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Die Musikindustrie macht so viel Umsatz wie noch nie (33 Milliarden weltweit) – doch bei vielen Musiker:innen kommt kaum etwas davon an. Seit der Gründung seines Indie-Labels Mouthwatering Records im Jahr 2003 navigiert Andreas Ryser durch die radikalen Wellen der Digitalisierung. Als Präsident von Indiesuisse und Manager der international erfolgreichen Schweizer Acts Black Sea Dahu und To Athena kennt er das System wie kein Zweiter.In dieser Episode sprechen wir über den brutalen Wettbewerb auf Streaming-Plattformen, warum Spotify-Streams und Konzerttickets zwei völlig verschiedene Währungen sind, und weshalb ein 20-sekündiger Clip von To Athena seit Jahren Fans in Mexiko aufbaut. Wir reden über den «Discovery Mode» als modernes Payola, über Frankreich als Vorbild für eine Streaming-Steuer und darüber, warum die Schweiz bei Uhren und Schokolade top im Export ist – bei Musik aber fast nichts tut. Und: Warum wartet eigentlich niemand auf neue Musik?
Links zur Folge:
Mouthwatering Records
Indiesuisse
In dieser Folge von Helvetica ist Knackeboul zu Gast – Rapper, Moderator, Podcaster, Kinderliedermacher und einer der umtriebigsten Köpfe der Schweizer Kulturszene. Wir reden über Schweizer Hip-Hop zwischen Konkurrenz und Community, über Cancel Culture, Medienwandel und Social Media – aber auch über kreative Freiheit, Vatersein, Tinnitus und die Frage, wie man sich als Künstler zwischen Leidenschaft und Existenzsicherung bewegt. Knäck erzählt von seinen Anfängen als Techno-DJ, von Mundart-Rap um die Jahrtausendwende, von Hate aus der Szene, SRF-Formaten wie «Cover Me» und warum er heute lieber eigene Formate baut, statt auf klassische Medien zu warten. Dazu gibt’s Gedanken über Viralität, TikTok, Kulturförderung, Kinder-Musik – und natürlich viele Wortspiele. Eine Folge über Kreativität, Risiko, Haltung und die Kunst, sich seinen eigenen Weg zusammenzubasteln.
Links:
Knackeboul auf Instagram: @knackeboul
Neue EP: Leumund Podcast mit Luke: Pottcast (fast jede Woche, ~Ep. 283)
Kinderprojekt: Knäcki
In dieser Folge ist Nora Steiner, die eine Hälfte des erfolgreichen Zürcher Duos Steiner & Madlaina, zu Gast. Wir sprechen über das Erfolgsgeheimnis ihrer jahrelangen Zusammenarbeit: Warum gegenseitige Bewunderung und absolute Ehrlichkeit die Basis für ihre Songs sind. Nora gibt einen Einblick in den kreativen Prozess – vom Austausch via Sprachmemos bis hin zu 13-stündigen Sessions im Studio mit Produzent Tillmann Ostendarp.
Ausserdem diskutieren wir kritisch über das aktuelle Musikbusiness: Warum Nora privat am liebsten kein Instagram hätte, weshalb sie Spotify kritisch gegenübersteht und darüber, was es bedeutet, als Frau in einem immer noch männerdominierten Musikbusiness zu arbeiten. Ein Gespräch über die «Arroganz der falschen Bescheidenheit», den Umgang mit dem Algorithmus und die Erkenntnis, dass Musikmachen am Ende wichtiger ist als der Ruhm.
Sacha Winkler aka Kalabrese – DJ, Musiker, Mitgründer der Zürcher Clublegende «Zukunft» – ist seit über 30 Jahren eine feste Grösse in der Schweizer Musikszene. Im Gespräch mit mir erzählt er, wie er als Schlagzeuger bei der Hip-Hop-Band Sendak anfing, wie ihn die späten 90er in der Techno-Szene Zürichs für immer prägte, und was ihn bis heute antreibt, jede Nacht wieder aufzulegen.Wir reden über die Kunst des langen Sets, über das Spannungsfeld zwischen Pleaser und Teaser, über Clubs als Schutzräume in politisch turbulenten Zeiten – und warum zu viel Strategie die Musik tötet. Ausserdem: sein neues Album in Arbeit, seine Rolle als Mentor für junge Musiker:innen und eine unvergessliche Nacht in Istanbul.Eine Episode über Musik, Loslassen und die Frage, ob man je wirklich aufhören kann.
Pablo Color macht Musik irgendwo zwischen Ambient, Jazz und dem, was man mit einem Augenzwinkern «Balearic» nennt: eine Stimmung, keine Schublade. Seit über zehn Jahren bewegt er sich zwischen Zürich und der Welt, zwischen Gitarre und Klavier, zwischen Solo-Projekt und Kollaboration.
In dieser Folge Helvetica reden wir über die Magie, die entsteht, wenn zwei Musiker «matchen» – feinstofflich, wie Pablo es nennt –, über Authentizität als Zulassen statt als Stilfindung, und darüber, warum Follower-Zahlen in der Musik nichts verloren haben. Wir sprechen über sein zweites Projekt unter dem Namen Alex Iro, über eine unerwartete Kollaboration mit Deep-House-Legende Ron Trent, und über die vier einfachen Regeln, die Pablo nach einem schwierigen Jahr wieder auf Kurs gebracht haben.
Eine Folge über Musik, die Kino im Kopf auslöst – und über den Mut, einfach anzufragen.
Stefanie Heinzmann ist seit fast 20 Jahren eine feste Grösse in der Schweizer und deutschen Musiklandschaft – doch hinter dem Bühnenmensch steckt weit mehr als Gold- und Platinplatten.Stefanie erklärt, warum sie ihr "inneres Kind" bewusst in den Ruhestand geschickt hat, um endlich selbst das Steuer zu übernehmen, und warum Therapie für sie so normal sein sollte wie der Gang zum Zahnarzt. Wir sprechen über die Arroganz der Falschbescheidenheit, den Umgang mit Hasskommentaren als "Gartenpflege" und die Frage, warum Scheitern eigentlich nur eine andere Form von Energie ist.Ein Gespräch über das Privileg, Liebe in die Welt zu tragen, die Angst vor der eigenen Courage und die Erkenntnis, dass wir alle – egal wie berühmt – am Ende einfach nur Menschen sind, die gesehen werden wollen.
Anna Rey ist eine Wanderin zwischen den Welten: Ursprünglich aus Luzern, heute in Köln, bewegt sie sich zwischen intimer Solo-Musik und dem kollektiven, eher dystopischen Projekt «Personne». Im Gespräch mit mir schildert die Jazz-Pianistin und Sängerin, wie sie versucht, das «System zu hacken», indem sie die Mechanismen der Attention Economy selbst zum Thema ihrer Kunst macht. Es geht um den «Schweizer Geoblock» in Streaming-Algorithmen, die inspirierende Ruinen-Ästhetik von Köln und die Frage, ob man Kunst heute noch von der Künstler-Persona trennen kann.
In dieser Folge von Helvetica spreche ich mit Lorenz Häberli von Lo & Leduc über die Kraft von Sprache – und ihre Grenzen. Warum Schweizerdeutsch für ihn keine Strategie, sondern eine körperliche Realität ist. Warum Musik oft zuerst etwas «Aussersprachliches» berührt. Und weshalb er sich dagegen wehrt, dass Kunst eine Funktion erfüllen muss.Wir sprechen über Hits und das Gefühl, sich dabei auch täuschen zu können. Über die Ambivalenz von Mundartmusik zwischen Identität und Lokalpatriotismus. Und über die Wucht von Live-Konzerten – von Momenten, die so intensiv sind, dass sie noch Tage später nachhallen.Ein Gespräch über Musik, Haltung und die Frage, was wirklich bleibt.
Kevin, bekannt als Melodiesinfonie, macht seit fast 15 Jahren Musik – und hört dabei nie auf, sich neu zu erfinden. Mit über 10 Alben, unzähligen Kollaborationen und einem profunden Verständnis für sein Handwerk ist er einer der umtriebigsten und supervernetzten Musiker der Schweizer Szene. Im Gespräch erzählt er, warum er Musik machen muss, wie das gemeinsame Album mit OG Florin entstand, was ihn an der Streaming-Kultur stört – und warum Musik im Grunde ein Mysterium bleibt.
Batbait ist eine Rockband aus Zürich, die seit 2019 gemeinsam Musik macht. Die vier Freundinnen gewannen 2021 die M4Music Demotape-Klinik und haben seither zwei Alben veröffentlicht: «Dirty Clothes» und das aktuelle «Working in the Garden». Im Gespräch erzählen Gianna und Sandra von kollektivem Songwriting im Bandraum, von politischer Leichtigkeit in ihren Texten, vom Gefühl, zwischen Spotify-Algorithmus und DIY-Anspruch den eigenen Weg zu suchen – und warum sie Kassetten lieben.
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