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Er gilt als einer der originellsten Analytiker der aktuellen Weltpolitik. Er berät Staats- und Regierungschefs in ganz Europa, kennt Wladimir Putin: Ivan Krastev ist Politikwissenschafter, wurde 1965 in Bulgarien geboren und lebt seit vielen Jahren in Wien. Er arbeitet hier als Permanent Fellow am IWM, dem Institut für die Wissenschaft vom Menschen, das er derzeit auch interimistisch leitet. Das renommierte European Council on Foreign Relations hat er mitgegründet. Seine Bücher „Europadämmerung“ und „Das Licht, das erlosch“ waren internationale Bestseller. Ivan Krastev ist davon überzeugt, dass die Weltordnung des 20. Jahrhunderts nicht mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 zu Ende ging, sondern mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Rückkehr des Krieges nach Europa. Armin Wolf hat mit ihm über den Ukraine-Krieg gesprochen, über Donald Trump, über Politik als Zustelldienst, Unsterblichkeit und über die Zukunft der liberalen Demokratie.
Werner Zips ist 1958 in Wien im Sternzeichen des Löwen geboren worden, sein Vater hat ihm als Kind Löwengeschichten erzählt, die Rasta-Bewegung in der Karibik beruft sich als zentrales mythisches Symbol auf den „Löwen Zions“ und in seinen Dokumentarfilmen, die vor allem die Beziehungen und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren behandeln, spielen die Löwen eine herausragende Rolle. 33 Jahre lang lehrte der Rechtsanthropologe und Sozial- und Kulturanthropologe an der Universität Wien und unternahm zahlreiche Forschungsreisen rund um die Welt. Ab den 1990er Jahren machte er außerdem Dutzende ethnografische Filme, Fernseh-Dokumentationen und TV-Berichte. Im Gespräch mit Andreas Obrecht legt Werner Zips dar, wie rechtsanthropologische und öko-soziale Fragestellungen für sein ganzes Forscher-, Filmer- und Abenteurerleben von zentraler Bedeutung waren, was er im Zusammenleben mit den Rastafaris in Jamaika erfahren hat und wie er die Debatten um „kulturelle Aneignung“ sieht.
Heiligenikonen, schillernde Mosaike, viel Gold und üppig dekorierte Kirchen - das verbinden wahrscheinlich viele mit dem Namen Byzanz. 1000 Jahre bestand das byzantinische Kaiserreich, für das Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner abseits des Kaiserhofs interessiert sich Claudia Rapp. Schon in der Schule begeisterte sie sich für alt-Griechisch und die Geschichte Ostroms. Nach fast zwei Jahrzehnten Forschung und Lehre in den USA kam Claudia Rapp 2011 als Professorin für Byzantinistik an die Universität Wien. Wien ist für sie das „Schlaraffenland“ ihres Forschungsgebiets: Wegen des wissenschaftlichen Umfelds einerseits, und wegen des riesigen Schatzes an alten Handschriften in der Nationalbibliothek andererseits. Birgit Dalheimer hat mit ihr über das Leben im byzantinischen Kaiserreich gesprochen, über Verbrüderungsrituale, die Rolle von Frauen, über alte Sprachen und Schriften, die mit modernsten Methoden untersucht werden.
Trompeten, Grollen, Schnurren, Summen - was wollen Tiere sagen? Das untersucht Angela Stöger seit einem Vierteljahrhundert. Insbesondere Elefanten interessieren die Zoologin, seit sie 2001 am ersten im Wiener Zoo Schönbrunn geborenen Elefantenkalb ihre Forscherinnenkarriere begonnen hat. 2024 erschien ihr Buch "Elefanten: Ihre Weisheit, ihre Sprache und ihr soziales Miteinander", Angela Stögers Arbeit mit den Dickhäutern hat unser Verständnis davon, wie diese Tiere kommunizieren, grundlegend verändert. Heute untersucht ihre Arbeitsgruppe auch die Kommunikation von Geparden, Löwen, Giraffen, Bären und afrikanischen Windhunden. Beim Festival "Stimmen der Wildnis" Ende April in St. Pölten hat Birgit Dalheimer mit Angela Stöger vor Publikum gesprochen: über ihre Arbeit in Österreich und in vielen Ländern Afrikas, über die Bedeutung der Klänge der Natur für sie, über das Tier-Mensch-Verhältnis und darüber, wie sie mit ihrer Forschung die Tiere in freier Wildbahn schützen kann.
Trompeten, Grollen, Schnurren, Summen - was wollen Tiere sagen? Das untersucht Angela Stöger seit einem Vierteljahrhundert. Insbesondere Elefanten interessieren die Zoologin, seit sie 2001 am ersten im Wiener Zoo Schönbrunn geborenen Elefantenkalb ihre Forscherinnenkarriere begonnen hat. 2024 erschien ihr Buch "Elefanten: Ihre Weisheit, ihre Sprache und ihr soziales Miteinander", Angela Stögers Arbeit mit den Dickhäutern hat unser Verständnis davon, wie diese Tiere kommunizieren, grundlegend verändert. Heute untersucht ihre Arbeitsgruppe auch die Kommunikation von Geparden, Löwen, Giraffen, Bären und afrikanischen Windhunden. Beim Festival "Stimmen der Wildnis" Ende April in St. Pölten hat Birgit Dalheimer mit Angela Stöger vor Publikum gesprochen: über ihre Arbeit in Österreich und in vielen Ländern Afrikas, über die Bedeutung der Klänge der Natur für sie, über das Tier-Mensch-Verhältnis und darüber, wie sie mit ihrer Forschung die Tiere in freier Wildbahn schützen kann.
Anfang Oktober 2024 bekam die Ärztin und frühere Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky die Diagnose Darmkrebs. Ein Jahr später wurde ein Hirntumor entdeckt. Sie wurde operiert, begann mit einer Chemotherapie und machte ihre Krebserkrankung auf Social Media und in Interviews öffentlich. Die 1962 geborene Wienerin ist Fachärztin für Anästhesie und Intensivmdeizin. Mit Anfang 40 übernahm sie die Geschäftsführung der niederösterreichischen Landeskliniken. 2007 wurde Kdolsky Bundesministerin für Gesundheit und Familie. Ihre Amtszeit endete nach knapp zwei Jahren mit dem Bruch der Koalition. Seither leitete Andrea Kdolsky u.a. die Gesundheitssparte einer großen Unternehmensberatung und arbeitete wieder als Ärztin. Regelmäßig macht sie Vorschläge zur Gesundheitsreform - auch für die Neos, seit sie wegen der schwarz-blauen Koalition in NÖ ihre ÖVP-Mitgliedschaft zurückgelegt hat. Mit Armin Wolf spricht Andrea Kdolsky über ihre Erfahrungen als Patientin, Ärztin und Gesundheitspolitikerin.
Sechs Staaten auf dem Balkan gelten, teils seit über 20 Jahren, als Beitrittskandidaten der EU. Einer, der diese Staaten seit den 1980er Jahren bereist, ist der Historiker, Autor und Journalist Misha Glenny. Zu Beginn seiner Erkundungen des Balkans gehörten fünf dieser Staaten noch zu einem Land, nämlich Jugoslawien, und Albanien galt als das isolierteste Land der Welt. Der 1958 in London geborene Brite Misha Glenny ist seit vielen Jahren einer der profiliertesten Südosteuropa-Kenner. Über den Westbalkan, darüber, wie sich diese sechs Staaten in den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelt haben und wie es ihnen heute geht, an welchen Scheidewegen sie angelangt sind, hat Birgit Dalheimer am 8. Mai vor Publikum im Wiener Ringturm mit ihm gesprochen.
Sechs Staaten auf dem Balkan gelten, teils seit über 20 Jahren, als Beitrittskandidaten der EU. Einer, der diese Staaten seit den 1980er Jahren bereist, ist der Historiker, Autor und Journalist Misha Glenny. Zu Beginn seiner Erkundungen des Balkans gehörten fünf dieser Staaten noch zu einem Land, nämlich Jugoslawien, und Albanien galt als das isolierteste Land der Welt. Der 1958 in London geborene Brite Misha Glenny ist seit vielen Jahren einer der profiliertesten Südosteuropa-Kenner. Über den Westbalkan, darüber, wie sich diese sechs Staaten in den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelt haben und wie es ihnen heute geht, an welchen Scheidewegen sie angelangt sind, hat Birgit Dalheimer am 8. Mai vor Publikum im Wiener Ringturm mit ihm gesprochen.
Unsere Welt wird derzeit von so vielen Kriegen und bewaffneten Konflikten geprägt, wie seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr. Zu diesem Ergebnis ist 2025 eine Studie des Osloer Friedensforschungsinstituts gekommen. Mit dem Ende des 2. Weltkriegs ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet worden. Wie steht es derzeit um die Menschenrechte? Wie ist die Situation in Österreich? Und was braucht es, damit Menschenrechte, die zwar in internationalen Verträgen festgeschrieben sind, auch im Alltag wirksam werden? U.a. diese Fragen beantwortet die österreichische Menschenrechtsexpertin Marianne Schulze, die seit über 20 Jahren international tätig ist und sich vor allem für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stark gemacht hat. Im Gespräch mit Mari Lang erzählt sie außerdem, was ihre Familiengeschichte und die Ermordung ihres jüdischen Urgroßvaters im Euthanasieprogramm der Nazis mit ihrem Engagement für Menschenrechtre zu tun hat.
Wie gehen wir mit destruktiven, gewalttätigen Ereignissen, mit geopolitischen Verwerfungen, den neuen Krisen und Kriegen um – ohne zynisch zu werden oder uns gänzlich abzuwenden? Die Historikerin Mirjam Zadoff hat dazu ein Buch mit dem Titel „Wie wir überwintern“ geschrieben – teils Selbsttherapie, teils Analyse und Mutmacher. 1974 in Innsbruck geboren, studierte Mirjam Zadoff Geschichte und Judaistik in Wien und München. Seit 2019 leitet sie das NS-Dokumentationszentrum in München.
Jede Alltagshandlung, sofern sie bewusst gesetzt wird, kann politische Bedeutung erlangen. Autoritäre Bewegungen wollen uns Menschen entmachten, uns entmündigen – schon Hannah Arendt schrieb dazu, dass dies umso leichter gelingt, je einsamer wir sind. Gemeinsam müssen wir dagegenhalten, neue Türen wollen geöffnet sein, im gemeinsamen Feiern aber auch Trauern rücken wir zueinander und schaffen Räume der Zuversicht, meint Mirjam Zadoff im Gespräch mit Andreas Orbecht.
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