Manchmal ist alles doof. Nichts läuft rund. Alles geht schief. Es sind die Tage, an denen ich mich mit wenig Energie aus dem Bett quäle und das Gefühl habe, dass alles Mist ist. Ab und zu liegt es an dem Gedankenkarussell, das mir den Schlaf geraubt hat, einem Streit mit meinem Partner, Stress mit der Familie oder einem zu vollen Wochenende. Vielleicht liegen die letzten anerkennenden Worte zu lange zurück. Ausgerechnet wenn das Selbstwertgefühl-Konto im Minus ist, wartet vielleicht auch noch ein vorwurfsvoller Kommentar im Blog darauf freigegeben zu werden.
Vielleicht kennst du diese Tage. Solch ein Loch ist halb so wild, wenn sich der Fußboden bald wieder hebt und der Rand zum Rausklettern nahe kommt. Doch Menschen in einer depressiven Episode kommen aus dem Tief nicht so schnell heraus. Ich weiß, wovon ich rede, denn vor anderthalb Jahren hatte ich so eine Phase.ichdenBlickfürsPositiveverl
Eines der Hauptprobleme war, dass ich den Blick auf die positiven Dinge verlernt hatte. Alles war blöd – wochenlang, monatelang. Ich konnte nicht mehr schätzen, dass mein Job sicher und gut bezahlt war, dass ich auf Dienstreisen die Welt sah und die rechte Hand mit viel Verantwortung war.
Ich sah nur unschaffbare Aufgabenberge, Sinnlosigkeit und um 22:43 Uhr die SMS meiner Chefin beginnend mit: "Wir müssen noch..."
Als mein Körper und Geist im Kollektiv das Handtuch warfen, war ich daraufhin ein halbes Jahr zu Hause, kündigte schließlich und arbeitete mich mühevoll aus einem Burnout heraus. Ein Teil des Weges aus meinem Tief waren die Treffen mit Patrick und einige inspirierende Bücher, von denen ich bis heute zehre.