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Alexander Mäder ist Professor für digitalen Nachrichtenjournalismus an der Hochschule der Medien in Stuttgart und freiberuflicher Wissenschaftsreporter. Mit ihm haben wir im Rahmen der Darmstädter Tage der Transformation darüber gesprochen, wie er zum Wissenschaftsjournalismus gekommen ist. Er erklärt uns, was für ihn Qualitätsjournalismus ausmacht und wie man auf Journalismusskeptikerinnen reagieren sollte. Wir sprechen über die schwierigen Rahmenbedingungen journalistischer Arbeit, die Ausbildung von Nachwuchsjournalistinnen und deren Zukunftsperspektiven. Es geht darum, wer denn überhaupt die Wissenschaftsseiten von Zeitungen liest. Wir möchten wissen, wie Wissenschaft konsumierbar gemacht wird und ob Inhalte dabei leiden. Wir sprechen über die RiffReporter, eine Genossenschaft für freien Journalismus. Herr Mäder erzählt uns, wie er dazu kam, sich mit der Berichterstattung über Klimathemen zu befassen. Wir fragen ihn nach seiner Einschätzung dazu, wie man Menschen mit einem solch schwerwiegenden Thema wie der Klimakrise “abholt”: mit Fakten, mit Emotionen, mit Optimismus oder doch mit Realismus?
Christian Hiß ist ein deutscher Unternehmer, Gründer und Vorstand der von ihm gegründeten Regionalwert AG Freiburg mit Geschäftsstelle in Eichstetten am Kaiserstuhl, Referent und Sachbuchautor. Mit ihm sprechen wir über regionale Wertschöpfung, was hinter Regionalität manchmal steckt und was wir dabei manchmal übersehen. Außerdem erzählt er uns von seiner Kindheit mit biologischer Landwirtschaft, warum und wie er nach seiner Ausbildung als Gärtner zur Wissenschaft gefunden hat und was sich hinter der Regionalwert AG verbirgt. Ein ausgezeichneter Social Entrepreneur zu Gast im Rahmen der Darmstädter Tage der Transformation 2022.
Georgios Terizakis ist Professor für Politikwissenschaft an der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS). In dieser Folge spricht er mit uns über seine eigene politische Sozialisation, seine ersten Kindheitserfahrungen mit Wahlen und über politische Musik. Er erklärt uns, wie er als Politologe an der Polizeihochschule gelandet ist, wie viel Freude ihm die Arbeit mit Nicht-Politologinnen bereitet und was er ihnen mit auf den Weg geben kann und muss. Außerdem berichtet er von den politischen Fragen, die seine Studierenden als Polizeianwärterinnen beschäftigen und wie sich die Perspektive nach Erfahrungen in der Praxis ändern.
Zum ersten Mal haben wir in dieser Folge zwei Gäste. Albrecht Haag und Andreas Zierhut vom Verein Unwort Bilder fragen wir danach, wie sie Fotografen wurden und wie sie zur Arbeit am Unwort des Jahres gekommen sind. Wir sprechen darüber, was hinter der sprachkritischen Aktion steckt und was es für die kreative Arbeit der 9 Fotografinnen bedeutet, sich jedes Jahr der Entscheidung der Jury “zu unterwerfen”. Was kann das Unwort im Vergleich zu positiv konnotierten Wörtern? Die beiden erzählen uns, wie die Gruppe das Unwort 2021 “Pushback” aufgenommen hat und wie weit sie in der Realisierung ihrer Ausstellungsstücke sind. Der Ausstellungsort und die pandemiebedingte Umstellung auf eine Outdoor-Ausstellung hat, so hören wir, Einfluss auf das Publikum. Auch in diesem Jahr, am 10. März, wird es eine Online-Vernissage mit Gastrednerinnen auf www.unwort-bilder.de geben. Bis zum 31. März können die 9 Bilderpaare dann auf dem Karolinenplatz besichtigt werden. Hier könnt Ihr Euch die Arbeit von Albrecht und Andreas ansehen: http://www.albrecht-haag.de & https://www.andreaszierhut.de. Den Instagram-Kanal des Vereins findet ihr hier: https://www.instagram.com/unwortbilder/?hl=de.
Lotte Jung ist Pfarrerin in der Gefängnisseelsorge der JVA Frankfurt I. Mit ihr sprechen wir darüber, was sie zur Theologie gebracht hat und wie ihr Weg zur Arbeit im Gefängnis aussah. Sie erklärt uns, was Seelsorge eigentlich ist und dass das Spektrum der Bedürfnisse der inhaftierten Männer von menschlichem Kontakt bei einer Tasse Kaffee bis hin zu dringenden Kriseninterventionen reicht. Wir tauschen uns darüber aus, ob die Aussage “Verhältnisse machen Verhalten” trägt, wenn es darum geht, was Menschen zu Straftäter*innen macht. Lotte erzählt uns, dass für sie mitunter an einzelnen Ereignissen und Entscheidungen hängen kann, ob jemand straffällig wird, oder einen “gesellschaftsverträglichen” Weg einschlägt. Es geht darum, wie in Wissenschaft und Gesellschaft über Strafe diskutiert wird und wie sich die Verhältnisse im Gefängnis außerhalb der Mauern ändern lassen. Nach einem Exkurs in die Welt der True Crime Podcasts stellen wir noch einmal die Frage danach, was ein “gerechter Gott” mit alldem zu tun hat.
Markus Lederer ist Professor für Politikwissenschaft und leitet seit 2016 den Arbeitsbereich Internationale Politik an der Technischen Universität Darmstadt. Er unterrichtet Internationale Beziehungen und lehrte unter anderem in Costa Rica, Österreich, Bremen und München. Lederer studierte Politikwissenschaft, Internationales Recht und Philosophie in Berlin, München, Frankreich und den USA.
Bijan Kaffenberger ist Politiker und Youtuber. Er ist hauptamtlich Mitglied des Hessischen Landtages in Wiesbaden seit 2019 als direktgewählter Abgeordneter für die SPD. Mit ihm reden wir in dieser Episode über sein politisches Engagement während der Schulzeit, seine Versuche, allen Wähler*innen ein Angebot zu machen, politisch gehört zu werden und über die soziale Selektion, die abstrakte politische Debatten nach sich ziehen. Er verrät uns, warum er kein Fan von Twitter ist und mit wem er in der Abgeortnetenkantine nicht sprechen mag.
Giulia Silberberger ist die Gründerin der Organisation „Der Goldene Aluhut“. Sie engagiert sich gegen Verschwörungsideologien und ideologischen Missbrauch. Giulia erzählt uns, wie sie dazu gekommen ist und warum es in Ordnung ist und sogar Vorteile hat, diesen ernsten Themen humorvoll zu begegnen. Wir fragen sie, warum Menschen anfällig für Verschwörungsideologien sind und sie beschreibt uns die Gruppendynamik von „Schwurblern“ anhand des Beispiels eines Mehrfamilienhauses. Giulia beantwortet die Frage von Matthias Quent nach ihrer liebsten Verschwörungsideologie und entlarvt, welche der von uns vorgetragenen Erzählungen wirklich kursieren und welche wir uns ausgedacht haben. Sie verrät uns auch, was sie tut, wenn sie gerade nicht am Bildschirm sitzt und sich auf dem neuesten Stand hält.
Dr. Matthias Quent ist Direktor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) der Amadeu Antonio Stiftung in Jena. Mit ihm sprechen wir über den Begriff des Rechtsextremismus', warum er keineswegs ein neues Phänomen und wie er auch in Westdeutschland historisch verankert ist. Außerdem fragen wir ihn nach Ratschlägen im Umgang mit latent xenophoben Familienmitgliedern. Als kleines Schmankerl sprechen wir mit Matthias Quent darüber, wo Soziolog*innen heute ihren Platz finden und wo sie am meisten gebraucht werden.
Literatur ist eine Form der Auseinandersetzung mit Ausgrenzungserfahrungen, rassistischer Gewalt und deren – auch tödlichen – Auswirkungen. Das spiegelt sich in jüngster Zeit in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Autorinnen mit tatsächlicher Migrationsgeschichte oder solche, die als fremd markiert werden, verarbeiten ihre Sicht auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland literarisch, beschreiben mal aus der Distanz, mal aus der Innensicht. Herkunft, Heimat, Identität und Zugehörigkeit: Die Autorinnen beschäftigen sich in unterschiedlichen Textformen mit den Themen, die in der Vielfaltsgesellschaft relevant sind und kontrovers diskutiert werden.
Die Autor*innen ermöglichen über ihr Werk sowohl Perspektivwechsel als auch Horizonterweiterungen. Drei von Ihnen lud die Schader-Stiftung in Kooperation mit der Hochschule Darmstadt zu digitalen Gesprächen ein. Moderiert wurden die Abende im Schader-Forum von Canan Topçu, Dozentin im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften.
Zur Person: Olivia Wenzel wurde 1985 in Weimar geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim und lebt in Berlin. Sie schreibt Theatertexte und Prosa, machte zuletzt Musik als Otis Foulie. „1000 Serpentinen Angst“ ist ihr erster Roman.
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