(Bildquelle: IMAGO / Wolfilser / Bearbeitung: GIGA)
Nachdem die Gasprüfung für Wohnmobile eine Zeitlang ausgesetzt war, ist sie nun wieder verpflichtend. Ähnlich wie eine TÜV-Prüfung, muss sie alle zwei Jahre wiederholt werden. Wir erklären euch den Vorgang, die Pflichten, die anfallenden Kosten und die möglichen Strafen bei Nichteinhaltung.
Gasheizungen und -Kühlungen sind beim Camping mit dem Wohnwagen und Wohnmobil kaum wegzudenken. Gleichzeitig drohen dabei aber immer Gefahren durch Brände, Explosionen und Vergiftungen. Allerdings nur, wenn die Gasanlagen defekt sind. Aus diesem Grund ist die Gasprüfung für diese Fahrzeuge seit Juni 2025 wieder Pflicht. Was wird dabei geprüft und wie viel kostet diese Prüfung?
Grundregeln für die Gasprüfung bei Wohnwagen und Wohnmobil
- Die Prüfung muss alle 2 Jahre stattfinden – oder wenn neue Anlagen in Betrieb genommen werden beziehungsweise bei prüfpflichtigen Änderungen“ an der Gasanlage.
- Die Gasprüfung ist nicht Teil der TÜV-Prüfung, kann allerdings gleichzeitig stattfinden.
- Die Prüfungsergebnisse werden in ein „Gasprüfheft“ (oft auch „gelbes Heft“ genannt) eingetragen. Dort müssen auch umbauten und Reparaturen an der Anlage aufgezeichnet werden.
- Liegt keine gültige Prüfung vor, darf kein Teil der Anlage in Betrieb genommen werden. Das erklärt, warum auch neue Anlagen eine Gasprüfung benötigen. Darauf sollte auch beim Kauf neuer oder gebrauchter Wohnmobile und Wohnwagen geachtet werden.
- Werden die Prüffristen überschritten, werden Bußgelder fällig. Bei einer Überschreitung der Frist zwischen 2 und 4 Monaten beträgt das Bußgeld 15 Euro. Wird die Frist 4 bis 8 Monate überschritten, muss man 25 Euro Strafe zahlen. Bei noch längeren Fristüberschreitungen werden 60 Euro fällig.
Was wird bei einer Gasprüfung untersucht?
Bei einer Gasprüfung wird durch eine Druckprüfung natürlich untersucht, ob alle angeschlossenen Bauteile dicht sind, die Absperrvorrichtungen sicher schließen und die Gasflaschen richtig angeschlossen sind.
Alle angeschlossenen Geräte werden hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit und der einwandfreien Wirkung der Sicherheitsmaßnahmen untersucht.
Die Zu- und Abluftleitungen werden untersucht: Sind sie sauber, haben sie eventuell Lecks?
Einzelne Teile der Gasanlage müssen alle 10 Jahre ausgetauscht werden, auch wenn sie subjektiv noch völlig in Ordnung sind. Druckregler und Gasschläuche werden daraufhin untersucht und ein Austausch dieser Bauteile muss in das gelbe Heft eingetragen werden. Andere Teile, wie etwa einige Wärmetauscher, müssen alle 30 Jahre ausgetauscht werden. Auch das wird geprüft.
Man kann sich eine Wiederholungsprüfung ersparen, wenn man einige der möglicherweise problematischen Teile vorher ansieht. Sind die (meist unten liegenden) Dauerstoffzuleitungen sauber oder durch Pflanzen oder Schmutz eingeschränkt funktionsfähig? Wenn das aufgedruckte Herstellungsdatum von Schläuchen oder Druckreglern auf einen baldigen Austausch hinweisen, solltet ihr den besser noch vor der Prüfung vornehmen.
Was kostet die Gasprüfung und wer führt sie durch?
Es gibt keinen Festpreis für die Gasprüfung. Sie wird vom TÜV oder der DEKRA durchgeführt, aber auch andere Unternehmen dürfen sie anbieten – sofern sie „anerkannte Sachkundige“ sind. Je nach Angebot variieren die Preise dafür zwischen 40 und 80 Euro.
Ihr solltet also vorher recherchieren, zumal die Preise für die Prüfung auf den Webseiten der Anbieter häufig nicht konkret angegeben werden. Außerdem solltet ihr berücksichtigen, ob Defekte vor Ort auch gleich repariert werden können, oder ihr dazu noch zu einem anderen Betrieb fahren müsst.
Auf einer speziellen Internetseite des Deutschen Verbands Flüssiggas könnt ihr nach Unternehmen suchen, die eine Gasprüfung bei eurem Wohnwagen oder Wohnmobil vornehmen.
Marco Kratzenberg (Eigene Meinung):
Vorsicht ist besser als …
Ihr seid dafür verantwortlich, jederzeit eine gültige Bescheinigung über die Gasprüfung nach G607 vorweisen zu können. Das ist in eurem eigenen Interesse, denn Fehlfunktionen können euch im schlimmsten Fall das Leben kosten. Dafür 2 bis 3 Euro pro Monat zu zahlen, sollte kein Problem sein.