Nordlichter über dem Tranøy Fyr Leuchtturm, Norwegen. (Bildquelle: IMAGO / Cavan Images / Bildbearbeitung GIGA)
Nordlichter entdecken leicht gemacht: Diese Polarlichter-Apps liefern Prognosen, Warnmeldungen und Live-Infos, damit euch kein Aurora-Highlight mehr entgeht.
Warum ist eine Polarlicht-App sinnvoll?
Aktuell ist die Sonnenaktivität besonders hoch, wodurch starke Sonnenstürme mehr geladene Teilchen Richtung Erde schicken. Diese geomagnetischen Störungen können das Polarlicht weit nach Süden verschieben, sogar bis nach Deutschland. Das aktuelle Sonnenzyklus-Maximum hält voraussichtlich noch bis 2026 an.
Polarlicht-Apps liefern euch tagesaktuelle Daten über Sonnenwind, geomagnetische Aktivität und Sichtungswahrscheinlichkeit, oft mit Push-Alarmen, wenn die Bedingungen gut sind.
Was ist der KP-Index? Der wichtigste Wert für die Polarlichtjagd
In jeder App werdet ihr auf den KP-Index stoßen. Diese planetarische Kennziffer ist der wichtigste Indikator für die Polarlicht-Aktivität. Die Skala reicht von 0 (sehr ruhig) bis 9 (extremer geomagnetischer Sturm). Für die Jagd in Deutschland gilt als Faustregel:
- KP 5: Polarlichter sind am Horizont in Norddeutschland möglich.
- KP 6-7: Die Chancen auf eine Sichtung in weiten Teilen Deutschlands steigen deutlich.
- KP 8-9: Ein seltener, starker Sturm. Das Polarlicht kann sogar bis zu den Alpen sichtbar sein.
Mit wenigen Klicks erfahrt ihr: Wie hoch ist der KP-Index? Wie stark ist der Sonnenwind? Wo ist der Himmel klar genug? Wir stellen euch die drei besten Apps vor, mit denen ihr das Lichtspektakel genießen könnt.
#1 Aurora – meine Polarlicht-Vorhersage
Die Polarlicht-App „Aurora“ zeigt direkt auf der Startseite, wie hoch die aktuelle Sichtungswahrscheinlichkeit an eurem Standort ist. Angegeben wird sie als KP-Wert sowie in Prozent. Zusätzlich liefert die App eine Übersicht der weltweit besten Orte für Nordlichtsichtungen des Tages und eine interaktive Karte, auf der aktive Zonen sichtbar werden.
Aurora bietet außerdem Zugriff auf Live-Webcams, die Polarlichter weltweit in Echtzeit zeigen. Für euren Standort gibt es kurzfristige und langfristige Prognosen. Ergänzt werden die Daten durch aktuelle Sonnenwindgeschwindigkeit und Sonnenwinddichte. Die App ist kostenlos und bleibt trotz vieler Funktionen leicht bedienbar.
#2 Aurora Alerts – Northern Lights
Auch die App „Aurora Alerts“ zeigt direkt auf der Startseite die Wahrscheinlichkeit für eine Polarlichtsichtung an eurem Standort, sowohl in Prozent als auch als KP-Wert. Praktisch: Die App unterscheidet, ob Polarlichter nur am Horizont sichtbar wären oder direkt über euch am Himmel auftreten könnten.
Zusätzlich liefert „Aurora Alerts“ detaillierte Sonnenwinddaten wie Geschwindigkeit und Dichte, aktuelle Wetterinformationen sowie die genauen Zeiten für Sonnen- und Mondaufgang. Die App zeigt zudem die Wahrscheinlichkeit für Nordlichter in den kommenden Stunden sowie für den nächsten und übernächsten Tag.
Die Grundfunktionen sind kostenlos. Für eine Vorhersage über 27 Tage wird jedoch ein kleiner Betrag fällig (0,99 Pfund). Auch Alarmfunktionen für KP-Werte, Sonnensturm-Aktivität oder Sichtungswahrscheinlichkeiten gehören zum kostenpflichtigen Bereich und kosten jeweils 1,59 Pfund pro Alarm.
Einziger Nachteil: Die App ist bislang nur auf Englisch verfügbar, und sämtliche Preise werden ausschließlich in Pfund angezeigt.
#3 Nordlichtmelder – Aurora Notifier
Die App „Nordlichtmelder“ startet mit einer interaktiven 3D-Karte der Erde, auf der sich weltweit aktuelle Polarlichtaktivitäten verfolgen lassen. So erkennt ihr sofort, wo Aurora-Erscheinungen gerade stattfinden und wie sich die Aktivität entwickelt.
Zusätzlich zeigt die App den aktuellen KP-Wert für euren Standort sowie die prozentuale Wahrscheinlichkeit einer Sichtung. Wetterdaten wie Wolkenaktivität, Sonnenstand sowie Sonnenauf- und -untergang werden ebenfalls angezeigt. Dazu gibt es eine dreitägige Polarlichtprognose und eine Vorhersage der erwarteten Bewölkung.
Praktisch ist die Community-Funktion: Sichtungen können direkt in der App gemeldet und mit Fotos ergänzt werden. Gleichzeitig lässt sich einstellen, dass ihr benachrichtigt werdet, sobald andere Nutzer Polarlichter melden, auf Wunsch nur in bestimmten Zeitfenstern. Zusätzlich könnt ihr Alerts aktivieren, wenn KP-Werte oder Sichtungswahrscheinlichkeiten bestimmte Schwellen überschreiten.
Nordlichtmelder ist kostenlos und nur im Google Play Store verfügbar.
FAQ: Häufige Fragen zur Polarlichtjagd
In welche Himmelsrichtung muss ich schauen?
Immer Richtung Norden. Am besten sucht ihr euch einen Ort mit freier Sicht zum nördlichen Horizont.
Zu welcher Uhrzeit sind die Chancen am besten?
In den dunkelsten Stunden der Nacht, typischerweise zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.
Sehe ich Polarlichter auch in der Stadt?
Nein, so gut wie nie. Ihr müsst unbedingt raus aus der Stadt, um der Lichtverschmutzung zu entkommen. Ein dunkler Acker, ein Hügel oder ein Seeufer sind ideale Standorte.
Sieht das mit bloßem Auge so aus wie auf Fotos?
Meistens nicht. Kamerasensoren sind lichtempfindlicher als das menschliche Auge. Schwache Polarlichter erscheinen für uns oft nur als grauer oder leicht grünlicher Schleier am Horizont. Die Kamera offenbart dann die volle Farbenpracht. Seid also nicht enttäuscht, wenn der Himmel nicht sofort in leuchtenden Farben erstrahlt!
Was solltet ihr einpacken, wenn ihr auf Polarlichtjagd geht?
Gute Vorbereitung ist alles: Auch bei optimaler Prognose braucht ihr klaren Himmel, denn Wolken oder Lichtverschmutzung können die Sicht ruinieren. Am besten lohnt sich vorher zusätzlich ein Blick auf Wetter-Apps oder Satellitenbilder.
Für die Polarlichtjagd lohnt sich wetterfeste und – je nach Jahreszeit – sehr warme Kleidung, da ihr oft lange im Freien wartet. Mehrere Schichten, Handschuhe und eine Mütze sind ideal.
Nützlich ist eine Stirnlampe mit Rotlichtmodus (auf Amazon ansehen): Das rote Licht erhält die Dunkeladaption der Augen, sodass ihr den Himmel weiterhin gut erkennen könnt, ohne euch oder andere zu blenden.
Wer fotografieren möchte, sollte eine Kamera mit manuellen Einstellungen, ein stabiles Stativ und Ersatzakkus mitnehmen, denn Kälte verkürzt die Akkulaufzeit deutlich. Eine Thermoskanne, Powerbank und ein voll geladenes Smartphone sind ebenfalls hilfreich, besonders wenn Polarlicht-Apps im Einsatz sind.
Checkliste: Eure Ausrüstung für die Polarlichtjagd
Wenn die App Alarm schlägt, solltet ihr also vorbereitet sein. Packt am besten Folgendes ein:
- Warme Kleidung: Auch in milden Nächten wird es beim stundenlangen Warten schnell kalt. Zieht mehrere Schichten an und vergesst Mütze und Handschuhe nicht.
- Stirnlampe mit Rotlicht: Rotes Licht stört die Nachtsicht eurer Augen nicht. So könnt ihr eure Ausrüstung bedienen und seht trotzdem den Himmel klar.
- Kamera mit Stativ: Für scharfe Fotos ist ein Stativ unerlässlich. Nutzt manuelle Einstellungen (lange Belichtungszeit, offene Blende).
- Tipp fürs Handy-Foto: Auch moderne Smartphones können Polarlichter festhalten! Nutzt den Nachtmodus, stellt das Handy auf ein Stativ oder eine stabile Oberfläche und experimentiert im Pro-Modus mit einer Belichtungszeit von 5 bis 15 Sekunden.
- Ersatzakkus und Powerbank: Kälte saugt Akkus leer. Nehmt unbedingt geladene Ersatzakkus für die Kamera und eine Powerbank für das Smartphone mit.
- Thermoskanne & Snacks: Ein heißes Getränk und eine Kleinigkeit zu essen können bei langem Warten wahre Wunder wirken.