(Bildquelle: IMAGO / Hanno Bode / Bearbeitung: GIGA)
Die Benzinpreise schwanken im Tagesverlauf erheblich. Wenn ihr den richtigen Zeitpunkt für euren Tankstopp wählt, könnt ihr bei jeder Füllung bares Geld sparen.
Wann ist Tanken am günstigsten? Die besten Uhrzeiten im Überblick
Die täglichen Preisschwankungen sind kein Zufall, sondern folgen einem klaren Muster, das sich an der Nachfrage orientiert. Der ADAC analysiert regelmäßig die Preisdaten von über 14.000 Tankstellen in Deutschland. Die aktuellsten Auswertungen zeigen: Das Sparpotenzial ist größer denn je.
- Am teuersten ist es morgens: Den absoluten Höchstpreis erreicht der Sprit in der Regel kurz nach 7:00 Uhr. In dieser Zeit sind die meisten Pendler auf dem Weg zur Arbeit, die Nachfrage ist hoch und das treibt die Preise in die Höhe.
- Abends wird es deutlich günstiger: Wer sparen will, sollte die Zapfsäule in den Abendstunden ansteuern. Die günstigsten Zeitfenster sind:
- Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr
- Zwischen 21:00 und 22:00 Uhr
- Auch zwischen 17:00 und 18:00 Uhr könnt ihr bereits von deutlich niedrigeren Preisen profitieren.
Im Schnitt liegt die Preisdifferenz zwischen dem teuersten Zeitpunkt am Morgen und dem günstigsten am Abend bei rund 13 Cent pro Liter. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung macht das eine Ersparnis von mehr als 6 Euro aus – allein durch die Wahl der richtigen Uhrzeit!
Einen „richtigen“ Wochentag zum Auftanken gibt es hingegen nicht. Die Mineralölkonzerne halten ihre Preisgestaltung recht unübersichtlich. Früher galt der Montag als günstigster Tag zum Volltanken. Vor allem an Sonntagen, aber auch an Feiertagen und zu Ferienzeiten sind die Spritpreise meist höher.
Nur noch eine Preiserhöhung pro Tag?
Die Bundesregierung plant neue Maßnahmen gegen hohe Spritpreise. Als Reaktion auf die durch den Iran-Krieg ausgelöste Preis-Explosion werden nicht nur Teile der nationalen Ölreserven freigegeben – auch eine neue Regel für Tankstellen soll kommen. Geplant ist, dass die Preise an der Zapfsäule künftig nur noch einmal pro Tag erhöht werden dürfen.
Kern der Maßnahme ist eine Regelung nach österreichischem Vorbild. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte an, dass Tankstellen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal täglich anheben dürfen. Preissenkungen sollen hingegen jederzeit möglich sein, um den Wettbewerb nach unten zu fördern. Ziel ist es, mehr Ruhe und Transparenz in den Markt zu bringen und die Preissprünge im Tagesverlauf zu beenden.
Nicht nur die Uhrzeit zählt: Weitere clevere Spartipps
Neben dem richtigen Timing gibt es noch weitere Faktoren, mit denen ihr die Kosten senken könnt.
Der Standort: Autobahn meiden, freie Tankstellen ansteuern
Es ist kein Geheimnis, aber es wird oft ignoriert: Tanken an Autobahnraststätten ist extrem teuer. Oft lohnt es sich, die Autobahn für wenige Minuten zu verlassen und einen nahegelegenen Autohof anzusteuern. Zudem zeigt sich, dass große Marken wie Shell oder Aral meist höhere Preise aufrufen als kleinere oder freie Tankstellen. Ein schneller Preisvergleich lohnt sich also immer.
Apps nutzen und Preise in Echtzeit vergleichen
Damit ihr nicht auf gut Glück losfahren müsst, helfen euch kostenlose Tankstellen-Apps auf dem Smartphone. Sie zeigen die aktuellen Preise der Tankstellen in eurer Umgebung an und machen den Vergleich kinderleicht.
Die richtige Sorte: Mit Super E10 zusätzlich sparen
Ein oft übersehener, aber sehr effektiver Spartipp: Fast alle modernen Benziner vertragen problemlos Super E10. Prüft in eurem Fahrzeughandbuch, ob euer Auto dazugehört. Wenn ja, könnt ihr bedenkenlos zu E10 greifen und spart so im Schnitt weitere fünf bis sechs Cent pro Liter im Vergleich zum teureren E5.
Eure Fahrweise macht den Unterschied
Mit ein paar einfachen Verhaltensänderungen könnt ihr den Verbrauch eures Autos spürbar senken:
- Reifendruck kontrollieren: Ist der Druck zu niedrig, erhöht sich der Rollwiderstand und damit auch der Spritverbrauch.
- Vorausschauend fahren: Vermeidet starkes Beschleunigen und abruptes Bremsen. Lasst das Auto rollen und schaltet frühzeitig in den nächsten Gang.
- Motor aus bei längeren Stopps: An Bahnübergängen oder im Stau lohnt es sich schon nach 20 Sekunden, den Motor abzustellen.
- Ballast abwerfen: Jedes Kilo zählt. Entfernt unnötiges Gewicht wie leere Getränkekisten oder den nicht genutzten Fahrradträger aus dem Auto.
- Stromfresser reduzieren: Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung verbrauchen zusätzlich Energie und damit Kraftstoff. Nutzt sie nur, wenn ihr sie wirklich braucht.
- Bei einigen Mitgliedschaften könnt ihr an der Zapfsäule sparen. ADAC-Mitglieder erhalten etwa 1 Cent Rabatt bei Shell-, Star- und Agip-Tankstellen. Nutzer der LIDL-App können ebenfalls aktionsweise immer wieder Tankrabatte in Anspruch nehmen.
Am meisten spart ihr, wenn ihr nicht nur auf die Uhr schaut, sondern auch Preise vergleicht und euren Fahrstil anpasst. Und für die ganz kurzen Strecken gilt natürlich: Ein Spaziergang oder eine Fahrradfahrt sind immer die günstigste Alternative.
FAQ
Gibt es einen günstigsten Wochentag zum Tanken?
Laut ADAC gibt es mittlerweile kaum noch nennenswerte Preisunterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen. Die Uhrzeit ist der entscheidende Faktor.
Warum sind die Preise am Abend niedriger?
Gegen Abend, wenn die meisten Menschen getankt haben und die Konkurrenz abnimmt, pendeln sich die Preise auf einem niedrigeren Niveau ein, bevor sie für die Nacht wieder angehoben werden.
Was ist der „Rakete-und-Feder-Effekt“?
Dieser Begriff beschreibt, dass Tankstellen Preiserhöhungen auf dem Rohölmarkt sehr schnell (wie eine Rakete) an die Kunden weitergeben. Sinken die Rohölpreise jedoch, fallen die Preise an der Zapfsäule nur sehr langsam (wie eine Feder).
Tipp: Plant ihr einen Fahrzeugwechsel? Werft einen Blick auf den gelben Zettel an der Tankstelle. Hier seht ihr, wie teuer einzelne Kraftstoffarten im Vergleich sind.