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«Einen Kuchen backen und einen Luftballon aufhängen am Grab, immer wenn wir Geburtstag feiern.» Trauer ist vielfältig und manchmal sogar bunt, auch wenn ein Kind stirbt. Da gibt es unterschiedliche Schubladen mit Gefühlen, die aufgehen, wenn die Trauer kommt. Wut, Schmerz, Angst, ist alles da, darf alles da sein.
Meistens kommt es in Wellen, und manchmal auch in unpassenden Situationen. Bei meiner Gästin Wiebke Seeler z.B. immer im Urlaub. Aber verdrängen hilft da nicht wirklich. Denn nur, wenn wir miteinander reden und uns zugehört wird, kann die Zeit den Schmerz verändern. Nicht heilen, aber verändern.
Wiebke Seeler ist Pfarrerin in Krusendorf an der Ostsee und spricht mit mir über den Tod ihrer Tochter.
Im Anschluss ans Gespräch (ab Min. 59.30) gibt es noch ein Interview von Jan Dino Kellenberger mit Oksan Nanz, Familientrauerbegleiterin. Das Interview soll das Gespräch mit Wiebke nicht kommentieren, sondern noch mehr Wege zum Umgang mit Trauer aufzeigen.
Niemand will einsam sein. Und einsam sterben schon gar niemand. Der Tod macht uns Angst, genauso wie die Einsamkeit. Wir sind nicht dazu geboren, allein zu sein. Menschen gehören gemeinsam. Besonders in harten Zeiten.
Wenn der Blick aus dem Fenster manchmal schon eine Verbindung zur Welt ist. Oder der Nachbar unerwartet zum Freund wird, weil sonst nicht mehr viel bleibt. Kind reminder: Umarmungen tun gut. Und einfach mal drüber reden auch immer. Deshalb sind Leichenschmäuse vermutlich auch so heilsam.
Auch dem Sterben sollten wir uns zuwenden. Denn gestorben wird immer. Und manchmal kann das auch tröstlich sein. Findet zumindest meine Gästin Melanie Katz. Sie ist Dozentin, Autorin, Coach und Künstlerin und spricht mit mir über Einsamkeit und das Sterben.
Wir suhlen uns in Trauer und Wut. Wir bleiben tagelang im Bett und wissen nicht wohin mit uns. Wir hören Sinead O Connor in Dauerschleife. Liebeskummer ist schrecklich. Also wirklich. Die Ausmasse sind sehr individuell, aber der Schmerz bleibt einfach unerträglich.
Zu dritt streitet es sich wesentlich besser, dann bin ich nämlich nicht in der Zwickmühle zuzuhören und recht haben zu wollen gleichzeitig. So die These meiner Gästin Tanja Walliser. Streiten tun wir darüber aber nicht. Denn eigentlich geht es letztendendes doch darum uns gegenseitig zu supporten, egal ob als Partner*innen, in der Familie oder in Freundschaften. Und wenn wir wissen, welche Menschen uns wichtig sind, dann brauchen wir ja vielleicht auch gar keine bestimmende Bezeichnung für sie. Liebe wächst ja eh, wo sie will.
Bedürfnisliste
Die wirklich guten Freundschaften, die sind rar. Oder wie ein kluger Mensch einst sagte: «Auf die man zählen kann, die kann man zählen.» Aber wie oft vertraut man sich den Liebsten wirklich an? Oder drehen wir uns auch in unseren Beziehungen nur um uns selbst? Warum das Reden mit Verstorbenen gut tut und welchen Einfluss unsere frühsten Kindheitserfahrungen haben. Miteinander kommunizieren hilft übrigens (fast) immer. Und wirkt nach- wie diese Folge von I feel you.
Brigitte Boothe ist emeritierte Psychologie Professorin an der UZH und praktizierende Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin.
Dario Cavadini ist freischaffender Künstler und lebt und arbeitet in Zürich. Eine aktuelle Rauminstallation von ihm ist in der Johanneskirche in Zürich unter dem Titel "Sichtbar ist das Verborgene" zu sehen.
Mein Gast in dieser Episode ist Benjamin Sager. Bensch bezeichnet sich selbst als womöglich drittbesten Humortrainer der Schweiz, ist Innovationspsychologe und ZRM Trainer. Er visualisiert gerne mit Legosteinen und beschftigt sich liebend gerne mit Humor, Kreativität und kleinen, sowie grossen Mutanfällen.
Mein erster Gast ist Felix Hirschburger. Felix ist als TED Speaker auf vielen verschiedenen Events unterwegs und arbeitet im Bereich Coaching und Leadership, als Universitätsdozent und in seinem Unternehmen LOUMA. Empowering people.
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