Geht's noch?!

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Geht's noch?! episodes

  • Wahnsinn Nahverkehr - teuer, umständlich, schmutzig, laut, gefährlich? - Geht's noch?!

    In unserer achtzehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema ÖPNV.

    Der Nahverkehr nervt! Er ist teuer und die Ticketsysteme sind irreführend und kompliziert! Allein in Rostock verkauft die RSAG 82 Ticketsorten. Zu jeder Ticketart gibt es mindestens eine A4 Seite Erklärungen.  Nahverkehr ist meistens öffentlich und in vielen ländlichen Gegenden nur Geschichte. Es fahren fast nur Schulbusse, das heißt in den Ferien, am Abend, am Wochenende und an Feiertagen gibt es keinen ÖPNV. Die Rufbusse werden kaum genutzt und es kommt auch vor, dass der bestellte Rufbus gar nicht fährt. Die online Bestellung in MV funktioniert leider nicht zuverlässig. Ärmere Leute können sich die teuren Monatsabos nicht leisten und Sozialtickets heißen zwar so, sind aber vom HartzIV nicht bezahlbar. Der Nutzen des ÖPNV ist enorm. Die Umwelt wird geschont und das Auto wird überflüssig. Man braucht weitaus weniger Energie, Menschen mit dem Bus oder der Bahn zu transportieren, als mit dem Auto. Man wird gefahren und muss sich nicht auf den Verkehr konzentrieren. Räder, Kinderwägen und Rollstühle sind transportierbar, so dass der Nahverkehr barrierefrei sein könnte. Seit einiger Zeit gibt es europaweit gute Modelle für einen besseren Nahverkehr. In Wien kann man für 1 Euro am Tag ein riesiges Nahverkehrsnetz nutzen. In vielen osteuropäischen Ländern fahren Rentner/innen gratis. In Luxemburg gibt es den kostenfreien Nahverkehr und in Mecklenburg-Vorpommern fahren Azubis landesweit für 365 im Jahr Bus und Bahn. Die Schüler/innen in Rostock fahren kostenlos, was die Mobilität gerade ärmerer Jugendlicher enorm erhöht hat. Gut, dass nun die Bundesregierung alle Menschen 3 Monate für 9 Euro pro Monat Nahverkehr fahren lässt. Auch wenn die Entwicklung stimmt, sind 3 Monate zu wenig, der Preis aber ok. Der ÖPNV muss erweitert werden, jeder Ort muss tagsüber mindestens jede Stunde angefahren werden. Der Nahverkehr sollte kostenlos sein.

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der  Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund   Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV). K. Schlaack  (RLS MV) und K. Nadolny (BDP MV)

    Schnitt: Noah

    14 min
  • Fußball - Profitgier oder Sport für alle? - Geht's noch?!

    In unserer siebzehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Fußball. Fußball ist vor allem eines: weltweit beliebt. Allein in Deutschland gibt es 48 Millionen Fans. 14 Millionen spielen selbst Fußball. Damit ist Fußball der beliebteste Sport im Lande. Schon vor über 2000 Jahren wurde in China gespielt und verbreitete sich mit unterschiedlichen Regeln weltweit. Fußball ist ein Teamsport und die Fans sind oftmals auch in gemeinsamen Gruppen organisiert und unterwegs. Diese Gruppenerlebnisse sind für viele sinnstiftend und eine Arena der Gefühle.  Allerdings ist Fußball nicht einfach nur ein Breitensport, sondern dahinter verbirgt sich eine große Industrie, in der es um sehr viel Geld geht. Viele Spieler der 1. Bundesliga sind Millionäre. Bekanntestes Beispiel ist Cristiano Ronaldo mit einem Jahresgehalt von über 20 Millionen Euro und zusätzlichen Einnahmen über Werbebeiträge. Allein 2014 hat der Profifußball in Deutschland fast 8 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Ungefähr 100.000 Beschäftigte hängen von der Fußballindustrie ab.  Leider gibt es auch hier viel Kriminalität. Viele junge Spieler werden z.B. aus westafrikanischen Ländern nach Europa geholt und durch die Fußballvereine, Trainer und Berater ausgebeutet. Manche Spieler werden wie Sklaven an andere Vereine für Geld verliehen! Hinzu kommt, dass Weltmeisterschaften in Ländern ausgerichtet werden, in denen die Menschenrechte missachtet und viele Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebeutet werden. Allein in Katar sollen mehr als 6000 von ihnen beim Bau von Sportanlagen gestorben sein. Arbeitsschutz, Sicherheit und gute Löhne gibt es hier kaum.  Ein weiteres Problem im Fußball ist die geringe Beteiligung von Frauen. Der DFB hat das Spielen von Frauen 1955 für seine Mitgliedsvereine verboten und erst 1970 durften Frauen wieder spielen. In der DDR wiederum war der Frauenfußball nicht verboten und es entwickelte sich bis in die 80er Jahre eine bunte Landschaft von Frauenteams. Zum Beispiel war Motor Teterow eine von 6 Frauenteams im Bezirk Neubrandenburg. Allerdings sind Frauen besonders als Schiedsrichter, Trainer und Vereinsvorstände selten anzutreffen. Mittlerweile gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 1840 Teams mit ca. 60.000 Mitgliedern und deutschlandweit spielen 14,4% der Frauen Fußball. Tendenz steigend.  

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der  Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund   Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV). K. Schlaack  (RLS MV) und K. Nadolny (BDP MV). Schnitt: Noah

    12 min
  • Krieg - Geht's noch?!

    In unserer sechzehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Krieg. Der Krieg gegen die Ukraine hat vielen Menschen bewusst gemacht, was Krieg bedeutet! Krieg ist immer Massenmord und seit dem 2. Weltkrieg mit 60 Millionen Toten sind Kriege leider nicht von unserem Planeten verschwunden. Jedes Jahr ist auf der Welt Krieg und auch in Europa gab es Kriege, Bürgerkriege und bewaffnete innerstaatliche Konflikte. Im Krieg ist jede Moral ausgesetzt, Menschen werden getötet, verletzt, gequält. Und immer sind vor allem auch Zivilist*innen betroffen. Häuser, Märkte, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Spiel- und Sportplätze, Bahnhöfe, Straßen, Schienen, Wasser- und Abwasserleitungen, Flughäfen - neben dem Leid, das alle Betroffenen aushalten müssen, wird lebenswichtige Infrastruktur Stück für Stück in Asche verwandelt. Wieso gibt es Kriege? Mit ihnen werden politische Ziele verfolgt und man braucht Waffen dafür. Und schon hier zeigt sich, dass fast alle Waffen von nur wenigen Staaten verkauft werden. Über 60% der Waffenexporte kommen aus Nato-Ländern. Danach folgt Russland mit 21%, China mit 5% und Israel mit 2%. Wie viel Geld ein Land für Militär ausgibt, zeigt auch welche militärische Macht ein Land hat. Je höher die Militärausgaben, desto höher die Fähigkeit andere Länder anzugreifen. Von allen weltweiten Militärausgaben hat die USA einen Anteil von 38%, es folgt China mit 15%, gefolgt von Indien mit 3,7%, dann folgen Russland, Saudi-Arabien, Frankreich und Deutschland. Wie schafft man Frieden? Zum einen wäre es wichtig keine Waffen mehr zu exportieren und herzustellen. Rüstungsfirmen müssten entmachtet werden.  Die bestehenden Waffensysteme müssen abgerüstet werden. Wer keine Waffen hat kann niemanden angreifen. Denn tendenziell ist das menschliche Leben insgesamt gefährdet. Die Coronapandemie und die Klimakatastrophe sind Überlebensthemen der Menschheit. Krieg muss bei aller Verschiedenheit Geschichte werden. 

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund  Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV). K. Schlaack (RLS MV) und K. Nadolny (BDP MV) 

    Schnitt: Patrick Siebenbürgen (sieben-grafik.de)

    10 min
  • Bahn frei! Weshalb Bahn fahren immer wichtiger wird - Geht's noch?!

    In unserer fünfzehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Bahn. Seit über 150 Jahren wird Bahn gefahren. Mittlerweile gibt es weltweit ein breites Netz. In den letzten Jahrzehnten haben einige Länder ihre Bahnnetze zugunsten von Straßen verkleinert. Der ausufernde Straßenverkehr führt zu wahnsinnig vielen Problemen. Zum Beispiel tragen die Verbrennungsmotoren mit ihren schädlichen Abgasen zur Klimaerwärmung bei, Stickoxide und Feinstaub sind darüber hinaus eine schädliche Belastung für die Gesundheit der Bevölkerung. Nach wie vor sind Verkehrsunfälle eine der häufigsten Todesursache, vor allem aufgrund der vielen Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Städte quellen über mit Autos, Parkflächen sind knapp und werden immer teurer. Es gibt mittlerweile mehr Flächen für Autos als Grünanlagen, Spielplätze und Sportanlagen.  Obwohl die Bahn eine Antwort auf viele Probleme ist, funktioniert sie nur schlecht. weiterhin werden Strecken stillgelegt und nur wenige neue Stecken gebaut. Auch Bahnhöfe werden abgebaut und die Bevölkerung immer schlechter mit einem flächendeckenden Bahnnetz versorgt. Sparen geht vor Vernunft. In MV gab es erhebliche Streckenschließungen. Seit der Wende über 300km und 27 Bahnhöfe. Mittlerweile werden zum Glück neue Strecken geplant, wie die Darssbahn oder die schnellere Anbindung von Usedom. Das Ticketsystem der Bahn ist mit seinen hunderten Arten eine Zumutung. Die meisten Menschen kaufen Sondertickets, kaum jemand fährt mit Normaltickets. Viele Tickets sind teuer und die Regeln für den Kauf ändern sich ständig. So kann man ab 1.1.2022 kein Ticket mehr im Fernverkehr kaufen. Die Deutschen fahren im Schnitt über 1100km Bahn jährlich Tendenz steigend. Die Bahn kann komplett mit Ökostrom betrieben werden, dafür müsste die Strecken weiter elektrifiziert werden. Die Bahn ist wesentlich sicherer als das Auto und braucht wesentlich weniger Energie je Kopf und Kilometer.  Leider wird die Bahn AG, obwohl sie 100% dem Staat gehört, wie ein Privatunternehmen geführt. Es soll Profit erwirtschaften. Deswegen werden nötige Erweiterungen und Modernisierungen nicht finanziert. Besser wäre es, die Bahn als öffentliche Daseinsvorsorge zu betrachten und viel Geld reinzustecken, damit es eine gut funktionierende Bahn für alle gibt.  Viele Länder zeigen das es geht. So sind das Schnellzugsystem in Japan und China vorbildlich und preiswert. Auch die Versorgungsstruktur z.B. in der Schweiz ist super. An den meisten Bahnhöfen kommt ein Zug alle 30min. So genannte Taktsysteme lassen Menschen vom Auto auf die Bahn umsteigen. Gut sind auch der Ausbau von Strecken und Bahnhöfen. Und auch neue Strecken und Haltepunkte wären wichtig. Modelle vom günstigem Schienennahverkehr und Fernverkehr sind wichtig. So gibt es in Wien das 365 Euro Ticket, quasi eine Bahnflat für 1 Euro am Tag. In Rostock gibt es das Schüler*innenticket, das das Fahren gratis macht. Die Bahn muss öffentlich und europäisch sein, weil man in der EU nur langsam oder gar nicht mit der Bahn vorankommt.  Es wird Zeit, dass sich alles ändert! Bahn frei!

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV).

    16 min
  • Landwirtschaft: Tiere töten und Gift essen - Geht's noch?!

    In unserer vierzehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Landwirtschaft. Obwohl wir alle täglich essen müssen, produzieren nur die wenigsten von uns die Lebensmittel. In Deutschland arbeiten gerade noch 1,4 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft, weltweit sind es 25%. Fast 1 Milliarde Menschen hungern, obwohl Nahrung für ca. 12 Milliarden hergestellt wird. Wiederum sind über 1 Milliarde Menschen übergewichtig. Bei diesen Zahlen sieht man, dass es wie immer im Kapitalismus Verteilungsprobleme gibt. Nahrung erreicht nur die Menschen, die Geld haben und Menschen hungern selbst da wo sie auf dem Lande Leben. Gründe sind u.a., dass landwirtschaftliche Flächen durch Agrarkonzerne aufgekauft und Bauern und Bäuerinnen vertrieben werden. Hinzu kommt, dass in der konventionellen Landwirtschaft Unmengen von Pestiziden eingesetzt werden um höchste Erträge zu erzielen. Dieser maßlose Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vergiftet die Umwelt, tötet Tiere und Pflanzen. So sind die nur zum Teil verbotenen Neonikotinoide verantwortlich für das Bienen- und Insektensterben. Die konventionelle Tierhaltung ist ebenso katastrophal. In riesigen Ställen findet Massentierhaltung statt und diese sind in der Regel Tierquälerei. Hörner werden ausgebrannt, Jungtiere von Muttertieren getrennt, Antibiotika regelmäßig ins Futter gegeben, Schnäbel gekürzt und männliche Küken getötet. Die Probleme der Landwirtschaft gehen noch weiter. Weltweit werden Urwälder für den Sojaanbau abgeholzt. Soja wird dann in großen Mengen nach Europa für die Tierfütterung exportiert. Einige wenige Saatgutfirmen stellen auch genverändertes Saatgut her. Dieses Saatgut wird mit entsprechenden Pestiziden behandelt und tötet alle anderen Pflanzen, außer die genveränderte Sojapflanze selbst, zum Beispiel von Monsanto. Viele Böden werden durch die intensive Landwirtschaft geschädigt. Nur noch mit Kunstdünger bleibt die Fruchtbarkeit erhalten. Oft wird viel zu viel gedüngt, so dass die überflüssigen Nährstoffe in die Gewässer gelangen und dort zu Algenwachstum, Sauerstoffmangel und Fischsterben führt. Weltweit gibt es nur wenige Saatgutfirmen und nur eine Handvoll von Pestizidkonzernen. Gegen diese Art falsche Landwirtschaft wächst weltweit der Widerstand. Konsument*innen und Landwirt*innen setzen zunehmende auf ökologischen Anbau. Tiere werden artgerecht und naturnah in kleineren Gruppen gehalten. Das Futter kommt vom Bauernhof und Schwänze und Hörner bleiben dran. Die Tiere haben mehr Platz und die Ställe sind kleiner. Auf chemischen Pflanzenschutz und Kunstdünger wird komplett verzichtet. Dennoch gibt es höchste Erträge und die produzierten Kalorien reichen um mehr als 8 Milliarden Menschen zu versorgen.

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der  Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund  Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV).

    16 min
  • Warum Wohnen immer teurer wird - Geht's noch?!

    In unserer dreizehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Wohnen. In Deutschland leben über die Hälfte der Menschen in Mietwohnungen. Besonders in Großstädten und Ostdeutschland ist der Mietwohnungsanteil hoch. In Berlin liegt er bei 85% und in Rostock bei 82,7%. Die Mieten steigen und steigen. Viele Menschen leiden schon jetzt unter der Mietpreisexplosion. In vielen Regionen gibt es keine bezahlbaren Mieten, wie zum Beispiel in München, Frankfurt und Berlin. Menschen werden in ärmere Gegenden verdrängt und es entstehen Armutsviertel mit ihren besonderen Problemen. Immer mehr Haushalte müssen über 30% ihres Einkommens für Miete ausgeben. Große Wohnungskonzerne profitieren davon. Vonovia und Deutsche Wohnen erwirtschaften auf Kosten der Mieterinnen und Mieter riesige Profite. Die Gesellschaft streitet was zu tun ist. Da gibt es zum einen die Mietpreisbremse: Das Bundesgesetz regelt, dass die Miete nur 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Die Bundesländer haben das Recht, per Verordnung festzulegen, für welche Gebiete diese gelten soll. Die Effekte der Mietpreisbremse sind bescheiden. Nach Untersuchungen des DIW bremst die Mietpreisbremse je nach untersuchter Region nur 2-4%. Die Zahlungen des Staates für Wohngeld und Kosten der Unterkunft werden stetig höher und liegen schon bei 14 Milliarden Euro jährlich. Das Geld landet vor allem auf Konten bei Reichen und Superreichen. Um die Mietsteigerungen nicht nur zu bremsen, sondern zu stoppen hatte das Land Berlin den Mietendeckel eingeführt. Mieten durften ab einem Stichtag nicht mehr erhöht werden. Die FDP und andere klagten daraufhin mit dem Ergebnis, dass das Bundesverfassungsgericht den Mietendeckel kippte. Als Begründung wurde angeführt, dass das Land Berlin nicht zuständig ist, weil der Bund bereites die Mietpreisbremse beschlossen hatte.  In Berlin hat ein breites Bündnis gegen Mieterhöhungen nun die Enteignung von Deutsche Wohnen und Co. gefordert. Im September 2021 stimmten beim Volksbegehren 59,1% für die Enteignung. Wohnungen gehören in öffentliche Hand. An Wohnungen darf sich niemand privat bereichern. Wohnen muss bezahlbar sein, das heißt niemand sollte mehr als 30% seines Einkommens für Miete bezahlen. Organisiert euch, damit Wohnungen öffentlich bleiben oder werden!

    Übrigens: Uns gibt es auch auf YouTube in Videoform.

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der  Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund  Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV).

    14 min
  • FKK - Frei Körper Kultur - Zusammen nackt sein - Geht's noch?!

    In unserer zwölften Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema FKK. Wir kommen alle nackt auf die Welt! Und auch die Geschichte zeigt uns, dass Nacktheit, auch in der Öffentlichkeit, etwas ganz normales sein kann. Die Sportler bei den olympischen Spielen in der Antike waren nackt. Römische Kaiser wurden nackt in Statuen dargestellt. An Seen, Flüssen, Meeren, Badehäusern und auch in der Natur waren die Menschen Jahrhunderte lang nackt. Dennoch wurde Nacktheit in Europa durch das Christentum ein Tabu. Das Tabu ging so weit, dass wissenschaftliche Darstellungen antiker Abbildungen gefälscht wurden und man die Penisse antiker Statuen abschlug.  Gegen diese Vorgehensweise kämpfte die FKK Bewegung. Sie wollte, dass die Menschen wieder zusammen und auch öffentlich nackt sein können. Es entstanden bis heute unzählige Nacktbadestrände, Nacktwandergruppen, Nacktzeltplätze, Nacktsportgruppen und Saunen. Auch in Schwimmbädern gibt es Nacktbadezeiten.  In der Weimarer Republik konnte die FKK Bewegung die meisten Mitglieder gewinnen. Es entstanden zahlreiche Vereine, von denen aus der Arbeiter*innenbewegung die meisten Mitglieder stammten. Ebenso die Verbote und rassistischen Vereinnahmungsversuche zur Nazizeit waren nur von kurzer Dauer. Heute ist FKK in Europa und Deutschland verbreitet und wird nur noch von einer Minderheit abgelehnt. In DDR-Zeiten ist FKK zum Massenphänomen geworden. Und gerade heute sprechen viele Gründe für die Frei Körper Kultur. So ist das Baden ohne Kleidung gesundheitlich vernünftig, weil Unterkühlungen verhindert werden. Ebenso ist es aus psychologischen Gründen sinnvoll, weil die durch Medien und Werbung vorgetäuschten Körperbilder verzerrt und unecht sind. FKK hingegen zeigt die Vielfalt von Körpern, die eben alle gut und schön sind. Jeder Körper hat auch eine sexuelle Seite, ob nackt oder bekleidet, das hat nichts mit FKK zu tun. Es sollte allen Menschen überlassen bleiben, was sie anziehen und ob sie etwas anziehen wollen. Auch das ist Freiheit. 

    Diese Videoproduktion ist ein Gemeinschaftsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern (RLS MV) und dem Bund Deutscher Pfadfinder/innen Mecklenburg-Vorpommern (BDP MV).

    Sprecher/in: Katharina Schlaack (RLS MV) und Kay Nadolny (BDP MV)

    Schnitt: Noah

    Vortrag Kay auf dem Fusion Festival: https://www.youtube.com/watch?v=Q5QtYLVWKHg&t=1304s


    16 min
  • Gesundheitswesen - Geht's noch?!

    In unserer elften Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Gesundheitswesen. Das Gesundheitswesen läuft nicht gut und das bedeutet auch, dass es zu vermeidbaren Todesfällen kommt. Trotz immer höherer Lebenserwartung und Spitzenleistungen der Krankenhäuser gibt es viele Baustellen. Die Fallpauschale sorgt dafür, dass es unnötige Operationen gibt, dass es zu blutigen Entlassungen kommt und gerade Kinderkrankenhäuser und Unikliniken sich meist nicht rechnen. Am schlimmsten ist, dass am Personal gespart wird. So werden immer mehr Arbeiten ausgelagert, weil bei externen Firmen zum Beispiel die Reinigungskräfte weniger Lohn bekommen. Dabei ist das Sparen am Personal für alle lebensgefährlich. Zum einen kommen Pfleger und Ärztinnen durch Überarbeitung immer wieder an körperliche und seelische Grenzen und auch gegenüber Patient/innen geschehen durch überarbeitetes Personal gefährliche Fehler. Allein durch Krankenhauskeime sterben ca. 20.000 Menschen in Deutschland. Alle vermeidbar, zu sehen am Beispiel der Niederlande, die kaum Tote hat, dafür aber einiges unternimmt um Krankenhauskeime zu bekämpfen. Die Gewinnorientierung im Gesundheitswesen hat vor allem der Gesundheit der Bevölkerung geschadet. Wo der Profit im Mittelpunkt steht, wird der Mensch Nebensache. Immer mehr Krankenhäuser werden privatisiert und Großkonzerne verdienen auf Kosten der Beitragszahler/innen und Patient/innen riesige Überschüsse, die auf Konten von Superreichen landen. Die Krankenhäuser müssen wieder öffentliches Eigentum werden und die Fallpauschale gehört abgeschafft. Statt der Fallpauschale könnten Krankenhäuser nach Bedarf finanziert werden. Strikte Hygienemaßnahmen bis zu Krankenhausschliessungen könnten Krankenhausinfektionen vermeiden. Wesentlich mehr Personal und vor allem bessere Arbeitsbedingungen werden zu einem guten Gesundheitssystem führen. Das wird natürlich mehr Geld kosten, aber wir alle leben nur einmal und leben im reichsten Land Europas. Wie man zu mehr Geld gelangt, erfahrt ihr in unserem Steuervideo.  

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    14 min
  • Tourismus - Geht's noch?!

    In unserer zehnten Episode sprechen Kay & Katharina über das Thema Tourismus. Mecklenburg-Vorpommern ist das beliebteste deutsche Urlaubsland. MV lockt mit fast 2000 km Ostseeküste, über 2000 Seen, den meisten Sonnenstunden und vielen Naturschutzgebieten. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 1,6 Millionen Einwohner*innen das am dünnsten besiedelte Bundesland. Jährlich besuchen jedoch über 7 Millionen Touristinnen und Touristen den Nordosten mit fast 30 Millionen Übernachtungen. Der Tourismus selbst konzentriert sich vor allem auf die Ostseeküste mit ihren Inseln und Halbinseln und die Seenplatte. Diese sind in den Sommermonaten überfüllt und die Natur wird zunehmend zerstört. Allein durch die vielen Touristinnen und Touristen, die sich hier bewegen als auch durch Neubauten von Hotelanlagen und Urlaubswohnungen werden Wälder und Naturschutzgebiete zerstört.  Fast jeder 5. Arbeitsplatz hängt vom Tourismus ab. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen für viele Beschäftigte schlecht und die Löhne gering.  Wir diskutieren das Für und Wider des Tourismus mit Schwerpunkt auf Mecklenburg-Vorpommern.  

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    Musik: 1. Shake - Anno Domini Beats 2. Rollin With The Flow - Max McFerren

    16 min
  • Wer soll das bezahlen? Linke Antworten auf die Corona-Krise - Geht's noch?!

    In unserer neunten Episode sprechen Kay & Katharina über linke Antworten auf die Corona-Krise. Von der Pandemie sind wir alle betroffen. Bis heute haben weltweit Millionen Menschen ihr Leben verloren. Viele sind schwer erkrankt und kämpfen mit den gesundheitlichen Folgen. Reichere Staaten konnten mit Milliarden Hilfsgeldern die Bevölkerung versorgen und die Wirtschaft stabilisieren. Ärmere Staaten können ihre Bevölkerung schlechter versorgen und müssen enorme wirtschaftliche Einbrüche verkraften. Politisch wird heftig gestritten, was der richtige Weg ist. Gerade vor der Bundestagswahl und der Landtagswahl stellt sich die Frage: Was ist zu tun? Wie sehen solidarische Antworten aus? Wie können wir Leben und Gesundheit der Menschen schützen und zugleich Grundrechte und Freiheiten verwirklichen? Das Video gibt einen Überblick zu möglichen linken Antworten auf die Pandemie. Kay und Katharina sprechen über Themen wie Steuern, Gesundheit, Niedriglöhne, Impfstoff, Ökologie und Wirtschaft.

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    19 min

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Die Covid-19-Pandemie zeigt: Es ist möglich, dass sich in kurzer Zeit vieles ändert. Regierungen ergreifen weltweit und strömungsübergreifend radikale Maßnahmen, um Menschenleben zu schützen. Wirtschaftlichkeit und „die schwarze Null“ stehen dabei nicht mehr selbstverständlich im Vordergrund.

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