(Bildquelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie / Bearbeitung GIGA)
Krisenvorsorge wird immer wichtiger. Mit einer gezielten Vorbereitung könnt ihr euch und eure Familie in unterschiedlichen Notlagen schützen – sei es bei Stromausfällen, Unwettern oder vorübergehenden Versorgungsengpässen.
Die folgende Krisenvorsorge-Checkliste ist auf das Wesentliche reduziert, deckt aber alle wichtigen Bereiche ab.
Trinkwasser-Notvorrat
Trinken ist lebenswichtig: Ohne Nahrung könnt ihr mehrere Wochen überleben, ohne Wasser jedoch nur wenige Tage.
Kauft euch mehrere Wasserkanister und füllt Leitungswasser hinein. Wir empfehlen folgende Mindestmengen, die für die ersten 2 Wochen reichen sollten:
1 Mensch = 50 Liter 2 Menschen = 100 Liter 3 Menschen = 150 Liter 4 Menschen = 200 Liter
Wasser könnt ihr in stabilen Kanistern lagern. Wer schwer heben kann, kann ein Wasserkanister-Set mit 3×30 Litern kaufen. Wer sich das Heben leichter machen möchte, kann 12-Liter-Kanister verwenden und diese stapeln.
Diese 3×30 Liter Wasser reichen etwa für die ersten 2 Wochen für 2 Personen.Wasser aus Kanistern filtern
Es ist sinnvoll, das Leitungswasser aus den Kanistern vor Gebrauch zu filtern. Wasser kann beispielsweise bestimmte Feststoffe aus den Wänden der Kanister lösen.
Vorfilter: Entfernt grobe Partikel, nicht jedoch chemische oder mikrobielle Verunreinigungen. Zum Beispiel der SteriPEN Universal Vorfilter. Allerdings entfernt dieser
nur Grobpartikel und keine chemischen oder mikrobiologischen Verunreinigungen.
Mobile Wasserfilter: Ideal für Naturquellen wie Seen oder Flüsse. Schaut euch den DeFe Wasserfilter Outdoor 2000L Mini oder die Filter-Wasserflasche Lifestraw Go 2-Stage-Filtration an.
Heimfilteranlagen: Falls der Strom noch funktioniert und ihr zu Hause eine Filteranlage für den Alltag nutzen möchtet, empfehlen wir die Smardy Blue R100 Premium Wasserbar. Sie lässt sich standardmäßig mobil nutzen und ist deswegen auch ideal, um Wasser aus dem Trinkwasser-Vorrat zu filtern.Wasser-Vorrat geht zu Ende
Falls euer Trinkwasser-Vorrat langsam endet, sucht nach Wasserquellen in eurer Umgebung – am besten vor einem Stromausfall oder Internetausfall. Haltet sie schriftlich fest, prüft sie vorab und legt die Notiz zu eurem Trinkwasser-Vorrat. Im Notfall können auch Bäche oder Flüsse genutzt werden. Filtert das Wasser vorher durch eine der oben beschriebenen Methoden.
Essen und Essenszubereitung
Für den Notfall solltet ihr haltbare Lebensmittel lagern, die ihr auch sonst esst. So wird nichts verschwendet.
Eine mobile Kochstelle wie den Kochmann Original Gaskocher inklusive Koffer und 4 Gas-Kartuschen kann sehr sinnvoll sein.
Empfehlungen:
Nudeln, Reis, haltbare Saucen, Konserven Hülsenfrüchte wie Linsen oder Mungbohnen (kochen oder keimen) Nüsse und Trockenfrüchte Zusätzliche GaskartuschenEin Nahrungsmittelvorrat sollte vor allem lange haltbar sein.Wie viel Essen soll ich lagern?
Rechnet euch aus, was und wie viel ihr von dieser Nahrung pro Tag bräuchtet, um satt zu sein. Kauft euch dann einen entsprechenden Vorrat, der mindestens 3 Monate hält, um notfalls über den Winter zu kommen.
Lagerung von Nahrungsmitteln
Meistens gilt: Kühl, trocken, dunkel und geschützt vor Insekten lagern. Ansonsten nutzt ihr einfach ein Regal in einem kleinen Raum. Lagert es so, dass es sicher vor Mäusen und anderen Kleintieren ist. Alternativ könnt ihr Lebensmittel auch in einem Weithalsfass lagern. Das lässt sich wasser- und luftdicht verschließen.
Notvorrat „durchrotieren“
Denkt daran, regelmäßig aus eurem Notvorrat zu zehren und neue Vorräte nachzukaufen. So fallen die Vorräte nicht unter das Mindesthaltbarkeitsdatum. Im Notfall ist dies aber zu vernachlässigen, da viele Nahrungsmittel auch über das Haltbarkeitsdatum hinaus verzehrbar sind.
Essens-Notvorrat geht zu Ende
Falls Supermärkte geschlossen sind, könnt ihr auf essbare Wildpflanzen zurückgreifen. Empfehlenswert ist ein zuverlässiges Wildpflanzenbuch, das Saisonkalender und essbare Arten zeigt.
Das beste Wildpflanzenbuch, das ich kenne.Vorrat für die Psyche und als Tauschmittel
Neben Lebensmitteln können auch Spiele, Kaffee oder kleine Genussmittel helfen, den Alltag in einer Notlage angenehmer zu gestalten und gleichzeitig als mögliche Tauschmittel dienen:
Zucker (Honig, Ahornsirup) Tee und Kaffee Hochprozentiger Alkohol (Schnaps, Korn, Vodka) Tabak (Zigaretten, Zigarren) SchokoladeSpiele & Radio
Besonders einfache Gesellschaftsspiele (Skat, Rommé) sollte man nicht unterschätzen. In einer Krise ist man dankbar für jedes bisschen Spaß oder Ablenkung. Ein Radio ist wichtig, um Informationen zu erhalten, falls Internet oder Mobilfunk ausfallen.
Erste-Hilfe-Koffer und Medikamente
Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set ist unverzichtbar. Dort ist alles drin, was man benötigt. Bei Bedarf lässt er sich an die Wand anbringen. Alternativ funktioniert zur Not auch ein abgelaufener Auto-KFZ-Verbandskasten.
Ein sehr guter Erste-Hilfe-Koffer.
Nehmt euch Zeit, den Inhalt zu kennen und anwenden zu lernen. Online-Anleitungen oder YouTube-Tutorials sind hier sehr hilfreich. Zusätzlich sinnvoll:
Einfache Pflaster Wunddesinfektionsmittel Medikamente gegen Schmerzen/Fieber Eigene verschreibungspflichtige MedikamenteHygiene
Haltet folgende Dinge parat:
Zahnbürsten, Waschlappen, Handtücher Einweghandschuhe, Kernseife Kamm/Haarbürste, Taschentücher, Toilettenpapier Rasierer, Windeln, Periodenprodukte Nagelschere MüllsäckeWärme, Feuer und Licht erzeugen
Fällt die Heizung aus, wird es kalt – vor allem im Winter. Ihr solltet also Folgendes zu Hause haben:
Warme Decken, Kleidung, Schlafsack Fenster abdichten (z. B. mit Gewebeband) Feuerzeuge, Streichhölzer, Teelichter Taschenlampen oder Smartphone-LichtfunktionNotstromversorgung
Strom ist nicht nötig, um zu überleben. Ein Notstromaggregat kann aber sinnvoll sein, um unter anderem den Kühlschrank noch einige Zeit zu betreiben, damit nicht alles verdirbt. Zum Beispiel der Matrix-Inverter-Stromerzeuger 2000 Watt. Er funktioniert mit gewöhnlichem Benzin.
Alternativ könnt ihr auch ein Solar-Aggregat kaufen wie den Jackery-Explorer 1000 inklusive großer Solar-Panels. Dieser ist zwar leiser, aber hat auch zwei Nachteile: Der Preis ist höher, und die Stromerzeugung im Winter durch Solarenergie vermutlich eher dürftig. Die „1000“ im Namen steht für „1000 Wattstunden“. Das bedeutet, dass ihr mit dem Gerät beispielsweise einen Fön mit 1000 Watt für eine Stunde betreiben oder einen Abnehmer mit 100 Watt für 10 Stunden betreiben könnt. Ein Kühlschrank verbraucht im Sommer ungefähr 600 Watt. Das heißt, mit dem „Jackery Explorer 1000“ könntet ihr den Kühlschrank mit einer Ladung knapp 1,5 Tage betreiben. Beachtet also:
Kapazität und Wattverbrauch der Geräte Geräuschentwicklung bei Benzinaggregaten Winterliche Solarenergie liefert weniger Strom
Wer nur seine Handys und Tablets aufladen will, kann zu einer kleineren Lösung greifen, wie dem BigBlue Solar-Ladegerät mit 28 Watt. Damit könnt ihr sogar das von uns vorgestellte Feuerzeug aus unserer EDC-Gadgets-Liste aufladen – richtig, ein Feuerzeug, das man per USB-Strom auflädt.
Nützliche Utensilien
Praktische Helfer sind unter anderem:
Bargeld (pro Mensch mindestens 100 Euro pro Person) Multifunktions-Taschenmesser (Groß | Mittel | Klein) Gutes und günstiges Outdoor-Messer (Mora Robust | Mora Kansbol) Nadel & Faden, Schere, Kabelbinder Smartphone inklusive Ladegerät und Powerbank Powerbank Kompass, Uhr, Karte, Notizblock Wurfzelt Panzer-Tape/Gewebeband LED-Camping-LeuchteNotfall-Rucksack
Falls ihr aus irgendwelchen Gründen euren Aufenthaltsort unvorbereitet und plötzlich verlassen müsst, bringt auch der beste Notvorrat nichts, weil ihr in der Eile das meiste nicht mitnehmen könnt/wollt. Ein Notfall-Rucksack enthält alles Wesentliche für eine kurzfristige Evakuierung:
Messer, Schleifstein, Feuerstarter Regenjacke, Tarp, Unterlegschutz Kleine Klappsäge Buch „Essbare Wildpflanzen“ von Steffen Guido Fleischhauer. Wasserfilter, Schnur/Angelschnur, Karabiner Zunder, 2 Teelichter, Mehrere Feuerzeuge Kleine Taschenlampe Thermo-Unterwäsche Wasserdichter Mehrzweckmantel (Regenjacke & Tarp in einem) Wasserdichte Plane (Unterlegschutz/Tarp) Kopftuch (Schutz vor Mücken/Allzweck-Tuch) Mini-Erste-Hilfe-Set Flasche (faltbar) Mobiler Wasserfilter (Elanwell M101) Mini-Duck-Tape Pfeffer-Spray Paracord-Schnur Kleines Näh-Set Schnur Angelhaken-Set und etwas Angelschnur Kompass Karte der Umgebung Beutel für Sammelobjekte mehrere Karabiner Notizblock und Stift Kasserolle (wo das meiste kleine Zeug drin ist, kann auch als Topf genutzt werden)Offizielle Empfehlungen beachten
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, Vorräte für mindestens zehn Tage einzuplanen und regelmäßig zu prüfen. Mit einem gut geplanten Vorrat an Wasser, Lebensmitteln und wichtigen Utensilien seid ihr für kurzfristige Notfälle gerüstet. Gleichzeitig ist es genauso wichtig, das eigene Wissen und die Fähigkeiten zu pflegen. Zum Beispiel bei der Nutzung von Erste-Hilfe-Material, Feuerstellen oder mobilen Wasserfiltern.
Eine Kombination aus Vorbereitung, Praxis und regelmäßiger Aktualisierung eures Vorrats sorgt dafür, dass ihr in einer Krisensituation sicher, selbstständig und ruhig handeln könnt.