Tempo, Wiener, Neon, Titanic: Zwischen den 1970er-Jahren und der Jahrtausendwende entstand eine Form des Journalismus, die subjektiv, provokant und manchmal bewusst verletzend sein wollte. Popjournalisten schrieben über Musik, Politik und Gesellschaft, machten sich über Konventionen lustig und verstanden ihre Texte auch als Gegenöffentlichkeit. Was davon ist geblieben? Im Gespräch mit Gastgeber Christian Jakubetz spricht die Literaturwissenschaftlerin und LMU-Professorin Erika Thomalla über die Geschichte des Popjournalismus, die sie in ihrem Buch „Gegenwart machen“ anhand von rund 100 Gesprächen mit seinen Protagonisten rekonstruiert. Es geht um Rebellion und Subjektivität, um den Wandel des Journalismus und um die Frage, warum Provokation, Satire und radikale Meinungen heute schneller an Grenzen stoßen.