(Bildquelle: KI-generiert / GIGA)
ReFS ist ein robustes Dateisystem von Microsoft, das viele Vorteile gegenüber NTFS bietet – besonders in professionellen Umgebungen oder bei großen Datenmengen. Doch nicht alles glänzt: Wir zeigen, wo ReFS besser ist, wo nicht und wie ihr es nutzen könnt.
Was ist ReFS?
ReFS steht für Resilient File System (robustes Dateisystem) und wurde von Microsoft als möglicher NTFS-Nachfolger entwickelt. Es kam erstmals mit Windows Server 2012 zum Einsatz und wird heute in verschiedenen Windows-Editionen unterstützt – etwa in Windows 11 Pro for Workstations oder über Insider-Builds.
Datenträger könnt ihr nur in Windows-Server-Versionen als ReFS formatieren.Unterschiede zu NTFS
Im Gegensatz zu NTFS nutzt ReFS moderne Mechanismen zur Fehlervermeidung und zur Datenintegrität. Es basiert auf einer B+‑Baumstruktur und arbeitet mit „Allocate-on-Write“ statt direkter Datenüberschreibung. Dadurch werden Dateien nicht beschädigt, wenn ein Schreibvorgang fehlschlägt – etwa bei einem Stromausfall.
ReFS nutzt außerdem Integritätsprüfungen mit Prüfsummen für Metadaten – optional auch für Nutzdaten – und repariert beschädigte Informationen automatisch, wenn Speicherplätze gespiegelt sind.
Vorteile des ReFS-Dateisystems
Enorme Skalierbarkeit: ReFS erlaubt Volumes mit bis zu 35 Petabyte – deutlich mehr als NTFS.
Verbesserte Integrität: Prüfsummen erkennen Fehler automatisch, ein „Scrubber“ prüft regelmäßig die Daten.
Keine chkdsk mehr nötig: Fehlerbehebungen erfolgen im Hintergrund und ohne Neustart.
Performance bei großen Dateien: „Block Cloning“ ermöglicht nahezu sofortige Dateikopien – ideal für VHDX-Dateien oder Backups.
Deduplizierung: ReFS unterstützt inzwischen auch
Speicherplatzersparnis durch Deduplizierung – vor allem bei großen Datenmengen hilfreich.Nachteile und bekannte Probleme
Kein Boot von ReFS-Partitionen: Windows muss nach wie vor von NTFS starten.
Ressourcenprobleme möglich: Einige Nutzer berichten von hoher CPU- und RAM-Auslastung auf ReFS-Volumes – besonders bei vielen parallelen Zugriffen.
Kein direktes Upgrade möglich: Eine Konvertierung von NTFS zu ReFS ist nicht vorgesehen – ReFS-Volumes müssen neu formatiert werden.
Fehlende NTFS-Features: Funktionen wie
Komprimierung, EFS-Verschlüsselung, Hardlinks oder Quotas sind in ReFS (noch) nicht verfügbar.
Kompatibilitätsprobleme: Volumes mit ReFS sind unter älteren Windows-Versionen oft nicht mehr lesbar.
» Video ansehen: NTFS vs. exFAT vs. APFS: Welches Dateisystem sollte ich nutzen? – TECHfacts
Für wen lohnt sich ReFS?
Ideal ist ReFS für Nutzer, die...
große Datenmengen sicher speichern wollen, virtuelle Maschinen (VMs) mit VHDX-Dateien betreiben, regelmäßig Backups erstellen und Datenintegrität bevorzugen.
Weniger geeignet ist ReFS, wenn...
das Volume ein Systemlaufwerk ist, viele kleine Dateien und NTFS-Funktionen genutzt werden, ein Betriebssystem-Downgrade geplant ist.ReFS vs. NTFS: Der Vergleich
Merkmal
ReFS
NTFS
Bootfähig
Nein
Ja
Max. Volume-Größe
35 Petabyte
256 Terabyte
Datenintegrität
Sehr hoch (Prüfsummen, Scrubber)
Standard (chkdsk nötig)
Dateikomprimierung
Nein
Ja
Verschlüsselung (EFS)
Nein
Ja
Deduplizierung
Ja
Nein
Block Cloning
Ja
Nein
Empfohlen für
Backups, VMs, Archive
Systemlaufwerke, Alltag
FAQ zu ReFSKann ich mein aktuelles NTFS-Laufwerk in ReFS umwandeln?Nein. Eine direkte Konvertierung ist nicht möglich. Ihr müsst das Laufwerk
neu formatieren – sichert vorher alle Daten.Ist ReFS schneller als NTFS?Teilweise.
Bei virtuellen Maschinen oder großen Dateien profitiert ReFS deutlich – durch Features wie Block Cloning.Kann ich Windows von einer ReFS-Partition starten?Nein. Das
Systemlaufwerk muss NTFS verwenden. ReFS eignet sich nur für zusätzliche Datenträger.Wie formatiere ich ein Laufwerk mit ReFS?In Windows 11 Pro for Workstations oder aktuellen Insider-Versionen: Rechtsklick auf das Laufwerk → „Formatieren“ → ReFS auswählen.Ist ReFS in Windows 11 verfügbar?Ja, aber
nicht in allen Editionen. Aktuell nur in bestimmten Versionen (z. B. Pro for Workstations oder via Dev‑Channel).Wie behebe ich hohe CPU-/RAM-Auslastung bei ReFS?Microsoft arbeitet an einem
Update zur Fehlerbehebung. Bis dahin gilt: Keine ReFS-Volumes auf produktiven Maschinen ohne Backup nutzen.