Herbst Tapes

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Herbst Tapes episodes

  • Folge #2.3: Lyrikhotel mit Joerg Schieke (Leipzig) & Juliane Liebert (Berlin)

    Unser herrlich verrücktes Leben selbst ist das Basismaterial der Lyrik von Jörg Schieke. Schon in seinem Debüt „Die Rosen zitieren die Adern“ (Druckhaus Galrev, 1995) kündigt sich ein melancholisch­humorvoller Ton an, der in der oft bierernsten deutschen Gegenwartsdichtung auffällt. Dass der Autor lange vor der Rückkehr des Krieges nach Europa seine Grundwehrdienstzeit in der NVA reflektiert, ist ein Störton, der den Abend an manchen Stellen fast ins Kippen bringt. Dennoch hat Schieke mit der Musikjournalistin, Autorin und Fotografin Juliane Liebert („lieder an das große nichts“, Suhrkamp 2021) vermutlich eine Geistesverwandte eingeladen. Wenn die Schatten zwischen Grafikschränken und Apothekervitrinen in der Alten Post länger werden, haben auch Marianne Faithfull, diverse Battlerapper und Christa Päffgen aka Nico ihren Auftritt.

    56 min
  • Folge #2.2: Alles auf Anfang! Ein Kanon-Abend mit Bov Bjerg, Sophia Fritz und Gunnar Cynybulk

    Der Kanon Verlag wurde 2020, mitten in Pandemie-Zeiten, vom ehemaligen Ullstein-Verlagsleiter Gunnar Cynybulk und weiteren Gesellschaftern in Berlin gegründet; ein waschechter Indie. Im Herbst 2021 erschienen unterm Signet des Affen, das für Vitalität und Widerständigkeit steht, die ersten Bücher. Mit dabei: Das verschollene Debüt des Bestsellerautors Bov Bjerg – und der Erstling der 24jährigen Sophia Fritz. Unter den gelben Posthorn-Lampen von „Horns Erben“ in der Leipziger Südvorstadt moderierte Gunnar Cynybulk Lesung und Gespräch der beiden Autoren. Ein neuer Verlag und zwei Debüts, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Wenn diesem Anfang kein Zauber innewohnt, ist uns nicht mehr zu helfen. Sophia Fritz Lesung I [07:07] | Gespräch [18:17] | Bov Bjerg Lesung I [21:30] | Gespräch [36:13] | Cynybulk über Kanon [54:42] | Short Cuts Fritz & Bjerg [57:00].

    1 hr 13 min
  • Staffel 2, Folge #1: Ja okay, aber: PeterLicht & Donis

    Im UT Connewitz spricht PeterLicht mit dem Leipziger DJ und Entertainer Donis über seinen neuesten Roman „Ja okay, aber“ (Klett-Cotta), übers Prokrastinieren als stumme Revolte des Nichtstuns, Kaffee als „Wolf im Schafspelz des Kapitalismus“, übers Schreiben und über Lieblingslektüren. Ein Abend, der sich auch ohne Ibuprofen sehr gut aushalten ließ: Lesung I [15:17] | Gespräch II [24:40] | Lesung II [37:16] | Gespräch III [46:09] | Lesung III [56:27] ] Gespräch IV [1:02:36].

    1 hr 37 min
  • Folge #5: Lyrikhotel: Kerstin Preiwuß (Leipzig) & Marcel Beyer (Dresden)

    Wir haben renommierte Leipziger Autorinnen und Autoren gebeten, sich für je einen Abend eine besonders geschätzte Kollegin, einen Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum einzuladen. Keine Moderation, keine thematischen Vorgaben, alles ist erlaubt! Wenn Kerstin Preiwuß, deren vierter Gedichtband „Taupunkt“ (Berlin Verlag) von der Kritik gefeiert wurde, in der Alten Post Lindenau auf Marcel Beyer trifft, sind im Zwielicht zwischen Grafikschränken, Apothekervitrinen und alten Fauteuils womöglich auch Frank Schöbel und Friedrich Hölderlin anwesend. In den lang erwarteten neuen Gedichten des Büchner-Preisträgers Beyer („Dämonenräumdienst“, Suhrkamp) jedenfalls trägt sich Unerhörtes zu: „Schreib es auf, sonst musst du es / am Ende noch erleben.“

    1 hr 27 min
  • Folge #4: Beste erste Bücher: Marius Goldhorn („Park“) und Deniz Ohde („Streulicht“) lesen aus ihren Romanen

    Heute möchten wir euch gleich zwei Lesungen vom Gipfeltreffen der besten Debütantinnen und Debütanten des Jahres 2020 im Leipziger Ostpassage-Theater präsentieren: Den 1991 in Koblenz geborenen Marius Goldhorn und die 1988 in Frankfurt am Main geborene Deniz Ohde. Marius’ Roman „Park“ erzählt von der Oberfläche unserer Gegenwart, in der das Virtuelle genauso nah ist wie die Realität. Mit literarischem Wagemut schickt er seinen Protagonisten Arnold durch ein unsicheres Europa. Deniz erkundet in ihrem Debütroman „Streulicht“ die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Satz für Satz spürt sie den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien.

    40 min
  • Folge #3: Lyrikhotel: Thomas Böhme (Leipzig) & Kathrin Schmidt (Berlin)

    Wir haben renommierte Leipziger Autorinnen und Autoren gebeten, sich für je einen Abend eine besonders geschätzte Kollegin, einen Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum einzuladen. Keine Moderation, keine thematischen Vorgaben, alles ist erlaubt! Der erste Abend in der Möbelkooperative Süd gehört dem Leipziger Thomas Böhme und der von ihm eingeladenen Gastautorin Kathrin Schmidt. Thomas Böhme, der in den frühen Achtzigern als bärtiger Beatnik den Nerv einer Generation traf und heute schreibend seine ganz eigenen Realitäten erschafft, begegnet Kathrin Schmidt, die in ihrem Gedichtband „Sommerschaums Ernte“ (Kiepenheuer & Witsch) Natur und Stadt, Leben und Sterben, Sinnlichkeit und abstrakte Analyse souverän verklammert.

    57 min
  • Folge #2: Beste erste Bücher: Verena Keßler liest aus ihrem Roman „Die Gespenster von Demmin“

    Im Mai 1945 töten sich in Demmin etwa 1000 Menschen aus Angst vor den heranrückenden Russen. Wie ist es, in der Kleinstadt in Vorpommern heute aufzuwachsen? Verena Keßler, 1988 in Hamburg geboren und Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig, lässt ihre Romanheldin zwischen den Geistern der Vergangenheit erwachsen werden. Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Verena Keßler von Trauer und Einsamkeit, von Freundschaft und der ersten Liebe. Ein Roman über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, sie zu überwinden.

    21 min
  • Folge #1: Beste erste Bücher: Marina Frenk liest aus ihrem Roman „ewig her und gar nicht wahr“

    Das Gipfeltreffen „Beste erste Bücher“ zum Festivalauftakt gilt inzwischen schon als Herbst-Klassiker. In dieser Folge präsentieren wir euch die 1986 in Moldawien geborene, seit 1993 in Berlin lebende Marina Frenk. Marina liest aus ihrem von der Presse gefeierten, bei Wagenbach erschienenen Erstling „ewig her und gar nicht wahr“. Ihr raffiniert gebautes Debüt ist ein Buch über Familie und Herkunft, über Eltern- und Kindschaft. Es ist, könnte man sagen, ein heutiger Künstlerinnenroman – und vor allem auch der Roman einer Liebe.

    24 min

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