(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Ikea schafft es immer wieder, über klassische Möbel hinauszudenken – und manchmal auch ein bisschen darüber hinauszuschießen.
Zwischen cleverem Design, Marketing-Gags und echten Experimenten entstehen dabei Produkte, die eher nach „Wie bitte, gibt es das wirklich?“ klingen als nach Einrichtungshaus. Genau diese Mischung aus Idee, Ironie und Überraschung macht den schwedischen Möbelriesen so besonders – und sorgt regelmäßig für Gesprächsthemen, die weit über Billy-Regale hinausgehen.
#1 Das Fahrrad, das nur 2 Jahre hielt(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Ein Möbelhaus, das plötzlich Fahrräder baut? Genau das hat Ikea mit dem Modell SLADDA versucht. 2016 kam das Fahrrad auf den Markt und setzte auf ein möglichst simples, wartungsarmes Konzept mit Riemenantrieb statt klassischer Kette.
Die Idee hielt allerdings nicht lange durch: Bereits 2018 wurde SLADDA komplett zurückgerufen, nachdem bekannt wurde, dass der Antriebsriemen reißen konnte und damit eine Sturzgefahr bestand. Alle verkauften Modelle mussten zurückgegeben werden, der Kaufpreis wurde erstattet. Heute bleibt SLADDA vor allem als ungewöhnlicher und eher kurzer Ausflug in die Fahrradwelt in Erinnerung.
#2 Die Digitalkamera aus Pappe(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Jep, es gab tatsächlich mal eine Ikea-Digitalkamera: Die KNÄPPA wurde 2012 als ungewöhnliches Marketing-Gadget in Umlauf gebracht. Das kleine Gerät bestand größtenteils aus Pappe und war Teil einer Kampagne für die PS-Designserie, mit der Ikea herausfinden wollte, wie Menschen über Design, Wohnen und Alltag denken.
Die Kamera wurde auf der Mailänder Möbelmesse an Fachjournalisten verteilt. Zusätzlich verloste Ikea rund 150 Exemplare über die eigene Website an Family- und Community-Mitglieder. Statt eines klassischen Produkt-Launches ging es hier eher um ein Experiment zwischen Designidee und Markeninszenierung – weit weg von einer echten Serienproduktion.
#3 Die Köttbullar-Kerze(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Ja, die gab es wirklich: eine Duftkerze, die nach Köttbullar riecht. Die „HUVUDROLL“-Kerze wurde 2021 als limitierte Aktion von Ikea entwickelt und sollte tatsächlich den typischen Geruch der berühmten schwedischen Hackbällchen ins Wohnzimmer bringen.
Im regulären Verkauf war die Kerze allerdings nie erhältlich (darf man hier „zum Glück“ sagen?). Stattdessen war sie Teil eines limitierten Gewinnspiels rund um das IKEA-Family-Programm in den USA. Heute gilt sie als eines der wohl schrägsten Duftexperimente der Marke – irgendwo zwischen cleverem Marketing und „wirklich, das habt ihr gemacht?“.
#4 Ikeas Versuch als Instrumentenhändler(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Wer hätte es für möglich gehalten: Ikea produzierte tatsächlich mal Instrumente. Unter dem Namen „RENN“ wurden in England farbenfrohe, einfach konstruierte Instrumente verkauft, die Teil eines Design- und Funktionsversuchs waren. Die Idee dahinter war, klassische Ikea-Prinzipien auf völlig neue Produktwelten zu übertragen – diesmal eben Musik statt Möbel.
Ganz durchgesetzt hat sich das Ganze allerdings nicht. Die Klaviere verschwanden schnell wieder aus dem Sortiment, ohne jemals in Serie zu gehen. Der Grund war dabei ziemlich pragmatisch: Die Kunden standen vor der ganz banalen Frage, wie man ein Klavier überhaupt aus dem Möbelhaus nach Hause transportieren soll – und genau daran scheiterte das ambitionierte Projekt am Ende.
#5 Stereonlagen vom Möbelhersteller(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Unter dem gleichen experimentellen RENN-Konzept wie bei den Klavieren tauchten damals auch Stereoanlagen, Plattenspieler und Kassettendecks im Sortiment auf – gedacht als Teil eines größeren Versuchs, Design, Wohnen und Technik enger miteinander zu verbinden.
Die Idee war, Musikgeräte genauso zugänglich und „alltagsfreundlich“ zu denken wie Möbel. In der Praxis blieb das Ganze jedoch eher ein kurzes Kapitel: Die Produkte setzten sich nicht dauerhaft durch und verschwanden wieder aus dem Katalog. Heute wirken die Stereoexperimente von damals eher wie ein früher Testlauf dafür, wie weit Ikea seine Produktwelt eigentlich ausdehnen kann.
Auch ein skurriles, aber cleveres Ikea-Produkt:
» Video ansehen: IKEA KLIPPKAKTUS – Kräuteraufbewahrung für den Kühlschrank
So funktioniert Ikea KLIPPKAKTUS, die Kräuteraufbewahrung für den Kühlschrank.
#6 Das Handtuch, das auch gescannt werden wollte(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Das EFTERTRÄDA Badetuch gehört zu einer limitierten Kollektion von Ikea, die ursprünglich in Japan entwickelt und später international in mehreren Ländern sowie auch in der Schweiz als Jubiläumsedition erschienen ist. Auffällig ist vor allem das minimalistische Barcode-Design, das ungewöhnlich, aber vielleicht nicht besonders ästhetisch ist.
Die Kollektion wurde 2020 veröffentlicht und umfasste neben Handtüchern auch Kleidung und Accessoires und war auf jeden Fall was für waschechte Ikea-Fans.
#7 Das Sofa, dem schnell die Luft ausging(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Ende der 90er-Jahre experimentierte Ikea mit dem „Ikea a.i.r“-Konzept und wollte damit den Trend mit den aufblasbaren bunten Sesseln dieser Zeit mitgehen. Die Folge war das INNERLIG Sofa: Es war aufblasbar und kam mit abnehmbarem Bezug, der über das aufgepumpte Innenleben gezogen wurde. Zuhause musste man das Ganze mit einem Föhn aufblasen, Ventil zu – fertig war das „Designer-Sofa“.
Naja, zumindest in der Theorie. In der Praxis wurde der Föhn gerne mal auf heiß gestellt, was dazu führte, dass das Sofa später beim Abkühlen langsam wieder in sich zusammenfiel. Dazu kamen Ventile, die nicht immer ganz dicht hielten.
Das Ergebnis: Aus dem eigentlich gemütlichen Sofa wurde oft ziemlich schnell ein trauriger Stoffhaufen. Und wer sich draufsetzen wollte, wurde manchmal mit einem wenig glamourösen „Pffff“-Sound begrüßt. Kein Wunder, dass das Projekt irgendwann wieder eingestampft wurde – zu viel Luft, zu wenig Alltagstauglichkeit.
#8 Ikea als Beauty-Spezialist(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Kaum jemand erinnert sich heute noch daran, aber Ikea hatte früher tatsächlich eine eigene Linie für Körperpflegeprodukte. Im Sortiment tauchten zeitweise Dinge wie Shampoo, Duschgel, Bodylotion und sogar Sonnenpflege auf – also alles, was man eher in der Drogerie erwarten würde als im Möbelhaus.
Besonders in den 2000er-Jahren waren diese Produkte in einigen Ländern und Aktionen erhältlich, oft im Rahmen von „Family“- oder Sonderkampagnen. Optisch blieben sie dem typischen Ikea-Minimalismus treu, bevor die Linie später wieder komplett eingestellt wurde und heute fast schon als kleines Kuriositäten-Kapitel der Markengeschichte gilt.
Ja, er kommt: Der Köttbullar-Lolli(Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.)
Ein weiteres seltsames Ikea-Produkt erwartet uns übrigens in Kürze. Aus einem Aprilscherz wird ernst: Ikea und Chupa Chups bringen tatsächlich einen Köttbullar-Lolli heraus. Die ungewöhnliche Kooperation verbindet den typischen Geschmack der Ikea-Fleischbällchen mit einer süß-herzhaften Preiselbeernote – verpackt als veganer Lolli am Stiel.
Ein klassischer Kauf im Supermarkt wird das Ganze allerdings nicht: Der Köttbullar-Lolli wird nur in ausgewählten Filialen kostenlos verteilt. Ein Snack-Experiment, das irgendwo zwischen witziger Idee und kulinarischem Reality-Check liegt. Hier verraten wir euch mehr über die Idee, bei der man nicht weiß, ob man „Yay“ oder „Nay“ sagen soll.