(Bildquelle: IMAGO / Funke Foto Services)
Früher war der Schlüsselbund ein unverzichtbares Accessoire, heute reicht oft ein Fingerabdruck oder eine App fürs Smartphone, um die eigene Haustür zu öffnen. CDs, Festnetztelefone oder Tickets in Papierform: Verdrängt vom digitalen Fortschritt gibt es immer mehr Alltagsgegenstände, die still und leise aus unserem Leben verschwinden.
Die Digitalisierung verändert unseren Alltag grundlegend, weit über den reinen technischen Fortschritt hinaus. Früher war es das Regal für mehr Stauraum, heute ist es der Speicherplatz in der Cloud. Diese Alltagsgegenstände gehören bald der Vergangenheit an.
Die CDs und DVDs im SchrankCDs und DVDs verschwinden still und leise aus Haushalten. (Bildquelle: Getty / Manfred Rutz)
Egal, ob Musik, Filme oder Games: Schon seit längerer Zeit sterben CDs und DVDs aus, weil Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix oder der Xbox Game Pass eine bequemere Alternative für Nutzer bieten. Die Inhalte sind jederzeit und überall verfügbar. Eine physische Einlagerung ist nicht mehr nötig.
Das Streamen von Musik, Serien oder anderen Medien eliminiert viele Nachteile, die physische Datenträger mit sich bringen: defekte Abspielgeräte, Kratzer oder das Wechseln von Discs. Auch „Disc Rot“ (zu Deutsch: Disc-Fäule) kann CDs oder DVDs unlesbar machen. Durch eine chemische Zersetzung über Zeit zweifeln viele Nutzer an der Langlebigkeit dieser Datenträger.
Während Vinyl-Schallplatten für Sammler immer interessanter werden, dürfte der Markt für physische Medien wie CDs und DVDs bald nicht mehr existieren.
Das Festnetztelefon zuhauseWer braucht noch ein Festnetztelefon, wenn es Smartphones mit Flatrates gibt? (Bildquelle: IMAGO / Michael Bihlmayer)
Klassische Festnetztelefone sind bereits aus den meisten deutschen Haushalten verschwunden. Grund dafür sind Smartphones, ihre Mobilität und Multifunktionalität. Ein Festnetzanschluss wird überflüssig, da der LTE-Ausbau weiter voranschreitet und dieser auch zuhause einen guten Empfang mit dem Smartphone bietet.
Außerdem werden analoge Leitungen zunehmend durch Glasfaserumstellung und VoIP-Integration (also Telefonie über das Internet) abgeschaltet. Viele Nutzer umgehen Extrakosten für Festnetztelefone durch ihre oft günstigeren Handy-Flatrates und auch Smart-Home-Anwendungen vertreiben das klassische Telefon aus deutschen Haushalten.
Der Schlüssel in der TascheDer Schlüssel könnte bald durch smarte Schlösser ersetzt werden. (Bildquelle: IMAGO / Rolf Kremming)
In vielen Taschen deutscher Bürger immer noch zu finden ist der klassische Schlüsselbund für den Zugang zur eigenen Wohnung, für Tresore oder das Kfz. Auch wenn sich das zum aktuellen Zeitpunkt nur wenige Menschen vorstellen können, dürfte auch der Schlüssel bald durch digitale Schlösser oder Apps verdrängt werden.
Digitale Türschlösser, die per Fingerabdruck, PIN oder App gesichert werden, könnt ihr teilweise sogar mit dem Smartphone öffnen. Das erspart das Suchen nach dem Schlüsselbund oder das unpraktische Mitführen desselben. Auch eine erhöhte Sicherheit bringt viele Menschen dazu, den klassischen Schlüssel loszuwerden.
Während Schlüssel leicht dupliziert werden können oder gerne mal brechen, nutzen smarte Systeme Verschlüsselungen, temporäre Zugangscodes oder Benachrichtigungen, um unbefugte Zugriffe zu verhindern.
Das Ticket in PapierformDigitale Tickets sind schon jetzt für viele einfach praktischer als solche in Papierform. (Bildquelle: IMAGO / Fredrik Karlsson)
Die Bordkarte für die Flugreise, das Ticket für das Metal-Konzert oder der Fahrschein für die S-Bahn: Papiertickets sind schon jetzt größtenteils durch digitale Zugänge ersetzt worden. Gründe dafür sind Nachhaltigkeit, Komfort und Effizienz.
Digitale Tickets sind praktisch und können auf dem Smartphone gespeichert werden. Diese sind sofort griffbereit, jederzeit verfügbar und in vielen Fällen auch flexibel übertragbar. Echtzeit-Updates bei Verspätungen sind ein praktischer Zusatznutzen. Digitale Lösungen sind zudem umweltfreundlicher und nachhaltiger.
Tickets in Papierform verursachen Abfall durch Druck, Transport und Entsorgung, während digitale Tickets Ressourcen sparen und CO₂-Emissionen senken.
Das Navigationsgerät im AutoSolche Navis gibt es kaum noch: Viele navigieren über das Smartphone oder die integrierten GPS-Systeme durch die Straßen. (Bildquelle: IMAGO / Frank Sorge)
Navigationsgeräte für Autos haben in den 2000er Jahren das Reisen revolutioniert. Mitte der 2010er Jahre waren Navis von TomTom und anderen Herstellern aus vielen Kraftfahrzeugen nicht mehr wegzudenken.
Heute ist das etwas anders, denn eigenständige Navigationsgeräte werden zunehmend von integrierten Navis oder dem Smartphone ersetzt. Viele Navigationssysteme großer Automobilhersteller haben dabei sogar das Nachsehen im Vergleich zu Smartphone-Apps wie Google Maps oder Apple Karten.
Echtzeitdaten zur Verkehrslage, Integration anderer Dienste und Angaben zur erlaubten Fahrgeschwindigkeit machen das Smartphone oft zur besseren Alternative im Gegensatz zu integrierten Auto-Navis, die nicht selten teuer aktualisiert werden müssen.
Der Wecker auf dem NachttischAnaloge Wecker wie diese haben die meisten schon aus dem Schlafzimmer verbannt. (Bildquelle: Getty / Jeff Pachoud)
Ein Alltagsgegenstand, der bereits aus den meisten Schlafzimmern verbannt wurde, ist der klassische Nachttischwecker. Das Smartphone hat sie in Funktionalität, Alltagsintegration und Mobilität längst überholt. Das Handy habt ihr immer griffbereit, egal ob zuhause oder im Hotel auf Reisen.
Einige nutzen sogar ihre Smartwatches am Arm für zusätzliches Schlaftracking und sanften Alarm am Morgen. Sperrige Wecker sind also lange überfällig und nehmen nur unnötig viel Platz auf dem Nachttisch weg. Trotzdem greifen auch heute noch einige auf den klassischen Wecker zurück, um nicht gleich am Morgen das Smartphone und all seine Verführungen in den Händen zu halten.
Die Bedienungsanleitung in der VerpackungUmfangreiche Bedienungsanleitungen wie diese hier gibt es schon lange nicht mehr. (Bildquelle: IMAGO / Eckhard Stengel)
Gedruckte Anleitungen, die einem neuen Gerät beiliegen, sind schon lange nicht mehr üblich. Zunächst wurde auf Farbdruck und Bilder verzichtet, heutzutage sind digitale Anleitungen mit Videos, Animationen oder AR-Überlagerungen verbreiteter. Bei Videospielen sind gedruckte Handbücher komplett verschwunden. Stattdessen gibt es Tutorials und digitale Hilfen im Spiel selbst.
Nicht nur sparen Hersteller durch das Drucken und den Versand von Papieranleitungen eine Menge Kosten, beigelegte QR-Codes sind auch für Nutzer meist praktischer. Zudem können digitale Bedienungsanleitungen einfach in mehreren Sprachen angeboten werden.
Karten zur Zahlung an der KasseFür bargeldloses Bezahlen nutzen immer mehr Menschen ihr Smartphone. (Bildquelle: IMAGO / Vira Simon)
Wer auf Bargeld verzichtet, hat in den meisten Fällen eine Bank- oder Kreditkarte dabei. Doch auch diese Bezahlmethode könnte künftig durch kontaktloses Bezahlen per Smartphone, Smartwatch oder anderen Geräten ersetzt werden. Digitale Methoden sind oft schneller, sicherer und sogar hygienischer.
Über Dienste wie Apple Pay oder Google Pay ermöglichen Smartphones und Smartwatches das Bezahlen über NFC-Chip. Sogar Smart-Ringe werden immer beliebter und können an der Kasse genutzt werden. Physische Karten sind anfällig für Diebstahl oder Skimming (Auslesen von Daten über manipulierte Lesegeräte), während Apps durch Biometrie oder Zwei-Faktor-Authentifizierung besser geschützt sind.
Gut, wenn der Akku des Smartphones leer ist, könnt ihr natürlich auch keine Zahlungen mehr tätigen …
Kabel und Ladegeräte im gesamten HausNiemand mag Kabelsalat. Aber: Immer mehr Geräte verzichten darauf. (Bildquelle: IMAGO / Jochen Tack)
Der berühmte Kabelsalat ist der Endgegner für jedes Setup: Egal ob Heimkino, Gaming oder der gesamte Hobbykeller. Für die vielen Geräte zuhause werden dann auch noch verschiedene Ladegeräte benötigt, die für immer mehr Kabel im Haushalt sorgen. Doch viele neue kabellose Technologien überholen kabelgebundene Systeme in Reichweite, Design und Praktikabilität.
Für induktives Laden werden insbesondere Qi-Standards von Apple oder Samsung immer universeller. Ladepads ersetzen klassische Ladegeräte mit Kabeln für Smartphones und Wearables. Andere Geräte wie Kopfhörer, Lautsprecher oder PC-Zubehör nutzen schon lange den Bluetooth-Standard und eliminieren so Kabelsalat.
Auch batteriebetriebene Sensoren, Solarladungen oder Power-Sharing in Ökosystemen machen feste und klobige Ladegeräte immer mehr obsolet.