Zu Discord gibt es gleich mehrere spannende Alternativen. (Bildquelle: SOPA Images / Thomas Fuller / IMAGO / Bearbeitung: GIGA)
Wenn ihr Multiplayer-Games zockt oder euch gern mit der Community austauschen wollt, ist Discord Pflicht. Es gibt aber gute Alternativen.
Matrix: Besonders stark in der dezentralen Nutzung
Wenn ihr nach einer offenen Alternative sucht, werdet ihr früher oder später auf Matrix stoßen. Hier bekommt ihr ein komplettes Kommunikationsprotokoll. Matrix lässt sich über verschiedene Clients verwenden, wobei Element am häufigsten genutzt wird.
Der wichtigste Unterschied zu den meisten großen Diensten ist die dezentrale Nutzung. Ihr könnt euch mit verschiedenen Servern connecten oder sogar einen eigenen erstellen. Dadurch seid ihr weniger von einzelnen Unternehmen abhängig.
- + Dezentraler Aufbau
- + Open-Source
- + Eigene Server möglich
- - Einrichtung ist etwas anspruchsvoller als bei Discord
- - Für Einsteiger wirkt die Oberfläche anfangs komplex
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Rocket.Chat: Weit vorn beim Datenschutz
Auf den ersten Blick erinnert der Dienst an bekannte Teamchats wie Discord oder Slack. Der Hauptunterschied ist, dass ihr die Plattform selbst hosten könnt. Ihr behaltet die volle Datenkontrolle und seid selbst für die Sicherheit eurer Infrastruktur verantwortlich. Nicht nur beim Zocken, sondern auch im Business ist das praktisch.
Rocket.Chat bietet euch Direktnachrichten, Kanäle, Daten- und Bildschirmfreigaben und die integrative Zusammenarbeit mit anderen Tools. Für Updates, Wartung und Sicherheit seid ihr allerdings selbst zuständig.
- + Eigener Server möglich
- + Viele Integrationen und Erweiterungen
- + Gute Funktionen für Teams und Communitys
- + Hohe Datenkontrolle
- - Einrichtung und Wartung sind zeitaufwändig
- - Erweiterungen können Geld kosten
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Discourse: Für alle, die eine Gaming-Community aufbauen wollen
Dieser Dienst verfolgt einen etwas anderen Ansatz als Discord und klassische Chatplattformen.
Anstelle eines schnellen Livechats setzt die Software auf ein modernes Forum. Die Beiträge sind über lange Zeit sichtbar und können besser durchsucht werden als Chatverläufe. Wenn ihr also langfristiges Wissen teilen oder euch eine Gaming-Community aufbauen wollt, ist Discourse eine gute Option.
Ihr könnt verschiedene Themenbereiche einrichten, Beiträge moderieren und eure Mitglieder über Benachrichtigungen ins Geschehen einbinden. Viele Fachcommunitys, aber auch Gaming-Groups setzen auf Discourse. Für schnelle Echtzeitkommunikation und spontane Gespräche ist das Programm weniger gut geeignet.
- + Strukturierte Diskussionen in der Community
- + Langfristig verfügbare Verläufe
- + Sehr gute Moderation
- - Klein klassischer Echtzeit-Chat
- - Für Chatnutzer ungewohnt
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In diesem Video zeigen wir euch, wie Discord auf der PS5 läuft:
» Video ansehen: So funktioniert Discord auf der PS5
Signal: Ideal für kleine Teams
Dieser Messenger ist vor allem für private Kommunikation bekannt. Der Dienst legt großen Wert auf Datenschutz und nutzt eine starke End-to-End-Verschlüsselung. Ihr könnt darüber Einzelgespräche führen, Dateien austauschen und Gruppen erstellen.
Wenn euch eure Privatsphäre wichtig ist, gilt Signal als eine der vertrauenswürdigsten Messenger-Apps. Im Vergleich zu Discord oder Rocket.Chat fehlen allerdings die Community-Features. Diese App ist eher für kleine Gruppen gedacht und nicht für große öffentliche Server.
- + Starke Verschlüsselung
- + Datenschutzfreundlichkeit
- + Einfache Bedienung
- + Kostenlose Nutzung
- - Wenige Community-Features
- - Gruppenfunktionen eingeschränkt
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Mattermost: Für den professionellen Auftritt
Die Plattform ist vor allem für Betriebe und Organisationen geeignet, die Oberfläche erinnert sehr stark an Slack. Auch hier könnt ihr eigene Kanäle erstellen, Gespräche nach Themen strukturieren und Dateien mit anderen teilen. Die Software kann auf euren eigenen Servern betrieben werden, was im betrieblichen Kontext praktisch ist.
Für Community-Server oder Gaming-Gruppen ist Mattermost oft etwas zu geschäftlich. Als Alternative zu Discord solltet ihr eher darauf zurückgreifen, wenn ihr eine professionelle Arbeitsumgebung aufbauen wollt.
- + Self-Hosting möglich
- + Gut für Teamarbeit strukturiert
- + Hohe Datensouveränität
- - Eher auf Unternehmen ausgelegt
- - Kaum Community-Features
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TeamSpeak: Top Sprachqualität auch bei schwacher Rechenleistung
TeamSpeak gehört zu den ältesten Voice-Chat-Tools im Netz und wurde ursprünglich für Gamer entwickelt. Die Software arbeitet mit einem klassischen Client-Server-Modell. Ihr verbindet euch also mit einem bestimmten Server und tretet dort einzelnen Sprachkanälen bei. Dadurch lassen sich Communitys oder Clans sehr strukturiert organisieren.
Bekannt ist TeamSpeak für seine geringe Latenz und die stabile Sprachqualität. Hier können auch große Gruppen gleichzeitig sprechen, ohne dass es zu Paketverlusten und Verbindungsproblemen kommt. Es existieren viele große TeamSpeak-Server, ihr könnt aber auch eure eigenen Server mieten.
- + Sehr gute Audioqualität
- + Eigene Server möglich
- + Detailliertes Rechte- und Rollen-System
- + Auch für schwache Rechner geeignet
- - Wirkt im Vergleich zu Discord altmodisch
- - Einrichtung eines Servers kann kompliziert sein
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Welche Alternative passt zu euch?
Welche Plattform für euch am besten geeignet ist, hängt von der Nutzung ab. Manche Tools sind eher für Communitys gedacht, andere wiederum für kleinere Gruppen oder Einzelpersonen.
Wenn ihr es offen und dezentral mögt, kann Matrix eine Lösung sein. Soll die Alternative an Discord erinnern, seid ihr mit Rocket-Chat gut bedient. Discourse ist eher forenlastig und gut für eigene Gaming-Wikis geeignet. Signal passt, wenn ihr mit wenigen Leuten in den Austausch geht und primär schriftlich kommuniziert.
Und wenn ihr einen Voice-Chat für eure Games sucht, dann ist TeamSpeak weiterhin eine etablierte Lösung. Mit den neuesten Versionen könnt ihr hier mittlerweile sogar euren Bildschirm teilen.