Was passiert bei einem Stromausfall in ganz Deutschland? (Bildquelle: IMAGO / Shotshop / Bearbeitung: GIGA)
Ein Terroranschlag hat in Berlin fast 50.000 Haushalte vom Netz getrennt. Als ein Stromausfall große Teile Spaniens und Portugals zum Stillstand brachte, wurden Fragen laut, ob so ein Blackout auch Deutschland lahmlegen könnte. Wie wahrscheinlich ist eine Wiederholung und mit welchen Planen hat Deutschland für den Ernstfall vorgesorgt?
Der Anschlag in Berlin hat gezeigt, wie schnell ein Stromausfall euch auch ohne technische Störungen treffen kann: S-Bahnen fahren nicht, Geschäfte müssen geschlossen bleiben, manche Schulen und Kitas können nicht öffnen. Selbst wenn man also anderswo arbeiten kann, funktioniert das „normale Leben“ einfach nicht. Das ist etwas, auf das man sich nicht vollständig vorbereiten kann.
Berlin bietet Notunterkünfte an, einige Schulen und Kitas bieten eine Notbetreuung. Auf https://www.visitberlinpartnerhotelsev.de/ können Betroffene zum Beispiel in den Hotels Park Plaza, Radisson Red, Hilton, Bristol, Dorint und City Light Zimmer zum Selbstkostenpreis buchen, wenn sie dazu den Buchungscode „Stromausfall“ eingeben.
Wenn das nicht infrage kommt, stehen diese Notunterkünfte bereit:
Cole-Sports-Center, Hüttenweg 43, 14169 Berlin TAT Sporthalle der Zinnowwald-Grundschule, Wilskistraße 78, 14163 Berlin Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf, Teltower Damm 18, 14169 Berlin, (Eingang über Kirchstraße 1/3)
Inzwischen wird eine Störung in einem kleinen Umspannwerk für die Ursache des Stromausfalls in Spanien und Portugal gehalten, der Ende April 2025 ganz Europa aufrüttelte. Natürlich fragen sich viele Leute, ob so ein Stromausfall auch in Deutschland möglich wäre und wie man sich darauf vorbereiten kann. Das sind zwei Fragen und wir können euch auf jeden Fall schon einmal sagen, dass ihr mit einer Solaranlage oder einem Balkonkraftwerk beim Blackout trotzdem keinen Strom hättet.
Kann es in ganz Deutschland einen Stromausfall geben?
Eine Störung in einem Umspannwerk – kleine Ursache, große Wirkung … Wenn Strom erzeugt wird, aber wegen Störungen nirgendwo hingeleitet werden kann, schalten sich Kraftwerke ab. Wenn sich deshalb weitere Umspannwerke deaktivieren, wird sich die daran hängende Kette von Erzeugern auch abschalten. Das alles kann blitzschnell zu einem landesweiten Stromausfall führen.
Das Problem? So widersinnig es klingt, wenn ein abgeschaltetes Kraftwerk keinen Strom hat, kann es nicht wieder starten. Wenn alle Zwischenstationen sich abgeschaltet haben und – wegen des Stromausfalls – nicht mal von außen erreichbar sind, liegt das System lahm.
So ein kompletter Stromausfall ist allerdings in Deutschland sehr unwahrscheinlich, wie die Bundesnetzagentur nach dem spanisch-portugiesischen Blackout mitteilte. Auch die Bundesregierung betont, dass das deutsche Stromnetz zu den zuverlässigsten in Europa gehört.
Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehört das sogenannte „n -1-Prinzip“, welches bereits bei der Planung unserer Stromnetze angewandt wird. Dabei bekommen große Überlandleitungen zusätzlich Ersatzleitungen, die im Falle eines Schadens die Last übernehmen können. Außerdem werden deutsche Umspannwerke mit Ersatz-Trafos ausgerüstet.
Und zu guter Letzt gibt es bei uns eine Reihe von schwarzstartfähigen Kraftwerken. Diese können den Betrieb wiederaufnehmen, ohne dass von außen erst „Zündstrom“ zugeführt werden muss. Deren Strom kann dann wiederum – über die Ersatzleitungen – alle anderen Kraftwerke starten.
Wie kann man sich auf einen Stromausfall in Deutschland vorbereiten?
Den letzten richtig großen Stromausfall gab es in Deutschland im Winter 2005. Damals sind im „Münsterländer Schneechaos“ durch starke Schneefälle etwa 80 Strommaste zusammengebrochen, wodurch rund 250.000 Menschen teilweise tagelang von der Stromversorgung abgeschnitten waren.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass niemand darauf vorbereitet war. Wir wachten in einem kalten Haus auf, weil die Heizung ohne Strom nicht mehr funktionierte. Die elektrischen Rollläden ließen sich nicht hochfahren und gleichzeitig gab es im Haus kein Licht. Weder konnte man im Internet nachsehen, was die Ursache war, noch konnte man jemanden deswegen anrufen – denn der Strom fehlte. Kochen ging nicht und in der Kühltruhe wurde die Nahrung schlecht.
Und das gibt euch vielleicht einen Hinweis darauf, worauf man sich theoretisch vorbereiten müsste. Akkus, die ein Haus tagelang versorgen, kann sich niemand leisten. Ein benzingetriebener Generator könnte hier eine Lösung sein, aber für mehrere Tage müsste man mehr Benzin lagern, als in Deutschland erlaubt ist.
Stromerzeuger kaufen (Benzin/Diesel): Das müsst ihr beachten!
Internet wird es trotzdem nicht geben, weil die Telefonleitungen und auch Mobilfunkmaste ohne Strom nicht arbeiten. Hilfreich – und seit damals immer bei uns auf Lager – sind Gas-Campingkocher.
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Gas-Laternen sorgen für etwas Licht, aber besser sind Solarlampen oder solche mit Kurbelakkus. Von Gasheizkörpern solltet ihr wegen der Vergiftungsgefahr in Wohnungen und Häusern Abstand nehmen.
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Gleichzeitig solltet ihr einen Vorrat haltbarer Lebensmittel haben, der etwa 1 Woche ausreicht. Also Dinge, die nicht gekühlt werden müssen, wie Reis, Nudeln und Konserven. Und falls ihr zu den Leuten gehört, die eine Dose nur noch elektrisch öffnen … Besorgt euch einen altmodischen Dosenöffner.
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Empfehlenswert sind Notfall-Radios, die mit Solarzellen oder durch Kurbeln betrieben werden können und für Informationen von außerhalb sorgen, wenn kein Telefon mehr geht.
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Und falls ihr wirklich, wirklich Angst vor einem tagelangen, bundesweiten Blackout habt, könnt ihr einen Vorrat an Notfallnahrung anlegen, der bis zu 25 Jahre haltbar ist. Angeblich sollen diese Rationen sogar ganz gut schmecken. Sie werden einfach mit warmen Wasser angerührt:
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Man kann sich auf einen Stromausfall vorbereiten
Wenn es tagelang keinen Strom mehr gibt, hat man ein paar Basisbedürfnisse, auf die man sich vorbereiten kann.
Licht, Nahrungsmittel, Zubereitung der Nahrung, Strom, Informationen und eventuell Wärme. Mit einem Gaskocher, passenden Gaskartuschen, solar- oder kurbelbetriebenen Lampen und im Idealfall einem Stromgenerator könnt ihr wichtige Grundbedürfnisse erfüllen.
So lange Stromausfälle sind nicht wahrscheinlich, aber sie sind möglich. Wie man am Beispiel Berlin sehen konnte, ist es vernünftig, sich auf so einen Fall vorzubereiten.