte Infos zur Arzneimittelsicherheit. Bei schweren Erkrankungen wie einer Lungenentzündung ist ärztliche Behandlung unbedingt nötig.
Viele Beschwerden lassen sich lindern – entscheidend ist die richtige Auswahl und immer der Blick auf die jeweilige Phase der Schwangerschaft.
Mehr Infos unter https://www.embryotox.de/
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Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. In der Podcastfolge erklärt Dr. Frank Schäfer im Gespräch mit Ulli Harraß, wie sich eine Migräneattacke oft schon Stunden vorher ankündigt. Typische Vorboten sind Heißhunger, Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme. Viele Betroffene berichten auch von einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Reizen.
Etwa ein Drittel der Patienten erlebt eine sogenannte Auraphase. Diese kann bis zu 60 Minuten dauern und äußert sich häufig durch visuelle Störungen wie flimmernde Zackenlinien im Sichtfeld. Auch Sprachprobleme oder Schwierigkeiten bei der Orientierung können auftreten. Diese Phase ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Kopfschmerzarten.
Die eigentliche Migräneattacke zeigt sich meist durch einseitige, pochende oder stechende Schmerzen. Körperliche Aktivität verschlimmert die Beschwerden oft deutlich. Typische Begleitsymptome sind Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit. Eine Attacke kann zwischen vier Stunden und drei Tagen andauern.
Migräne hat häufig genetische Ursachen. Das Nervensystem ist bei Betroffenen besonders empfindlich und reagiert stärker auf äußere Reize. Dr. Frank Schäfer erklärt, dass auch psychische Faktoren wie Ängstlichkeit, Grübeln oder Impulsivität eine Rolle spielen können. Wichtig ist, die eigene Veranlagung zu verstehen, um Auslöser besser zu erkennen.
Bei leichten Migräneattacken helfen oft rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure, teilweise in Kombination mit Coffein. Bei stärkeren Beschwerden kommen sogenannte Triptane zum Einsatz. Diese Medikamente wirken gezielt gegen Migräne, sollten aber frühzeitig und in der richtigen Dosierung eingenommen werden.
Ein wichtiger Hinweis aus dem Gespräch mit Ulli Harraß: Wer Schmerzmittel oder Triptane zu häufig verwendet, riskiert sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen. Zudem sollten Menschen mit Herzproblemen oder unbehandeltem Bluthochdruck vorsichtig sein und sich ärztlich beraten lassen.
Nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräne. Deshalb ist eine klare Diagnose entscheidend. Dr. Frank Schäfer empfiehlt, bei wiederkehrenden Beschwerden einen Arzt oder Neurologen aufzusuchen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die richtige Therapie gewählt wird, da bestimmte Medikamente wie Triptane ausschließlich bei Migräne wirken. Auch Apotheker können bei der Auswahl und Anwendung geeigneter Medikamente unterstützen.
Bei häufigen Migräneattacken kann eine vorbeugende Behandlung sinnvoll sein. Hier kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, etwa Betablocker oder Kalziumkanalblocker wie Flunarizin. Neuere Therapieansätze nutzen spezielle Antikörper, die gezielt in den Migränemechanismus eingreifen.
Ein zentraler Punkt im Gespräch ist das Selbstmanagement. Dr. Frank Schäfer rät dazu, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. So lassen sich individuelle Auslöser wie Wetterwechsel oder hormonelle Schwankungen besser identifizieren. Das Ziel: Migräne nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv verstehen und behandeln.
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Wie viel Eiweiß ist eigentlich gesund? Genau darüber sprechen Ulli Harraß und Rüdiger Freund in dieser Podcastfolge. Grundlage ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren benötigen täglich etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.
Das lässt sich leicht berechnen: Wer 70 Kilogramm wiegt, braucht rund 56 Gramm Eiweiß pro Tag. Dieser Wert gilt gleichermaßen für Männer und Frauen.
Eiweiß, auch Protein genannt, ist ein zentraler Baustoff im Körper. Es wird für Muskeln, Enzyme, Hormone und das Immunsystem gebraucht. Ohne ausreichend Eiweiß kann der Körper wichtige Funktionen nicht optimal erfüllen.
Rüdiger Freund macht im Gespräch deutlich, warum eine ausreichende Eiweißzufuhr so wichtig ist. Ein Mangel zeigt sich oft schleichend – mit spürbaren Folgen im Alltag. Typische Anzeichen für Eiweißmangel sind:
Besonders kritisch wird es bei längerer Krankheit oder wenn man viel Zeit im Bett verbringt. Dann baut der Körper schneller Muskelmasse ab, wenn nicht genug Eiweiß zur Verfügung steht.
Nicht jeder Mensch braucht gleich viel Eiweiß. In bestimmten Lebensphasen oder Situationen steigt der Bedarf deutlich an. Das betrifft vor allem:
Gerade im Alter spielt Eiweiß eine wichtige Rolle, um Kraft und Mobilität zu erhalten.
Eiweiß steckt in vielen Lebensmitteln – sowohl tierischen als auch pflanzlichen. Wer sich ausgewogen ernährt, kann seinen Bedarf meist gut decken. Zu den wichtigsten Eiweißquellen gehören:
Für Vegetarier sind auch Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Milch wichtige Eiweißlieferanten. Fleisch und Fisch liefern ebenfalls viel Protein, sind aber nicht zwingend notwendig.
Ein spannender Punkt im Gespräch zwischen Ulli Harraß und Rüdiger Freund: Kann man den Eiweißbedarf auch ohne Fleisch decken? Die klare Antwort: ja.
Kinder, Schwangere und Senioren können ihren Bedarf auch pflanzlich oder vegetarisch abdecken – vorausgesetzt, die Ernährung ist gut geplant. Worauf es ankommt:
Hilfreich können auch spezielle Produkte wie Eiweißbrot oder pflanzliche Aufstriche sein. Gerade für ältere Menschen ist zudem wichtig, dass das Eiweiß gut verdaulich ist. Am Ende zählt vor allem Vielfalt. Wer abwechslungsreich isst, versorgt seinen Körper zuverlässig mit ausreichend Eiweiß – ganz ohne komplizierte Regeln.
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Frühjahrsmüdigkeit: Warum viele Menschen im Frühling erschöpft sind
Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, fühlen sich viele Menschen überraschend schlapp. Dieses Phänomen nennt man Frühjahrsmüdigkeit. Obwohl es sehr verbreitet ist, sind die medizinischen Ursachen noch nicht vollständig geklärt.
In dieser Podcastfolge erklärt Rüdiger Freund, Chefredakteur von aponet.de, warum unser Körper im Frühling manchmal Zeit braucht, um sich anzupassen.
Hormonumstellung im Frühling: Melatonin und Serotonin im Gleichgewicht
Ein wichtiger Grund für Frühjahrsmüdigkeit liegt im Hormonstoffwechsel. Im Winter produziert der Körper mehr Melatonin, das sogenannte Schlafhormon. Es sorgt dafür, dass wir müde werden und schlafen können.
Mit den längeren Tagen im Frühling steigt dagegen die Produktion von Serotonin, oft als Glückshormon bezeichnet. Dieses Hormon macht wach und hebt die Stimmung. Während dieser Übergangsphase gerät das Gleichgewicht zwischen beiden Hormonen kurzfristig durcheinander. Das kann dazu führen, dass man sich tagsüber müde oder antriebslos fühlt.
Temperaturanstieg und niedriger Blutdruck
Neben den Hormonen spielt auch der Kreislauf eine Rolle. Wenn die Temperaturen im Frühling steigen, weiten sich die Blutgefäße. Dadurch kann der Blutdruck leicht sinken. Viele Menschen reagieren darauf mit typischen Beschwerden wie:
Auch die Zeitumstellung kann die Anpassung zusätzlich erschweren, weil sich die innere Uhr neu einstellen muss.
Wie lange dauert Frühjahrsmüdigkeit?
Die gute Nachricht: Frühjahrsmüdigkeit ist meist vorübergehend. Nach Einschätzung von Rüdiger Freund dauert die Anpassungsphase in der Regel zwei bis vier Wochen. Danach hat sich der Körper meist an Licht, Temperatur und Hormonveränderungen gewöhnt.
Wer besonders häufig betroffen ist
Einige Menschen reagieren empfindlicher auf den Wechsel der Jahreszeiten. Zu den typischen Risikogruppen für Frühjahrsmüdigkeit gehören:
Bei ihnen reagiert der Kreislauf besonders sensibel auf Veränderungen von Licht, Schlafrhythmus und Temperatur.
Was gegen Frühjahrsmüdigkeit hilft
Die wichtigste Maßnahme gegen Frühjahrsmüdigkeit ist überraschend einfach: Tageslicht. Schon kurze Aufenthalte im Freien regen die Serotoninproduktion an und helfen dem Körper, sich schneller auf den Frühling einzustellen. Hilfreich sind außerdem:
Selbst kleine Aktivitäten können helfen. Wer im Büro arbeitet, kann zwischendurch kurze Bewegungseinheiten einbauen, zum Beispiel Kniebeugen oder Dehnübungen.
Powernap gegen das Mittagstief
Auch ein kurzer Powernap kann helfen, wenn die Müdigkeit besonders stark ist. Optimal sind 15 bis 20 Minuten Schlaf. Diese kurze Pause kann die Konzentration und Leistungsfähigkeit verbessern. Wichtig ist jedoch: Der Mittagsschlaf sollte nicht länger dauern. Zu viel Schlaf am Tag kann die Melatoninproduktion wieder anregen und das Einschlafen am Abend erschweren.
Powernaps: In anderen Ländern normal
In manchen Ländern, etwa in Japan, gehören kurze Nickerchen im Alltag längst zur Kultur. Sie gelten dort sogar als Zeichen von Engagement und harter Arbeit. In Deutschland sind Powernaps dagegen noch eher ungewohnt, obwohl sie wissenschaftlich als sinnvoll gelten können – zumindest in moderater Länge.
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Heuschnupfen und Pollenallergie: Warum Beschwerden auch drinnen auftreten
Viele Allergiker denken zuerst an blühende Wiesen oder Parks, wenn sie an Heuschnupfen denken. Doch die Beschwerden entstehen oft nicht nur draußen. Auch in Innenräumen können Pollen zum Problem werden.
Rüdiger Freund, Chefredakteur von aponet.de und Apotheker, erklärt im Podcast: Pollen gelangen über offene Fenster, Türen oder Lüftungssysteme in Wohnungen und Häuser. Dort können sie sich in der Raumluft verteilen und allergische Reaktionen auslösen.
Typische Symptome einer Pollenallergie sind Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen und Müdigkeit. Besonders während der Pollenflugzeiten reagieren Betroffene empfindlich.
Pollenbelastung in der Wohnung senken: Lüften und Luft reinigen
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Pollenmenge in Innenräumen deutlich reduzieren. Eine wichtige Rolle spielt das richtige Lüften. Die beste Lüftungszeit hängt davon ab, ob man in der Stadt oder auf dem Land lebt.
Auf dem Land fliegen die meisten Pollen früh am Morgen, etwa zwischen 4 und 6 Uhr. Dort empfiehlt es sich, eher am Abend zu lüften. In Städten ist es umgekehrt: Die Pollenbelastung steigt häufig am Abend ab etwa 19 Uhr an, deshalb ist morgendliches Lüften meist sinnvoller.
Zusätzlich können Pollenfilter helfen. Sie lassen sich zum Beispiel in Auto-Lüftungen oder in Wohnraum-Lüftungsanlagen einsetzen. Auch Luftreiniger können sinnvoll sein. Viele Geräte, die während der Corona-Pandemie verbreitet waren, filtern mit speziellen HEPA-Filtern nicht nur Feinstaub, sondern auch Pollen aus der Raumluft.
Pollen an Kleidung und Haaren: Wie sie ins Schlafzimmer gelangen
Pollen haften leicht an Kleidung, Schuhen und Haaren. Dadurch werden sie oft unbemerkt in die Wohnung getragen. Rüdiger Freund empfiehlt deshalb eine einfache Routine: Wer nach Hause kommt, sollte möglichst direkt die Kleidung wechseln. Die getragenen Sachen sollten nicht im Schlafzimmer gelagert oder ausgelüftet werden, sondern möglichst in der Wäsche landen.
Besonders bei langen Haaren kann es sinnvoll sein, sie am Abend zu waschen. Dadurch gelangen weniger Pollen ins Bett, was nächtliche Beschwerden wie Niesen oder juckende Augen reduzieren kann. Während der Allergiesaison hilft außerdem ein häufiger Wechsel der Bettwäsche, um angesammelte Pollen zu entfernen.
Outdooraktivitäten bei Pollenallergie besser planen
Wer unter Heuschnupfen leidet, muss nicht komplett auf Bewegung im Freien verzichten. Wichtig ist jedoch, Aktivitäten an die Pollenflugzeiten anzupassen. Auf dem Land sind Abendstunden meist günstiger für Sport oder Spaziergänge, weil dann weniger Pollen in der Luft sind. In Städten ist dagegen der Morgen oft die bessere Wahl.
Ein weiterer Tipp: Nach Regenschauern ist die Luft meist deutlich pollenärmer. Viele Allergiker empfinden diese Zeit deshalb als besonders angenehm.
Orte mit besonders hoher Pollenbelastung sind Wiesen, Felder und Wälder. Wer Beschwerden vermeiden möchte, kann alternative Wege wählen oder zeitweise auf Hallensport oder das Fitnessstudio ausweichen.
Medikamente gegen Heuschnupfen: Welche Behandlung hilft
Wenn Vermeidungsstrategien nicht ausreichen, können Medikamente die Beschwerden deutlich lindern. In Apotheken sind verschiedene rezeptfreie Mittel gegen Heuschnupfen erhältlich. Dazu gehören Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin. Diese Medikamente blockieren die Wirkung des Botenstoffs Histamin, der für viele Allergiesymptome verantwortlich ist. Sie sind als Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen verfügbar und wirken meist schnell. Viele Präparate sind auch für Kinder geeignet.
Bei stärkeren Beschwerden können kortisonhaltige Nasensprays helfen. Sie wirken lokal in der Nasenschleimhaut und verursachen bei kurzfristiger Anwendung kaum systemische Nebenwirkungen.
Zur Vorbeugung gibt es außerdem spezielle Nasensprays und Augentropfen. Diese sollten idealerweise einige Wochen vor Beginn der persönlichen Heuschnupfensaison angewendet werden, um die allergische Reaktion abzuschwächen.
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Mundgeruch ist weit verbreitet – viele merken es nicht
Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt, betrifft mehr Menschen, als viele denken. Laut einer Studie der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung leidet jeder Vierte in Deutschland täglich unter schlechtem Atem, bei den über 60-Jährigen sogar jeder Zweite. Gleichzeitig glaubt rund ein Viertel der Betroffenen nur fälschlicherweise, Mundgeruch zu haben.
Das Problem: Die eigene Wahrnehmung ist unzuverlässig. Der Körper gewöhnt sich an Gerüche, auch an den eigenen Atem. Deshalb bleibt Mundgeruch oft lange unbemerkt – oder wird aus Unsicherheit überschätzt. Im Podcast erklärt Experte Peter Erik Felzer, wie man zwischen harmlosen Ursachen und behandlungsbedürftigen Problemen unterscheidet.
Ursachen für Mundgeruch: akut oder chronisch?
Nicht jeder schlechte Atem hat denselben Ursprung. Felzer unterscheidet klar zwischen akuten und chronischen Ursachen.
Akuter Mundgeruch entsteht meist durch bestimmte Lebensmittel wie Knoblauch oder rohe Zwiebeln. Auch Rauchen kann den Atem kurzfristig verschlechtern. In diesen Fällen verschwindet der Geruch in der Regel wieder von selbst.
Chronischer Mundgeruch hat häufig bakterielle Ursachen im Mundraum. Über 300 Bakterienarten leben dort. Problematisch sind vor allem sogenannte Fäulnisbakterien. Sie zersetzen Eiweiße und setzen dabei Schwefelverbindungen frei – genau diese Stoffe riechen unangenehm. Begünstigt wird das durch:
In rund 85 Prozent der Fälle liegt die Ursache direkt im Mund.
Mundgeruch erkennen: Welche Selbsttests sinnvoll sind
Viele kennen den klassischen Handtest – in die Hand ausatmen und daran riechen. Laut Felzer taugt diese Methode wenig.
Zuverlässiger ist ein einfacher Selbsttest mit einer Plastiktüte: hineinatmen, sie verschließen und nach 10 bis 15 Minuten öffnen. Der Geruch lässt sich dann realistischer beurteilen.
Noch besser ist eine ehrliche Rückmeldung von einer vertrauten Person. Auch wenn das Überwindung kostet, liefert es meist die klarste Einschätzung.
Wann Mundgeruch ein Warnzeichen für Krankheiten ist
In den meisten Fällen steckt keine schwere Erkrankung hinter Mundgeruch. Selten können jedoch Magen-Darm-Erkrankungen oder Atemwegsinfekte eine Rolle spielen.
Ein besonders wichtiges Warnsignal ist ein nach Aceton riechender Atem bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Dieser Geruch kann auf eine diabetische Ketoazidose hinweisen. Dabei übersäuert das Blut – ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss.
Solche Fälle sind selten, zeigen aber: Anhaltender oder ungewöhnlich riechender Atem sollte ernst genommen werden.
Was wirklich gegen Mundgeruch hilft
Wer Mundgeruch loswerden möchte, sollte bei der Basis beginnen: gründliche Mundhygiene.
Empfohlen wird:
Kaugummis und Pfefferminzbonbons überdecken den Geruch nur kurzfristig. Sie lösen das Problem nicht. Chlorophyll-Kapseln aus der Apotheke können laut Experte helfen. Sie blockieren geruchsbildende Enzyme und wirken von innen. Eine individuelle Beratung in der Apotheke ist sinnvoll.
Parodontitis als häufige Ursache für schlechten Atem
Bleibt Mundgeruch trotz guter Pflege bestehen, sollte ein Zahnarzt die Ursache klären. Häufig steckt eine Parodontitis dahinter – eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats.
Parodontitis schädigt Zahnfleisch und Knochen und fördert die Ansammlung geruchsbildender Bakterien. Eine professionelle Zahnreinigung und gezielte Behandlung verbessern nicht nur den Atem, sondern schützen auch die Zähne langfristig.
Mundspülungen und Chlorhexidin: Nutzen und Risiken
Viele greifen zu Mundspülungen. Doch herkömmliche Produkte überdecken meist nur den Geruch.
Probiotika gegen Mundgeruch: Was Studien zeigen
Spannend ist der Blick auf Probiotika. Chinesische Forscher analysierten sieben Studien mit fast 300 Patienten. Das Ergebnis: Probiotika können schlechten Atem nachweislich verbessern.
Die Idee dahinter ist einfach: Gute Bakterien verdrängen schädliche Keime im Mundraum. Probiotika stecken in Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder sind als Präparate erhältlich. Sie können eine sinnvolle Ergänzung zur Mundhygiene sein, ersetzen sie aber nicht.
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