Hör mal, wer da schreibt

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Hör mal, wer da schreibt episodes

  • Sagt man »Du Arschloch!« oder »Sie Arschloch!«?

    Hinsichtlich dieser Frage ist die Gesellschaft gespalten. In konservativen Branchen sowie in der Politik hält man an der Höflichkeitsform fest, ähnlich wie die einstigen Könige am Pluralis Majestatis. Dient sie in Wahrheit der Hierarchie? Der Macht? In den Sozialen Medien handhabt man das jedenfalls ganz anders; hier gilt das Du als gängig und das Sie als untypisch und teils befremdlich. Aber was heißt das nun für uns Autorinnen und Autoren? Genau darum dreht sich diese Episode.


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    55 min
  • Sind Füllwörter überflüssig oder unerlässlich?

    Ob wir Füllwörter brauchen, ist höchst umstritten. Für die einen transportieren sie Emotionen und machen Texte weniger »roboterhaft«, für die anderen sind sie wie Schmeißfliegen, die lästig durch Sätze schwirren und so vom Kernthema ablenken. Die perfekte Kontroverse, um Füllwörter in den Mittelpunkt zu stellen: Was genau sind Füllwörter? Wie nennt man sie fachsprachlich? In welche Arten lassen sie sich unterteilen? Sofern du mit einem kritischem Ohr lauschst, fallen dir auch unsere »Füllwortschwächen« auf. Spätestens, wenn wir sie dir offenlegen.

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    58 min
  • Autoren sind die Murmeltiere der Arbeitswelt

    Autoren schlafen bis 12:00 Uhr, essen sogleich zu Mittag, suchten ein paar Folgen ihrer Lieblingsserie und arbeiten daraufhin ein, zwei, wenn’s hoch kommt drei Stunden. Feierabend! So in etwa schätzen manche die Schriftstellerei ein; mit der Realität hat diese Vorstellung indes nicht viel gemein. Und das wollen wir dir beweisen, indem wir dir einen Einblick in unseren Alltag geben. Ferner reden wir über Mitmenschen, berufliche Ziele und was wir aktuell schmökern. Autoren schreiben nämlich nicht nur, sie lesen auch gelegentlich, denn irgendwie ist das Teil ihres Jobs. Unglaublich, was?

    Shownotes

    Erwähnte Bücher:

    • “Die Mäusestrategie für Manager” von Spencer Johnson und Gaby Turner
    • “Denken hilft zwar, nützt aber nichts: Warum wir immer wieder unvernünftige Entscheidungen treffen” von Dan Ariely
    • “Unsichtbare Frauen: Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert” von Caroline Criado-Perez
    • “Endlich nicht mehr nur Bahnhof verstehen, sondern wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt: Das Redewendungen-Erklärungsbuch” von Norbert Golluch

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    46 min
  • Nutzen wir too many english words?

    Anglizismen sind aus der deutschen Sprache nicht mehr wegzudenken. Wir benutzen sie regelmäßig, mancher sogar in jedem zweiten Satz. Doch was ist die letale Dosis für unseren Stil? Welche deutschen Begriffe bieten sich als Alternative an? Und woher kommen diese ganzen englischen Begriffe überhaupt? Das gilt es zu diskutieren. Kleiner »Spoiler«: Vor etwa 300 Jahren sah sich unser schönes Deutsch schon einmal einem fremdsprachlichen Angriff ausgesetzt. Hierzulande war nicht jeder darüber »amüsiert«.

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    32 min
  • Komplizierter Satzbau: Wenn Sätze zu Güterzügen werden

    Parataxe. Hypotaxe. Apposition. Wie bitte? Hinter diesen zarten Begriffen verbergen sich bedeutsame Elemente der Stillehre. Wir alle machen von ihnen Gebrauch – meistens unbewusst. Heute aber rufen wir sie uns ins Bewusstsein! Denn nur auf diese Weise vermeiden wir Sätze gleich Güterzügen, die diffuses Gedankengut transportieren, das nur so an uns vorbeirauscht. Anhand von eingängigen Beispielen zeigen wir auf: Das geht auch anders, wenn wir wollen.

    Shownotes:

    Drei Beispiele mit kompliziertem Satzbau:

    • Aus dem Buch “Lern mal Deutsch, du Opfer!”:

    “Die Beseitigung dieses Problems zählt, neben der Verbesserung des ökologischen Fußabdruckes, der Erarbeitung einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit in der Robotik, der Erhöhung der Frauenquote in den Dax-Vorständen und dem Erreichen einer durchschnittlichen Fahrplanabweichung von nicht mehr als dreißig Minuten bei wenigstens 50 % aller Fahrten der Deutschen Bahn, zu den großen Herausforderungen unserer Nation im aktuellen Jahrzehnt.”

    Schöner mit mehrere Sätzen:

    “Diese beiden Wörter zu unterscheiden zählt zu den großen Herausforderungen Deutschlands im aktuellen Jahrzehnt. Unbestreitbar mindestens genauso wichtig wie, den ökologischen Fußabdruck zu verbessern, …”

    • Beispiel mit der Konjunktion “dass”:

    “Daniel weiß, dass die Freundin seiner Freundin ständig Ärger mit ihrer Chefin hat und dass sie deshalb eine Kündigung erwägt.”

    Schöner mit Hauptsätzen:

    “Daniel weiß: Die Freundin seiner Freundin hat ständig Ärger mit ihrer Chefin. Deshalb erwägt sie eine Kündigung.”

    • Anfang des Werkes “Der Zweikampf” von Heinrich von Kleist.

    “Herzog Wilhelm von Breysach, der seit seiner heimlichen Verbindung mit einer Gräfin, namens Katharina von Heersbruch, aus dem Hause Alt-Hüningen, die unter seinem Range zu sein schien, mit seinem Halbbruder, dem Grafen Jakob dem Rotbart, in Feindschaft lebte, kam gegen das Ende des vierzehnten Jahrhunderts, da die Nacht des heiligen Remigius zu dämmern begann, von einer in Worms mit dem deutschen Kaiser abgehaltenen Zusammenkunft zurück, worin er sich von diesem Herrn, in Ermangelung ehelicher Kinder, die ihm gestorben waren, die Legitimation eines, mit seiner Gemahlin vor der Ehe erzeugten, natürlichen Sohnes, des Grafen Philipp von Hüningen, ausgewirkt hatte.”

    Dieser eine (!) Satz ist der Güterzug aller Güterzüge.

    Wie man ihn schöner schreiben kann? Keine Ahnung! 

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    32 min
  • Kritik – Hindernis oder Chance?

    Kritik kann schmerzhaft sein. Das konnten wir als Autoren schon etliche Male spüren. In dieser Episode servieren wir dir weniger Theorie, dafür mehr persönliche Kost. Wir plaudern über Kritiken, mit denen wir uns schon konfrontiert sahen, wie wir damit umgegangen sind und was sie letztlich für unseren Schreibstil bedeutet haben.

    Unser Aufruf: Kritisiere uns!

    Schick uns deine Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen bis 31.03.2022 an [email protected] oder [email protected]

    Beantworte dazu kurz die folgenden Fragen:

    1. Was gefällt dir an unserem Podcast?
    2. Was würdest du verbessern?
    3. Welches Thema interessiert dich für zukünftige Folgen?

    Die ersten drei Kritiken belohnen wir mit einem signierten Buch (Entrepreneurshit), das wir dir kostenlos zuschicken.

    Wir freuen uns, von dir zu lesen!

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    40 min
  • Warum du Romane besser nicht im Passiv schreibst

    Aktiv oder Passiv? In dieser Folge geht es nicht um Sport, sondern um die zwei Handlungsrichtungen des Verbs. Wie du feststellen wirst, kommt es auf den Blickwinkel an: Wer ist »Täter«, wer »Opfer«? Gudrun und ihr Langhaardackel werden uns dabei helfen, den Fall aufzuklären.

    Shownotes:

    Demonstration, wie das Passiv in Erzählungen wirkt:

    Aktiv:

    Maria öffnete ihre Wohnungstür. Sie hängte ihre Jacke auf, als ihre Augen einen vorbeihuschenden Schatten wahrnahmen. Was war das? Ertappte sie gerade einen Einbrecher auf frischer Tat? Ihr Herz schlug wie das einer Beutelratte. Instinktiv zog Maria ihr Smartphone aus der Tasche und tippte die 110 in den Ziffernblock. Dabei schritt sie langsam zurück in Richtung Hausflur. Nur kam Maria dort nicht an. Sie stolperte gegen einen Körper, offenbar stand hinter ihr eine weitere Person. Sie hielt etwas Reflektierendes in der rechten Hand. Noch bevor sie erkannte, dass es sich um einen Gefrierbeutel handelte, stülpte ihr die Person selbigen mit beiden Händen über den Kopf.

    Passiv:

    Die Wohnungstür wurde von Maria geöffnet. Ihre Jacke wurde von ihr aufgehängt, als ein vorbeihuschender Schatten von ihren Augen wahrgenommen wurde. Was war das? Wurde von ihr gerade ein Einbrecher auf frischer Tat ertappt? Ihr Herz schlug wie das einer Beutelratte. Instinktiv wurde von Maria ihr Smartphone aus der Tasche gezogen und die 110 in den Ziffernblock getippt. Dabei wurde Maria von ihren Beinen langsam zurück in Richtung Hausflur getragen. Nur kam sie dort nicht an. Ein Körper wurde von Maria angerempelt, offenbar stand hinter ihr eine weitere Person. Etwas Reflektierendes wurde von ihr in der rechten Hand gehalten. Noch bevor sie erkannte, dass es sich um einen großen Gefrierbeutel handelte, wurde selbiger von der Person mit beiden Händen über Marias Kopf gestülpt.

    Funde aus unseren Texten, die wir aktiver schreiben wollten:

    1. Die Daten werden durch die Befragung der Probanden gewonnen. → Die Datengewinnung erfolgt durch die Befragung der Probanden.
    2. Eine dieser Weisheiten wird durch die Initiative „5 am Tag e. V.” verkörpert. →  Eine dieser Weisheiten verkörpert die Initiative „5 am Tag e. V.”.
    3. An diese Fortschrittsberichte wurden sie durch die Mitarbeiter der Studie erinnert. → Die Mitarbeiter der Studie erinnerten sie an die Abgabe der Fortschrittsberichte. 
    4. Je mehr Maurer arbeiten, desto weniger Arbeitszeit wird benötigt. → Je mehr Maurer arbeiten, desto weniger Arbeitszeit benötigen diese. 
    5. Wir werden uns verschiedene Lösungswege angucken. → Wir gucken uns verschiedene Lösungswege an.
    6. Nach der Aushärtung wird im letzten Schritt die Oberfläche abgeschliffen. → Nach der Aushärtung sorgt Schleifpapier für eine glatte Oberfläche.


    Kontakt: [email protected] oder [email protected]

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    35 min
  • Sollen Adjektive gelten, mach sie selten

    Dein Text wirkt irgendwie nackt? Na, dann kleide ihn doch in Adjektive! So in etwa lautete der Rat in der Schule, der einen wahren Kern besitzt, aber uns gleichzeitig das Virus für die Adjektivitis injizierte. Und die gilt es zu kurieren. In dieser Folge erfährst du, wie du Adjektive mit Bedacht und an den richtigen Stellen wählst, damit sie mit ihrer Aussagekraft deine Leser entzücken.

    Unterschied zwischen Sachbuch, Fachbuch und Ratgeber:

    Sachbuch: Komplexer Sachverhalt wird laiengerecht aufgearbeitet. Zum Beispiel Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari. Verständlicher Schreibstil; die meisten Fremd- und Fachwörter werden erläutert.

    Fachbuch: Spricht ein Fachpublikum mit beruflichem und akademischem Background an und setzt eine große Portion Wissen voraus. Zum Beispiel: Standardoperationen in der Herzchirurgie.

    Ratgeber: Ähnlich zu einem Sachbuch, nur behandeln Ratgeber ein Thema spezieller. Zum Beispiel zu den Themen Stress, Vermögensaufbau usw. Die Zielgruppe hat ein konkretes Problem und sucht Rat. Verständliche Sprache, Fremdwörter werden erklärt. Die Umsetzung steht im Vordergrund.

    Alex’ Beispiele für überflüssige Textpassagen:

    • “Der nächste logische Schritt ist die Neukundengewinnung.”

    Vom Überfluss befreit: “Der nächste Schritt …”

    • “Die beste Methode, um der Falle des Binge-Watching zu entkommen, ist, sich beim Serienauftakt auf eineinhalb Folgen zu beschränken.”

    Vom Überfluss befreit: “Eine Methode, um der …”

    • “Die Organisation der eigenen Arbeit stellt eine zusätzliche Herausforderung dar und ohne ein ausgeklügeltes Selbstmanagement geht der Mitarbeiter sprichwörtlich im kalten Wasser baden.”

    Vom Überfluss befreit: “Die Arbeitsorganisation stellt eine Herausforderung dar …”

    • “Wir sind uns einig, dass viele der heutigen Tätigkeiten, die in einem durchschnittlichen Büroumfeld stattfinden, nicht zu dieser Form der Arbeit zählen.”

    Vom Überfluss befreit: “Wir sind uns einig, dass viele Tätigkeiten, die im Büroumfeld stattfinden …”

    Originelle Adjektive:

    tolldreist, atavistisch, lümmelhaft, fahrig, sauertöpfisch, ränkesüchtig, eigenbrötlerisch, umtriebig, präpotent, formidabel, kongenial, lakonisch, obskur, parasitär, süffisant, ungestüm, meliorativ, unprätentiös

    Kontakt: [email protected] oder [email protected]

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    56 min
  • Grammatik und Stilistik sind ebenso das Gleiche wie Salami und Kochschinken

    In unserer Pilotfolge steigen wir seicht in die Stilistik ein und teilen zunächst unsere Mission mit dir. Daraufhin wirst du dich bestimmt fragen, weshalb wir uns anmaßen, dir Schreibtipps geben zu wollen. Die Antwort darauf bleiben wir dir nicht schuldig.

    Aber was ist überhaupt Stilistik? Worin besteht der Unterschied zur Grammatik? Das klären wir auf. Anschließend widmen wir uns dem ersten stilistischen Problem – dem Nominalstil. Er erschwert Lesern das Leben ungemein, obwohl er keineswegs gegen die Regeln der Grammatik verstößt. Wir versichern dir: Sofern du unnötige Nomen vermeidest und sie durch aussagekräftige Verben ersetzt, wirst du deutlich mehr Leser erfreuen.

    Probiere es aus!

    PS: Anbei die beiden Beispiele zum Nominalstil.

    • Beispiel aus Christians Masterarbeit:

    Im Nominalstil: „Eine Verringerung der Schweißpunkthärte geht mit einer Veränderung des Gefüges einher, weshalb im Anschluss an die induktive Erwärmung mikrostrukturelle Untersuchungen erfolgen.”

    Weniger Nominalstil: „Ein Schweißpunkt verliert seine Härte, wenn sich sein Gefüge verändert. Aus diesem Grund erwärmen wir den Schweißpunkt zunächst induktiv und untersuchen anschließend seine Mikrostruktur.”

    • Beispiel aus dem CSU-Regierungsprogramm:

    Im Nominalstil: „Wir müssen die Vernetzung der Sicherheit auch in unserer Regierung abbilden. Daher wollen wir im Bundeskanzleramt einen Nationalen Sicherheitsrat schaffen, der außen- und sicherheitspolitische Koordinierung, strategische Vorausschau und nachrichten- dienstliche Erkenntnisse des Bundes und der Länder zusammenführt.”

    Weniger Nominalstil: “Die deutsche Sicherheit beginnt bei uns in der Regierung. Daher wollen wir im Bundeskanzleramt einen Nationalen Sicherheitsrat schaffen, der die folgenden drei Aspekte zusammenführt: 1) Er soll außen- und sicherheitspolitisch koordinieren, 2) vorausschauend handeln und 3) Erkenntnisse aus den Nachrichten von Bund und Länder ableiten.

    Kontakt: [email protected] oder [email protected]

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    56 min

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Entweder man kann schreiben, oder man lässt es bleiben. Richtig? Falsch. Gute Texte entstehen nicht einfach so. Wer schreiben kann, hat in der Regel viel gelesen und viel geschrieben. Doch das…