Trade Republic arbeitet mit einem Modell aus Partnerbanken und Geldmarktfonds. (Bildquelle: IMAGO / Political-Moments / Bildbearbeitung GIGA)
Trade Republic lockt mit zwei Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Bei uns erfahrt ihr, wie das Modell aus Partnerbanken und Geldmarktfonds funktioniert und wo die Risiken liegen.
So funktioniert das Tagesgeld bei Trade Republic
Trade Republic wirbt derzeit mit zwei Prozent Zinsen pro Jahr auf nicht investiertes Guthaben. Dieser Zinssatz ist – wie bei Tagesgeldkonten üblich – variabel. Um die Zinsen zu bekommen, müsst ihr ein kostenloses Depot inklusive Verrechnungskonto eröffnen und das Zinsangebot in der App einmalig aktivieren.
Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben. Eine feste Laufzeit oder eine Mindestanlage gibt es nicht. Der Zinssatz gilt für Guthaben bis zu 50.000 Euro pro Kunde, egal, ob ihr Neu- oder Bestandskunden seid (Stand: März 2026).
Wo liegt euer Geld? Alles zu Partnerbanken und Geldmarktfonds
Euer Guthaben liegt nicht bei Trade Republic selbst, sondern auf Sammelkonten bei mehreren Großbanken. Dazu zählen beispielsweise die Deutsche Bank AG, J.P. Morgan SE, HSBC Continental Europe S.A. und die Citibank Europe. Für den Teil, der dort als klassisches Bankguthaben geführt wird, gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person und Bank.
Die Besonderheit: Ein Teil eures Guthabens kann in Geldmarktfonds angelegt werden. Wie genau das Geld zwischen Bankeinlagen und Fonds verteilt wird, entscheidet Trade Republic. Ihr könnt diese Aufteilung nicht selbst steuern.
Ihr habt grundsätzliche Fragen zu Tagesgeldkonten? Im Video beantworten wir sie für euch.
» Video ansehen: Tagesgeldkonto: Was ist das und brauchst du das überhaupt?
Geldmarktfonds in Kombination mit klassischer Verzinsung: Welche Risiken entstehen dadurch?
Geldmarktfonds investieren überwiegend in kurzfristige, hochliquide Anlagen mit guter Bonität. Das können zum Beispiel Geldmarktpapiere, Tagesgelder und kurzlaufende Anleihen sein. Dadurch ist ihre Volatilität – also die Schwankungsbreite – im Normalfall gering. Verluste sind jedoch grundsätzlich möglich.
Der in Geldmarktfonds angelegte Anteil eures Guthabens fällt nicht unter die Einlagensicherung, weil Fonds als Wertpapiere eingestuft werden. Sie sind Sondervermögen, das getrennt vom Vermögen der Bank und des Brokers gehalten werden muss. Im Insolvenzfall zählt es nicht zur Konkursmasse.
Warum Verbraucherschützer das Modell kritisieren
Verbraucherschützer kritisieren weniger die Funktionsfähigkeit als die Transparenz des Modells. Da ein Teil des Guthabens in Geldmarktfonds fließen kann, handelt es sich streng genommen nicht um ein Tagesgeldangebot, auch, wenn es diese Bezeichnung trägt (siehe Mitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg).
Weiterhin wird bemängelt, dass nicht ersichtlich ist, welcher Teil der Kundengelder tatsächlich unter die gesetzliche Einlagensicherung fällt und welcher als Fondsanlage geführt wird.
Wie unterscheidet sich das Trade-Republic-Angebot noch von Tagesgeldaktionen anderer Banken?
Die zwei Prozent von Trade Republic liegen nah am aktuellen Marktzins für kurzfristige Anlagen und orientieren sich grob am Leitzins der Europäischen Zentralbank.
Viele Banken werben zwar mit höheren Tagesgeldzinsen, knüpfen diese aber an Bedingungen wie befristete Aktionszeiträume, einen maximalen Anlagebetrag oder an den Neukundenstatus. Nach Ende der Aktion fällt der Zinssatz in der Regel ab, sodass ihr möglicherweise wieder unter dem Marktniveau landet.
Trade Republic verzichtet momentan auf solche Bedingungen. Dafür müsst ihr einen jederzeit anpassbaren Zins in Kauf nehmen und vor allem im Hinterkopf behalten, dass der Neobroker mit einer Kombination aus Bankeinlagen bei Partnerbanken und Geldmarktfonds arbeitet.