Halbwertszeit – die hohen Kosten eines unscheinbaren Produkts

Halbwertszeit – die hohen Kosten eines unscheinbaren Produkts

By Corinne Geering, Livia Grossenbacher, Vivienne Kuster, RepublikNewsSciencePoliticsHistory
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Halbwertszeit – die hohen Kosten eines unscheinbaren Produkts episodes

  • Die Ewigkeitskosten
    Ein Stoff und sein hoher Preis

    Wer trägt die Kosten, wenn ein ganzer Industrie­zweig während vieler Jahre Schaden verursacht? Diese Frage stellte sich der Bundes­rat, als das Bundesamt für Gesundheit vor über 10 Jahren begann, die radioaktiven Altlasten der Uhren­industrie zu beseitigen.

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    Wir suchen nach Radiumsetzerinnen und ihren Angehörigen!

    Kennen Sie eine ehemalige Heimarbeiterin, die Uhren bemalt hat? Oder sind Sie gar Familienmitglied oder eine andere Art von Angehöriger einer Radiumsetzerin? Dann melden Sie sich bei uns unter [email protected] und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

    Credits:

    Corinne Geering (Recherche, Skript & Wissenschaftliche Begleitung), Livia Grossenbacher (Recherche, Skript, Schnitt & Sounddesign), Vivienne Kuster (Regie & Executive Producer), Fatima Dunn (Musik), Cécile Klotzbach (Factchecking), Philipp Teichert (Mastering)

    Es ist ein Podcast der Republik, wobei die Arbeit der beiden Autorinnen zusätzlich gefördert wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund «Wert der Vergangenheit» und die Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit.

    Wir danken dem Gosteli-Archiv, dem Schweizerischen Bundesarchiv, dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Historicshen Archiv der Suva, Julian Stangl, Rudolf Geipel, Eric Kaufmann, Wally Friedl, Kerstin Kraus, Timm Schönfelder und Benjamin Eugster.

    Weiterführende Links zum Thema dieser Folge

    • „Aktionsplan Radium 2015–2023“. Bundesamt für Gesundheit BAG.
    • Berichte der Eidgenössischen Kommission zur Überwachung der Radioaktivität, 1956–1988, E-Periodica, ETH-Bibliothek Zürich.

      Quellen

      • „Alte Uhrenateliers werden auf Radioaktivität untersucht“. SRF. 8. Juni 2014.
      • Bundesamt für Gesundheit BAG und Bundesamt für Umwelt BAFU. Zwischenbericht über die Umsetzung des Aktionsplans Radium 2015–2019. 2016. S. 17–18.
      • Bundesamt für Gesundheit BAG und Bundesamt für Umwelt BAFU. Bericht Standortbestimmung 2018 zum Aktionsplan Radium 2015–2019. 2019. S. 18.
      • Bundesamt für Gesundheit BAG und Bundesamt für Umwelt BAFU. Bilanz des Aktionsplans Radium 2015–2023. Schlussbericht zuhanden des Bundesrates. 2024. S. 4, S. 16, S. 25.
      • Bundesamt für Strahlenschutz. Radon-Handbuch Deutschland. Salzgitter: Bundesamt für Strahlenschutz, 2019. S. 12.
      • „Bundesrat bemängelt Radium-Kommunikation“. swissinfo. 10. Juni 2014.
      • Eidg. Gesundheitsamt. Brief des Direktors an das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, 17. Juni 1959. S. 2. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
      • Emmenegger, Lukas. „‚La matière miraculeuse‘? Die Verwendung von Radiumleuchtfarben in der Schweizer Uhrenindustrie und der Schutz der Radiumsetzer_innen vor ionisierenden Strahlen im Kontext des Arbeitsschutzes (1907–1963)“. Masterarbeit, Universität Bern, 2018. S. 7.
      • Erices, Rainer. „Mehr als eine Milliarde Euro Entschädigung für Wismut-Kumpel“. mdr, 31. Juli 2021.
      • Mjönes, Lars. „Measurement Protocols for Radon in Dwellings in Sweden: Thirteen Years of Experience“. In: The 1993 International Radon Conference. Proceedings. Denver, Colorado: AARST, 1993. S. 2–3.
      • „Réhabilitation du site Marie-Curie“. Nogent sur Marne. 27. Juni 2022.
      • Robé, Marie Christine. „La contamination au radium de l’école Marie Curie à Nogent sur Marne“. Autorité de sûreté nucléaire et de radioprotection, 1. Januar 1999.
      • Romy, Isabelle. „Avis de droit à l’attention de l’Office fédéral de la Santé publique sur les héritages radiologiques“. 15. April 2015. Bundesamt für Gesundheit BAG.
      • Surbeck, H. und G. Piller. „Die Suche nach der Ursache erhöhter Radonkonzentrationen in Wohnräumen der Region La Chaux-de-Fonds“. In: Bundesamt für Gesundheitswesen, Abteilung Strahlenschutz. Radioaktivität der Umwelt in der Schweiz. Bericht für die Jahre 1989–1990. Bern: BAG, 1992. S. 22–24, hier S. 22–23.
      • Surbeck, H. und W. Zeller. „Radon-Programm Schweiz: Bewertung der bisherigen Ergebnisse offene Fragen und weiteres Vorgehen“. In: Bundesamt für Gesundheitswesen, Abteilung Strahlenschutz. Radioaktivität der Umwelt in der Schweiz. Bericht für das Jahr 1991. Bern: BAG, 1992. S. 1–9, hier S. 3.
      • Völkle, H. „Strahlenexposition durch Radon“. In: Bundesamt für Gesundheitswesen, Abteilung Strahlenschutz. Radioaktivität der Umwelt in der Schweiz. Bericht für die Jahre 1989–1990. Bern: BAG, 1992. S. 1–3.
      • 25 min
      • Die Strahlendosis
        Die Schweiz müsste eigentlich handeln.

        Im Herbst 1959 ist die Heimarbeiterin Ida 47 Jahre alt. An ihrem Arbeitstisch im Wohnzimmer mischt sie Pulver und Lösemittel zu Farbe an und malt Uhrenziffern, die im Dunkeln leuchten.

        Die Behörden wissen zu diesem Zeitpunkt, dass diese Arbeit gesundheits­gefährdend ist, und versenden ein Flugblatt an Radium­setzerinnen wie Ida. Darauf sind Anweisungen zu Schutz­massnahmen, die aber eigentlich unwirksam sind.

        In der vierten Folge von «Halbwertszeit» gehen Corinne Geering und Livia Grossenbacher der Frage nach, wieso es für Arbeitsschutz so lange dauerte. Ihre Recherchen führen sie zum Uranbergbau und zu einem Arzt, der in jungen Jahren Heim­arbeiterinnen untersuchte: Beat Marti hielt damals im Auftrag des Gesundheits­amtes die langfristigen gesundheitlichen Folgen fest, an welchen Radium­setzerinnen wie Ida litten.

        Und die Autorinnen stossen auf unerklärliche Daten in Strahlen­messungen der 1980er-Jahre. Aufgrund dieser hätten die Behörden eigentlich schon damals die Wohnungen der ehemaligen Heim­arbeiterinnen untersuchen müssen.

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        Credits:

        Corinne Geering (Recherche, Skript & Wissenschaftliche Begleitung), Livia Grossenbacher (Recherche, Skript, Schnitt & Sounddesign), Vivienne Kuster (Regie & Executive Producer), Fatima Dunn (Musik), Cécile Klotzbach (Factchecking), Philipp Teichert (Mastering)

        Es ist ein Podcast der Republik, wobei die Arbeit der beiden Autorinnen zusätzlich gefördert wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund «Wert der Vergangenheit» und die Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit.

        Wir danken dem Gosteli-Archiv, dem Schweizerischen Bundesarchiv, dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Historicshen Archiv der Suva, Julian Stangl, Rudolf Geipel, Eric Kaufmann, Wally Friedl, Kerstin Kraus, Timm Schönfelder und Benjamin Eugster.

        Weiterführende Links zu den Themen dieser Episode:

        • Ayse Turcan. „Die Frauen hinter dem Leuchten der Uhren und Wecker“. swissinfo.ch, 5. Juni 2021.
        • Brigitte Studer. „Der Körper der Uhrenarbeiterinnen als blinder Fleck des Schweizer Arbeitsschutzes und der Geschlechtergeschichte“. In: Anna Becker, Almut Höfert, Monika Mommertz, Sophie Ruppel (Hg.): Körper – Macht – Geschlecht. Einsichten und Aussichten zwischen Mittelalter und Gegenwart. Frankfurt/New York: Campus, 2020. S. 411–420.
        • Quellen

          • Aub, Joseph C., Robley D. Evans, Louis H. Hempelmann und Harrison S. Martland. „The Late Effects of Internally-Deposited Radioactive Materials in Man“. Medicine 31.3 (1952): S. 221–229.
          • Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit. „Merkblatt für Heimarbeiter in der Uhrenindustrie, die radioaktive Leuchtfarbe setzen“. 1959. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
          • Ebert, Martin und Wolfram Keβler. Schlemas Wässer wirken Wunder. Radiumbad Oberschlema. Schlema: Gemeindeverwaltung, 1991. S. 21.
          • Eidg. Gesundheitsamt. Brief des Direktors an das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit, 17. Juni 1959. S. 1, S. 2. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
          • Eidg. Gesundheitsamt, Sektion Strahlenschutz. Entwurf des Briefes an Leuchtfarbenarbeiterinnen. ca. 1962. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
          • Eidg. Gesundheitsamt, Sektion Strahlenschutz. Brief an Leuchtfarbenhersteller. 12. Juli 1963. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
          • Emmenegger, Lukas. „‚La matière miraculeuse‘? Die Verwendung von Radiumleuchtfarben in der Schweizer Uhrenindustrie und der Schutz der Radiumsetzer_innen vor ionisierenden Strahlen im Kontext des Arbeitsschutzes (1907–1963)“. Masterarbeit, Universität Bern, 2018. S. 36, S. 95, S. 98–101.
          • Favre, F. „A propos de quelques cas de radiodermite chez des ‚poseuses de radium‘“. Dermatologica 121 (1960): S. 26–31.
          • Huber, O. „26. Bericht der Eidg. Kommission zur Ueberwachung der Radioaktivitaet fuer das Jahr 1982 zuhanden des Bundesrates“. Dezember 1983. S. 20.
          • Huber, O. „28. Bericht der Eidg. Kommission zur Überwachung der Radioaktivität für das Jahr 1984 zuhanden des Bundesrates“. November 1985. S. 27–28.
          • Looney, William B. „Effects of Radium in Man“. Science 127.3299 (1958): S. 630–633.
          • Marti, Beat. Medizinische Untersuchungen bei Heimarbeiterinnen, welche radiumhaltige Leuchtfarben verwenden. Zürich: Juris, 1965. S. 5, S. 7, S. 10–14.
          • Marti, Sibylle. Strahlen im Kalten Krieg: Nuklearer Alltag und atomarer Notfall in der Schweiz. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2021. S. 154.
          • Martinez, Nicole E. et al. „Radium dial workers: back to the future“. International Journal of Radiation Biology 98.4 (2022): S. 750–768.
          • “Procès-verbal de la IIIème séance de la Commission professionelle fédérale pour le travail à domicile dans l’industrie horlogère, à Bienne, le 9 novembre 1951“. S. 4. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7170B#1968/105#75*, Az. 043.241, Eidg. Fachkommission für die Heimarbeit in der Uhrenindustrie, 1947–1954.
          • - Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva). „Strahlenschutz: Der lange Kampf gegen das Tritium“. suva, n.d.
          • „Stellungnahme des Bundesrates vom 09.11.2022“ zur Interpellation 22.3936 „Radioaktive Farben. Gilt das Verursacherprinzip nicht für die Uhrenindustrie?“ von Martina Munz, 20. September 2022. Die Bundesversammlung – Das Schweizer Parlament.
          • Turcan, Ayse. „Die Frauen hinter dem Leuchten der Uhren und Wecker“. swissinfo, 5. Juni 2021.
          • „Verordnung des Bundesrates betreffend unzulässige Verrichtungen in der Heimarbeit (Vom 29. August 1947)“. Staatsarchiv Thurgau, Sign. 3’69, 0.3/20, 193. S. 507.
          • „Geheimsache Uranbergbau. Die Wismut AG - ein ‚Staat im Staat‘“. Das Bundesarchiv, n.d.
          • Zeman, Zeman und Rainer Karlsch. Uranium Matters: Central European Uranium in International Politics, 1900–1960. Budapest/New York: Central European University Press, 2008. S. 51.
          • 28 min
          • Die Leuchtfarbe
            Eine Faszination mit einem hohen Preis

            Lip, dip, paint: Zuerst befeuchtet die Arbeiterin den Pinsel mit ihrer Lippe, tunkt ihn dann in die Farbe und beginnt anschliessend mit dem Malen. Braucht sie mehr Farbe, wiederholt sie den Prozess: Lip, dip, paint.

            So bemalten Radium­setzerinnen in den USA Uhr­zifferblatt um Uhr­zifferblatt mit radioaktiver Leuchtfarbe. Der Arbeitgeber dieser «Radium Girls» wird in den 1920er-Jahren verklagt.

            Die Heim­arbeiterinnen aber, die für die Schweizer Uhren­industrie Zifferblätter bemalen, nehmen weiterhin Aufträge entgegen. Zwar wird die Praxis, den Pinsel mit der Lippe anzuspitzen, offiziell verboten, doch die Gefahr ist für die Frauen und ihr Umfeld dennoch nicht gebannt.

            In der dritten Folge der Audio-Serie «Halbwertszeit» verfolgen die Historikerin Corinne Geering und die Journalistin Livia Grossenbacher die Spuren der Radium-Leuchtfarbe, deren gesundheits­gefährdende Auswirkung sich immer deutlicher zeigte. Diese führen sie zurück zu den Anfängen der Radium­forschung und Marie Curie, die sich viel von Radium versprach und 1934 an den Folgen hoher Strahlen­belastung starb.

            Und die beiden reisen nach Bern-Bümpliz, auf das ehemalige Firmengelände von Merz & Benteli, einem Hersteller radioaktiver Leuchtfarben für die Uhrenindustrie. Auf diesem Gelände konnte bis in die 1980er-Jahre eine Strahlen­belastung festgestellt werden.

            Wie kann es sein, dass sich die Gefahr von Radium über einen so langen Zeitraum immer wieder zeigte und die Behörden bei den Heim­arbeiterinnen trotzdem erst 2012 nach einem «Zufallsfund» zu handeln begannen?

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            Wir suchen nach Radiumsetzerinnen und ihren Angehörigen!

            Kennen Sie eine ehemalige Heimarbeiterin, die Uhren bemalt hat? Oder sind Sie gar Familienmitglied oder eine andere Art von Angehöriger einer Radiumsetzerin? Dann melden Sie sich bei uns unter [email protected] und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

            Credits:

            Corinne Geering (Recherche, Skript & Wissenschaftliche Begleitung), Livia Grossenbacher (Recherche, Skript, Schnitt & Sounddesign), Vivienne Kuster (Regie & Executive Producer), Fatima Dunn (Musik), Cécile Klotzbach (Factchecking), Philipp Teichert (Mastering)

            Es ist ein Podcast der Republik, wobei die Arbeit der beiden Autorinnen zusätzlich gefördert wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund «Wert der Vergangenheit» und die Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit.

            Wir danken dem Gosteli-Archiv, dem Schweizerischen Bundesarchiv, dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Historicshen Archiv der Suva, Julian Stangl, Rudolf Geipel, Eric Kaufmann, Wally Friedl, Kerstin Kraus, Timm Schönfelder und Benjamin Eugster.

            Weiterführende Lektüre zu dieser Folge:

            • Walter Thut, Merz & Benteli: mit Leuchten, Kleben und Dichten Geschichte gemacht. Zürich: Verein für wirtschaftshistorische Studien, 2018.
            • Claudia Clark. Radium Girls. Women and Industrial Health Reform, 1910–1935. Chapel Hill, NC: University of North Carolina Press, 1997.
            • Quellen

              • Curie, Marie. Pierre Curie. New York: The Macmillan Company, 1923. S. 100, S. 185, S. 199–200.
              • Emmenegger, Lukas. „‚La matière miraculeuse‘? Die Verwendung von Radiumleuchtfarben in der Schweizer Uhrenindustrie und der Schutz der Radiumsetzer_innen vor ionisierenden Strahlen im Kontext des Arbeitsschutzes (1907–1963)“. Masterarbeit, Universität Bern, 2018. S. 88.
              • Eschner, Kat. „When Women Crowdfunded Radium for Marie Curie“. Smithsonian magazine, 19. Mai 2017.
              • Gemeinderat Bern, Direktion für Finanzen, Personal und Informatik. Medienmitteilung „Radiumsanierung im Schlosspark Bümpliz beginnt“. Stadt Bern, 12. Oktober 2022.
              • Kontrollmessungen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, Abteilung Unfallverhütung, Sektion Physik. 15. Mai 1981. S. 3. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E3300C#1996/215#983*, Az. 18.13.08.-43, Kontamination auf dem Betriebsareal der Firma Merz und Benteli, Bümpliz, 1981–1983.
              • Merz, W. „Radioaktive Leuchtfarben und Luftschutz“. Protar. Schweizerische Monatsschrift für den Luftschutz der Bevölkerung 5.9 (1939): S. 141–146.
              • Monnier, Raymond. Les heures de la nuit. Rencontre de la radioactivité & de l’industrie horlogère. La Chaux-de-Fonds: Monyco SA, n.d. S. 34, S. 70–72, S. 76–77.
              • Neuzil, Mark und William Kovarik. „The Radium Girls“. In: Mass Media and Environmental Conflict. Thousand Oaks: SAGE Publications, 1996. S. 32–52.
              • „Preservation Snapshot: Radium Girls. The Story of US Radium’s Superfund Site. Orange, New Jersey“. Official Site of the State of New Jersey, 2016.
              • Rentetzi, Maria. Seduced by Radium: How Industry Transformed Science in the American Marketplace. Pittsburg: Pittsburgh University Press, 2022. S. 214–216.
              • Röntgen, Wilhelm Conrad. Ueber eine neue Art von Strahlen. Vorläufige Mittheilung. Würzburg: Stahel’sche K. B. Hof- und Universitätsbuch- und Kunsthandlung, 1896. S. 4.
              • Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Abteilung Unfallverhütung. „Bericht über die Sanierungsmassnahmen auf dem Areal an der Bümplizstrasse 91 und 97 in Bern-Bümpliz“. S. 2, Abb. 6. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E3300C#1996/215#983*, Az. 18.13.08.-43, Kontamination auf dem Betriebsareal der Firma Merz und Benteli, Bümpliz, 1981–1983.
              • Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Abteilung Unfallverhütung. „Bestandesaufnahme über radioaktive Kontamination im alten Fabrikationsgebäude der Firma Merz und Benteli (Bümplizstrasse 91) auf dem Betriebsareal“. 17. Februar 1981. Abb. 4 und 5. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E3300C#1996/215#983*, Az. 18.13.08.-43, Kontamination auf dem Betriebsareal der Firma Merz und Benteli, Bümpliz, 1981–1983.
              • Thut, Walter. Merz & Benteli. Mit Leuchten, Kleben und Dichten Geschichte gemacht. Zürich: Verein für wirtschaftshistorische Studien, 2018. S. 10–11, S. 15, S. 37, S. 46, S. 72.
              • „To Begin Two Suits Against Radium Co“. The New York Times, 24. Juni 1925, S. 21.
              • Werbung für „Undark“ der Radium Luminous Material Corporation, New York. American Illustrated Magazine 92 (1921): S. 85.
              • „1921: Marie Curie visits the U.S.“ National Institute of Standards and Technology, U.S. Department of Commerce, 13. August 2009.
              • 24 min
              • Die Heimarbeiterin
                Die Frauen, die wegen ihrer Arbeit krank wurden.

                Während ihrer Recherche findet Livia Grossenbacher heraus, dass sie mit einer Radiumsetzerin verwandt ist: Ida, ihre Urgrosstante, bemalte zuhause Uhren mit Leuchtfarbe.

                Wer war Ida? Wusste sie oder andere Heimarbeiterinnen über die Gefahr in ihren Wohnzimmern? In der zweiten Folge von «Halbwertszeit» suchen Livia Grossenbacher und Corinne Geering nach Spuren der Radiumsetzerinnen, erzählen Idas Geschichte und zeigen auf, wie die Schweizer Uhrenindustrie von schlecht verdienenden Heimarbeiterinnen profitierte.

                Mit einem Abo der Republik unterstützen Sie Serien wie diese! Auch sind auf Republik.ch bereits alle Folgen verfügbar.

                Wir suchen nach Radiumsetzerinnen und ihren Angehörigen!

                Kennen Sie eine ehemalige Heimarbeiterin, die Uhren bemalt hat? Oder gibt es eine Radiumsetzerin in Ihrer Familie? Dann melden Sie sich bei uns unter [email protected] und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

                Credits:

                Corinne Geering (Recherche, Skript & Wissenschaftliche Begleitung), Livia Grossenbacher (Recherche, Skript, Schnitt & Sounddesign), Vivienne Kuster (Regie & Executive Producer), Fatima Dunn (Musik), Cécile Klotzbach (Factchecking), Philipp Teichert (Mastering)

                Es ist ein Podcast der Republik, wobei die Arbeit der beiden Autorinnen zusätzlich gefördert wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund «Wert der Vergangenheit» und die Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit.

                Wir danken dem Gosteli-Archiv, dem Schweizerischen Bundesarchiv, dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Historicshen Archiv der Suva, Julian Stangl, Rudolf Geipel, Eric Kaufmann, Wally Friedl, Kerstin Kraus, Timm Schönfelder und Benjamin Eugster.

                Weiterführende Lektüre zu den Themen der Folge 2:

                • Beitrag „Heimarbeit – Ausbeutung am Stubentisch oder Arbeitsform mit Zukunft?“ CH-Magazin, 23. Dezember 1980, SRF Archiv.
                • Maria Rentetzi. Seduced by Radium: How Industry Transformed Science in the American Marketplace, Pittsburgh: University of Pittsburgh Press, 2022.
                • Quellen dieser Folge

                  • Bieler-Heimarbeit. „Bericht über das vierte Geschäftsjahr [1937]“. 1. Februar 1938. Gosteli-Stiftung, Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung, AGoF 710: Archiv Familie Lanz, Biel.
                  • Frau S., Heimarbeiterin: Eine von Vielen“. In: Emanzipation. Zeitung der Progressiven Frauen Schweiz (PFS) 2.10 (1976): S. 1.
                  • Heimarbeiterin – unbekannte Kollegin“. In: Emanzipation. Zeitung der Progressiven Frauen Schweiz (PFS) 2.10 (1976): S. 3.
                  • Leuchtfarben und ein geheimnisvolles Kasperlispiel“. Pestalozzi Schatzkästlein. Pestalozzikalender II. Teil (1954): S. 111–112.
                  • Pessl, Helene. „Strahlenkosmetik“. Die schöne Frau 7.8 (1932): S. 376–377.
                  • „Radiumvergiftungen in Fabriken“. Illustrierte Technik für Jedermann 36 (1926): S. 439.
                  • „Über uns. Geschichte“. Gosteli-Archiv, n.d.
                  • „Unsern Lesern“. Frauenfreude – Mädchenglück 48.308 (1931): S. 14.
                  • “Untersuchungen beim Setzen von Leuchtfarben am 23. März 1959 in Biel, zusammen mit Herrn Dr. Baechthold vom Fabrikinspektorat des I. Kreises und Herrn Berthoud, Gewerbepolizei Biel”. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E7184A#2000/394#196*, Az. 004.961, Dokumentation A-Z. Heimarbeit-Leuchtfarben, 1959–1967.
                  • „Vereinsstatuten der BIELER HEIMARBEIT“. 29. März 1940. Gosteli-Stiftung, Archiv zur Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung, AGoF 710: Archiv Familie Lanz, Biel.
                  • Weiss, Paul. Die Heimarbeit in der schweizerischen Uhrenindustrie. Biel: CHS. & W. Gassman, 1946. S. 25–26.
                  • Werbung von Merz & Benteli AG, Bern Bümpliz. Pestalozzi-Schatzkästlein. Pestalozzikalender II. Teil (1954): S. 132.
                  • Werbung für Schröder-Schenke, Berlin. Die schöne Frau 4.6 (1929): S. 39.
                  • „Echte Schönheit!“ Frauen-Fleiß. Vobachs Zeitschrift für Handarbeiten 11 (1926): S. IV.
                    22 min
                  • Die Deponie
                    Ein zufälliger Fund radioaktiver Altlasten

                    Am 9. November 2012 schlägt ein Geigerzähler in Teuftal BE Alarm: Ein Lastwagen, der gerade durch die Pforte der Mülldeponie fährt, hat radioaktiv verstrahltes Material geladen.

                    Mit diesem Alarm hat an diesem Tag keiner gerechnet. Schliesslich kommt der Schutt, den der Lastwagen transportiert, nicht von einem Atomkraftwerk, sondern von einer Autobahnbaustelle bei Biel. Von einer Stelle, wo 2012 gerade die Autobahnumfahrung A5 gebaut wird.

                    Der Grund für den Alarm des Geigerzählers: An dem Ort, wo der Schutt herkommt, lag über ein halbes Jahrhundert Abfall der Schweizer Uhrenindustrie in der Erde: Gläschen mit Farbe, die Uhren zum Leuchten brachten. Basis dieser Leuchtfarbe war ein radioaktiver Stoff: Radium-226.

                    Dieser 9. November 2012 ist für den Bund der Startpunkt eines Projektes, das ihn Millionen kosten wird: Die Suche und Beseitigung radioaktiver Altlasten der Schweizer Uhrenindustrie. Und diese Suche führt die Behörden nicht nur auf Mülldeponien, sondern auch in ganz gewöhnlichen Wohnungen in Schweizer Gemeinden des Jurabogens. Dort, wo Menschen leben, die nichts davon wissen, dass ihre Abflussrohre, Treppengeländer oder Fussdielen radioaktiv verstrahlt sind.

                    Es waren die Wohnungen von Radiumsetzerinnen: Frauen, die bei sich zuhause Zifferblätter von Uhren mit Farbe und Pinsel in Heimarbeit zum Leuchten brachten. Frauen, die von dieser Arbeit gesundheitliche Folgen davon trugen oder sogar daran verstorben sind.

                    In ihren Recherchen wird deutlich: Die Schweiz hatte im Verlauf der Geschichte immer wieder Hinweise darauf, wie gefährlich die Arbeit mit dieser Leuchtfarbe ist. Sie war damit auch nicht allein: Die beiden Autorinnen zeichnen in der Serie den Weg der Leuchtfarbe nach, vom Erzgebirge über das Labor von Marie Curie bis zur Stube der Heimarbeiterin – überall dort, wo sich die radioaktiven Spuren bis heute finden lassen.

                    Mit einem Abo der Republik unterstützen Sie Serien wie diese! Auch sind auf Republik.ch bereits alle Folgen verfügbar.

                    Wir suchen nach Radiumsetzerinnen und ihren Angehörigen!

                    Kennen Sie eine ehemalige Heimarbeiterin, die Uhren bemalt hat? Oder gibt es eine Radiumsetzerin in Ihrer Familie? Dann melden Sie sich bei uns unter [email protected] und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

                    Credits:

                    Corinne Geering (Recherche, Skript & Wissenschaftliche Begleitung), Livia Grossenbacher (Recherche, Skript, Schnitt & Sounddesign), Vivienne Kuster (Regie & Executive Producer), Fatima Dunn (Musik), Cécile Klotzbach (Factchecking), Philipp Teichert (Mastering)

                    Es ist ein Podcast der Republik, wobei die Arbeit der beiden Autorinnen zusätzlich gefördert wurde durch den Leibniz-Forschungsverbund «Wert der Vergangenheit» und die Stiftung für Erforschung der Frauenarbeit.

                    Wir danken dem Gosteli-Archiv, dem Schweizerischen Bundesarchiv, dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Historicshen Archiv der Suva, Julian Stangl, Rudolf Geipel, Eric Kaufmann, Wally Friedl, Kerstin Kraus, Timm Schönfelder und Benjamin Eugster.

                    Weiterführende Lektüre zur ersten Folge:

                    • Beitrag „Biel in der Rezession“. CH-Magazin, 19. September 1975, SRF Archiv.
                    • Lukas Emmenegger. Historischer Bericht im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit. Die Verwendung von Radiumleuchtfarben in der Schweizer Uhrenindustrie (1907–1963). Universität Bern, 1. März 2018.
                    • Quellen

                      • Bundesamt für Gesundheit BAG und Bundesamt für Umwelt BAFU. Bilanz des Aktionsplans Radium 2015–2023. Schlussbericht zuhanden des Bundesrates. 2024. S. 12, 14, 17, 29.
                      • Das Bundeszwischenlager“. PSI Stories, 13. September 2018.
                      • Die vier Standorte: Biel“. Rolex, n.d.
                      • „Entwurf der Vollziehungsverordnung zum Bundesbeschluss vom 22. Juni 1951 über Massnahmen zur Erhaltung der schweizerischen Uhrenindustrie, 11. Oktober 1951“. S. 7–8. Schweizerisches Bundesarchiv (BAR), E6351F#1972/130#278*, Az. 177-19, BRB vom 22. Juni 1951 über Massnahmen zur Erhaltung der schweizerischen Uhrenindustrie, 1951–1960.
                      • „OMEGA eröffnet neue Fabrik“. Swatch Group, 2. November 2017.
                      • Stellungnahme des Bundesrates vom 09.11.2022“ zur Interpellation 22.3936 „Radioaktive Farben. Gilt das Verursacherprinzip nicht für die Uhrenindustrie?“ von Martina Munz, 20. September 2022. Die Bundesversammlung – Das Schweizer Parlament.
                      • Trachsel, Jaroslaw. „Umstrukturierung der Bieler Uhrenindustrie“. mémreg mémoire régionale regionales gedächtnis. Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura, 1960.
                      • „Verwaltungsbericht der Direktion der Volkswirtschaft des Kantons Bern für das Jahr 1964“. In: Bericht über die Staatsverwaltung des Kantons Bern. Bern: Stämpfli & Cie, 1965. S. 167–207, hier S. 173.
                      • 23 min

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