(Bildquelle: IMAGO / Wolfgang Maria Weber / Bearbeitung: GIGA.de)
Um möglichst lange Freude an eurem iPhone zu haben, solltet ihr den Akku gut behandeln. Doch die Mythen rund ums richtige Laden sind zahlreich. Was schadet dem Akku wirklich und welche neuen Funktionen in iOS helfen euch dabei, die Lebensdauer zu maximieren?
Die Do's & Don'ts der iPhone-Akkupflege
Das solltet ihr tun
Das solltet ihr vermeiden
Haltet den Ladezustand idealerweise zwischen 20 % und 80 %.
Lasst das iPhone nicht dauerhaft in der prallen Sonne liegen.
Nutzt die iOS-Funktion „Optimiertes Laden“.
Verwendet keine billigen, nicht-zertifizierten Ladekabel.
Ab iPhone 15: Setzt das Ladelimit aktiv auf 80
Ladet das iPhone nicht unter einem dicken Kissen oder in der Hülle auf.
Führt ca. einmal im Monat einen vollen Ladezyklus (0-100%) durch.
Setzt das Gerät extremer Kälte aus.
Die größten Energieverbraucher auf dem iPhone
Was verbraucht viel Energie? Ein paar Beispiele:
- Das Display: Je heller, desto mehr Energie wird benötigt.
- Der Prozessor bei Belastung: Vor allem aufwendig gestaltete Spiele oder Augmented-Reality-Anwendungen verlangen viele Rechenoperationen und damit Power.
- GPS: Die Satellitenverbindung wird in erster Linie bei Turn-by-Turn-Navigation benötigt. Eine ungefähre Standortbestimmung erledigt iOS deshalb (und aufgrund der Geschwindigkeit) lieber über die Mobilfunk- und WLAN-Netze, sofern möglich und keine ganz exakten Werte benötigt werden.
- Mobilfunk bei schlechter Netzabdeckung: Um ein schwaches Mobilfunksignal auszugleichen, erhöht das iPhone die Leistung des Mobilfunk-Chips. Das kostet Energie.
- Bei Kälte der Akku, genauer gesagt: Die chemischen Prozesse im Akku laufen bei Kälte langsamer ab. Die nutzbare Kapazität sinkt (vorübergehend) – teilweise sogar drastisch.
Wie fit ist euer Akku wirklich?
Bevor ihr euch um das Laden sorgt, solltet ihr wissen, wie es um euren Akku bestellt ist. Apple macht euch das sehr einfach. Den entscheidenden Wert findet ihr hier:
- Öffnet die Einstellungen auf eurem iPhone.
- Scrollt nach unten und tippt auf den Menüpunkt „Batterie“.
- Wählt nun „Batteriezustand & Ladevorgang“.
Warnhinweis: Dem iPhone ist es zu heiß.
Hier seht ihr den Punkt „Maximale Kapazität“. Dieser Wert gibt an, wie viel Leistung euer Akku im Vergleich zum Neuzustand noch erbringen kann. Ein brandneues iPhone hat hier 100 %. Mit der Zeit sinkt dieser Wert durch chemische Alterung. Als Faustregel gilt: Fällt die Kapazität unter 80 %, empfiehlt Apple einen Austausch, da die Leistung und Laufzeit spürbar nachlassen.
Nicht bei hohen Temperaturen aufladen
Die Umgebungstemperatur sollte man im Speziellen auch beim Aufladen beachten: Hitze ist schädlich. Beim Aufladen erwärmt sich das Gerät zusätzlich. Eine Handy-Tasche oder Case können die Temperatur zusätzlich stark erhöhen. Apple rät, in solchen Fällen das Gerät aus der Hülle zu nehmen. Unter dem Kopfkissen oder in der Nähe der Heizung sollte man das iPhone auch nicht aufladen..
So einfach könnt ihr die iPhone-Akkulaufzeit verlängern
iPhone wird nicht benutzt? Tiefenentladung vermeiden!
Eines der für den iPhone-Akku gefährlichsten Ereignisse ist eine Tiefenentladung, welche sogar zur Zerstörung der Akkuzellen führen kann. Im Normalfall kann nichts passieren, da das iPhone einen Schutzmechanismus besitzt und sich rechtzeitig abschaltet. Problematisch ist hingegen, wenn ihr das iPhone lange Zeit gar nicht benutzt: Ein leerer Akku kann durch die Selbstentladung zu sehr entladen werden. Nicht verwendete Geräte sollte man deshalb alle paar Monate aus der Schublade nehmen und an die Steckdose hängen.
Eine volle Aufladung von nicht genutzten Geräten ist übrigens wieder nicht zu empfehlen, da das die Batteriekapazität einschränken kann.
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Auch bei der Reihenfolge, wie ihr euer Handy an die Steckdose anschließt, gibt es etwas zu beachten:
Smartphone-Akku richtig aufladen: Diesen typischen Fehler solltet ihr vermeiden
Schließt zuerst das Netzteil an die Steckdose an, bevor ihr das Kabel mit dem iPhone verbindet. Schließt ihr das Kabel erst an das iPhone an und verbindet es dann mit dem Strom, kann es zu einer sogenannten „Spannungspitze“, also einer Überspannung kommen. Diese kann im schlechten Fall zu einem Datenverlust führen und die Lebensdauer des Akkus verkürzen. Nach dem Aufladen nehmt ihr zunächst das Netzteil aus der Steckdosen, bevor ihr das Ladekabel vom iPhone trennt, da sonst ein sogenannter „umgekehrter Momentanstrom“ erzeugt wird, der ebenfalls Probleme am Akku verursachen kann.
Manch Tipp, den man noch von früher kennt, ist heutzutage nicht mehr relevant. In der Vergangenheit waren Nickel-Cadmium-Akkus verbreitet, die anders funktionierten als moderne Akkus. Heutzutage werden wie im iPhone meist Lithium-Ionen-Batterien verbaut. Diese haben keinen spürbaren „Memory-Effekt“. Man muss sie also nicht vollständig entladen und anschließend komplett aufladen: Wer sein iPhone zu einem Viertel auflädt, hat nur 25 Prozent eines Ladezyklus „verbraucht“. Keine Angst vor unvollständigen Ladezyklen: Hin und wiedel ein vollständiger Ladezyklus (also von 0 bis 100) soll allerdings bei der Kalibrierung der Anzeige helfen. Diese zeigt dann genauer an, wie viel Energie noch verfügbar ist. Mehr zum Thema:
Habt ihr schon viel Geld für euer iPhone ausgegeben, solltet ihr beim Ladezubehör nicht sparen. Vermeidet billige Ladegeräte oder -kabel. Immer wieder gibt es Fälle, bei denen sich minderwertiges Zubehör selbst entzündet oder durch falsche Isolierungen und Schaltungen den iPhone-Akku beschädigen. Im Idealfall setzt ihr auf das Original-Zubehör von Apple.
iPhone über Nacht laden: Schadet das dem Akku?
Ist es schädlich, das iPhone die ganze Nacht am Ladekabel zu lassen? Die kurze Antwort: Nein, wenn ihr die richtigen Einstellungen nutzt. Moderne Lithium-Ionen-Akkus mögen es nicht, dauerhaft auf 100 % gehalten zu werden. Das setzt die Akkuzellen unter Stress und beschleunigt die Alterung. Genau hierfür hat Apple intelligente Funktionen entwickelt:
- Optimiertes Laden der Batterie: Diese Funktion (standardmäßig aktiv) lernt euren Tagesablauf. Das iPhone lädt den Akku nachts nur bis 80 % auf. Erst kurz bevor ihr normalerweise aufsteht, werden die restlichen 20 % geladen. So verbringt der Akku weniger Zeit im kritischen vollgeladenen Zustand.
- Neu ab Phone 15 (Pro): Das 80 %-Limit: Besitzt ihr ein iPhone 15 oder neuer, habt ihr eine noch bessere Option. Ihr könnt in den Ladeeinstellungen unter „Ladeoptimierung“ einstellen, dass das iPhone grundsätzlich nur bis 80 % lädt. Für die maximale Lebensdauer ist das die beste Wahl. Nur wenn ihr wisst, dass ihr einen langen Tag vor euch habt, solltet ihr es manuell voll aufladen.
Das Laden über Nacht ist dank Apples Software-Tricks unproblematisch geworden. Aktiviert die Optimierungsfunktionen und ihr seid auf der sicheren Seite.
Häufige Fragen & Mythen zur iPhone-Akkupflege
Schadet schnelles Laden (Fast Charging) dem Akku?
Jein. Schnellladen erzeugt mehr Wärme, was den Akku potenziell stärker belastet als langsames Laden. Für den Alltag ist es aber unbedenklich. Wenn ihr die Wahl habt und es nicht eilig ist (z. B. über Nacht), ist ein schwächeres Netzteil die schonendere Variante.
Muss ich den Akku kalibrieren?
Bei alten Akku-Technologien war es wichtig, sie regelmäßig komplett zu ent- und wieder aufzuladen. Das ist heute nicht mehr nötig. Die Software eures iPhones regelt das. Ein vollständiger Ladezyklus (von fast leer auf 100 %) pro Monat kann helfen, die Anzeige zu kalibrieren, ist aber kein Muss.
Soll ich Apps im Hintergrund schließen?
Nein! Das ist einer der hartnäckigsten Mythen. iOS ist darauf optimiert, Apps im Hintergrund effizient zu verwalten. Das ständige manuelle Schließen und Neustarten von Apps verbraucht oft mehr Energie, als sie einfach im Hintergrund „einfrieren“ zu lassen. Schließt eine App nur, wenn sie nicht mehr reagiert.