Die Fastic-App unterstützt beim Intervallfasten. (Bildquelle: IMAGO / Rüdiger Wölk / Bildbearbeitung GIGA)
Wie seriös ist die Fastic-App? Wir fassen für euch die Erfahrungen von Nutzern zusammen und klären über mögliche Abo-Fallen auf.
Was kann die Fastic-App?
Fastic ist eine Gesundheits-App für iOS (im Apple App Store ansehen) und Android (bei Google Play ansehen) mit dem Fokus auf Intervallfasten. Sie bietet ein umfassendes Set an Funktionen, wie Ernährungstracker, Fastentimer und Foodscanner, um sich gesünder zu ernähren und dabei abzunehmen.
Neben einer großen Bibliothek mit leicht zuzubereitenden, nahrhaften Rezepten findet ihr im Bildungsbereich, der sogenannten „Fastic Academie“, eine Vielzahl an Kursen zu Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Gewohnheitsbildung.
Ergänzend dazu umfasst das Angebot von Fastic einen nach §20 SGB V zertifizierten Ernährungskurs, dessen Kosten von einigen Krankenkassen ganz oder teilweise erstattet werden.
Was kostet die Fastic-App?
Um herauszufinden, was die Fastic-App kostet, müsst ihr euch zunächst durch zahlreiche Fragen zu euren Gewohnheiten, gesundheitlichen Einschränkungen und eurem Ernährungsverhalten klicken. Dabei spielen auch eure persönlichen Ziele eine Rolle.
Ihr wollt euch gesünder ernähren, abnehmen oder einfach fitter werden? Dann erstellt die App für euch einen individuellen Ernährungsplan, inklusive kleiner Ziele und Challenges innerhalb der Community, die euch bei der Gewichtsabnahme unterstützen sollen. Ohne Abo bleibt euch jedoch zunächst der Zugriff auf diese Inhalte verwehrt.
Ein Angebot für die „Fastic Plus“-App.
Habt ihr euch erfolgreich durch alle Fragen geklickt, erhaltet ihr ein individuelles Angebot für das „Fastic Plus“-Programm, das nach 15 Minuten verfällt. Dieses Vorgehen soll Interessierte offenbar zu einer schnellen Entscheidung drängen, ähnlich wie bei Temu. Seriös wirkt das nicht!
Zudem zielt alles darauf ab, dass Neukunden eine Mitgliedschaft für mindestens 24 Monate abschließen. Nur hier profitieren Nutzer wirklich. Der erste Monat ist kostenlos, danach fallen monatliche Gebühren an. Im obigen Beispiel sind es 8,49 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Das 3-Monats-Abo kostet 9,99 Euro im ersten Monat, danach 27,99 Euro monatlich.
Auffällig ist zudem: Ändert man die eingegebenen Parameter, verändern sich auch die angezeigten Abo-Kosten. Woran diese Preisunterschiede liegen, ist für Nutzer nicht nachvollziehbar – ein Umstand, der stutzig macht.
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Gibt es ein Probeabo bei Fastic?
Ein klassisches Probeabo gibt es bei der Fastic-App nicht. Stattdessen bietet der Anbieter eine kostenlose 14-tägige Testphase mit Geld-zurück-Garantie an. Um diese zu nutzen, müsst ihr jedoch zunächst ein kostenpflichtiges Abo auswählen und in Vorleistung gehen. Wer innerhalb der 14 Tage kündigt, erhält den gezahlten Betrag zurück.
Die einzige Möglichkeit, die Fastic-App kostenlos oder zu einem reduzierten Preis zu nutzen, ist die Teilnahme an einem Online-Präventionskurs nach §20 SGB V, der von einigen Krankenkassen bezuschusst wird. In dem achtwöchigen Kurs lernt ihr die Grundlagen gesunder Ernährung und könnt „Fastic Plus“ 12 Monate lang kostenlos nutzen.
Erfahrungen mit der Fastic-App: überwiegend positive Bewertungen
Auf Trustpilot finden sich mehr als 5.200 Bewertungen zu Fastic, die mit 4,4 von 5 Sternen überwiegend positiv ausfallen. Ein ähnliches Bild zeigt sich im App-Store von Apple: Dort erhielt die Fastic-App 4,7 von 5 Sternen bei mehr als 130.600 Bewertungen.
Gelobt werden die übersichtliche Gestaltung der App und die einfache Bedienung, die es Nutzern ermöglicht, Fortschritte festzuhalten. und motiviert zu bleiben. Besonders hervorgehoben werden die personalisierten Ernährungspläne, die vielfältigen Rezeptideen sowie die Möglichkeit, Lebensmittel per Scan zu erfassen.
Einige Rezensenten berichten von einem deutlichen Gewichtsverlust, gesünderen Gewohnheiten und einem stärkeren Bewusstsein für Essenszeiten. Zu bedenken bleibt, dass es sich bei Fastic nicht um eine medizinische App handelt. Nutzer sollten die Anwendung daher idealerweise mit dem Hausarzt absprechen, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Doch es gibt auch Kritik: Einige Nutzer berichten, dass die KI-basierte Mahlzeitenerkennung sehr ungenau ist, in der kostenpflichtigen Plus-Version Werbung angezeigt wird und manche Features nicht richtig funktionieren.
Viele Kunden berichteten, dass sie Schwierigkeiten hatten, den Kundenservice zu erreichen oder ein Probeabo zu kündigen. Zudem wird die undurchsichtige Preis- und Abonnementgestaltung bemängelt. Schaut man genauer hin, erscheint die Berliner Firma somit doch nicht so seriös, wie die überwiegend positiven Bewertungen zunächst vermuten lassen.
Vorsicht Scam: Viele Nutzer wurden von Fastic geprellt
In jüngster Zeit macht Fastic negative Schlagzeilen mit einer dreisten Betrugsmasche. Der Anbieter versprach Nutzern, die 14 Tage lang zwei Mahlzeiten pro Tag in der App dokumentierten, ein kostenloses Abo. Doch für viele kam Monate später die Ernüchterung.
Ihnen war nicht bewusst, dass sie durch die Annahme der 14-tägigen „Challenge“ ein kostenpflichtiges Jahresabo abgeschlossen hatten, selbst wenn sie die App nur kurz nutzten oder sofort wieder gelöscht haben. Die Konsequenz: Eine Rechnung über 99 Euro.
Besonders dreist: Selbst bei Widerspruch gegen den Vertrag und nachweislich abgeschlossener „Challenge“ bestand Fastic auf der Zahlungsaufforderung und verschickte unzählige Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Seid ihr ebenfalls betroffen, solltet ihr euch an die Verbraucherzentrale wenden.
Ob es sinnvoll ist, beim Abnehmen auf eine eiweißreiche Ernährung zu achten, verrät euch das Video von desired:
» Video ansehen: Eiweißreiche Ernährung: Hilft sie beim Abnehmen?
Erfahrungen mit der Fastic-App: Die Verbraucherzentrale warnt
Die dreiste Abo-Falle blieb nicht ohne Konsequenzen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nahm sich der Sache an und ging rechtlich gegen Fastic vor. Der Verein monierte, dass sowohl die Gestaltung der App-Oberfläche als auch die des Abschluss-Buttons irreführend war.
Doch das ist nicht die einzige Klage gegen Fastic. Schon im Juni 2025 ging die Verbraucherzentrale wegen „Werbung für Präventionskurse mit irreführenden Angaben zur Kostenpflicht und unrichtigen Angaben des Gesamtpreises“ rechtlich gegen das Unternehmen vor (Gerichts-Aktenzeichen 52 O 220/25).
Zudem liegt dem Landgericht Berlin eine Unterlassungsklage vor, da Fastic mit angeblichen Kundenbewertungen wirbt, ohne klarzustellen, ob diese authentisch sind. Außerdem beanstandete die Verbraucherzentrale, dass das Unternehmen Gesundheits- und Abnehmerfolge verspricht, die nicht belegbar sind.
Ebenfalls in der Klage mit dem Aktenzeichen 105 O 51/25 bemängelt der Verein, dass Fastic während des Bestellprozesses nicht ausreichend über wesentliche Vertragsinformationen wie Mindestlaufzeit, Widerrufsrechte und Kündigungsbedingungen informiert.
Die jüngste Unterlassungklage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg stammt vom 11.12.2025. Fastic soll Minderjährige zur Zahlung für kostenpflichtige „Fastic Plus“-Abos aufgefordert haben, obwohl solche Verträge ohne Zustimmung der Eltern rechtlich unwirksam sind.
Fazit zur Fastic-App
Auf der einen Seite berichten zahlreiche Nutzer von positiven Erfahrungen mit der Fastic-App, auf der anderen Seite macht das Unternehmen immer wieder mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Was also tun? Im Zweifelsfall raten wir dazu, lieber die Finger von der Abnehm-App zu lassen und sich nach Alternativen umzuschauen.
Unser Tipp: Die meisten Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern kostenfreien Zugang zu Ernährungs- und Gesundheitskursen, um ein bewussteres Ernährungsverhalten zu fördern und das Gewicht zu reduzieren. Wer daran interessiert ist, sollte sich auf der Website des jeweiligen Anbieters informieren oder direkt nachfragen.