
Sign up to save your podcasts
Or


Hier haben wir es mit einer gelungenen Mischung aus Krimi und Geistergeschichte zu tun. Nicht etwa im Sinne einer Urban Fantasy, sondern ganz klassisch.
Am Ende dieser Buchbesprechung habe ich einen Artikel über die Appalachen angehängt, den ich zwar für ein anderes Medium geschrieben habe, der sich aber gut als Hintergrundinformation eignen. Allerdings spielt nichts davon eine Rolle im Roman.Vor zehn Jahren hat Abigail Lovett einen Job angenommen, den sie liebt: Sie leitet das Passage Inn, ein gemütliches, gehobenes Resort in dem kleinen Bergstädtchen Cutter's Pass in North Carolina. Cutter's Pass ist vor allem für seine Outdoor-Aktivitäten bekannt - Rafting, Wandern und der Zugang zum Appalachian Trail über einen beeindruckenden Wasserfall. Doch der Ort hat eine dunkle Vergangenheit. In den letzten 25 Jahren sind hier sieben Menschen spurlos verschwunden.
Elizabeth Hand liebt Spukhäuser, die in ihrem Werk eine wichtige Rolle spielen. Leider ist das Werk dieser großartigen Autorin für den deutschen Leser so gut wie nicht zugänglich, was wieder einmal zu einer merkwürdigen Verzerrung führt, der wir als Volk der Kulturnehmer immer wieder ausgesetzt sind.
Robert Arthurs frühe Arbeit für Pulp-Magazine hatte großen Einfluss auf seinen späteren Schreibstil, insbesondere auf die Gestaltung rasanter, fesselnder Krimis und die Entwicklung überzeugender Charaktere. Seine Erfahrungen als Pulp-Autor, der in den 1930er und 1940er Jahren seine Blütezeit erlebte, schärften seine Fähigkeit, fesselnde Geschichten voller Spannung, Action und logischen Schlussfolgerungen zu schreiben.
Music von Foggy Background 2020
Sherlock Holmes ist neben Dracula die am häufigsten adaptierte und inszenierte Kunstfigur der Popkultur. Dass der Detektiv weltweit bekannt ist, liegt jedoch nicht an den genialen Originalgeschichten, sondern an den unzähligen Filmen, Theaterstücken, Musicals und Comics. Fast alle Symbole und Phrasen, die aus den vielen Fernseh-, Film-, Theater- und anderen grafischen Reproduktionen stammen und heute scheinbar zum Kanon gehören - wie etwa der Deerstalker-Hut - kommen in den Texten überhaupt nicht vor. Doch während diese mit der Mode gehen, scheinen die Originalgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle, die immer wieder adaptiert werden, wie nichts zuvor oder danach in unserem kollektiven Bewusstsein verankert zu sein.
2022 gewann der Rechtsanwalt und Schriftsteller Jonathan Moore für seinen Roman "Five Decembers" (Fünf Winter") den Edgar Award. Ja, er gewann auch den deutschen Krimipreis (International), von dem ich aber bis heute nicht weiß, was ich davon zu halten habe. Manchmal benötigt man zwei Leben, um seine literarischen Arbeiten unterzubringen, also haben wir es hier erneut mit James Kestrel zu tun (unter Moore haben wir leider bisher nur "Poison Artist" in Übersetzung vorliegen).
In einer Welt, die vom Alltagstrott gefangen gehalten wird, gibt es ein Getränk, das seit Jahrhunderten unsere Sinne erweckt und die Flamme unserer Leidenschaften entfacht. Dieses geheimnisvolle Elixier, kein geringeres als der Kaffee, hat Revolutionen befeuert, Künstler inspiriert und Menschen in stiller Einkehr zusammengeführt. Aus einer schlichten äthiopischen Beere entsprungen, hat es sich zu einem globalen Phänomen entfaltet, gehüllt in Rätsel und erfüllt von tiefgründiger Vielschichtigkeit.
Während sich Balzac als erstaunlicher Kaffee-Konsument einen Namen gemacht hat (man kann seine berühmte Limoges-Cafetière im Pariser "Maison de Balzac" in einer Vitrine bewundern), lohnt sich in Paris vor allem die Besichtigung zwei der ältesten Kaffeehäuser:
Musik:
Mit "Das Manuskript in der Flasche" begann Poes Karriere mit einem kleinen Paukenschlag.
Zu Beginn versucht ein namenloser Erzähler, seine Leser von seiner rationalistischen Geisteshaltung zu überzeugen. Er bekennt sich zu einer starren, phantasielosen Denkweise, die der Wahrheit verpflichtet und für Aberglauben unempfänglich ist, um dann sogleich in ein frühes Stadium psychologischer Verfahren einzutreten, die erst für die Figuren in Poes späterer Prosa typisch werden.
Der etwas befremdliche deutsche Titel "Frightened" – im Original treffender "Under the Harrow", ein Wortspiel aus "Unter Qualen" und "Unter der Egge" – markiert Flynn Berrys Debütroman, der für den Edgar Award nominiert war. Häufig wird das Buch mit Bestsellern wie "Gone Girl" oder "The Girl on the Train" verglichen. Und tatsächlich gibt es Parallelen, insbesondere die unzuverlässige Erzählerin. Doch Berry gelingt es mit ihrem eigenwilligen Schreibstil, der gleichermaßen die Geschehnisse enthüllt und verschleiert, eine eigene Stimme zu finden und sich von der überfüllten Landschaft der Psychothriller abzuheben – wenn auch ohne die Wucht der genannten Vergleichstitel zu erreichen.
Laura Purcell ist eine neue Stimme unter den jungen Autorinnen, die sich gerade daran machen, der Gothic Novel wieder neuen Atem einzuhauchen. Man erfährt von dem gegenwärtige Geschehen im Augenblick noch nicht allzu viel, vielleicht gerade deshalb, weil sich die einschlägigen Medien der Sache noch gar nicht angenommen haben und es gibt auch noch keinen spezifischen Verlag, der einen Vorstoß wagt und die New Wave of Gothic Novel ausruft. Alles scheint noch etwas vage beäugt zu werden, aber nach und nach tauchen immer mehr Töchter Jane Austens auf, eine davon jüngst im Festa-Verlag.
From the publisher's feed